Die (un)heilige Allianz

Seufzend dankte Garrett Gott, dass die große Uhr schließlich Viertel nach zwölf schlug und der Unterricht für diese Woche erledigt war. Zwei Stunden Chemie und zwei Stunden Mathe waren wirklich zuviel.

Freitag war immer schon ein schrecklicher Tag!

In der Schule mussten sich Kyle und seine Trolle zurücknehmen, da waren die Attacken meist verbaler Natur. Doch es reichte trotzdem hier und da für einen Fausthieb auf den Rücken oder die Arme oder ein gestelltes Bein.

Garrett hatte sowas von die Nase voll. Seine anfängliche Euphorie, ausgelöst durch den neuen Mut nach dem Sieg über den Ghoul, war völlig erloschen.

Ghoule waren dumm, leicht zu besiegen und sie waren stumm. Sie waren fies, aber ihre Ziele und Absichten waren klar. Bei Kyle war das nicht so.

Garrett konnte beim besten Willen nicht begreifen, warum sein ehemals bester Freund all seine Energie dahinein steckte, ihn zu terrorisieren.

Er wollte nur noch weg. Jetzt wusste er wieder, warum er nicht gern in die Schule ging und diesen Tag wohl besser zuhause geblieben wäre, wie seine Mutter es wollte.

 

Der regenschwangere Himmel hatte bis jetzt alles trocken gelassen. Bei Garretts Glück begann es erst, wenn er auf der Straße war. Er schulterte seinen Rucksack, machte sein Rad los und schob es den Gehweg runter.

»Hörst du mich? Steht das mit dem Aufhängen und Manieren beibringen noch?«, sprach er leise vor sich hier, während Mitschüler an ihm vorbei ins Wochenende eilten. Er lächelte, als das Handy vibrierte und zog es aus der Hosentasche. Doch bevor er Dionysos‘ Antwort lesen konnte, riss ihm jemand – Kyles Gorilla Stephen – das Telefon aus der Hand. Sie waren hinter ihm hergeschlichen und hatten auf einen Moment gewartet. Gemma stand wie am Morgen als schmückendes Beiwerk dabei.

»Oy, Pinkie Pie, wer schreibt dir denn da Feines? Deine Mami?«

Garrett schnappte nach dem Handy, doch Stephen war einen Kopf größer als er und hielt es in die Luft. Er öffnete die SMS und las es den anderen vor: »‘Immer doch. Ganz wie du magst.‘ Uh, und dazu ein Zwinkersmiley. Wer hat das geschrieben? Ein Henry... uiuiui, ist das dein Lover, Pinky? ‚Ganz wie du magst‘, hm? Besprecht ihr gerade, wer heute Nacht den Arsch hinhält? Mann, bist du ‘ne Schwuchtel, Alter.«

Garretts Kopf musste karmesinrot leuchten.

Für jemanden, der ihm etwas unterstellen wollte, klang diese SMS wirklich verfänglich, doch das war sie doch gar nicht. Nur hatte es auch keinen Sinn, diesen Gehirnakrobaten ihre wahre Bedeutung zu erklären. Sie würden es doch nur als Ausflüchte abtun. Außerdem ging es niemanden etwas an, was er mit wem wann tat!

Selbst wenn besagter Henry ein Junge wäre, mit dem er eine solche Beziehung pflegen würde und kein Vampir, der höchstwahrscheinlich gerade stinksauer war, weil Garrett ihn unter seinem richtigen Namen ins Handy gespeichert hatte, ging es diese Idioten trotzdem verdammt noch mal nichts an!

»Gib es her!«, verlangte er von Stephen, doch der und die anderen lachten nur noch mehr.

»Erzähl‘ doch mal, Pinky, wie hast du es denn gern, hm? Bist du der Kleine, der sich nageln lässt oder der, der reinsteckt? Echt eklig...« Stephen erntete für den Kommentar einträchtiges Kopfnicken und Kyle musterte Garrett von Kopf bis Fuß.

»Garrett hält hin. Schaut ihn euch doch an. Körper wie ein Mädchen. Von dem lässt sich keiner vögeln, weder ein Mädchen noch ein Kerl.«

Garrett ballte die Hände zu Fäusten und biss sich auf die Zunge, um die heißen Tränen seiner noch heißeren Wut zurückzuhalten.

Alles, jedes Wort, was sie sagten, war widerlich, abwertend und sexistisch und er hätte schon längst einen Abgang gemacht, wenn er das verdammte Handy nicht brauchen würde!

»Und, haha... er bläst auch, ganz sicher. Schaut euch mal seine Mädchenlippen an. Der geborene Homo. Jetzt gib es halt zu, Pinky. Alles an dir schreit danach und dein Henry hier kann das bestimmt bestätigen.«

»Gebt jetzt das verdammte Handy her und lasst mich in Ruhe, ihr Vollidioten. Was ich mache, geht euch ‘nen feuchten Kehrricht an!«

Die Jungen begannen, sich das kleine Gerät zuzuwerfen und Garrett auf die Art zu nötigen, es ihnen abzunehmen. Wie bei einem albernen Ballspiel, das er noch als “Pflaume” kannte.

»Hol‘ es dir doch, Hinterlader«, lachte Kyle.

»Homo.«

‚Warum bist du jetzt nicht da, wo ich dich brauche?‘, dachte Garrett hilflos und war besorgt, dass das Handy runterfiel.

»Garrett küsst Henry, Garrett küsst Henry«, stimmte Kyle einen dummen Singsang an. Garrett fühlte Hitze, denn diese Unterstellung entsprach ja der Wahrheit.

»Garrett küsst Henry«, grölten nun auch Stephen und Neil, während das Telefon die Runde machte und Garrett mit geballten Fäusten da stand.

Von Gemma, der Dummtorte, die scheinheilig grinste, konnte er keine Hilfe erwarten. Von niemandem konnte er das, obwohl bereits einige im Kreis um sie standen und mit dem Finger auf ihn zeigten.

Zur Hölle sollten sie alle fahren! Warum machte er sich Sorgen um deren Sicherheit, wenn sie ihn nur verhöhnten? Er fühlte sich schrecklich allein.

»Dionysos...«, flüsterte Garrett und spürte, wie sich ihm der Hals zuzog. Er konnte einfach nicht mehr.

 

»Garrett küsst Henry, Garrett küsst... HEY!«

Der Singsang brach in einem empörten Schrei von Kyle ab und das Handy flog nicht mehr durch die Luft. Garrett hob den Kopf in der Hoffnung, er hatte auf seinen Hilferuf reagiert. Doch er war es nicht.

Stattdessen stand ein hochgewachsener Mann in einem langen Mantel und mit einem unverkennbaren Priesterkragen zwischen den Jungen, das Handy in der Hand, das er aufgefangen hatte. In der anderen Hand hielt er etwas, das Garrett als Geigenkasten erkennen würde. Über einer Schulter hing außerdem der Riemen einer kleinen Tasche.

Garrett hatte gar nicht mitbekommen, dass die Gemeinde einen neuen Pfarrer bekam.

»Wenn die Starken sich gegen einen Schwachen verbünden, ist das nicht cool, das ist feige! Und Gaffen ist eine Sünde. Schert euch weg, bevor ich euch Beine mache. Unnützes Gesindel!«, fauchte der Mann über seine Brillengläser hinweg und hatte seine Stimme sofort wieder im Griff.

Garrett schmunzelte leicht. Der war bestimmt nicht der neue Pfarrer. Die geheiligten Sprößlinge der Gatwicker Prominenz als Gesindel bezeichnen, käme bestimmt nicht so gut an. Doch es wirkte.

Die Traube löste sich auf und Kyle plus Konsorten machten die Biege.

Der Mann kam mit ernstem Gesicht auf den noch immer dastehenden Jungen zu. Etwas Kühles lag in den ruhigen, gut geschnittenen Zügen. Er musterte Garrett eine Sekunde und murmelte ein leises »Soso« vor sich hin, bevor er ihm das Handy zurückgab.

»Manchmal lohnt sich das Kämpfen, wenn man etwas will. Lass dich von solchen Leuten nicht entmutigen.« Er tappte ihm einmal auf die Schulter, wie man es von einem Pfarrer und Seelsorger erwarten würde, und setzte seinen Weg fort.

Garrett betrachtete das Handy in seiner Hand, beruhigt, es wieder zu haben, doch enttäuscht, dass Dionysos ihn hatte hängen lassen.

War er der Meinung, Garrett hatte Beistand nur bei Monstern nötig? Kyle war ein Monster – eines, das gut aussah, aber ein Monster.

Er hatte schon damals in der Umkleide bewiesen, wie monströs er war. Auch wenn nichts weiter geschehen war, Garrett träumte noch immer manchmal von diesem kalten Moment, in dem die Angst nach ihm gegriffen hatte.

Vielleicht hatte er zuviel in die »Freundschaft« zu dem Vampir interpretiert.

Genaugenommen wusste Garrett erst seit einer Woche, dass da überhaupt jemand im Wald existierte und das meiste, was er von Dionysos wusste, waren Horrorgeschichten aus längst vergangenen Tagen.

Vielleicht sehnte er sich einfach so sehr nach jemandem, der ihn mochte, dass er das bisschen, was Dionysos ihm gab, überkompensierte.

 

Um einem erneuten Hinterhalt zu entgehen, schwang er sich auf das Rad und nahm einen anderen Weg nach Hause als sonst. Er hatte keine Ahnung, wie er die Zeit rumbekommen sollte, da er keinen Schimmer hatte, was genau Dionysos eigentlich plante, ob er ihn einweihte und wann er sich wieder blicken ließ.

Gott, er benahm sich schon wie eine der eifersüchtigen Trullas in den Soaps seiner Mum!

So tief war er also schon gesunken?

Mit einem Seufzen schob er das Fahrrad die Auffahrt hoch und schnappte sich als erstes einen Besen, um die Ghoulreste in die Blumenrabatte zu fegen. Die Erde hatte etwas rötliches, als wäre das restliche Blut im Körper zu Staub geworden. Garrett verzog angewidert die Lippen, stellte den Besen ab und ging ins Haus.

»Mum, ich bin da!«

»In 10 Minuten ist das Essen fertig«, hörte er sie aus der Küche rufen und stieg die Treppe hoch. Es hatte seinen Reiz, wenn sie tagsüber zuhause war. Sonst war sein Mittagessen freitags eher eine Tiefkühlpizza, doch jetzt roch es nach Fisch und selbstgemachten Pommes.

In seinem Zimmer landete seine Schultasche auf dem Schreibtischstuhl und er strampelte sich die Chucks von den Füßen. Während er seine Schuluniform gegen Jeans und ein Metalhead-Sweatshirt tauschte, kamen ihm wieder die Zweifel, was Dionysos anging.

Hatte er vielleicht wirklich zuviel hineininterpretiert? Bildete er sich vielleicht nur ein, dass da etwas war zwischen ihnen?

Sie hatten einander zweimal geküsst und unter normalen Umständen würde Garrett sagen, dass das alles viel zu schnell ging, doch die Situation war nicht normal und das Kribbeln, die Hitze, das Feuer, das Garrett während der Küsse empfand, war echt gewesen.

Und in der Nacht in der Küche hatte er das Gefühl, dass der Vampir es ebenso genossen hatte.

Was war nur los mit ihm? Konnte er wirklich glauben, sich nach wenigen Tagen in eine Person verliebt zu haben, die er eigentlich nicht kannte? In einen Vampir, einen Mörder... einen Mann?!

Und übertrieb er nicht vielleicht einfach nur? Dionysos war immerhin damit beschäftigt, einen Schlachtplan auszuarbeiten, um die Stadt zu verteidigen. Er war nicht sein persönlicher Bodyguard, der kam und alle verkloppte, bloß weil sie ihn ärgerten.

Doch genauso wünschte Garrett es sich. Er wollte einen Beschützer, wie der kleine Lachlan. Er wollte einen Freund, der ihn zum Lachen brachte und einen Liebhaber, der ihn in den Arm nahm, wenn es ihm schlecht ging.

Seufzend hockte er sich auf sein ungemachtes Bett. Er benahm sich wie ein bockiges, egoistisches Kind!

»Garrett, Essen ist soweit!«, rief seine Mum und der Junge erhob sich. Es war wohl besser, eine Weile nicht darüber nachzudenken.

 

Der Tag ging in den Abend und der Abend in Nacht über. Garrett war längst im Bett, als Dionysos vom Dach seines Hauses aus auf die Stadt blickte. Alles war ruhig, doch der Vampir hatte dennoch Sorge, dass etwas passieren könnte.

Immerhin war Freitagnacht, die Pubs und Bars hatten länger geöffnet und wer konnte schon sagen, ob Allisters Ghoule oder seine Vampire nicht vielleicht hungrig waren.

Überhaupt hatte es ihn überrascht, dass seit Mittwoch Nacht, seit dem Tod Chester Bayfields, nichts weiter passiert war. Doch sicher fühlte er sich dadurch nicht. Das war für Dionysos nur die Ruhe vor dem Sturm.

Außerdem war es für Vampire unerlässlich, sich unauffällig zu verhalten und eben nicht weiter aufzufallen. Vermisste gab es wiederum in der Stadt auch nicht.

Sein Blick lag auf dem dunklen Fenster zu Garretts Zimmer. Der Junge war enttäuscht von ihm, er konnte es beinahe körperlich spüren.

Dionysos seufzte.

»'s zu ruhig da draußen, nicht?«

Der Vampir stieg wieder vom Dach und machte ein unbestimmtes Geräusch zu dem anderen Mann in seiner Küche.

»Ich weiß nicht, wie es bei dir in Norfolk ist, aber hier ist das normal. In Gatwick ist zu dieser Jahreszeit außer der Ernte nichts los.«

»Ein Zustand, den ich begrüße«, sagte der Mann mit der Brille vornehm, trank einen Schluck Tee und versuchte dabei, den schmusewütigen Kater abzuwehren, der ganz berauscht von den vielen Streicheleinheiten zu sein schien, die er die letzten Tage bekommen hatte.

»Erzähl keinem, dass du ein Jäger bist«, schmunzelte Dionysos und ein feines Lächeln umschmeichelte die Lippen des anderen Mannes.

»In erster Linie sehe ich meine Pflicht darin, verlorenen Schäfchen geistigen Beistand zu leisten. Auch wenn das manchmal eine Kugel in den Kopf bedeutet.«

Dionysos lachte und stellte etwas klassisches Teegebäck auf den Tisch, an dem sich der Gast freudig bediente.

»Mit einem Pfaffen wie dir hätte mir ein Kampf vor 300 Jahren wirklich Spaß gemacht.«

»Zweifellos. Schwer zu entscheiden, wer dann den Sieg davon getragen hätte.«

»Vermutlich ich, denn du warst zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geboren«, grinste Dionysos und der Mann machte ein zerknirschtes Geräusch, als hätte er nicht daran gedacht.

Eine Weile schwiegen sie. Dionysos hing mit seinen Gedanken bei Garrett, während der Pfarrer dem Werben des Katers nachgegeben hatte und das schnurrende Tier nun mit ruhigem und entspanntem Gesicht streichelte.

Die Uhr tickte unerbittlich die Zeit runter, es wurde Mitternacht, es wurde zwei, es wurde vier. Stunden, die das Leben eines Vampirs beeinflussten, als wären es Sekunden, unbedeutend dahingerauscht.

»Es ist angenehm hier, das Rauschen des Waldes im Wind. Ich verstehe, was dich bewegt, hier zu leben.«

»Dann verstehst du auch, warum ich es beschützen möchte.«

Der Mann mit der Brille lächelte milde.

»Ich weiß vielmehr, wen du schützen möchtest. Ich hab ihn getroffen, den Jungen, der dein Blut an sich trägt.«

»Ich weiß. Danke, dass du dazwischen gegangen bist.«

Der Mann nickte.

»Gern geschehen. Ich bemerke dieses Verhalten in meiner Gemeinde auch. Jugendliche werden immer grausamer und mischen sich in Dinge ein, die sie nichts angehen. Aber sag, stimmt denn, was gesagt wurde? Dass die Beziehung zwischen dem Jungen und dir persönlicher Natur ist?«

»Nicht wie man es ihm unterstellt hat. Zwischen uns ist nichts Sexuelles. Ich möchte nur, dass wieder Ruhe einkehrt und er in Ruhe leben kann. Immerhin habe ich die Suppe hier eingebrockt.«

Der Pfarrer nickte.

Selbst der härteste Mensch hatte etwas, das er beschützen wollte. So funktionierte die Welt nun mal.

»Woher wusstest du, dass ich gemeint war? Mal abgesehen von dem Geruch...«

»Nicht nur Allister ist in der Lage, einen Namen herauszubekommen und ich weiß eben gern, in wessen Schuld ich stehe. In Verbindung mit deinem Geruch war es also logisch. Außerdem hat der Junge deinen Namen gemurmelt, bevor ich dazwischen gegangen bin. Er hoffte wohl, du würdest kommen.«

Dionysos nickte mit zusammengepressten Lippen.

»Ich hatte Vorbereitungen für euch zu treffen und war der Meinung, er würde das auch allein schaffen. Immerhin hat er das die letzten 5 Jahre auch hinbekommen.«

»Etwas hinbekommen und etwas bewältigen ist nicht das gleiche. Ich glaube, ein männlicher Fixpunkt ist für ihn wichtiger als du denkst. Denn sein Vater ist nicht mehr da, habe ich Recht?«

Dionysos nickte.

»Ich erlebe das oft, dass Jungen ohne Mann im Haus, zu dem sie aufschauen können, entweder aggressiv werden oder in der Opferrolle landen. Dein kleiner Schützling kann jemanden wie dich gut gebrauchen. Als Bruder, Freund oder... was auch immer.«

»Es stört mich, dass diese Idioten in der Schule sich in Garretts Angelegenheiten einmischen oder... auf seinen Präferenzen rumhacken. Dich scheint das nicht abzuschrecken...?«

»Ich habe als Pfarrer schon schlimmere Sachen in meinem Beichtstuhl gehört als gleichgeschlechtliche Liebe. Ich mag ein viktorianischer Engländer sein, aber ich bin nicht von gestern.«

Der Mann mit der Brille ließ sich noch ein paar Kekse schmecken, während Dionysos nachdachte. Es stimmte, dass die Menschen heute wesentlich offener mit diesem Thema umgingen, doch die meisten alten Vampire waren ewig Gestrige. Er wollte seine Sexualität nach wie vor nicht an die große Glocke gehängt sehen. Das war seine Sache. Und genauso wollte er das für Garrett.

»Höre ich da nicht ein Flugzeug?«, merkte der Pfarrer nach einigen Minuten auf und Dionysos nickte mit einem Lächeln. Es war halb 5, Samstag morgen.

Wenn er etwas versprach, hielt er es.

»Ist es Jack?«

»Ja.«

»Wo landet er?«

»Vier Meilen von hier liegt der Flugplatz von Sandfort. Dort ist eine Halle auf seinen Namen gemietet. Ich sagte doch, ich hatte Vorbereitungen zu treffen.«

Dionysos erhob sich und füllte Wasser in eine Kanne. Als Amerikaner stand Jack nicht so auf Tee, also machte er Kaffee. Nach einem 12-Stunden-Flug in einer kleinen Maschine brauchte er den wohl.

Jack war ein schneller Läufer. Vier Meilen schaffte er sicher in 15 Minuten.

»Wo willst du uns alle verstauen? Beziehungsweise was gibt dir die Sicherheit, dass Allister dein kleines Heiligtum hier nicht überrennen lässt?«

»Das Haus hat mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist, ist sicher vor Lauschangriffen und hat Kellerräume und Fluchttunnel. Dort kann ich euch alle bequem einquartieren und man kann sich verstecken, wenn nötig.«

Der Pfarrer nickte.

»Fehlt nur noch Anouk. Von Callum hast du gehört?«

»Ja, ziemlich heftig.«

»Wie Scharmützel um Reviere leider zu oft ausgehen. Ich hoffe, wir bleiben alle heil.«

»Ich auch«, murmelte Dionysos, im Gedanken bei Garrett und seiner Mum.

 

Der Kaffee dampfte aromatisch vor sich hin und der Mann mit der Brille gönnte sich eine Tasse, als die Tür aufging und ein großer, muskulöser und sonnenverbrannter Mann in die Hütte trat.

»Junge, nennt ihr Engländer das etwa einen Sommer?«

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