"Mama, ich will endlich runter zur Erde!", jammerte der kleine Regentropfen und hüpfte in der Wolke auf und ab."Sei nicht so wild, mein Kleiner, sonst fällst du noch runter", sagte der große Regentropfen besorgt.
"Das will ich ja, ich will runter zur Erde!", erwiderte der kleine Regentropfen und hüpfte noch mehr.
"Aber Kind, das geht heute nicht", sagte der große Regentropfen.
"Warum nicht?", fragte der kleine Regentropfen.
"Weil es zu kalt ist", meinte der große Regentropfen.
"Warum?", fragte der kleine Regentropfen.
"Weil die Sonne nicht so warm schein", antwortete der große Regentropfen.
Warum nicht?", fragte der kleine Regentropfen.
"Weil das eben so ist", meinte der große Regentropfen.
"Warum?", fragte der kleine Regentropfen erneut.

Der große Regentropfen sah den kleinen Regentropfen streng an.
"Weil ich das sage! Und jetzt sei endlich still und schlaf ein bisschen."
"Warum?", fragte der kleine Regentropfen wieder.
"Weil ich müde bin", gähnte der große Regentropfen, kuschelte sich in die Wolke und schlief ein.
Der kleine Regentropfen schaute den großen Regentropfen eine Weile an.
"Immer schlafen, das ist doof", schimpfte er, "ich will runter zur Erde!"
Er sah sich vorsichtig um. Niemand zu sehen!
"Ich guck ja nur mal schnell", sagte er dann.

Der kleine Regentropfen schlich sich zu einen Wolkenloch und sah hinunter.
"So viele Bäume und Häuser und Wiesen, das ist lustig. Hier oben gibt es nur die langweiligen Wolken. Auf der Erde ist es viel interessanter. Ach, ich wäre auch so gerne da unten!", seufzte er und lehnte sich noch ein Stückchen weiter vor, um besser sehen zu können.
Doch da, hoppla!, verlor er das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe.
"Hurra!", jubelte der kleine Regentropfen.

Aber das Jubeln verging ihm schnell, denn der eisige Nordwind packte ihn plötzlich. Huh, war das kalt!
"Ho, ho, mein Kleiner, was machst du denn hier?", fragte der Nordwind.
"I... ich w - w - will runter zur Er... Erde", bibberte der kleine Regentropfen, "ka... kannst d - du mich da hi - hin bringen?"
"Ho, ho", lachte der Nordwind und blies noch stärker.
Das ging dem kleinen Regentropfen durch und durch. Er wurde ganz starr vor Kälte und konnte nur noch denken:
"Wäre ich doch bloß zuhause geblieben!"

Der Nordwind wirbelte den kleinen Regentropfen hin und her. Endlich verlor er die Lust und sauste weiter. Und der kleine Regentropfen fiel, nein, schwebte, hinunter zur Erde. Denn durch die Kälte des Nordwindes war aus ihm eine kleine Schneeflocke geworden!
Die kleine Schneeflocke landete genau auf Juttas Hand.
"Es schneit, es schneit, der erste Schnee fällt!", freute sie sich.
Als die kleine Schneeflocke das hörte, wurde ihr vor Freude ganz warm ums Herz. Und was, glaubst du, ist dann passiert?

Richtig! Durch die Wärme schmolz die kleine Schneeflocke und wurde wieder zum kleinen Regentropfen. Er fiel von Juttas Hand auf den Boden. Die Sonnenstrahlen hoben ihn auf und brachten ihn zurück zu seiner Wolke.
Und bald darauf lag der kleine Regentropfen neben dem großen Regentropfen und schlief, als wäre gar nichts geschehen...


Kommentare

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    Wie niedlich! :)

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    Was für eine süße Geschichte!

  • Author Portrait

    Ich danke dir für diese erfrischende Abkühlung!

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Feenstaub

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