Es war vor ewigen Zeiten, als die Meere und Ozeane so gewaltig waren das es

kaum Land gab. Die Berge waren wild und spien Feuer wie Drachen. Doch kein Drache spie so viel Feuer wie ein jeder dieser Kolosse. Die Erde war ein Mix aus den blauen Fluten und dem grau der Asche. Gewitter zogen durch das Land und schleuderten unentwegt ihre Blitze auf Land und Wasser. Es war eine Zeit als Land, Meer und Himmel im Streite lagen. Sie stritten schon so lange, dass keine Luft auf Erden zu finden war, welche ein Mensch zu atmen gekonnt hätte. Doch in den weiten dieser Welt gab es Leben. Kleine unscheinbare, farblose Wesen, die wir einst Bakterien nennen sollten. Diese Wesen fraßen am Tage in den Steinen der Meere und schliefen in Spalten, behütet von Fluten, ihre Träume. Eines Nachts geschah es das die Wesen nicht in Farblosigkeit träumten. Sie träumten von dem blau ihrer Heimat und dem gelb das am Himmel aus den Wolken lugte, so wurde das Grün geboren. Doch das Grün war kein Traum, es war eine Hoffnung. Diese Hoffnung breitete sich aus und viele träumende Bakterien wurden zu kleinen, grünen Wesen: Den Grünlingen. Die Grünlinge waren in Windeseile auf der ganzen Erde verteilt und atmeten Leben aus. Mit der Zeit fühlte der Odem jener Grünlinge die Luft. Es war ein so reiner und revolutionärer Atem, dass die Gewitter und Feuerberge andächtig zu schweigen begannen.

 

Viele Jahre sollten vergehen, dass die Grünlinge zu Entdeckern wurden und das einst feurige Land erkunden würden. Doch als sie es taten, begann ihr Siegeszug auch dort. Aus den kleinen Grünlingen wurden mit der Zeit Moose, aus den Moosen wurden Farne und als die Farne sich den Himmel entgegen streckten, verschwand die Himmelsdunkelheit und die Sonne zeigt nun für immer ihre Pracht.

Aus den Farnen wurden Sträucher, aus den Sträuchern wurden Bäume und aus den Bäumen wurden Wälder.

Und selbst die mächtigsten Haine und Forste der Welt träumen noch. Sie träumen den Traum vom Grün. Doch mit der ersten Blüte, träumten sie auch von allen anderen Farben des Regenbogens.

 

Am Ende dieser Geschichte tritt der Mensch mit Kettensägen und beendet den Traum vom Grün, sodass die Feuerberge jauchzen, die Gewitter stürmen und die Meere das Land erneut verzehren mögen. Irgendwann wird die Welt der Grünlinge so aus den Fugen sein, dass selbst ihr finstertest Dämon nicht mehr auf ihr leben kann. Dann wenn der Dämon, der Virus der Natur, sich selbst beendet hat, werden die Grünlinge zurückkehren und die Welt auf ein Neues verwandeln. Und vielleicht träumen sie dann noch immer den Traum vom Grün.

 

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5.07.2016 © Felix Hartmann

Kommentare

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    Toll! Dieser Text gefällt mir sehr gut und er regt zum Nachdenken an! 5/5

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    Ach ja, immer dieser Moment, wenn man Lernen muss und will und dann aber sonst was macht, nur un sich selbst vom Lernen abzuhalten ^^ Das hat sich hier aber auf jeden Fall gelohnt. Die Geschichte ist wunderschön geworden *-* Ich finde das Ende toll, weil es zeigt, dass die Hoffnung und die Träume selbst dann noch bleiben, wenn alles andere zerbricht. KLASSE!

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