Die Bestie von Faron

                                                          Kapitel 5


Oh nein, bitte lass sie jetzt nicht in Ohnmacht fallen! Kylion war mit schnellen Schritten zu Wenefra geeilt um sie aufzufangen, bevor ihr zarter Körper auf den steinernden Boden der Königshalle fiel. Noch immer war er innerlich völlig aufgewühlt, als er die Prinzessin nach so langer Zeit wieder sah. Sie war noch schöner geworden, ihr Gesicht so makellos und ihre weise Haut glich der einer Statur. Ihre langen schwarzen Wimpern, die blutroten sinnlichen Lippen, ebenso ihr langes dichtes schwarzes Haar, das ihr bis zu den Knien richte. Ihr zierlicher Körper, der nun mit wohlgeformten Rundungen beglückt war. Wenefra war kein kleines unschuldiges Mädchen mehr, welches er damals vom Fleck weg heiraten
wollte. Sie war nun eine junge Frau und was für eine! Kylions Herz raste und er hatte das Gefühl es wollte ihm sogleich im Leibe zerspringen. Sein Verlange diese Frau zu besitzen wurde immer unerträglicher und er beschloss sie nie mehr zurück zu Lord Uriah gehen zu lassen. Kylion würde ihn töten, selbst wenn es ihm sein eigenes Leben kosten würde. Aber so war er zumindest sicher, das Prinzessin Wenefra nie wieder das Bett mit diesem Scheusal teilen konnte. Bei diesem Gedanken, das Uriah die Prinzessin Nacht für Nacht in ihrem Gemach aufgesucht und sie entehrt hatte, lies unbändiger Zorn in seinem Innern aufsteigen und er wollte nur noch eines, den Dark Lord tot sehen. Niedergestreckt von seinem Schwert, welches er in dessen widerwärtigen Leib stoßen würde.
Es brannte förmlich in seinem Innern, wenn er nur daran dachte, das Lord Uriah sie berührt und sich in ihr ergossen hatte vor Lust. Kylion kannte keine Angst vor dem Tod, er war als die Bestie von Faron nur allzu bekannt, als einer der besten Krieger des Königs und als ein Schlächter auf dem Kriegsfeld. Seine Grausamkeit eilte ihm Meilenweit voraus und wohin er kam, verstummten die Menschen, wenn sie ihn sahen. Kylions Erscheinungsbild tat sein übriges dazu, er war ein Bär von einem Mann. Ganze zwei Meter ragte sein starker muskulöser Körper in die Höhe, sein Gesicht war sehr männlich geschnitten. Dennoch waren seine schmalen Lippen sinnlich und seine schwarzen Augen von langen Wimpern umrahmt. Kylion war trotz seiner Größe und seines starken und muskulösen Körpers, ein unglaublich schöner Mann. Als junger Bursche hatte er schon die Herzen sämtlicher Frauen zum schmelzen gebracht, doch nun als Erwachsener Mann, lagen ihm restlos alle Frauenherzen zu Füßen und er hatte nie Mühe eine von ihnen in sein Bett zu bekommen. Doch bedeutete ihm keine von ihnen je etwas. Kylion war unfähig zarte Gefühle für eine Frau zu empfinden. Er hatte noch nie großes Interesse an einer Frau oder einem Mädchen gehabt. Bis auf eines! Und dieses hieß Wenefra!
Seit seiner Geburt lebte es in der Festung von König Horik und war ihm wie ein eigener Sohn gewesen. Fehu übernahm seine Erziehung als sein Vater zu Tode kam. Kylion war damals kaum vier Jahre alt. Fehus eigenes Kind, welches ein Mädchen war, wurde von Wölfen aufgezogen, so wie es der alte Brauch der Blackadders vorschrieb, seit Generationen. Doch dann als man die Prinzessin
eines Tages zurück in die Festung holte und Kylion sie zum ersten mal erblickte, war es um ihn geschehen. Sofort hatte sie sich in sein Herz geschlichen und er hegte von da an nur noch einen Wunsch seit jeher, er wollte dieses wunderschöne Geschöpf besitzen und zu seiner Frau machen. Doch als Kylion damals erfuhr das Fehu seine Tochter schon König Horiks Sohn Ansur versprochen hatte, stieg unbändige Wut in ihm herauf und er wollte Ansur Tod sehen. Und als Wenefra sich weigerte überhaupt einen Mann zu heiraten und sich dann in einem Kampf gegen ihn stellte...... urplötzlich sah er wieder alte Bilder der Erinnerung vor sich.
Wenefra die sich schützend über Ansur beugte, Kylions Schwert das sie schwer verletzt hatte, der Tag an dem sie Ansur heiraten sollte und die Barbaren das Land überrannten und die Clans in den Krieg zogen.
Dort hatte Kylion um sein Leben kämpfen und noch grausamer sein müssen als jemals zuvor. Er kämpfte an Ansurs Seite und hatte diesem sogar das Leben gerettet, zum Dank dafür wollte dieser ihn hinterrücks mit dem Schwerte richten, doch die Bestie von Faron tötete Ansur. Dann verschwand Kylion um Gras über die Sache wachsen zu lassen. Sobald alles in Vergessenheit geraten währe, würde er zurück nach Faron kommen Wenefra zur Gemahlin nehmen.
Er ahnte jedoch nicht, das Lord Uriah der Anführer der Barbaren, ein Abkommen mit König Fehu geschlossen hatte. Dieser sollte ihm seine schöne Tochter als Preis dafür geben, das er und seine Barbaren Meute sich zurück zogen und das Land und die Menschen die darin lebten, in Frieden ließ. Nachdem Kylion nach Faron und zu König Fehu zurück gekehrt war, fand er ihn jedoch auf dem Sterbebett vor und erfuhr das Fehu seine Tochter jenem Scheusal zur Frau gegeben hatte, als Preis um seines und das Leben der Clans zu retten. Kylion hatte er nur noch
Verachtung für seinen ehemaligen Ziehvater und seines gleichen übrig. Wie konnte er nur so jämmerlich sein und sein eigenes Leben  über das seiner Tochter zu stellen. Sie zu verschachern, als wäre sie nichts weiter als ein Stück Vieh.
Fehu übertrug Kylion dennoch sein Recht als König und Anführer des Clans. Nachdem er seinen letzten Atemzug tat, bestieg der neue König den Thron und war nun Herrscher über Farons Landen. Er zögerte keinen Augenblick und rief sämtliche Krieger zusammen, man sollte sich auf den Weg nach Ask begeben zu Lord Uriah, um die Prinzessin zurück zu holen. Jedoch nicht ohne eine List!
Man sollte so tun als würde die Prinzessin von ihrem Volk geächtet werden, weil sie die Frau Barbaren,eines Mörders und selbst somit eine Verräterin war. Man sollte alle im Glauben lassen, sie sei nur für die Bestattung ihres Vaters König Fehus, nach Hause geholt worden. Sobald dessen Leichnam den Göttern übergeben worden war, sollte man die Prinzessin unverzüglich zurück zu Lord Uriah bringen. Doch wenn dieser vergebens auf seine schöne Gemahlin wartete, wäre sein Zorn nicht mehr aufzuhalten und er würde keinen Augenblick zögern sie zurück zu holen.
Genau das wollte Kylion damit bezwecken. Er wollte den Dark Lord hier haben, hier in Faron, hier vor den Toren von Black Wood Castle um ihn zu töten.
Als Wenefra ihre Augen öffnete, wusste sie im ersten Moment nicht wo sie sich befand. Doch nach kurzer Zeit erinnerte sie sich wieder daran, was geschehen war und sie schrak auf. Sie lag in ihrem alten Gemach und man hatte im Kamin ein Feuer entzündet. Sie stand auf und ging langsam zum Fenster, sie sah hinunter auf den Burghof. Wenefra hatte ihre Augen geschlossen, aus Furcht sie könnte das gleiche Schreckensbild vorfinden, als sie in Uriahs Festung lebte. Als sie aber nun langsam ihre Augen öffnete, sah sie jedoch etwas ganz anderes. Die Bediensteten gingen ihren Aufgaben nach und eilten über den Hof. Hier und da hörte sie das Lachen von den Dienstboten.
Man war trotz des Todes von König Fehu, recht guter Dinge wie es schien. Aber weshalb auch nicht, das Leben ging weiter und Black Wood Castle hatte zudem schon einen neuen König! Der Tag schlich so so dahin, ohne das sie Kylion zu Gesicht bekam, was Wenefra ganz Recht war. Sie würde ihn noch früh genug wieder sehen müssen, da am Abend die Bestattungszeremonie statt fand und das
bereitete ihr zunehmend Kopfschmerzen. Sie dachte darüber nach, was ihr weiteres Schicksal sein würde. Musste sie zurück nach Ask, zu ihrem verhassten Ehemann? Natürlich musste sie das, wie kam sie nur darauf, das sie hier bleiben könnte, jetzt wo ihr Vater verstorben und Kylion der neue König und Anführer war. Irgendwie fühlte sie sich jetzt noch fremder als damals, als sie von den
Wölfen zurück geholt wurde um unter ihres gleichen leben zu können. Wenefra war so tief in Gedanken versunken, das sie nicht bemerkte wie zwei alte Frauen in ihr Gemach kamen um sie für die Bestattung ihres Vaters, zurecht zu machen. Wenefra erschrak, denn sie war es noch gewohnt das stehts Mira ihr beim waschen, ankleiden und frisieren half. Die beiden alten Frauen sahen Wenefra missmutig an und sprachen mit ihr kein Wort. Sie konnte spüren das die beiden, ihrer Person gegenüber nicht so recht freundlich gesonnen waren, aus welchem Grund auch immer. sei es weil ihr Vater nun nicht mehr am Leben und Kylion jetzt König von Faron war und sie dadurch sämtliche Rechte als Prinzessin verloren hatte, oder weil sie die Gemahlin eines grausamen Barbaren war, der wohl auch die Männer und Söhne dieser beiden Frauen auf dem Gewisse hatte. Wenefra seufzte und ihr wurde schlagartig bewusst, das sie keine Zukunft mehr hatte. Jedenfalls nicht auf Black Wood Castle. Was ihre Zukunft in Ask anging,so wusste sie,das der Lord sie bestrafen würde, dafür das sie seine Festung ohne seine Erlaubnis verlasen hatte. Er würde auch nicht gelten lassen, das sie nur wegen der Bestattung ihres Vaters zurück nach Faron ging und nicht etwa den Plan gehabt hatte, ihn zu verlassen. Uriah würde dies vollkommen egal sein, denn er liebte Wenefra nicht, er begehrte sie nur und wollte sie besitzen. sie nichts weiter für ihn als eine Trophäe. Panik stieg in ihr hoch und sie war der Verzweiflung nahe.
Am Abend war nun die Bestattungszeremonie ihres Vaters, den ehemals mächtigen König Fehu. Wenefra schritt die große Treppe hinunter in die Halle und durchquerte sie mit wackligen Schritten. Niemand war da, die Männer hatten sich schon draußen auf dem Burghof versammelt, wo man ihren toten Vater nun auf gebart hatte. Sie war bereit ihm die letzte Ehre zu erweisen um ihm später zu folgen. Kylion stand neben seinen beiden Freunden, Dragon und Belagor. Er hatte sie in der Zeit als er sich nach der Schlacht zurück gezogen hatte, kennen gelernt. Beide waren in einen Hinterhalt geraten und Kylion half ihnen, sich zu verteidigen und jene die sie bedrohten aus dem Weg zu räumen. Kylion war ein sehr erfahrener Krieger und er tötete nur wenn es sein musste. Aus Dankbarkeit und Respekt, blieben Dragon und Belagor nun stehts an seiner Seite und hatte ihm Treue geschworen, bis in den Tod. Sie waren ihrem Retter nach Faron gefolgt und hatten sich gut im Clan der Blackadders eingelebt. Dies war nun ihr zuhause. Dragon fiel als erster auf, das Kylion sehr unruhig war und ständig zum Tor der Königshalle blickte. Mit einem leichten Schmunzeln wand er sich schließlich
an seinen Freund " Du scheinst auf jemanden bestimmten zu warten, mein Freund....kann es sein, das es sich bei diesem jemand um die schöne Prinzessin handelt? Gib es zu, du hast ein Auge auf sie geworfen!?" Dragon stieß Kylion mit dem Ellenbogen leicht in dessen Seite. Dieser warf jedoch seinem Freund nur einen grimmigen Blick zu, worauf dieser sogleich einen Schritt weg von ihm wich.
"Unser Herr König scheint heute besonders schlechte Laune zu haben.... besser wir behelligen ihn heute nicht mehr" flüsterte Dragon Belagor zu. Dieser grinste und nickte zustimmend, denn auch ihm war aufgefallen, das Kylion mit seinen Gedanken ganz wo zu sein schien, vor allem seit die Prinzessin hier in der Festung angekommen war. Die beiden Freunde wussten nur einen Bruchteil von Kylions damaligen Leben hier in Faron, sie wussten auch von der Prinzessin, dich nicht was Kylion damit bezweckte, als er sie aus Ask holen und hier her zurück bringen lies. Kylinon wollte noch damit warten, seinen Freunden reinen Wein einzuschenken, doch all zu viel Zeit blieb ihm nicht mehr. Denn bald würde Lord Uriah das fehlen seiner Gemahlin auffallen und er würde kommen um sie zurück zu holen. Dann musste Kylion bereit sein sich diesem wahnsinnigen Monster zu stellen. So in Gedanken, bemerkte Kylion nicht das sich das Tor der Halle öffnete und Wenefra hinaus schritt. Ein Raunen ging durch die Reihen der Männer und auch Dragon und Balagor kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Prinzessin war atemberaubend schön und anmutig wie eine Göttin ging sie erhobenen Hauptes auf die Bestattungsstelle zu. Dragon stieß Kylion erneut leicht in dessen Seite, aber diesmal um ihn darauf aufmerksam zu machen, das die Prinzessin nun zu gegen war. Kylion wurde aus seinen drüben Gedanken gerissen und wollte seinem Freund die Meinung sagen, als sein Blick auf Wenefra fiel. Diese stand mit ihrem Blick starr auf die Toten Barre auf der der Leichnam ihres Vaters lag gerichtet. Ihre Hände ineinander gefaltet, ihr Haar zu einem langen Zopf geflochten, der ihr über ihren Rücken bis hinab zu den Knien fiel. Sie trug einen silbernen Stirnreif und silberne Ohrringe, die bis auf ihre Schultern reichten. Ihr schlanker und doch wohlgeformter Körper, war mit einem schwarzen samtenen Kleid das mit silberner Stickerei verziert war, bekleidet. Wenefra sah aus wie eine Göttin die soeben dem Himmel herab gestiegen war. Kylion starrte wie gebannt
zu ihr und das Feuer des Verlangens brannte in ihm lichterloh. Am liebsten hätte er sie augenblicklich auf seine Arme genommen und sie in die Festung getragen, hinauf in sein Schlafgemach, wo er ihr gezeigt hätte wie sehr er sie wollte! Als die Toten Barre entzündet wurde, hatte Wenefra das Gefühl ihre Beine würden nachgeben. Doch sie zwang sich dazu standhaft zu bleiben und nicht in Ohnmacht zu fallen. Auch kämpfte sie mit den aufsteigenden Tränen in ihren Augen. Nein, sie musste stark bleiben und konnte sich diese Blöße vor Kylion und seinen Männern nicht geben! Es würde ihm nur noch mehr Genugtuung bereiten, sie so trauern zu sehen.  Als die Barre gänzlich verbrannt war, und nichts weiter übrig als ein großer Haufen Asche, wollte sie sich einfach nur noch in ihr Gemach zurück ziehen. Am nächsten Morgen wollte sie darum bitten das man sie nach Ask zurück brachte. Wenefra drehte sich um und wollte schon gehen, als Kylion neben sie trat und am Arm festhielt. Stirnrunzelnd stand er vor ihr, ein Riese von einem Mann
und sein Blick war ernst. " Es ist an der Zeit, das wir miteinander reden !" seine Stimme klang dunkel und bedrohlich. "Ich wüsste nicht was wir beide miteinander zu bereden hätten MyLord. Ich würde es begrüßen wenn ihr mich los lassen würdet, damit ich mich zurück ziehen kann. Ich bin müde und möchte ausgeruht sein, denn meine Rückreise nach Ask wird beschwerlich sein!" ihre Stimme klang fest und entschlossen. Kylion hatte das Gefühl als würde ihm das Herz in seiner Brust zerspringen. Wenefra wollte zurück nach Ask. Zurück zu ihrem Gemahl, diesem Monster und das freiwillig!? Das konnte unmöglich ihr Ernst sein. Er hatte gehofft, die würde sich auf die Knie vor ihn werfen und ihn anflehen, das er sie hier behalten und ihren Gemahl um ihre Freigabe bitte würde.
Doch da hatte er sich geirrt. Wie töricht von ihm, so etwas zu denken oder gar zu hoffen. Immerhin hatte er hier keine gewöhnliche Frau vor sich. Wenefra war eine Wolfs Prinzessin, sie war Willensstark und stolz. Eine Frau die sich nie einfach so unterwerfen würde. Und sie war treu, sogar einem solchen Scheusal wie es The Dark Lord war. Wieder loderte brennende Eifersucht in Kylion auf und wie gerne hätte er Wenefra dazu gebracht das sie ihren Gemahl vergessen und sich ihm zu gewand hätte. Der Gedanke, das sie schon in wenigen Tagen wieder das Bett mit Lord Uriah teilen würde, machte ihn fast rasend vor Wut und Eifersucht.
"Tut mir leid Euch das sagen zu müssen, Mylady.... aber es gibt sehr wohl einige wichtige Dinge zu bereden. Und ihr werdet mit gefälligst gehorchen!" Kylion hatte seinen Griff um ihren zarten Arm verstärkt. " Ich soll bitte was? Euch gehorchen? Soll das heissen, ihr befiehlt mir das ich Euch Gehör schenke?" Wenefras Augen funkelten ihn grimmig an. " Ja, dass soll es heißen!" gab Kylion ebenso grimmig zurück. " Und was ist wenn nicht?" zischte sie zurück " Nun, dann werde ich euch eben dazu zwingen müssen. Ihr werder mir jetzt in die Hale folgen und mir gefälligst zuhören, was ich euch zu sagen habe. Sonst lernt ihr mich von einer
ganz andere Seite kennen!" Kylinon hatte sie nun näher an sich heran gezogen und sah ihr ganz tief in die Augen. Wenefra starrte ihn entsetzt an und ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Kylion besaß tatsächlich die Dreistigkeit, ihr zu drohen. Doch etwas anderes hatte sie von diesem Unholt auch nicht erwartet. "Nun gut, ich werde euch in die Halle folgen und anhören, was ihr zu sagen habt. Doch ihr lasst augenblicklich meinen Arm los, sonst werde ich den gesamten Burghof zusammen schreien Mylord!"  Ihre Stimme war selbst jetzt in ihrer Wut über ihn, noch sinnlich und betörend! Kylion konnte kaum noch an sich halten und hätte
sie am liebsten noch näher an sich heran gezogen und sie leidenschaftlich geküsst. Doch er riss sich zusammen und lies ihren Arm los. " Zufrieden!" brummte er " Danke!" entgegnete sie ihm nur trocken bevor sie sich umdrehte und zurück in die Königshalle begab. Grimmig und mit festem Schritt folgte ihr Kylion. In der Halle angekommen nahm er auf dem Thron Platz und goss sich einen Kelch voll Met, den er in einem Zug austrank. Er musste jetzt all seinen Mut zusammen nehmen! Unter Kylions Blick fühlte sich Wenefra wie ein Kaninchen auf freiem Feld, über dem ein Falke kreiste. " Setzt euch!" Wenefra verspürte den überwältigenden Drang einfach wegzulaufen, wie das Kaninchen wenn der Falke herab stieß. "Das war keine Bitte!" knurrte Kylion " Ich habe mit euch zu reden und ich erwarte das ihr mir genau zuhört!" Da sie nicht entkommen konnte, lies sie sich auf den Stuhl sinken, der nahe des Thrones stand. Seine stille Musterung
zerrte an ihren Nerven und wenn er vor gehabt hatte sie einzuschüchtern, so war ihm dies nun gelungen. Doch sie war es die zuerst begann mit reden "Mein Gemahl wird sicherlich schon meine Abwesenheit bemerkt haben und es wäre besser ihr würdet mich lieber heute Nacht, als morgen Früh zurück reisen lassen. Oder habt ihr etwa vor mich hier gefangen zu halten um Lösegeld zu fordern?
Lord Uriah wird euch nichts zahlen, so wichtig bin ich ihm nicht. Gebt also euer Vorhaben besser auf und lasst mich gehen!" Kylion kniff zornig seine Augen zusammen und sah sie wütend an " Lösegeld.... ihr glaubt also wirklich das es das ist was ich will? Das irrt ihr auch Mylady! Ich will kein Lösegeld!" sein dunkler Blick bohrte sich tief in Wenefras Augen. Sofort senkte sie ihren Blick. " Ich werde euch zur Frau nehmen!" Kylions Stimme lang, als sei dies das normalste von der Welt. Entsetzt starrte sie ihn an. "Das kann unmöglich euer Ernst sein. Mylord, ihr habt vergessen das ich schon sie Frau eines anderen bin. Ihr könnt mich nicht ehelichen!" Wenefras Stimme überschlug sich fast. " Doch, das kann ich..... Ich werde euch hier behalten, wenn es sein muss als meine Gefangene. Aber ihr werdet Black Wood Castle nicht mehr verlassen. Lord Uriah wird euch zurück holen wollen, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Doch damit wird er sein Todesurteil unterzeichnen. Als seine Witwe, werde ich euch zu meiner Frau nehmen, ob es euch passt oder nicht! Und das ihr diese Hochzeit nicht verhindern könnt, schlage ich vor ihr nehmt es einfach hin und fügt euch meinem Willen!" seine Stimme klang unbarmherzig wie der eisige Nordwind. " Mich damit abfinden? Mich eurem Willen fügen? Mylord, ich fürchte ihr habt euren Verstand verloren! Ihr wisst nicht was ihr da von euch gebt!" nun schien sie wirklich aufgebracht zu sein. "Ihr könnt mich nicht zu einer Heirat zwingen, und meinen Gemahl zu töten wäre eiskalter Mord. Das wagt ihr euch nicht!"  "Ihr nennt mich einen Mörder? Dabei seit ihr es doch die mit einem mörderischen Bastard vermählt seit. Freiwillig oder nicht, das spielt keine Rolle. ihr habt ihn in euer Bett gelassen, ihm euch hingegeben. Ihr habt nicht einmal versucht aus Ask zu fliehen. Ihr habt zugesehen, wie unschuldige Menschen von diesem Monster gefoltert und ermordet wurden. Und ihr wagt es mich einen Mörder zu nennen?" Kylion war von seinem Thorn aufgesprungen und ganz nah zu ihr getreten, seine Hände auf den Lehnen ihres Stuhles gestützt, hatte er sich zu ihr gebeugt und sah ihr tief in die Augen. " Ihr habt keine Ahnung. Wie hätte ich fliehen sollen? Die Festung wurde eisern bewacht, nicht einmal eine Maus hätte einen Weg hinaus gefunden! Und ich konnte keinem der armen Seelen helfen, Uriah hätte mich töten lassen. Niemanden wäre damit geholfen gewesen!" Wenefra zischte ihm die Worte giftig ins Gesicht. "Und was ist mit den Nächten in denen er in euer Bett kam? Mit Eurer Leidenschaft die ihr diesem Monster schenktet?" Kylion schien rasend vor Wut. " Wie könnt ihr es wagen, mir so etwas zu unterstellen? Außerdem wüsste ich nicht was euch das Geschehen im Schlafgemach meines Gatten anginge! Und wenn ihr es schon so genau wissen wollt, ich habe mich Lord Uriah niemals freiwillig hin gegeben. Er hat sich stehts genommen wonach er verlangte!" Tränen stiegen in ihre Augen und am liebsten hätte sie Kylion ins Gesicht gespuckt.
Kylion biss seine Zähne so fest zuammen, das es schon schmerzte. Er hoffte sich verhört zu haben, doch Wenefras Tränen erfüllter Blick belehrte ihn eines besseren. Lord Uriah hatte sie geschändet, und das Nacht für Nacht!" Kylion schluckte schwer und wand sich von der Prinzessin ab. Er ballte seine Hände zu Fäusten und hätte dieser Kerl jetzt vor ihm gestanden, er hatte ihn mit bloßen
Händen augenblicklich erwürgt! "Bitte Mylord, ich bitte euch um des Friedens Willen und das Leben eures Volkes, lasst mich gehen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Lord Uriah Faron und Black Wood Castle in Frieden lässt!" Wenefra war von ihrem Stuhl aufgestanden und einen Schritt auf Kylion zugegangen. Dieser stand wie ein Fels in der Brandung da, mit dem Rücken zu ihr und zeigte keine Reaktion. "Ich kann euch nicht gehen lassen! ihr seid nicht die erste Frau die ihren Eroberer heiratet oder was glaubt ihr wie die meisten Bündnisse zustande kommen? Und niemand wird eurem Gatten eine Träne nachweinen. Ich tue der Menschheit mit seinem Tode eher einen Gefallen, als das es ein Verlust wäre!" Mylord bei allem Respekt, ich werde euch nicht heiraten. Und ihr könnt mich nicht dazu zwingen. Wenn doch, so seit ihr keinen Deut besser als Lord Uriah selbst! Und wenn ihr mich nicht gehen lasst, so müsst ihr mich eben Töten!" Kylion drehte sich langsam zu ihr herum und starrte sie aus zornigen Augen an. " Tut mir leid Prinzessin, doch euch zu töten würde meine Pläne durchkreuzen!" "Eure Pläne? Ihr seit ein Scheusal.... nicht weniger als Lord Uriah selbst! Ihr tragt den Ruf der Bestie von Black Wood Castle zu Recht. Doch ihr werdet mich aufgeben müssen, denn ich werde auf keinen Fall eure Gemahlin werden. Ganz gleich ob ihr Uriah tötet oder nicht!" Wenefra war ganz außer sich.
"Nun, ich benötige keinen Ehe Schwur um das Bett mit euch teilen zu können Mylady..... Und es ist mir gleich, ob ihr dafür oder dagegen seit, ihr werdet mich heiraten!" Kylion war einen gewaltigen Schritt auf Wenefra zugekommen, so das sie erschrocken einen Schritt zurück wich. " Es liegt ganz bei euch, was zuerst kommt Prinzessin!" "Was? Droht ihr mir etwa mich zu entehren?" Ihr wurde ganz schwindlig und sie hatte Mühe nicht in Ohnmacht zu fallen.
"Ihr werdet meine Frau..... und wenn ihr jetzt nicht einwilligt, dann eben wenn ihr mein Kind unter eurem Herzen tragt!" Kylion war nun ganz nah an sie heran getreten und hatte sie an ihren Schultern gepackt.Ihr lieblicher Duft, die Wärme ihres Körpers und ihre vollen Brüste, die seinen Körper ganz leicht berührten, ließen ihn fast vergessen das sie sich in der Königshalle befanden und nicht in seinem Schlafgemach. Gott, wie sehr er diese Frau doch begehrte und nichts wünschte er sich mehr, als sie neben sich in seinem Bett haben zu können, sie zu berühren und zu küssen. Wenefra versuchte, wenn auch Erfolglos, sich von Kylion wegzustoßen. "Oh ihr seit ein grässliches Scheusal!" "Das bin ich....doch so oder so, ihr werdet die Gemahlin dieses Scheusals werden!" Dann ließ er sie los und verließ die Halle.
Wenefra blieb alleine zurück und ließ sich erschöpft zurück auf den Stuhl sinken. Der Boden schien sich zu bewegen und ihr Herz schlug unregelmäßig. Ihr wurde schlecht und sie hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen. Ihr persönlicher Alptraum schien kein Ende zu nehmen.

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beta
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