Der Morgen danach

Der Morgen danach


Der nächste Morgen kam viel zu früh, da ich erst spät über meinen wenig erbaulichen Gedanken eingeschlafen war. Die Sonnenstrahlen kitzelten mich und so weckte deren Helligkeit, die durch meine geschlossenen Lieder schien, mich leider endgültig. Widerwillig schmiss ich mich zur Seite. Ich wollte noch nicht aufwachen, das hieße, sich der Realität zu stellen und ich wusste nicht, ob ich dazu schon bereit war. Manchmal hatte ich Angst, dass alles zu viel wurde und ich wollte nicht hadern, denn dafür war es zu spät.

Aber was sollte ich tun? Ich musste stark sein und mich diesen neuen Herausforderungen stellen. Schließlich war ich taff und was waren drei Schlangen gegen mich? Ich stöhnte gequält auf. Wann hatte es begonnen so aus dem Ruder zu laufen? Dies fragte ich mich schicksalsergeben.
Wann waren die Zügel entglitten oder hatten begonnen mir zu entgleiten?

Als ich im Zug auf Draco zugegangen war? Als ich mich auf eine Freundschaft bis hin zur Beziehung mit ihm eingelassen hatte? Ohne genau zu wissen was ihn trieb? Denn schließlich war er ein hinterlistiger, manipulativer junger Mann. Oh, Hilfe, Fragen über Fragen, aber keine Antworten!

Ich fühlte neben mich und spürte nichts,... Draco war augenscheinlich schon aufgestanden, gut, sehr gut, denn ich wusste nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte.

Haderte ich doch ein wenig mit mir? War ich im Zwiespalt über den gestrigen Abend? Klar, ich meine, ich war nun dank Draco tätowiert, gezeichnet! Auf ewig! Bei dieser grauenhaften Erkenntnis in meinem traumumnebelten Hirn, zog ich mir mein Kissen stöhnend über den Kopf und stieß einen frustrierten Schrei aus und versuchte ihn so zu dämpfen.

Fühlte ich mich jetzt besser? Nein, schade! Es war aber auch zu ärgerlich! Aber mehr fiel mir auf die Schnelle auch nicht ein, um den Frust abzubauen!

Und so zog ich niedergeschlagen das Kissen von mir und stand auf. Wie zu erwarten fiel mein Blick wie magnetisch angezogen auf mein schickes, neues und unglaublich schönes, jetzt in schwarzen Linien unübersehbares Tattoo, toll. Ich fuhr mal wieder andächtig darüber. Glatt, nur ein leicht erhabenes Mal doch spürte ich es komplett! Das kam daher, dass es mit Dracos Blut gezeichnet und mit schwarzer Magie in meine Haut gebrannt worden war.

Was fiel diesem aufgeblasenen, blasierten, durch Inzucht degenerieren Arschloch ein, mir, Hermione Granger, ein, nein… sein Zeichen einzubrennen? War ich eine Kuh, oder ein Pferd?
War das ein Brandmal, als ob ich ein Besitz der niederen Sorte wäre?

Mein Blick verdüsterte sich, ich war viel zu stolz und zu stark, physisch wie psychisch, um mich derart allumfassend einverleiben zu lassen, von niemandem. Ich mochte vielleicht Hilfe und Schutz brauchen, den suchte ich mir aber immer noch selbst aus, wie konnte er es wagen!?

Ich glaube, ich hatte euch früher gesagt, wie sehr ich Magie und insbesondere Blutmagie mochte und es mir deswegen egal sei, dass es als schwarze Magie galt. Das nahm ich hiermit zurück.

Denn es bedeutete, man konnte solche Rituale, Flüche und Sprüche so gut wie nicht, na schön… ich wollte ehrlich sein, nie aufheben! Einmal in der Scheiße, blieb man in der Scheiße und wisst ihr, was das war? Alles Scheiße!

So eine verfahrene Situation, aus der ich keinen Ausweg sah. Ich musste das Beste aus meiner vertrackten Lage machen. Ich war selbstbewusst, von mir überzeugt und gefestigt, ich würde das schaffen. Jetzt musste ich erst mal alles rausfinden, was es über dieses Ritual zu wissen gab und Draco? Nun gut, ich würde ihn nicht sofort umbringen und ein Messer in seine Eingeweide rammen, es genüsslich langsam zuerst in die eine Richtung und dann in die andere drehen, aber es sich vorzustellen tat gut, sehr gut und ich gab diesem Vergnügen in meiner Fantasie gerade nach.

Und vielleicht konnte ich die Situation zu meinem Vorteil nutzen, mal sehen, versuchte ich mir Mut zu machen.

Drei Schlangen, alle verschlagen, alle listig, alle gefährlich! Alle nicht zu unterschätzen! Womit hatte ich das verdient? Und so leid es mir tat, das zuzugeben, ich war ja nicht blind und ich hatte vor Problemen noch nie die Augen verschlossen, aber ich brauchte Schutz! Guten Schutz, vor so vielen, ich wünschte nur, er hätte nicht so voreilig, so übereilt gehandelt und vor allen Dingen: er hätte mich gefragt! War das zu viel verlangt? Ich steigerte mich schon wieder in meine Wut hinein.

Wir waren hier nicht im Mittelalter, aber der Junge würde mich schon noch kennenlernen. Aber Zorn, Rache und Wut waren nie gut in der Hitze zu genießen, sie waren viel effektiver, wenn sie kalt genossen wurden und so würde ich warten können. War ich eine begnadete Schauspielerin, oder nicht?

Ok, ich würde jetzt duschen gehen, mir reichte es, sonst bekäme ich einen Tobsuchtsanfall und damit half ich niemandem und mir am allerwenigsten.

Als ich in Jeans und einem dicken und kuschelig warmen, roten Rolli, schließlich hatten wir Weihnachten, die Treppe herunterkam, roch es aus der Küche nach Kaffee. Himmlisch, den würde ich jetzt brauchen und so kam ich vorsichtig um die Ecke und ich sah etwas Unglaubliches; einen strahlend blonden Schopf mitsamt dazugehörigem Körper, der vor dem alten Gasherd stand und dessen Hände gefährlich mit einer Pfanne rumfuchtelte. Was sollte das? Dergleichen taten Malfoys nicht, das war ja nicht mit anzusehen.

Bevor ich beherzt in das traurige Geschehen eingriff, horchte ich kurz in mich, was ich bei Dracos Anblick nach gestern Nacht empfand. Die Gedanken, die ich mir vorhin zurecht gelegt hatte und das was ich tatsächlich fühlte, erschreckten mich kurz. Ich verfluchte mal wieder meine wankelmütige Moral, aber ich konnte damit leben, würde ich auch müssen, bis ich wusste, was genau diese neuen Umstände für mich hießen. Und sollte ich zur Sklavin der Familie Malfoy werden, würde er sterben, das schwor ich mir inbrünstig, so wahr ich Hermione hieß, denn bei meinem Nachnamen war ich mir im Augenblick gar nicht mehr so sicher!

Aber ich konnte mich an die ernsthafte und ehrlich gemeinte Aussage in seinen Augen erinnern, dass er sich sorgte, denn er hatte dies als einzige Option und Lösung gesehen, mich zu beschützen und das stand mal an erster Stelle! Der Wille und nicht die Tat! So war ich bereit, ihn anzuhören und ihn vorerst nicht ernsthaft zu verletzen.

Dass ein Slytherin niemals etwas nur aus einem Grund tat wussten wir alle, aber ich hatte mich sehenden Auges auf ihn eingelassen, also konnte ich jetzt nicht anfangen zu jammern, dass er so gehandelt hatte, wie es zu erwarten gewesen war. Ich war mittlerweile durch eine harte Schule des Lebens gegangen und war zu stark und zu stolz, um jetzt das Gesicht zu lange im Kissen zu verstecken. Ich würde mich hocherhobenen Hauptes meinem Schicksal begegnen und notfalls auch entgegen stellen.

Ich seufzte lautlos. Draco konnte so ein Idiot sein. Männer! Würde ich das „M“ überdecken können? Ahrrrrg, … Fragen über Fragen… und noch keine Antworten.

„So ein Mist, diese Mist-Eier….“, konnte ich ein genervtes Grummeln vernehmen, als er mit dem Pfannenwender herumhantierte, als wäre es eine Waffe, die er gerade für einen Mord einsetzte. Wo war die Kamera, wenn ich sie mal brauchte? Das würde mir niemand auf dieser Welt glauben, aber so was von nicht.

Draco, der Häusliche, der sich die Hände schmutzig machte. Ich schmunzelte ehrlich erheitert und lehnte immer noch lässig an der Tür.

Ich ging nun entschlossen auf ihn zu, um dem Trauerspiel ein Ende zu bereiten: „Draco, die Eier sind schon tot.“ Er fuhr herum und hielt seine Waffe nicht wirklich männlich in der Hand. „Oder willst du mich damit angreifen?“, biss ich mir in die Wange, um nicht lauthals zu lachen, bei dem köstlichen Anblick, den er bot.

Nach gestern hätte ich das nicht gedacht, ihm schon so gelöst und locker gegenübertreten zu können, aber ich hätte auch nicht damit gerechnet, ihn hier sooooo zu finden, so… - ich war ja versucht, es nicht zu denken, aber ich musste den Gedanken trotzdem zulassen - süß! Einfach süß, wie sein Haar wild durch die Gegend flog und er einen leicht gehetzten Ausdruck zeigte.

„Schenk mir bitte eine Tasse ein und gib her, ich mach das, okay?“, und nahm ihm bestimmt sein Instrument aus der Hand. Nicht, dass er sich noch damit selbst umbrachte! Wenn, durfte er nur durch meine Hand sterben.

„Hermione, … äh, schon wach?“, fuhr er sich einen Touch unsicher durch die Haare und bevor ich reagieren konnte, umarmte er mich und küsste mich auf den Scheitel. „Guten Morgen, Liebling!“, sagte er bestimmt, und da sollte mal einer sagen, mein Herz solle nicht schmelzen. Schon mal einen Malfoy mit schlechtem Gewissen gesehen? Nein? Ich tat es gerade, und das Beruhigende war, zu wissen, dass wir alle doch noch menschlich waren, egal was wir verkörperten oder zu tun bereit waren, wir alle waren nur Menschen, Menschen mit Fehlern.

„Guten Morgen, Draco!“, begrüßte ich sein Hemd. „Seit wann zeigen Malfoys ihre Gefühle?“, legte ich den Kopf provozierend zurück und sah ihn abwägend und recht kalt an.

„Oh, an sich bist du jetzt auch eine, ich denke, da kann ich es riskieren“, kam es von ihm betont lässig, dabei gab er mir einen vorsichtigen Kuss auf den Mund, drehte sich dann aber entschlossen um und holte den Kaffee, während ich leicht verwundert dastand. Der Mann war echt unglaublich!

Ich versuchte nun, die Eier zu retten, ein sinnloses Unterfangen und so schmiss ich sie kurzerhand weg, nahm eine neue Pfanne und gab ein Stück Butter hinein, die laut zischend zu schmelzen begann.

Ich rief mit meinem Stab Frühlingszwiebeln und Paprikaschoten zu mir und ließ diese sich selbst kleinschneiden, legte den Speck in eine andere Pfanne, in der er brutzelnd sein würziges Aroma in der Küche verbreitete und werkelte in Ruhe vor mich hin.

Draco hatte sich an die rustikale Küchentheke gesetzt und beobachtete mich genau. Ich griff nach meinem Lebenselixier und trank den Kaffee gierig. Er wirkte leicht unsicher und nervös in seinem Verhalten, aber noch immer arrogant und selbstsicher genug, dass ich in ihm den jungen Mann erkannte, den ich gewohnt war.

Ich holte die Eier aus dem Kühlschrank und verrührte sie, gab zuerst die Paprika in die Butter und wartete kurz. Ich würzte in der Zeit das Ei mit weißem Pfeffer und Salz und schüttete noch einen Schluck Sahne dazu, nun gab ich dies zu dem Gemüse und ließ es ziehen. Als das Ei zu stocken begann kamen die Zwiebeln dazu und ich musste abermals kurz warten. Den Speck legte ich auf ein Tuch und ließ ihn abtropfen. Diese systematische Arbeit ließ mir Zeit mich zu fangen und die brauchte ich auch.

„Schneidest du das Brot?“, bat ich, Draco blickte aber nicht auf, er tat es klaglos, wie von mir befohlen.

„Fertig“, verkündete ich und sofort wurden mir zwei Teller ins Sichtfeld gehalten und ich verteilte das Rührei auf einem davon und gab noch den Speck auf den zweiten Teller mit dem floralen Muster. Dies war gelebte Normalität, zumindest versuchte ich mir dies einzureden.

Ich wollte nichts, ich würde nichts runter bringen…

Als wir uns an dem kleinen, gemütlichen Frühstückstisch im Küchenerker niederließen, war es sehr ruhig, weitere Worte waren nicht gefallen. Der Anbau mit den bodentiefen Sprossenfenstern bot einen wunderschönen Blick in den leicht verschneiten Garten, was sehr idyllisch wirkte, kein Vergleich zu den Schneemengen in den schottischen Highlands, die durchaus auch bedrohlich in ihrer Masse wirken konnten, aber das war die Atmosphäre, die Hogwarts entschieden ausmachte.

Aber grade war auch hier die Atmosphäre zum Zerreißen gespannt.

„Sehr gut, wo hast du das gelernt?“, nahm er manierlich seine Gabel auf. Was waren wir doch alle höflich.

„Von meiner Mutter“, meinte ich neutral, trank einen großen Schluck Kaffee und fasste mir ein Herz.

„Draco, wir müssen reden… dieses Buch… dieser Ritus ist alt, wenn nicht sogar uralt?“, fragte ich und schaute doch leicht verstimmt durch die Gegend.

„Ja, sehr alt, dieser Ritus gilt in der Welt als verloren, aber wir Malfoys hatten ihn immer in unserer Sammlung!“, kam es einfühlsam von ihm, dabei sah er selbstzufrieden aus der Wäsche, am liebsten hätte ich ihm eine runtergehauen, aber so sah ich ihn nur fordernd an.

„Aha, warum ist er, also dieser Zauber, verloren gegangen?“, kam ich recht sparsam zum Wesentlichen.

„Weil die Leute aufgehört haben zu heiraten und das konnten die Hexen und Zauberer nicht zulassen und viele reinblütige Mädchen sind schon damals, vor Jahrhunderten, zu ihren Liebhabern geflüchtet und haben sich von denen Zeichnen lassen, womit sie sich vor ihren arrangierten Ehen gerettet haben“, erklärte er offen, dabei nickte er und aß unberührt weiter und ich starrte ihn sprachlos an, als er weitersprach:

„Damit standen sie ja dann unter dem Schutz der neuen Familie und sie haben ihren Eltern einen gefährlichen Strich durch die Rechnung gemacht, herrlich oder? Eigentlich ist er nur dafür da, dich mit einer Familie zu verbinden und dich zu einem Mitglied zu machen, wie bei den Clans und ihren Schwüren…, nur halt durch einen Zauber!“, zuckte er lapidar die Schulter. „Natürlich bietet er nicht nur Schutz, hat nicht nur Vorteile, es gibt auch Pflichten…“, wagte er mich nicht anzusehen, als er mit diesem Eingeständnis um die Ecke kam, wobei er raus in den Garten blickte.

Da murmelte ich sarkastisch vor mich hin: „War ja klar, es gibt immer einen Haken!“ Ich stützte den Ellenbogen auf den Tisch und lehnte mich schwer darauf, um nicht über den Tisch zu krabbeln und seinen aristokratischen Hals umzudrehen.

„Also, wo war ich… Pflichten, genau! Nun… gehorsam, zum Beispiel dem Oberhaupt und dem, der sie aufgenommen hat gegenüber, würde ich aber nie verlangen. Wie aber in allen alten Familien üblich Loyalität, Treue… blablabla, aber nun kommt das Gute, es läuft wie in einer normalen Familie. Solltest du dich dem Oberhaupt widersetzen und einem Befehl nicht Folge leisten, passiert von der Magie her nichts. Wenn er dich dann erwischt wird er dich zwar bestrafen, aber mehr passiert nicht und deswegen ging der Spruch erst recht verloren, da die alten Oberhäupter den Ritus als nicht ausgereift genug ansahen!“, erklärte er großspurig und ich hatte nun doch langsam, aber sicher immer mehr aufgeatmet.

Ich hätte es, wenn ich das erfunden hätte, auch anders gemacht und für Strafen gesorgt, denn es sah so aus als würde dieses Ritual mir mehr Vorteile bringen als Nachteile, aber mein Aufatmen war noch verhalten, ich wollte mich nicht zu früh freuen, bei meinem wankelmütigen Glück!

Und Draco hatte nicht das Recht gehabt, so über meinen Kopf hinweg zu handeln, dies wollte ich nicht aus den Augen verlieren.

„Du isst nie in der Früh?“, meinte Draco, nachdem er fertig war. Ich war so in Gedanken gewesen, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, dass er seine Mahlzeit beendet hatte.

„Ja, das weißt du doch, so wie du mich immer in der Schule beobachtest“, lächelte ich ihn gekünstelt an, schwang meinen Stab und das benützte Geschirr verschwand und wusch sich ab. Wofür war ich eine Hexe? „Aber lenk mal nicht ab, Draco Malfoy, was heißt hier, dass du von mir keinen Gehorsam erwarten wirst? Ich geb dir gleich Gehorsam, ich… du bist immer noch nicht aus dem Schneider, mein Freund, weil du mich vor vollendete Tatsachen gestellt hast!“, sagte ich ganz ruhig und lässig und ich glaube, das hatte auf ihn eine größere Wirkung als wenn ich geschrien und getobt hätte.

„Hermione, ich…, es tut mir ja leid, dass ich derart rasch im Affekt gehandelt habe… ich hab vielleicht ein klitzekleines bisschen vorschnell gehandelt…“, sah er mich mit großen, grauen Augen reuig an.

Ich konnte darauf jetzt nicht antworten, dafür war ich wohl immer noch zu sauer und schenkte mir Kaffee nach. Ich konnte nun sehr gut nachvollziehen, warum Snape Lucius Malfoy mit Gläsern bewarf, ich war auch gerade versucht, meine Tasse nach Draco zu schmeißen und so klammerte ich mich haltsuchend an sie, da es eine meiner Lieblingstassen war, um mich vom Ausrasten abzuhalten.

„Komm, lass uns ins Wohnzimmer gehen, ich hab noch ein paar Fragen“, meinte er da vorsichtig, da er meinen Kampf um Kontrolle durchaus wahrnahm, oh, ganz schlecht, was kam denn jetzt noch?

So saß ich später angespannt auf der Couch, mit den Beinen unter mir und Draco setzte sich sehr wagemutig neben mich, legte seine Hand besitzergreifend auf meinen Schenkel und streichelte mich abwesend.

„Du wolltest mir noch erzählen, warum du nicht im Zug warst?“, fragte er da auch schon und ich hätte am liebsten meinen Kopf wieder im Kissen erstickt. Warum pickte er genau das Thema heraus, von dem ich mit Sicherheit nicht wollte, dass er jetzt darauf zu sprechen kam?

„Chrm, naja, Harry hatte eine Vision…, die auch so eingetreten ist. Er sah, dass Mr. Weasley schwer verletzt war und wir alle gingen zum Schulleiter und dieser hat uns dann per Portschlüssel, da Umbridge kam, weggeschickt!“, gab ich bereitwillig Auskunft.

„Wohin hat er euch geschickt?“, und an der Tonlage seiner Stimme und daran dass seine Hand nun still auf meinem Oberschenkel ruhte, dachte ich bei mir, dass meine kluge, kleine Viper schon eine Vermutung hatte, wo ich gelandet sein könnte.

Er schaute mich nicht an, als ich antwortete: „Ins Blackhaus.“ Und ich durfte fühlten, wie sich seine Finger fester in meine Hose gruben.

„Bei Black und wie war‘s? Euer letztes Zusammentreffen ging ja nicht so glimpflich aus! Habt ihr euch wieder geprügelt, hast du ihn getötet? Wenn ja, gratuliere ich dir!“, versuchte er neutral von sich zu geben, aber heute saß Dracos Maske nicht so gut wie sonst und man hörte eine eifersüchtige Verbitterung in seinem Ton.

„Du bist wie immer der Brüller, Draco!“, erwiderte ich zynisch und klopfte ihm auf seinen Schenkel.

„Wir hatten ein Gespräch in der Bibliothek…“, fuhr ich fort, aber da unterbrach er mich unwirsch.

„Was, du warst mit ihm alleine?“, zischte er aufgebracht fragend dazwischen.

„Draco, wenn du mich bitte aussprechen lassen würdest!“, meinte ich genervt, wobei ich ihn tadelnd ansah und er warf mir einen hochmütigen Blick zu und machte einen spitzen Mund, traute sich aber nicht, mir zu widersprechen.

„Danke, also wir waren in der Bibliothek, zusammen mit den Twins!“, entgegnete ich höhnisch, wobei ich ihn nun frech angrinste und er schnaubte fast erleichtert auf. „Sie haben sich geweigert, mich mit ihm allein zu lassen, sind sie nicht süß?“, versuchte ich Pansys quietschige Stimme nachzuahmen. Es war lustig, ihn so in der Defensive zu sehen, da er gerade sehr zufrieden aussah, dass ich nicht mit Sirius allein gewesen war aber auch unzufrieden und missgestimmt, dass es überhaupt zu so einem Treffen gekommen war.

„Es mag scheinen, als hätten diese Rotköpfe noch ein paar Hirnzellen am richtigen Platz! Warum wollte er, dass sie gehen?“, meinte er mit Bedacht und sah mich vorsichtig an.

„Ach, das weiß ich doch nicht, aber ich war froh, dass sie geblieben sind… ich trau mir und ihm nicht, am Schluss wären wir vielleicht doch noch aufeinander losgegangen, er vermutet, ich hätte was mit einer Schlange!“, kam es sardonisch von mir, dabei zuckte ich gleichgültig die Schultern.

„Ach, versucht der Köter seine verschüttete Intelligenz auszugraben und hellzusehen? Aber er hat keine Ahnung, welche Slytherins dich wollen?!“, beschied er eingebildet, da musste man ihn doch gleich mal ausbremsen.

„Draco, die Aussage macht es nicht besser!“, offenbarte ich ihm kalt. „Außerdem, wollen heißt nicht haben, ich gehör mir immer selbst, das solltest du ganz schnell verinnerlichen!“, stellte ich energisch klar, mich heute zu reizen wäre gefährlich.

„Sorry“, entgegnete er kleinlaut.

„Also, wir haben uns mehr oder weniger vertragen…, mögen werden wir uns wohl nicht mehr. Was ich schade finde. Aber wir gehen nicht gleich aufeinander los, wenn wir uns sehen und er hat gefragt, ob ich Interesse an Harry hätte…“, erzählte ich weiter und verdrehte die Augen, da mir gerade einfiel, dass dies Draco ja auch mal angedeutet hatte.

„Dann hat er es auch gesehen?“, freute er sich doch glatt, da sein verkniffener Ausdruck verschwand.

„Draco du…, ich habe Harry getröstet, er war am Boden, war nicht schön. Ich verstehe nicht, was ihr da immer seht, du und deine Abneigung Harry gegenüber!“, schaute ich aufgebracht zu ihm.

„Schade, dass du dem Köter keine gelangt hast!“, versuchte er mit seiner rachsüchtigen Kleingeistigkeit abzulenken.

„Draco, es tut mir ja leid, dich darauf aufmerksam zu machen, aber er hat mir nichts verpasst was nicht mehr weggeht!“, kam es leise von mir und ich verpackte meine Kritik geschickt und er zuckte sichtlich unter meinen harten Worten zusammen.

„Autsch, das war unter der Gürtellinie! Ich hab dir gesagt, dafür entschuldige ich mich nicht!“, zeigte er sein perfekt störrisches Malfoygesicht, er erschien sehr unversöhnlich. „Wie es passiert ist, dafür schon…“, flüsterte er plötzlich ganz rau und überrumpelte mich mit der wechselnden Schnelligkeit seiner Emotionen.

„Ach, jetzt spielst du den Eingeschnappten?“, irgendwie blieb ich erstaunlich ruhig bei diesem Gebaren und zeigte mich unversöhnlich.

„Oh, Granger, wie sagt Severus immer, wie kann man dir nur den Mund stopfen und weißt du was? Ich hab da eine fantastische Idee!“, packte er übergangslos meine Oberarme und drückte mich in die Couch, um meinen Mund fordernd zu  küssen. Er hauchte federleichte Küsse auf meine Lippen, begann sie dann langsam mit seiner Zunge spielerisch zu streicheln und ich machte mit, es war schön, zu sehen, dass sich das Gleichgewicht in unserer Beziehung so gewandelt hatte, ich war eindeutig oben auf, so wie er versuchte sich einzuschmeicheln, denn er war sehr zärtlich und sanft.

Schnell erlagen wir dem wunderschönen Gefühl uns zu küssen und viel zu schnell beendeten wir dieses Liebesspiel.

„So gefällst du mir schon besser, wenn deine Wangen leicht rot schimmern und deine Augen so glänzen“, meinte Draco mit sich zufrieden, aber ich fand, er hatte auch sich sehr gut beschrieben, denn er sah genauso aus. „Leider muss ich zu Blaise. Ich denke, ich werde in ein oder zwei Stunden wieder da sein, wenn dir das recht ist?“, zeigte er aufrichtiges Bedauern.

„Geht klar.“ Gut, dann konnte ich mir die gestohlenen Unterlagen mal kurz zu Gemüte führen, die dieses ganze Durcheinander ausgelöst hatten. Wenn sie nicht das an Informationen enthielten, was ich mir versprochen hatte, würde ich wirklich vor einem Wutanfall stehen und da war es besser, wenn ich alleine war.

Wow!
Ich war kurze Zeit später echt geplättet, wer hätte gedacht, dass der gute alte Professor so eine zwielichtige Vergangenheit hatte? Rita hatte gute Ansätze in ihrem „Buch“ gehabt, aber sie war bei weitem noch nicht tief genug vorgedrungen, so wie ich.

Dumbledore, Dumbledore, du warst gut gewesen im Verbergen, Vertuschen und Verstecken der Vergangenheit, aber nicht gut genug für mich.

Aber ich bezweifelte, dass Rita es versucht oder gewagt hätte, in die Mysteriumsabteilung einzubrechen, dafür hätte ihr dann doch der Mut gefehlt.

Ich akzeptierte hiermit und sofort mein mir bestimmtes Schicksal, der Familie Malfoy anzugehören und Lucius‘ Beute zu sein und mit Draco geschlagen zu sein, denn für diese in den Unterlagen enthaltenen Informationen hatte es sich gelohnt. Schon alleine für Harry hatte es sich gelohnt.

Ich brachte die Akten verkleinert zu dem Safe, der sich hinter dem großen Landschaftsbild befand, welches über dem Kamin hing und sperrte es weg, sicherte es auch magisch.

Darüber würde ich noch nachdenken, was ich mit den gewonnenen Informationen anfangen würde aber so machte ich mich auf in den Dachboden, um die Weihnachtsdekoration zu holen. Mit Magie würde ich es schaffen, das Haus zu schmücken bevor Draco wiederkam und die Ablenkung würde mir gut tun.

Es war lustig, zuzusehen, wie die grünen Girlanden sich um das Treppengeländer, die Kaminkonsole, die aus gedrilltem Holz geschnitzt war und nun mit grünem Flitter und Kugeln geschmückt war, wickelten und auch die Türrahmen waren nicht vor meiner Dekowut geschützt, aber ich lebte mich kreativ aus. Nach einem Zauber waren alle unechten Tannenzweige echt, dafür gab es Magie und damit erfüllte das Haus ein intensiver Duft nach frischen Tannennadeln, was mich in richtig weihnachtliche Stimmung versetzte und meinen Ärger kurzzeitig kleiner werden ließ.

Ich dirigierte noch einige Kugeln und Kränze durch die Gegend, als ich hörte wie sich die Tür plötzlich öffnete.

„Wow, was ist denn hier passiert, wohnen wir jetzt in einem Wald?“, trat Draco mit einem breiten Lächeln auf mich zu und küsste mich wieder, was ich diesmal dank meiner guten Stimmung sofort und gerne erwiderte.

„Gefällt es dir?“, kämpfte ich weiter mit dem weihnachtlichen Verschönern.

„Ja, es ist was ganz anderes, ein bisschen viel Grün!“, sah er sich um und drehte sich im Kreis.

„Ich dachte, du bekommst von Grün nie genug?“, zog ich ihn auf.

„Haha, wir müssen noch den Fidelius schmeißen, kommst du?“, schaute er eindringlich und auf einmal wieder ganz ernst, das war ihm anscheinend sehr wichtig und ich vertraute seinem Urteil, da Lucius sein Vater war.

„Oh, das hatte ich erfolgreich verdrängt…“, meinte ich ernsthaft und landete wieder hart in der Realität.

„Dafür hast du mich, komm… Wer macht den Geheimniswahrer?“, fragte er forschend und hielt mir gentlemenlike den Mantel und half mir ihn anzuziehen.

„Ich dachte, ich könnte es selber sein, danke?“ Er öffnete galant die Tür.

„Klar“, folgte er mir ins Freie.

Als wir uns vor das Gartentor stellten, zückte ich ohne zu zögern meinen weißen Stab und begann den Fidelius zu wirken, indem ich die Formel rezitierte, so ging ich die Sachen meist an, ich warf mich in sie und dachte mir dann, dass ich es schaffen würde. Wow, ich konnte fühlen, wie die Magie von meinem Inneren über meinen Arm in den Zauberstab wanderte, es war als würde ich angezapft werden, es war eine intensive Magie wie ich sie noch nie gespürt hatte, jetzt verstand ich, warum in den Büchern stand, dass dieser Zauber nur von sehr versierten Zauberern gesprochen werden sollte, da er einige Tücken hätte. Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn und das Atmen fiel mir merklich schwerer, auch den Zauberstab ruhig zu halten wurde von Sekunde zu Sekunde schwerer, als sich die Magie um das Grundstück manifestierte.

Aber ich zielte weiter konzentriert und verbissen auf das Haus und wirkte das Ritual, es gab einen Grund warum Dumbledore der Geheimniswahrer des Ordens war, das hier war sauschwer und anstrengend, wie ich gerade am eigenen Leib erlebte.

Es war ein sehr komplexer Zauber und nun begann ich leicht zu schwanken konnte aber fühlten wie mich zwei Arme an der Hüfte umfassten und festhielten, wofür ich Draco gerade sehr dankbar war, wenn ich es nicht bald hätte, würde ich zusammenbrechen.

„Huc Focus Servare, Fidelius“, beendete ich die Beschwörung und wir konnten nun beobachten, wie sich eine große silberne Kuppel, einem Wasserfall gleich, über dem Grundstück aufbaute und das Haus umschloss, es war erhebend, dies zu erleben und ich hatte es vollbracht.

„Beeindruckend“, hauchte da Draco nur. „Es ist weg, komplett!“ Ich drehte den Kopf zu ihm und schenkte ihm ein strahlendes, glückliches Lächeln, wenngleich ich mich sehr müde fühlte. Denn das war der Beweis, dass es geklappt hatte, mein erster Fidelius war ein voller Erfolg.

„Hier“, meinte ich knapp, nahm ein Pergament aus der Jeanstasche und reichte ihm den Zettel mit der Adresse, er las ihn rasch und steckte ihn sofort mit einem stummen Incendio in Flammen.

„Du bist blass, Liebling… war es sehr anstrengend?“, hörte er sich besorgt an und nahm mich in einer fließenden Bewegung auf die Arme und trug mich ins Haus. Wie ritterlich, Malfoys konnten so schrecklich altmodisch sein. Er schien ein sehr schlechtes Gewissen zu haben, was er wohl nie offen zugeben würde, aber anstrengend war es gewesen.

„Draco, lass das, ich kann selbst gehen!“, lachte ich auf, befreit, da ich sehr stolz war, nicht jeder bekam einen Fidelius hin, aber eins gab ich gerne zu, er war echt der bisher schwierigste Zauber gewesen, den ich bisher gewirkt hatte, da ich richtig hatte fühlen können, wie mir die Magie abgezogen worden war. Ich war erschöpft, aber glücklich und unheimlich stolz auf mich.

„Nichts da, das bestimme immer noch ich und ich sage, du wirst heute einfach verwöhnt… ah ah, keine Widerrede, junge Dame“, schloss er mit einem Fußtritt die Tür und trug mich, als würde ich nichts wiegen, zur Couch und legte mich fürsorglich ab.

„Was soll ich uns machen, was brauchst du? Blaise und der Zauber haben länger gedauert als angenommen, es ist Nachmittag… sag mir, was du möchtest“, bat er eindringlich und strich sich seine blonden Strähnen aus dem blassen Gesicht.

„Tee bitte und ein paar Sandwiches, warte ich sag den Zauber“, zielte ich mit meinem Stab in Richtung Küche und wurde so schnell des schmalen Holzes beraubt, dass ich gar nicht mitkam mit schauen.

„Hey….“, rief ich aufgebracht.

„Nein, Hermione, heute ist Schluss mit dem Hexen für dich, ich kann das schon, Malfoys können alles wenn sie wollen. Und du weißt, dass ich recht habe… sonst hätte ich dir den da gar nicht abnehmen können“, meinte er verdammt arrogant und ging sehr von sich eingenommen aus dem Raum.

Ich war mal kurz sprachlos, er hatte meinen Stab, aber zu meinem Leidwesen, er hatte recht, ich sollte erst meine Reserven wieder aufladen.

Als er mit einem vor sich schwebenden Tablett wiederkam, welches unter der schieren Menge darauf drohte zusammenzubrechen, war ich baff, erstaunt. Er hatte es wirklich hinbekommen und er zeigte ein diabolisches Grinsen, als ich mir das erste Stück hungrig einverleibte.

„Lecker“, mein Urteil schien ihn zu freuen.

„Ich sagte doch, unterschätze mich nicht…“, grinste er frech.

„Wie war es eigentlich… bei dir Zuhause mit deiner Tante?“, fragte nun ich neugierig.

„Och nee, fang nicht damit an, sie ist echt verrückt, kichert immer und blubbert vom Foltern und so einem Unsinn, komische Frau! Ich erkenne aber leider Züge von Mutter in ihr, scheint erblich zu sein!“, überschlug er elegant die Beine und machte es sich im Sessel bequem.

„Da fällt mir ein, was wolltest du auf dem Ball, ich nehm mal an, du warst nicht da weil du Krum sehen wolltest, oder Vater oder mich… also was war der Grund für die Aktion?“

„Du bist gut, ja ich hatte einen Grund, aber ich möchte erst darüber sprechen, wenn ich alles zusammen hab und es fehlt leider noch was, aber dann präsentiere ich es dir… versprochen!“

„Kann ich akzeptieren, aber ich will wissen, wo du warst, du bist lange verschwunden gewesen! Ich sterbe fast vor Neugier?“, meinte er sehr interessiert und eins musste ich ihm lassen, auch wenn er Fehler begann, er war nett und ich mochte ihn halt immer noch, leider.

„Sagt dir die Mysteriumsabteilung was?“, wollte ich ihm von meiner Tat erzählen.

„Klar, die machen da ganz komische Experimente und ansonsten was man halt weiß, über die Mitarbeiter, die „Unspeakables“. Sonst nichts?“

„Ich bin dort eingebrochen!“, strahlte ich nun wie ein Honigkuchenpferd.

„Du bist was…?“ Dracos Teetasse wackelte grad gefährlich, es war schön, zu sehen, wie seine Züge so zusammenfielen. „Das kann nicht sein, das ist unmöglich, die haben das doch nicht offenstehen!“, kam es sehr laut und sehr aufgebracht von ihm. „Hermione, du verschaukelst mich!“ Er kämpfte darum wieder die Beherrschung zu erlangen. Ich glaube, ich wollte ihn gerade mal wieder so richtig schocken, damit er wusste, dass ich mit Sicherheit nicht sein Besitz war.

„Draco, ich lüge dich nicht an! War nicht mein erster Einbruch und der Letzte wird es auch nicht sein, aber ganz ehrlich, entweder bin ich viel zu gut, was ich nicht glaube, oder die Sicherheitsvorkehrungen der magischen Welt sind echt nicht zu gebrauchen!“, gab ich mich überheblich und trank einen Schluck des warmen Tees.

Er starrte überwältigt zurück, er wirkte regelrecht fassungslos, dass ich, die brave Hermione, auf Raubzüge ging, dabei musste ich sagen, das machte mir echt jedes Mal total Spaß, anderen die Illusion zu rauben.

„Warum schaffst du es immer noch mich zu erstaunen? Ich hätte mich schon längst daran gewöhnen sollen, dass du eine wandelnde Überraschung bist. Du meinst das ernst, oder? Du bist dort wirklich im Ministerium eingebrochen und schon wo anders… ich mein, mal ehrlich, du sahst aus wie immer… nicht nervös?“, stotterte er ungewohnt, dabei blickte er mich mit seinen schönen großen Augen erschüttert an.

„Draco, hab ich je gesagt, ich könnte nicht schauspielern? Obwohl, nervös war ich gar nicht!“, zog ich meine Lippe überlegend zwischen meine Zähne. „Und mal ganz ehrlich, da hatte ich mit Snapes Lagerraum im zweiten Schuljahr mehr Aufwand zu betreiben als dort und ich weiß es, da er mir gesagt hat, dass ich einen Bann übersehen habe und er dadurch wusste, dass Eingebrochen worden war, na gut, hätte er dank der verschwundenen Zutaten eh gemerkt“, zuckte ich gleichgültig die Schultern.

„Du bist mit zwölf bei Severus eingebrochen, wie die Zauber… ich weiß er hat starke, mächtige Schutzzauber?“, er sah echt schockiert aus und presste seine Lippen zu einem schmalen, empörten Strich zusammen.

„Tja, ich bin halt die geborene Diebin, ich hab es geschafft und glaub mir, es war nicht einfach und ich hab Blut und Wasser geschwitzt, dass ich es rechtzeitig schaffe. Dann hab ich noch der Wohnung des Käfers einen Besuch abgestattet und das ein oder andere aus der Krankenstation mitgehen lassen“, zählte ich meine Verbrechen auf und strich mir nun die Haare aus dem Gesicht.

„Du bist wirklich unglaublich, ich kenne keinen, der es wagen würde Severus zu beklauen, jetzt weiß ich, warum du immer wieder in solche Situationen gerätst. Du bist selbst schuld, wer die Gefahr so sucht wie du, dem können nur schlimme Dinge passieren. Weißt du, was dir geblüht hätte, hätte dich einer im Ministerium entdeckt…? Askaban! Wie soll ich nur jemals wieder ruhig schlafen, ich werde vor Angst um dich graue Haare bekommen und Malfoys, bekommen keine grauen Haare!“, meinte er mit richtig verzweifelter Stimme und sah mich offen an und ehrliche Sorge spiegelte sich in seinen Augen, so hatte ich ihn noch nie gesehen, ich schien ihm schon etwas zu bedeuten, eine interessante Erkenntnis.

„Ich denke, da gebe ich dir recht, wegen dem mit Askaban! Aber glaub mir, wenn mich jemand entdeckt hätte, wäre er nicht schnell genug gewesen, um jemandem zu sagen, dass ich da war! Und glaub mir, das Ministerium ist nur halb…, auch was, noch weniger gut geschützt als die Sachen von Snape, die Gefahr war relativ gering und du musst dir keine Sorgen machen, ich kann recht gut auf mich selbst aufpassen“, beschied ich ihm recht kalt.

„Du bist echt in diese Abteilung eingebrochen und wärst sogar bereit gewesen…? Ach, ich will es gar nicht wissen.“ Er wuschelte sich, sehr ungewöhnlich für ihn, durch die Haare, aber dann schien er sich mit den Gegebenheiten abzufinden, denn sein Haupt ruckte entschlossen hoch. „Und wie war sie, erzähl?“, siegte seine Neugier und er schaute mich fordernd an und so erzählte ich ihm in allen Einzelheiten von der Aktion in der Mysteriums Abteilung und erzählte von den Hallen und Räumen, die hier versteckt waren und er hörte mit sehr großem Interesse zu.

„Wow, krass, was die wohl da alles mit machen und dass du daran gedacht hast, alle deine Spuren zu verwischen? Und du hast das gefunden, was du in den Archiven gesucht hast?“, fragte er aufgeregt, aber ich schloss gerade die Augen, da ich noch erschöpft von dem Fidelius war, deshalb gähnte ich herzhaft hinter vorgehaltener Hand und rutschte tiefer in die Kissen der Couch, bis ich lag.

„Keine Ahnung was die da tun und denkst du, ich bin so doof und lass alle wissen, dass ich da war? Vielleicht muss ich nochmal da hin und dann bin ich froh, wenn’s schnell geht. Ich plane meistens alle Aktionen bis zum Ende. Und ja, die Suche war erfolgreich, hat aber noch ein paar Fragen aufgeworfen. Ein Gesamtbild ergibt sich noch nicht und ich will nicht vorschnell handeln, das ist nämlich nicht meine Art!“, betonte ich sehr in Anspielung auf unsere gestrige Nacht und seine in meinen Augen mehr als übereilte Aktion, mich zu markieren.

Mir fielen nach dieser aufregenden Zeit immer mehr die Augen zu und ich sank in einen tiefen, erschöpften Schlaf.

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    Eier mit Paprika und anderen Gewürzen ist einfach das beste überhaupt! Und das einzige "Gericht", das ich kochen kann! Wenn ich das morgens für meinen Freund und mich mache, habe ich auch immer ein einzigartiges Gefühl von Ruhe, Normalität und Intimität ...

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