Des Königs Schultern

Selina führte mich in ein Mahagoni-getäfeltes Zimmer in dem ein riesiger Schreibtisch stand, eine Wand meiner Bibliothek glich, eine Wand aus diesen Rundbögigen, Sprossengeteilten Palaisfenstern bestand und die beiden Anderen eine Mahagoni-Schrankwand, einen zwei Meter großen Bildschirm und die Tür beinhalteten. Dazu kam noch eine schwere lederne Clubgarnitur. Es war ein schöner und total gemütlicher Raum. Sie führte mich zum Schreibtisch und setzte sich vor mir auf eben diesen. "Willkommen auf dem Thron, mein König!" Ich küsste ihre Hand "Meine Königin! Dieser Raum ist eingerichtet, als wäre er für mich gemacht worden! Wie kann das sein?  Der Raum ähnelt auffallend meiner Bibliothek." - "Das ist mir bei dir schon aufgefallen, Michael. Du bist Vater in vielen Dingen ähnlich und in Manchen gar nicht. Aber du machst deine Sache gut! Sehr gut sogar. Wie du dieser Situation vorhin die Peinlichkeit genommen hast, wie du Menschen führst und sie dabei in dem Glauben lässt, sie führten dich... Du bist dafür geboren, König zu sein. Ich liebe dich, Michael, weißt du das?" - "Und ich liebe dich, meine Königin! Über alle Maßen! Du bist wahnsinnig sexy, Liebes? Ich wusste nicht, dass Königinnen so sexy sein können!" - "Ich freu mich auch auf dich, heute Abend, Michael. Aber wir haben noch zu tun!" Das hatten wir allerdings. Ich hatte den Plan gefasst, den Staatsanwalt und die oberen Polizeichargen, die uns den Polizeischutz verweigerten, in der Öffentlichkeit dermaßen schlecht dastehen zu lassen, dass sie reagieren mussten. Ich weiß, das klingt gemein. Aber man hatte mich damals so eiskalt im Regen stehenlassen. Ich war fast ein Jahr lang nicht arbeitsfähig. Ich konnte, nach ein Wenig eigener Recherche beide Täter namentlich benennen. Dann wurde einfach behauptet, die nationale Sicherheit erlaube keine Strafverfolgung, es wurde eine Nachrichtensperre verhängt und ich stand da, hatte meine Lebensgefärtin verloren, die Aufträge eines ganzen Jahres und die vorher abgeschlossenen Verträge. Musste Schadenersatz leisten, für nicht erfüllte Verträge. Um mich und meine Probleme kümmerte sich niemand und ich hatte zu tun, nicht wegen Steuerhinterziehung auch noch eingesperrt zu werden. Allerdings hatte ich dabei fast 20 Millionen Euro abgestaubt, die ich mir nicht mehr nehmen ließ, weil dann alles aufgeflogen wäre. Man hatte geglaubt, mich mit diesem Geld anschwärzen zu können, aber Bertl und ich haben den Spieß umgedreht. Das Geld, das in meine Vernichtung investiert worden war und das Geld aus zahlreichen Patentvergaben, gaben mir heute die Möglichkeit mich unabhängig zu bewegen, ja selbst mein Lebenswerk konnte ich an die Menschheit verschenken. Aber ursprünglich hatte es nicht gut für mich ausgesehen vor sechs Jahren. Damals habe ich mir vorgenommen, mich gegen Viktor zu schützen, was mir mit dem Seehaus fast gelungen wäre, und die Verantwortlichen Leute von der Justiz irgendwann an den Pranger zu stellen! Meine Zeit war gekommen. Nachdem es mir bereits gelungen war, Staatsanwalt Fischer in Ungnade fallen zu lassen, hatte ich Blut geleckt und wünschte mir, nun Hauptkommissar Walther und seine zuständigen Vorgesetzten so richtig vorzuführen. Ich gebe zu, ich war besessen von dem Gedanken diese Leute bloßzustellen! Was ich hier angefangen hatte, war eine Schlammschlacht auf hohem Niveau, aber ich hatte lange darauf gewartet und wusste, dass es kein Zurück gab. Erst wenn der Druck durch die öffentliche Meinung so hoch war, dass das Innenministerium sich nicht mehr leisten konnte, hinter diesen Rückgratlosen Justizmarionetten zu stehen, musste man mir in jeder Weise entgegenkommen. Ich befand mich im Krieg und das war nicht mehr nur ein Krieg gegen die Lobby und ihren Killer. Ich glaubte und glaube auch heute noch, dass in dieser Zeit eine Weiche gestellt wurde. Und die Last die für die Erreichung dieses Zieles zu tragen war, lag in diesen Tagen auf meinen Schultern...

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