Die Lage spitzt sich zu...

Konrad Leitner hatte auf seinem Handy Peters Nummer gesucht und schließlich zuordnen können. Er rief diesen gegen achtzehn Uhr an, um ihm von dem neuerlichen Stromschadensfall zu berichten. Peter wiederum versäumte nicht, Leitner zu warnen und ihm zu sagen, er möge die Batterie ins Freie bringen und dafür Sorge tragen, dass niemand mit ihr in Berührung kommen kann. Er ließ Konrad nicht im Unklaren darüber, dass hier Kräfte am Werk waren, die ihnen Allen bisher unbekannt waren und deren Gefahrenpotential schwer einzuschätzen war. Durch seinen Unfall hatte er all seine Bewegungsfreiheit eingebüßt und konnte weder zu Gernot noch zu Leitner fahren, was ihn sehr betrübte.

"Herr Leitner, war das an der selben Stelle, wo Ricardas Golf gestrandet war?" - "Ganz so würde ich das nicht sagen. Es war die selbe Strecke, aber der Vorfall ereignete sich etwa zehn bis fünfzehn Kilometer weiter westlich, also vorher schon." - "Ich denke, sie sollten das an irgend eine geologische Behörde weiterleiten. Es muss irgendwas mit Magnetik, Geoelektrik oder Geophysik zu tun haben. Unser Schulwissen reicht dazu bei weitem nicht aus." - "Na immerhin hatten sie als erster die Idee, die Batterie abzuschließen, Herr Handl. Aber sie haben Recht, ich werde die Behörde davon in Kenntnis setzen. Darf ich ihre Telefonnummer an die weitergeben?" - "Ja, an die Behörde schon. Bei dieser Gelegenheit, möchte ich ihnen danken, dass sie unsere Identität nicht an die Medien verraten haben, Herr Leitner! Ich werde hier in Österreich alles Notwendige unternehmen, wenn ich morgen aus dem Krankenhaus entlassen werde und werde sie auf dem Laufenden halten." - "Genau das mach ich auch, Herr Handl. Wir bleiben in Verbindung. Auf Wiederhören!"

Ricarda und Peter erlebten gefühlsmäßig die längste Nacht ihres Lebens. Es war frustrierend, nichts unternehmen zu können und voller Sehnsucht die ganze Nacht jeder für sich auf den Morgen zu warten.   Doch so wie jede Nacht vergeht, verging auch diese, wenn auch sehr, sehr langsam...
Peter hatte schlecht bis gar nicht geschlafen, immer wieder im Internet recherchiert, was denn die Ursache für die physische Veränderung der Batterie sein konnte. Oder wie es zum Zusammenbruch jeglicher Elektrizität im Umkreis der "befallenen" Autos kommen konnte. Die meisten Artikel deuteten auf außerirdische Lebensformen hin. Keiner dieser Artikel war über große Zweifel erhaben und Peter konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Fehler bei ET zu suchen sei. Irgendwann hatte er das Laptop weg gelegt und war eingeschlafen und als die Schwester morgens hereinkam, war er froh, die Nacht hinter sich zu haben. Er wusste, er konnte nichts falsch machen, wenn er sofort seine Ricarda anrief. So war es auch. Sie freute sich, seine Stimme zu hören und wäre am Liebsten sofort zu ihm gefahren, doch das hatte kaum Sinn, denn er sollte bald zur Behandlung, beziehungsweise zur Anpassung der Gelenksstütze. Also vereinbarten sie, dass er anrufen würde, sobald sein Knöchel "eingepackt" worden war. Tatsächlich kam er sofort nach dem Frühstück dran, was wohl an seiner "Klasse"-Versicherung lag. Nach dem die Kunststoffschiene ausgehärtet war, drückte man ihm zwei Krücken in die Hand und erklärte ihm, auf welche Weise er damit umgehen sollte. Witzigerweise war er immer versucht, mit dem falschen Fuß zu beginnen, aber eine nette Krankenschwester belehrte ihn so lange, bis er alleine ein paar Meter gehen durfte. Dann setzte man ihn wieder in den Krankentransportstuhl, in dem er auf seine Entlassungspapiere und auf Ricarda warten durfte. Gegen halb elf Uhr kam Leitners Anruf mit einer überraschenden Information.

"Herr Handl, haben sie schon mit der Behörde gesprochen?" - "Noch nicht, aber bald." - "Überlegen sie es sich, wenn die nicht ohnehin von unserer Seite verständigt werden!" Ich hab geglaubt ich spinne! Ich hab heute gleich um halb acht angerufen und die Thematik grob umrissen. Eine knappe Stunde später stand eine Spezialeinheit bei mir auf dem Hof, ich wurde hochnotpeinlich befragt, die Batterie und sogar das Fahrzeug, das wir auf Kundenwunsch noch untersuchen sollten, wurden sofort beschlagnahmt. Fehlte nur noch, dass die mich festnehmen! Das Beste kommt noch: Das waren AMIS! Eine deutsche Spezialeinheit ähnlich der GSG9, aber die waren nur pro Forma dabei! Das Sagen hatten die "Besatzer" sag ich jetzt mal. Aber bei euch in Österreich haben die nicht so viel Macht, wie in good old Germany, also schauen sie sich ihr Auto lieber gleich an, bevor ihre Kobra zuschlägt..."

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