Die Gabe, Maries Weg in ein neues ich...(Kap8)

Kap ab(Film ab)

Kinder Gelächter...


Ich wurde mitten in der Nacht, von Kindergelächter geweckt. Maya schlief fest wie ein Stein…würde sie nicht Atmen könnte man meinen, sie wäre einer. Ich folgte dem Gelächter bis ich vor dem Spielplatz zum Stehen kam. Allerdings strauchelte ich einen Schritt zurück, denn er sah nicht mehr so aus wie in meiner Erinnerung. Er war nicht mehr Zugewuchert und es spielten tatsächlich 5 Kinder darauf und das…mitten in der Nacht. Alle hatten sehr alte Kleidung an als kamen sie aus einer Zeit um die 50ziger. Sie sahen glücklich aus…aber ihre Augen sagten etwas anderes…sie waren leer und traurig. WAS IST HIER LOS?

Waren das etwa…ich schluckte. Tote Kinder! Konnte das möglich sein? Natürlich kann das möglich sein, blaffte mich meine innere Stimme an. Oder hast du gedacht, nur erwachsene sterben. Ich wollte die Augen rollen…natürlich war mir klar das auch Kinder sterben können…so erschreckend das auch ist. Aber mit diesen Gedanken, hatte ich mich nie auseinander gesetzt…als ich meine Gabe entdeckt hatte.

Plötzlich stand ein kleines blondes Mädchen mit tiefschwarzen Augen vor mir.

„Kannst du uns sehen?“

„Ja, was macht ihr hier mitten in der Nacht?“

„Wir kommen schon lange hierher, hier fühlen wir uns sicher.“

„Warum sicher? Vor was habt ihr Angst?“

„Vor Ihm!“

Das Mädchen zeigte auf etwas hinter dem Spielplatz aber ich konnte nichts sehen. Ein Knacken aus dem Wald hinter mir, ließ mich zusammenschrecken, als ich mich umdrehte jedoch nichts sah, schaute ich wieder zu der kleinen. Aber…sie war nicht mehr da. Alles war wieder zugewachsen und von den Kindern keine Spur mehr zu sehen. Da ich wirklich nicht im dunkeln, in die Richtung gehen wollte, von der das Knacken zu hören war, drehte ich mich wieder um und ging zurück zu Alice. Die schlief noch immer fest und ich gesellte mich zu ihr. Entschied aber sofort, dort morgen wieder hin zu gehen. Ich wollte…nein MUSSTE unbedingt wissen, wovor die Kinder Angst haben.

Wir wurden von Vogelgeschnatter und dem Wind der durch die Baumkronen fegte geweckt. Ich war definitiv noch nicht ausgeschlafen, durch meinen nächtlichen Ausflug fehlt mir mit Sicherheit 3 Stunden Schlaf. Ich blinzelte und sah zu Maya rüber

„Morgen“, nuschelte ich.

„Guten Morgen, wie hast du geschlafen?“

„Nicht viel!“

„Wieso?“

Fragte sie verwundert und fuhr sich übers Gesicht, während sie sich langsam aufrichtete.

„Ich bin die Nacht von Kindergelächter geweckt worden. Bin dann den Geräuschen bis hin zu dem Spielplatz gefolgt und traf auf 5 Kinder. Was soll ich sagen? Der Spielplatz sah aus wie neu nicht zugewuchert oder sonst etwas. Sie spielten dort als würden sie jeden Tag dorthin kommen. Ein kleines blondes Mädchen, mit tiefschwarzen Augen kam zu mir und fragte ob ich sie sehen kann und ich sagte ja, sie sagte auch noch das sie hier auf den Spielplatz oft sei und schon lange her kommen und sich sicher fühlen, als ich fragte vor was sie Angst hätten zeigte sie auf etwas was hinter den Spielplatz lag oder stand… aber ich konnte nichts sehen und dann knackte es hinter mir, ich drehte mich um das Geräusch zu orten aber auch da war nichts und somit schaute ich zu dem Mädchen zurück und wollte sie gerade noch mehr Fragen, da war sie und die anderen weg und der Platz war wieder zugewuchert.“

„Oh man, das hört sich ja an wie ein Horror von King. Bin ich froh, dass ich sowas nicht sehen kann das macht mir voll Angst, zu wissen das es doch noch sowas wie ein Leben nach dem Tod gibt!“

„ Jedenfalls bin jetzt so neugierig und will das untersuchen. Ich will die Kinder suchen und schauen was in der Richtung ist vor was die Kids Angst haben. Sie sagte was von Ihm? Ich hab keinen Plan was es ist aber ich will es erforschen.“

Maya war nicht glücklich darüber, gab sich aber mit einem seufzen geschlagen.

„Mir bleibt ja nicht übrig und muss mit… aber wehe lässt du mich einmal alleine!“

„Nein ich lass dich nicht alleine“, lächelte ich.

Wir frühstückten und tranken Kaffee, packten dann alles wieder ein… was sich aber schwerer als gedacht erwies. Irgendwie passten die Sachen nicht mehr so rein wie sie eingepackt waren. Als diese Hürde endlich geschafft war, machten wir uns auf Richtung Spielplatz.

Nach kurzer Zeit kamen wir am Spielplatz an. Maya sah etwas verwundert und ängstlich aus. Ich führte uns entschlossen an der Schaukel vorbei und sie folgte leise fluchend. Als wir liefen, versank ich in Gedanken um die Kinder. Schaute sie mir gedanklich noch einmal an. Ich musste zu meiner Enttäuschung feststellen, dass nicht viel hängen geblieben war. Nur das die Kinder sehr dunkel gekleidet waren…in braun Tönen und einer eine Mütze mit einem Schirm trug, die wenn ich mich nicht täusche vor 50 oder 60 Jahren mal angesagt waren.

Ich wurde unsanft aus meinen Gedanken gerissen, als sich plötzlich vor uns ein riesiges Gebäude zeigte. Über dem verrosteten Tor, waren Buchstaben angebracht…die aber leider Gottes nicht mehr zu entschlüsseln waren. Doch wenn mich mein Instinkt nicht täuscht…befanden wir uns direkt vor einem Kinderheim. Ein sehr altes Kinderheim um es genau zu beschreiben. So…wie man es sich vorstellte.

Düstere Gänge, zerschlagene Fenster und überall nahm der Verfall seinen Lauf. Obwohl wir doch zügig unterwegs waren und ein paar Sonnenstrahlen zur Verfügung hatten, drang in das alte Gebäude nur wenig Licht. Von den Kindern war nichts zu sehen. Doch als wir das Gebäude betraten…konnte ich etwas hören…eine Art flüstern.

„Komm her.“

Dann ein…

„Pst.“

„Pass auf.“

Und…

„Sie sieht uns sonst.“

Ich schaute mich um, aber es war nicht zu sehen. Mir fuhr ein kalter Schauer von den Knöcheln hoch bis in meine Kehle. Gänsehaut machte sich auf jeden Quadratzentimeter meiner Haut breit. Was für ein seltsamer Ort! Was ist hier nur mit den Kindern passiert?

Ich war so neugierig geworden, dass ich Maya vorschlug, hier draußen im Garten unser nächstes Nachtlager aufzuschlagen. Natürlich war sie nicht begeistert darüber. Was ich nur zu gut verstehen konnte. Aber auch sie wusste, dass Geister keine Gefahr für sterbliche darstellten und gab sich wieder einmal seufzend geschlagen. Meinem Gejammer konnte sie nicht wiederstehen…denn ich wollte wissen was hier los war? Will diesen Kindern unbedingt helfen ins Licht zu gehen. Solch junge Seelen, hatten nichts in der Zwischenwelt zutun, sie verdienten mehr.

Wir bauten unser Nachtlager auf. Maya machte uns was zu essen. Ich wollte nach dem Essen gleich los und mir das Haus noch weiter anschauen und auch in der Hoffnung die Kinder zu finden. Es war schon ziemlich spät geworden und wie vermutet, blieb Maya im Zelt, mit Licht…sehr viel Licht um genau zu sein. Jede Taschenlampe brannte!

Ich erkundete also alleine das Heim. Nach endlosen Räumen wo hin und wieder noch alte verrostete Metallbetten standen, hörte ich wieder so ein Geflüster.

„Hey du, komm folge mir“, und dann sah ich das kleine Mädchen wieder.

Ich folgte ihr hinauf bis ins Dachgeschoss. Da saßen auch die anderen 4 Jungs und sahen mich abschätzend an. Es dauerte eine ganze Weile bis jemand etwas sagte. Der augenscheinlich älteste Junge machte den finalen Schritt.

„Warum bist du hier?“

„Ich weiß nicht, ich denke ich kann euch vielleicht helfen.“

„Warum kannst du uns sehen?“

Etwas neben mir, erweckte meine Aufmerksamkeit. Ich erschrak sosehr, das ich förmlich an der Wand neben dem runden Fenster klebte. Neben mir stand…HIMMEL…EINE NONNE…da stand tatsächlich eine Nonne neben mir.

„WAS WILLST DU VON DEN KINDERN“, fuhr sie mich an.

„I… ich denke, ich kann euch helfen!“

Stotterte ich mit klopfendem Herzen.

„Wie?“

Sofort hatte sie sich beruhigt und mir ging es auch spontan besser. Ich trat näher sah sie direkt an.

„Ich weiß auch noch nicht wie… aber was ist euch den zugestoßen? Vielleicht fangen wir erst mal so an.“

„Die Kinder haben alle eine Behinderung wie du siehst.“

Und tatsächlich, als ich mir die Kinder noch einmal genauer ansah viel es mir auch auf. Ich wollte mich am liebsten schlagen. Wie konnte mir etwas so wesentliches entgehen? Zweien fehlte ein Bein, ein anderer stand schief…wahrscheinlich war eines seiner Beine kürzer als das andere. Die Hand der kleinen Maus war verdreht und dem letzten fehlte sogar eine. Aber gut…so genau konnte ich sie mir ja auch nie ansehen und bei der kleinen, hatten mich eher die schwarzen Augen abgelenkt.

„Dieses Waisenhaus, war eins für Kriegsopferkinder! Hier arbeitete der Dr. Moriarty. Ein dicker und großer Mann. Bei seinem Anblick, wurde einen schon komisch zu mute. Der hat die Kinder gequält in dem er versucht hat, ihre Behinderungen zu beseitigen. Die Kinder haben Höllenqualen gelitten. Nicht nur die körperlichen Schmerzen auch die seelischen Schmerzen haben die Kinder umgebracht. Wir können nicht ins Licht solange das nicht geklärt ist. Es ist nie aufgeklärt worden. Aber das schlimmste…auch sein Geist wandert hier in der Zwischenwelt herum…“, begann die Nonne zu sprechen.

„Zu meinen Lebzeiten, hab ich schon herausgefunden, dass sich der Doktor in den 1870igern als Dr. Moriarty an kranke Kinder vergangen hat. Ich vermute, dass er ein Seelenwandler ist und jetzt noch keinen passenden Körper gefunden hat…“, und mir wurde ganz heiß.

„Ich habe bisher nur noch nicht herausgefunden, wie man ihn vernichten kann. Ich gebe alles dafür, ihn direkt in die Hölle zu befördern…“, sie stoppte kurz, strich einem der Jungen abwesend über den Kopf ehe sie weitersprach.

„Damals war ich gerade in Forks im Archiv und dachte ich bin fast am Ziel, als meinem Leben ein Ende gesetzt wurde. Jemand, schlug mir etwas Hartes auf den Kopf. Ich weiß nicht wer es war. Ich schwebte über meiner Leiche und alles was greifbar gewesen war, war plötzlich unerreichbar für mich. Ich musste mit ansehen, wie die Kinder einer nach dem anderen seinen Schmerzen erlag ohne ihnen helfen zu können. Keinem war es gegönnt ins Licht zu gehen. Seit dem verstecken wir uns hier. Du bist unsere einzige Chance. Bitte hilf uns?“

„Ich versuch mein bestes…“, sprach ich ohne zu zögern.

„Wenn es für dich in Ordnung ist, werde ich immer in deiner Nähe sein um dir zu zeigen wo du alles Brauchbare findest.“

„Okay…gut.“

Sie lächelte mich dankbar an, ich erwiderte es.

„Nun geh zu deiner Freundin, die stirbt schon fast vor Angst und Sorge.“

Maya hatte ich ja völlig vergessen. Nachdem ich mich verabschiedet hatte, machte ich mich schnell auf den Weg zu ihr. Als ich meinen Kopf ins Zelt steckte, hörte ich Maya erleichtert durchatmen.

„Oh endlich, ich wäre beinahe gestorben…hier allein!“

„Tut mir leid, aber ich hab da so viel erfahren. Ich muss unbedingt ins Stadtarchiv.“

„Ist mir ganz recht, der Wald hier macht mir so allmählich Angst!“

„Lass uns schlafen, damit wir morgen früh aufbrechen können.“

Kommentare

  • Author Portrait

    sehr spannend!

beta
Feenstaub

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