Die Jäger des Waldes (Kapitel 14)

Kapitel 14

„Blatt, heute bist du der Späher und Fleck, würdest du Unkraut sammeln gehen?“, bat Blitz den treuen Helfer. Der gefleckte Kater nickte einwilligend zu. An diesem sonnigen Vormittag regelte Blitz die verschiedenen Aufgaben seiner Mitglieder. „Flamme, Bach und Kralle, ihr geht  reichlich Jagen und Sturm kommt mit mir, heute geben wir den Neuen Unterricht“, entschied Blitz und Sturm freute sich darüber. „Was ist mit uns?“, wollte Teiger wissen. Der Getigerte Kater war wohl der Anführer seiner vierköpfigen Gruppe, denn die restlichen standen wie Leibwächter hinter ihm. „Geht auch jagen“, erwiderte er mit einem kurzen Schweif schnippen. Nachdem alles geklärt geworden war, begannen alle ihre Arbeit. Blatt kletterte auf die kleine Birke und machte es sich in den höchsten Gabeln bequem. „Ich löse dich am nach Sonnenhöchststand ab“, miaute Kralle ihr von unten zu und watschelte seiner Jagtgruppe hinter. „Bringt so viel Essen mit wie ihr finden könnt, ich bestehe auf wohlgenährte Bäuche vor einer grossen langen Reise“, mahnte ihnen Blitz hinterher. Flamme nickte ihm ein: Geht klar zu.

Anschliessend zog sich die Neuen mit ihren heutigen Lehrer in einen stillen Winkel zurück, damit die spielenden Jungen von Nebel sie nicht beim Unterricht störten.

Blitz wandte sich an seine Neuen zu. „Habt ihr schon einmal gejagt?“ Die drei sahen sich an. „Na ja, ehrlich gesagt nicht wirklich“, gab Donner zu. Aber welcher Mensch würde schon jagen versuchen, wie eine Katze? Sturm kickte Blitz ein Kieselsteinchen zu. „Am besten wir fangen ganz von vorne an“, meinte er. „Okay“, Blitz zog das Steichen zu sich. „Stellt euch vor das Steichen wäre eine saftige Waldmaus.“ „Langsam und wachsam trippelt sie durch die schützenden Farne.“  Er legte das Steinchen vor seine Pfoten. „Was ist eure Stärke, gegenüber einem Beutetier?“, fragte Sturm mit einer motivierenden Stimme. „Wir sind…grösser“, fing Stern unsicher an. „Stärker“, ergänzte Donner und versuchte noch mehr aus ihrem wenigen Jagt wissen heraus zu kratzen. „Wir sind Jäger und die Beute hat Respekt vor uns“, beendete Brombeere die Aufzählung. „Prima“, Blitz hörte sich begeistert an. „Und was hat die Beute für Vorteile?“, Sturm stellte die nächste Frage, warf jedoch immer wieder einen prüfenden Blick auf seine beiden spielenden Jungen. Maus und Schnee spielten hinter einem Felsen Verstecken und jaulten vor Freude. „Die Beute ist kleiner und wendiger“, antwortet Donner, einem Professor ähnlich. „Ganz genau“, miaute Blitz und fuhr gleich fort: „Die meisten Beutetiere können meist auch besser hören und riechen.“ „Ruhiges anschleichen ist also eines der wichtigsten Elemente des Jagens, danach kommt der saubere Sprung, der alles entscheidet“, beendete Sturm die Erklärung von Blitz. „Und denkt daran, Beute darf nicht zu lange Leiden, sie sind auch Lebewesen mit Gefühlen!“, erwiderte Blitz mit erstem Gesicht, das von Berge Erfahrungen gequält wurde. „Alles kapiert?“, wollte Sturm wissen. Verunsicherte Nicker folgten. „Gut, gehen wir in den Wald, dort könnt ihr zeigen, was ihr eben gelernt habt“, entschied Blitz und reckte seine breiten Schultern. „Wollt ihr uns nicht zuerst etwas vor zeigen“, protestierte Brombeere, den beiden Katern, die auf allen vier Pfoten stand zu. Belustigt legte Blitz seine Pfote auf Brombeeres Schulterblatt. „Hör zu, Liebes, du bist eine Katze, deine Pfoten sind zum Jagen geboren und sie werden dich leiten.“  „Ich frage mich im Moment ob ihr wirklich Katzen seid“, Sturm musterte sie misstrauisch. Stern sackte das Herz in den Pelz. Die ganze Sache wird auffliegen! „Also wir..“, stammelte Stern und wäre am liebsten im weißen Pelz versunken. Breites Grinsen zeichnete sich auf den Mäulern von Sturm und Blitz ab. „Reingefallen!“, lächelte Sturm. Donner verschnaufte und sie zitterte am ganzen Körper vor Erleichterung. „Kommt“, murmelte Blitz, den verschnaufenden Schülern zu. „Flogen wir den Rufen der Waldvögel.“

Blitz hielt sein Wort und tatsächlich folgten sie den Rufen der Vögel. Im Wald morgenschwülen zwitscherten auf jedem Baum viele Vögel. Die Bäume kamen Donner hier etwas weiter auseinander vor als zuvor und kein einziger Dornenbusch liess sich hier erblicken. Bei einer Eiche hielt Sturm inne. In der Nähe gurgelte ein Bach und das Rascheln der Beute im Unterholz erweckte bei Donner den Jagdfieber. „Wir warten hier und ihr geht alleine Jagen“, entschied Blitz und setzte sich auf die dicke Eichenwurzel. Sturm liess sich lieber ein paar Pfoten vor ihm bei einer alten Eiche im Moos nieder. Sie entschieden, dass Stern nach Süden gehen sollte, Brombeere nach Norden und Donner schlug einen Trampelpfad nach Osten ein.                                                                                                                      Brombeere folgte ihrem Instinkt und schlug den Weg bei einer Senke ein. Zwischen einer Fichte und einer Tanne, entdeckte sie einen schmackhaften aussehenden Pilz. Wen sie einen Mensch wäre hatte sie ihn gleich gepflückt und genüsslich verspeist. Sie schnüffelte daran und rümpfte die Nase angeekelt.  Ein Wiesel hatte ihr sein Geschäft erledigt! Das tapsende Geräusch viere Pfötchen lenkte Brombeere ab. Nicht weit von ihr entfernt huschte eine ausgewachsene Waldmaus über den nadelbestreuten Waldboden. „Deine Pfote sind zum Jagen geboren, sie werden dich leiten“, Blitzes Worte schossen Brombeere ins Gedächtnis. Brombeere machte sich einen Kopf kleiner und schlich auf leisen zu der ahnungslosen Maus hinüber. Die Hinterbeine von Brombeere wackelten automatisch und im nächsten Augenblick hüpfte Brombeere auf die Maus zu und drückte sie mit der Pfote nach unten. Die Maus quiekte und strampelte und Kiefernadeln flogen durch die Luft. „Die Beute darf nicht zu lange leiden!“, hörte Brombeere Blitz Stimme im Kopf. Beim Fiepen der armen Maus, die unter ihrer massigen Pfote tausend Schmerzen ertragen musste, bekam Brombeere ein weiches Herz. „Tut mir Leid aber ich bin nun eine Katze“, flüsterte Brombeere ihr zu. Sie schloss die gelben Augen und biss kräftig zu. Knochen zerbrach wie Zahnstocher zwischen ihrer Zähne und die Maus bewegte sich nicht mehr. Zwei kleine aber saubere Bissspuren zeichneten sich an der Kehle der Maus ab. Brombeere hob das leblose Geschöpf auf und verschwand stolz hinter einem Haselstrauch. Ihr erste selbst gejagte Beute! Was wohl Stern und Donner zwischen die Krallen bekommen?

Stern betrachtete ihr weißes flauschiges Fell. Eigentlich mochte sie ihr weißes Fell aber momentan war weiss nicht die idealste Tarnfarbe. Im Süden traf Stern auf eine Farnlandschaft. Überall türmten sich die rissigen Farnwedel auf und nur wenige Bäume wuchsen im Farnteppich. Sie legte sich hinter den dicksten Farnwedel auf die Lauer und hoffte auf Gut glück. Nur ein kleiner Teil ihres Kopfes und die seeblauen Augen konnte man noch erkennen. Alle ihre feinen Sinne waren hoch konzentriert und warten auf das leiseste Geräusch. Das Gezwitscher einer Meise stach ihr sofort in die Ohren. Eine kleine Meise turnte munter in den höchsten Ästen einer kleinen Birke herum. Zu hoch für mich, dachte Stern enttäuscht und wandte die Konzentration wieder dem Waldboden zu. Nur ein paar Augenblicke verstrichen und ein weiteres Rascheln ertönte. Ganz in der Nähe von Sterns Schlupfwinkel, huschte ein Eichhörnchen zwischen den Wedeln herum. Von alleine fuhren sich die Krallen von Stern aus. Sie hatte einen grossen Drang das Tier zu fangen. Doch Stern verengte die Augen und schüttelte lautlos den Kopf. Wie konnte sie diesem niedlichen kleinen Geschöpf auch nur ein einziges Haar krümmen? Sie biss sich auf die schmalen Lippen. „Du bist eine Katze und kein Wurm!“, knurrte sie innerlich in sich hinein. Auf einmal sprang sie entschlossen aus ihrem Versteck. Erwischte das aufgescheuchte Eichhörnchen, jedoch bloss an seinem buschigen Schwanz. Es blieben nur die roten Haare  zwischen ihren Vorderzähen hängen, anstelle eines zappelnden Tieres. Das wendige Tier flitze davon und versuchte auf die nächste Esche zu fliehen. „Na warte Kleiner!“, knurrte sie Unkontrolliert. Das Eichhörnchen flitze bereits den Baumstamm hinauf. Stern spannte ihr Hinterbein Muskeln an und sprang in die Höhe. Mit ihrem Maul erreichte sie gerade noch das Hörnchen am Schwanz und zog es in die Tiefe. Stern landete perfekt auf den Pfoten während das Eichhörnchen panisch umher zappelte. Damit es nicht zu lange leiden musste, tötete sie es mit einem einzigen Schlag ins Genick. „Donnerwetter!“ Stern zuckte zusammen und wirbelte herum. Eine schwarze Kätzin mit weißen Flecken und stauenden blauen Augen, namens Donner, tauchte aus dem Farn hervor. „Ich könnte nur halb so hoch hüpfen“, Bewunderung leuchtete in ihren Augen. Stern musterte ihre eigenen Hinterbeine und danach die von Donner. Ihre Hinterbeine waren länger und breiter und somit auch kräftiger. Dafür sahen Donners Hinterbeine so aus, als könnten sie Donner stundenlang durch den Wald tragen ohne eine Pause zu machen. „Hast du auch etwas gefangen?“, wechselte Stern das Thema. „Leider noch nichts“, seufzte Donner enttäuscht. „Dann noch viel Erflog!“, Stern nahm ihre erlegte Beute ins Maul.                                                                                         Doch Donner lauschte nicht wirklich den glückwünschenden Worten zu, lieber träumte sie in der Umgebung herum. Sie wünschte, eine Maus würde aus dem Farn schiessen und ihr direkt ins Maul hüpfen. Auf einmal bebten die Farnwedel, genau an dem Punkt wo Donner hoffnungslos hinstarrte. Keine Maus erschien hinter den grünen Blätter aber dafür ein braunes Kaninchen. Donners Augen hellten sich auf und ihre Ohren zuckten begeistert. Als das Kaninchen die zwei furchteinflössenden Katzen erblickte und ergriff es sofort die Flucht. Bevor Stern auch etwas begreifen konnte raste Donner dem Kaninchen hinterher. „Es ist viel zu schnell für dich, das ist ein Kaninchen“, rief Stern ihr hinterher. Sie wusste nur zu gut, wie langsam Donner war. Doch die ehrgeizige Donner hörte erneut nicht und sauste dem Kaninchen nach.

Die Farnwedel, die ihr ins Gesicht peitschten störte sie nicht im Geringsten. Ihre Augen fixierten sich nur auf den Hintern des rennenden Kaninchens. Das braune Geschöpf machte eine scharfe Wendung um einen mittelgrossen Stein. Donner schlug mit den Krallen nach dem Kaninchen. Sie verfehlte es aber ganz knapp und machte stattdessen tiefe Bremsspuren in die Erde. Sie nahm aber die hektische Verfolgung wieder auf. Jedoch bemerkte sie wie die Beute auf einen Bau, in einer Erdterrasse zu steuerte. Du entkommst mir nicht Karnickel! Noch einmal gab Donner jede Kraft in ihre Beine und bemühte sich kleiner aber umso schneller Schritte zu machen. Im aller letzten Moment packte sie das Kaninchen am Bommel und zerrte es mit aller Kraft aus der Erdhöhle hinaus. Das Kaninchen wurde in die Luft geschleudert und es stürzte genau in das Maul von Donner. Schnell tötete sie es mit einem intensiven Bissen ins Genick. Keuchend und erschöpfte schleifte Donner das Kaninchen zwischen den Zähnen zurück. An den Gedanke was Stern zu diesem Fang sagen würde, erfüllte ihr Herz mit Stolz.

Stern klappe ihr Maul speerangelweit auf. „Wie hast du dies geschafft?“, fragte sie verblüfft. „Mit Krallen“, erwidert Donner spöttisch und legte das Kaninchen vor ihre Pfoten. „Das ist mir auch klar aber bist du ihm nachgerannt?“, wollte sie wissen und bewunderte sie erneut. „Nein, ich bin geflogen“, stichelte Donner sie weiter. Stern verdrehte ihre blauen Augen. „Sehr witzig aber eines muss man dir trotzdem sagen, du bist ein schnell Sprinterin geworden!“ Allmählich bemerkte Donner wie schnell sie eigentlich vorher gerast war. Ihr Kopf schwirrte immer noch vor den vielen Erschütterungen. „Ich verstehe nicht als Mensch bin ich doch eine ziemlich Schnecke?“, murmelte Donner dachte intensiv nach. „Du bist aber kein Mensch“, bemerkte Stern. „Im Katzenleben, kann sich vieles ändern, Brombeere ist als Mensch auch nicht besonders kräftig.“ „Oder deine Augenfarbe Donner ist jetzt ein kräftigeres Blau und ansonsten besitz du eher ein wässeriges  Blau“, fuhr sie fort. Damit hatte Stern wirklich Recht. „Gefälltes dir eigentlich hier, ich meine hier leben wir ja unser neues Doppelleben?“, eine wirklich wichtige Frage stelle Donner. Bis jetzt hatte Donner das Gefühl, Brombeere und Stern äusserten sich nicht bei ihrem Wohlbefinden sondern taten so, als lebten sie schon seit Ewigkeiten hier. Stern leckte sie freundschaftlich am Ohr. „Dumme Frage, diese Welt hat mein Leben total verändert und hier könnten wir ruhig noch einige Tage bleiben, niemand bemerkt etwas von der Abwesenheit“, raunte sie ihr ins Ohr. Donner freute sich, weil Stern die gleiche Meinung besitze. Bei Brombeere musste sie sich die Meinung nur kurz überdenken und sie wusste ihre Antwort. Stern und Brombeere waren eben fast immer in gleicher Meinung. „Aber schon toll was man mit einem Stein erschaffen kann“, bemerkte Donner und schaute sich im Wald um. Doch zum guten Glück hatten sie sich keine lila gefärbten Bäume erträumt oder ein rissige verdreckte Stadt.

Die beiden Katzen beschlossen den Rückweg gemeinsam an zu treten und bewunderten die schöne Landschaft. Prächtige Blütenknospen konnten sie bestaunen und eine ganze schön gewachsener Kastanienbaum. Das Plätschern eines Baches machte sie neugierig und nach der nächsten Fichte kamen sie auf eine Lichtung. Ein Grasteppich breitete sich aus und ganz in der Nähe von den Freundinnen war ein breites Bachbett. Begeistert rannten sie ihn und betrachteten die blauen Seerosen. „ Eigenartige Farbe“, bemerkte Stern und beugte sich vor um von dem kristallklaren Wasser zu trinken. „ Die meisten Pflanzen und Tier sind hier realistisch, einige jedoch fantasievoll“, vermutete Marie und tippte die Pfote ins kühle Wasser. Angeekelt zog sie die Pfote gleich wieder zurück. Jetzt verstehe ich was die meisten Katzen gegen Wasser haben, es verleite eine eklige Gänsehaut!

Blitz und Sturm warteten bereits geduldig unter den Bäumen und sonnten ihren Pelz durch das Blätterdach. Brombeere war ebenfalls schon zurück. Neben ihr und Sturm türmten sich zwei tote Spitzmäuse auf. „Ich sehe, ihr wart auch erfolgreich“, miaute Blitz und bewunderte die Beute in ihren Mäulern. „Ich glaube ihr habt euch den Unterrichtsschluss reichlich verdient“, lobte Sturm sie über alle Ohren. Blitz nickte und miaute: „Geht ruhig alleine zurück, ich und Sturm wollen noch etwas wichtiges bereden und ihr könnt die Beute bei uns lassen.“ Dankbar legten sie die Beute auf den Boden und wanderten in Richtung Lager.

„Über was sie bloss reden müssen?“, dachte Stern auf dem Heimweg durch den Wald laut nach. „Bestimmt über Schatten“, vermutete Donner und behielt wahrscheinlich Recht. Brombeere versuchte sich Schatten vorzustellen. Ein gefühlloser Kater, der für seine Machtgier, tausende von Katzen töten würde und sogar alles was er einst liebte! „Wie wär’s wenn wir ein Wettrennen machen“, Sterns freudiger Vorschlag, riss Brombeere aus den Gedanken. „Och, ne“, brummte Donner. „Ich verliere doch jedes Mal.“ „Denk an meine Worte“, ermunterte Stern sie. Offenbar wollte Stern testen, ob  Donner wirklich schneller geworden war. Doch schliesslich gab Donner nach. Brombeere zeichnete eine unsichtbare Startlinie von einem dichten Hartriegel bis zu einem Ginstergebüsch. „Von hieraus bis zum Dornenlager.“ „Auf die Plätze...fertig. Los!“, jaulte Stern das Startlied. Überstock und Stein jagten sie nun, zwischen den vielen Bäumen vorbei. Stern führte das Rennen, dicht gefolgt von Donner und das keuchende Schlusslicht bildete Brombeere. Donner gab sich die grösste Mühe ihre schwarzen Pfoten schneller zu bewegen. Sie stellte sich vor, Stern wäre ein fettes weißes Kaninchen und sie musste es fangen. „Gib dir viel Mühe und bist die Schnellste“, flüsterte ihr eine ernste Stimme ins Ohr. Waren das gerade meine eigenen Gedanken oder bin ich verrückt geworden? Donner vergass die Stimme und biss sich auf die Zunge. Sie versuchte, ihre Beine schnellere Bewegung zu zwingen und tatsächlich wurde sie schneller. Ein Windstoss fuhr durch ihr Fell und es fühlte sich an, als verleihe er neue Energien. Stundenlang, fühlte es sich an, könnte sie durch den Wald gleiten und ihre Energie würde nie schwinden. Donner überholte Stern in Windeseile und hängte sie sogar ab. Bei der Dornengegend schlug sie einen Trampelpfad ein um nicht einen neunen Durchgang zu bahnen. Wenige kleine Haarbüschel musste sie jedoch trotzdem einbüssen. Schnell stürmte sie einen auseinander gedrückten Heckeneingang hinein. Sie blieb zufrieden und keuchend am anderen Ende stehen. Kurz darauf stürmten auch Stern und Brombeere hinein. „Siehst du, du bist die Schnellste“, gratulierte Stern ihr und freute sich über ihrem Erflog. Während sie miteinander quasselten, bemerkten sich nicht die vielen besorgten Jäger des Waldes Blicke. Nebel kam angerannt. „Ist etwas passiert?“, fragten Nebel besorgt. Mond mischte sich auch ein. „Wurdet ihr überfallen?“ Beschämt senkte Brombeere den Blick. „Wir ähm…haben bloss ein Wettrennen gemacht“, stotterte Stern vor Peinlichkeit, weil sie wegen ihrem Wettrennen alle aufgescheucht hatten. Nebel entspannten sich wieder und lief zurück zu ihren Jungen. Schnee und Maus kauerten verängstigt bei Blatt. Mit schüttelndem Kopf schriet Mond davon und murmelte: „Die heutige Jugend.“ „Habt hier etwas gefangen?“, Bach versuchte die peinliche Stille zu unterbrechen. „Ja aber Blitz und Sturm bringen sie zurück“, antwortet Brombeere. „Gut“, miaute die graublaue Kätzin und setzte ihre Fellpflege fort. Beschämt liefen sie zwischen den Kopf schüttelnden Katzen hindurch und begaben sich zu einem Schattenplatz. „Da habt ihr aber einen grossen Aufstand veranstaltet“, ertönte Streifs Stimme. Er und seine drei Freunden dösten auch unter dem Schattenfleck. Stern schnaubte: Warum mussten sie gerade dies sehen! Sie beachten die Lümmel nicht länger und entspannten sich im Schatten. Die restlichen Katzen sonnten ihren Pelz in der nachmittags Sonne. Fleck und Kralle sonnten auf einen grösseren Felsen, neben dem einzigen gut durchdringbaren Eingang in dem hohen Dornenwall. Gerade erschienen Blitz und Sturm bepackt mit der Beute im Eingang. Teiger musterte die Beutestücke und seinen grünen Augen blitzten. „Ich sehe ihr könnt doch Jagen“, bemerkte er frech und peitschte mit seinem Schweif. „Zum Jagen habt ihr Talent aber beim Kämpfen bin ich mir nicht sicher“, herausfordernd starrte Dunkel sie an. „Du hast uns gestern nicht einmal Kämpfen gesehen und da behauptest du dies“, blaffte Stern und hätte ihm am liebsten eine geklebt. Nacht machte einen Buckel und gähnte herzhaft. „Warum testen wir sie nicht mit einem Spielkampf.“ „Gute Idee“, bemerkte Brombeere. „Und die Verlierergruppe muss sich einen Tag um die Junge von Nebel kümmern.“ Teiger stimmte siegessicher zu. „Abgemacht, möge morgen der Bessere gewinnen!“ „Jungs!“, Blatt spaltete ihr Gespräch. „Lasst uns jagen gehen.“ Die vier Kater wölbten sich schläfrig auf und folgten der Kätzin. Donner blickte Brombeere wütend ins Gesicht nachdem sie verschwunden waren. „Warum hast du auf die Wette eingelassen?“, warf Donner Brombeere vor. „Du weisst gar nicht wie gut wir kämpfen können!“ Brombeere schluckte und schaute Marie nicht in die Augen. Daran hatte sie überhaupt nicht richtig gedacht. Stern stupste Donner in die schwarze Brust. „Auch wenn schon Donner, sich um Junge zu kümmern ist kein Weltuntergang.“

 

 

Kommentare

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    Mir gefällt diese Geschichte!

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    Wiedermal super!

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    Sehr schön, mir gefällt das Doppelleben der drei! Du solltest nochb etwas an deiner Rechtschreibung feilen, und manchmal fehlt ein Beistrich, aber das endert nichts daran, wie schön und stimmig 'Die Jäger des Waldes' sind. :-)

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    Liebe BeweterInnen Ich habe momentan 4.7 Sterne. Könnt ihr mir sagen, was ich verbessern könnte oder was euch nicht so gut gefällt? Freu mich auf ehrliche Rückmeldungen.

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