Die dunstige Luft, aufgerufen durch die Eltern des jungen Mädchens, stieg an die Decke, und verteilte sich quer durch den Raum, bis das letzte Kind zu husten begann, so auch Sophie. Ihre Lungen konnten kaum konsequent arbeiten und das Kind atmen. Den Eltern schien dies relativ egal zu sein, solange ihre einzige Einnahmequelle, einmal abgesehen von ihren Berufen, die sie nicht sehr begeisterten, auftreten konnte. Sophie war nämlich der Name der kleinen Balletttänzerin, die beste aller Mitstreiterinnen. Kein einziger Junge zierte das Bild der jungen Mädchen, obwohl es vor ein paar Monaten ein einziger zu wagen versuchte. Dieser Bub hatte Spaß an dem was er tat, wurde aber von den anderen als Mädchen geschimpft. Einzig und allein Sophie stand ihm bei und verteidigte ihn: „Lasst ihn doch das tun, was er möchte, was stört euch das?“. Alles vergebens wurde der Kleine immer und immer weiter in die Enge getrieben mit den schlimmen Wörtern der kleinen, aber doch großen Mädchen. Nach ein paar Wochen des starken Kampfes wurde dem zärtlichen Mann ein bösartiger Streich gespielt, er wurde bei einer Stückprobe, bei dem ein Großteil seiner Verwandten ihn zu sehen vermochten, zum Tiefpunkt seiner Scham getrieben. Nach diesem Vorfall verließ er die Gemeinschaft und verabschiedete sich bei seiner Sekundantin mit den Worten: „Ich war schwach, lass dir aber nichts antun, adieu“. Als das junge Fräulein wieder einmal an ihren ehemaligen Freund dachte, und ach wie oft sie das in ihren freien Minuten, in denen sie einmal nicht trainieren musste, tat, wurde ihr alles zu viel. Sie hasste abrupt ihre Eltern, denn sie unternahmen nichts bezüglich der Vorfälle, sie halfen nicht, sie ließen ihn einfach „sterben“. Sophie erhob sich von dem alten, billigen Stuhl und machte dabei, gewollt, einen kolossalen Lärm, den selbst die Leute im Nebenzimmer hören konnten. Ihre Eltern sahen das junge Mädchen erstaunt an, fingen aber an zu kichern, da ihr Gesicht verärgert wohl amüsant aussah. Sophie wurde nun noch ernster und schritt näher an ihre Eltern, die sie gar nicht so nennen wollte, heran, bis sie kurz vor ihnen stehen blieb und nach oben in erschrockene Gesichter blickte: „Was seid ihr eigentlich für Eltern? Ich bin nicht froh euch zu haben!“. Nach einer kurzen Pause, in der niemand ein einziges Wort nannte, drehte sie sich rasch um und lief aus der Tür, hinaus in die weite Welt. Endlich konnte sie ihren Eltern ihre wahren Gefühle zeigen, sie hatte sich geöffnet, und das war gut so. Draußen, im Schatten des Kirschblütenbaumes, erzeugt durch den wolkenlosen Sonnenuntergang zu später Stunde, stand jemand, jemand ganz besonderes.

Kommentare

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    Toll, wenn auch mitunter etwas verwirrend durch die verflochten Erzählungen ^-^

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