Wir saßen auf einem kleinen Boot, mitten auf dem Fluss. Die Sonne schien, es war angenehm warm. Jonas hatte sich mit dem Rücken in das Boot gelegt und die Augen geschlossen. Wahrscheinlich genoss er gerade die Sonne. Ich schaute auf das glitzernde Wasser. Mir kam die Melodie der „Moldau“ von Bedrich Smetana in den Kopf, in der dieser den Lauf des Flusses vertont hatte.


Wir hatten uns über gemeinsame Freunde kennen gelernt. Von Anfang an herrschte eine lockere Atmosphäre zwischen uns. Wir verstanden uns gut. Oftmals trafen wir uns zusammen mit unseren Freunden, in letzter Zeit aber auch öfter einmal alleine. Dann hatte Jonas die Idee gehabt, für ein paar Tage einen Ausflug mit dem Boot zu unternehmen. Davon erfreut, mit ihm einmal ein paar Tage wegzufahren, hatte ich ihm zugestimmt. Und nun waren wir bereits seit zwei Tagen unterwegs. Bisher war das Wetter aber immer bedeckt gewesen. Erst heute früh hatte sich die Sonne hinter den Wolken hervor getraut.


Jetzt war es Nachmittag und wir waren schon wieder ein ganzes Stück weiter gekommen. Nun trieben wir aber seit einer Weile mit der Strömung, da ich nicht alleine gegen sie ankam – den Versuch dazu hatte ich schon sehr bald aufgegeben.

Mir fiel auf, dass Jonas heute den dritten Tag in Folge das gleiche T-Shirt angezogen hatte. Ich fragte mich, ob er denn mehr als dieses eine eingepackt hätte. Wir wollten noch für einige Tage unterwegs sein. Nichtsdestotrotz gefiel er mir. Seine gebräunte Haut verriet, dass er viel an der frischen Luft war. Da er seine Augen geschlossen hatte, konnte ich mir ihn in Ruhe ansehen. Mir gefielen seine kurzen, gelockten und etwas strubbeligen braunen Haare ebenso gut wie seine haselnussbraunen Augen oder sein rötlicher Mund. Viel mehr als sein Aussehen gefiel mir aber seine Art, mich zum Lachen zu bringen. Er schaffte es auch immer, mich aus schlechten Gedanken zu reißen und wieder fröhlich zu stimmen.

Jonas machte die Augen wieder auf. „Hab ich da was?“, fragte er und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. „Nein, nein. Alles in Ordnung“, antwortete ich schmunzelnd. Er setzte sich wieder auf und nahm das Paddel in die Hand. „Dann wollen wir mal wieder ein bisschen voran kommen“, sagte er, „Machst du mit?“ Ich setzte mich hinter ihn, nahm das zweite Paddel und versuchte, in seinen Rhythmus zu kommen.


Schließlich fing es an zu dämmern. „Wir sollten uns langsam mal ein schönes Plätzchen suchen“, meinte Jonas. Er steuerte das Ufer an. „Da vorne sieht es gut aus“, meinte er dann und zeigte mir die Richtung. Dort gab es einen unbewaldeten Streifen, der wahrscheinlich häufiger von Paddlern als Lagerplatz verwendet wurde. Langsam dirigierte er das Boot an das Ufer, sprang heraus und machte es mit einer Leine an einem Baum am Rande der Lichtung fest. Dann kletterte ich aus dem Boot, nachdem ich ihm unser Gepäck gegeben hatte. Zuerst bauten wir gemeinsam das Zelt auf. Es war nicht allzu groß, bot für zwei Personen aber genügend Platz. Dann packten wir eine Decke aus und legten sie auf den Boden. Darauf stellten wir etwas von dem Essen, das wir uns für den Ausflug mitgenommen hatten. Zwar war das kein üppiges Abendessen, doch die Umgebung und die mittlerweile einsetzende Dämmerung sorgten für eine ganz eigene Romantik.


Nach dem Essen war es schon ziemlich dunkel und entsprechend kühl. Ohne dass ich irgendetwas gesagt hätte, holte Jonas plötzlich eine Decke aus seinem Rucksack und lege sie mir über die Schulter. Von seiner Fürsorge etwas überrascht, bedankte ich mich bei ihm. Dann unterhielten wir uns noch eine Weile.

Nach einer Stunde wurde mir dann trotz der Decke kalt. „Ich werde jetzt mal schlafen gehen“, meinte ich zu Jonas. Der nickte bestätigend und sagte: „Ich räume das hier noch zusammen. Du kannst dich in der Zeit schon umziehen.“ Ich holte den Schlafanzug aus meinem Rucksack und ging etwas hinter das Zelt, um mich dort umzuziehen. Dann packte ich meine Sachen ein und kroch samt Rucksack in das Zelt. Einige Minuten später kam Jonas bereits umgezogen nach. Nun lag jeder in seinem Schlafsack. Wir unterhielten uns noch eine Weile, bis wir dann schließlich einschliefen.


Am nächsten Tag wurden wir von prasselndem Regen geweckt. „Bei dem Wetter können wir nicht weiterfahren“, meinte Jonas noch etwas schlaftrunken. Da sollten wir wohl besser hier drinnen bleiben. Wir holten das Essen hervor und frühstückten dann im Zelt.

Nachdem wir dann etwas gegessen hatten, packten wir alles wieder weg. Da wir nur das Notwendigste mitgenommen hatten, hatten wir nichts zum Zeitvertreib mit. Also fingen wir an, uns zu unterhalten. Wir redeten über das Wetter und unsere Pläne für die Zeit nach dem Ausflug. Als Jonas mich dann mal wieder zum Lachen brachte, sagte ich unwillkürlich: „Das mag ich an dir: Du bringst mich immer zum Lachen.“ Gleich darauf errötete ich leicht, aber er schien das gar nicht zu bemerken und lächelte nur. Es folgte einige Zeit der Stille. Keinem von uns beiden schien ein Ausweg aus dieser ungewollten Situation einzufallen. Dann meinte er plötzlich: „Ich liebe dich.“ Das hatte er noch nie zu mir gesagt, und deshalb war ich auch etwas überrascht. Ohne dass ich noch Zeit gehabt hätte, lange über seine Liebeserklärung nachzudenken, küsste er mich. Es war das erste Mal, dass sich unsere Lippen trafen. Von der einen Sekunde zur anderen konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Mein Körper übernahm die Kontrolle über mich und küsste ihn. Dann umarmte ich ihn und küsste ihn gleich noch einmal. Mein Kopf hatte immer noch nicht die Kontrolle über meinen Körper zurück erlangt. Die nächste Zeit – ich weiß nicht genau wie lange – verbrachten wir damit, uns wieder und wieder zu küssen. Dabei kuschelten wir uns aneinander und umarmten uns hin und wieder. Meine Gefühle für ihn waren so intensiv. Nicht nur, dass ich seine Nähe und Zärtlichkeit genoss. Ich liebte ihn und mochte ihn genauso, wie er war. Sein Lächeln, seinen Humor, seine Fürsorge und alles andere an ihm. In meinem Kopf formte sich ein Bild von uns beiden mit zwei Kindern und einem Haus. Eine glückliche Familie.

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Jonas mich wieder küsste. Dieses Mal noch etwas fordernder. Eng umschlungen lagen wir in unserem Zelt. Von draußen hörten wir immer noch das Rauschen des Regens. Dann fing Jonas an, liebevoll über meinen Körper zu streicheln. Ich war wie elektrisiert. Als er dann schließlich zärtlich einige Finger unter das Oberteil des Schlafanzugs führte, den ich noch immer trug, war ich ihm komplett verfallen. Er schaute mich kurz an und fragte mit seinen Blicken, ob ich einverstanden war. Ich nickte leicht und fühlte sofort, wie sich seine Hand tiefer unter mein Oberteil schob. Mein Körper kribbelte mittlerweile wie verrückt, ich hielt es kaum noch aus. Die Hand auf meinem Körper hatte schon den gesamten Rücken erkundet, während die zweite dabei war, mein Oberteil auszuziehen. Dann streichelte Jonas zärtlich meinen Bauch. Immer tiefer ließ er seine Hand gleiten. Schließlich berührte sie den Stoff meiner Schlafanzughose und fuhr gleich darauf noch ein Stück tiefer unter sie. Unwillkürlich entfuhr mir ein Stöhnen. Jonas hatte das mitbekommen und ließ seine Hand die verborgenen Stellen unter dem Stoff erkunden. Langsam fuhr sie an meiner nackten Haut entlang, immer weiter, tief unter den Stoff. Dann zog sie sich wieder zurück und machte sich zusammen mit der anderen Hand daran, mir meine Schlafanzughose auszuziehen. Schließlich lag ich nur noch mit Slip und BH bekleidet vor Jonas, der seinerseits noch den Schlafanzug an hatte. Schnell machte ich mich daran, ihm diesen auszuziehen.

Plötzlich hörten wir vom Fluss her ein Plätschern. Wir waren so miteinander beschäftigt gewesen, dass wir nicht bemerkt hatten, dass es zu regnen aufgehört hatte. Dann hörten wir Menschen aus einem Boot aussteigen.

In unserer Zweisamkeit gestört hielten wir inne. Dann küssten wir uns noch ein letztes Mal, bevor wir schnell in unsere Sachen schlüpften. Jonas stieg als erstes aus dem Zelt und begrüßte die Ankommenden. Ich dagegen brauchte einige Zeit. Mein Körper kribbelte immer noch wie verrückt. Ich konnte mich kaum konzentrieren und beruhigen. Erst als mein Körper dann langsam zur Ruhe gekommen war, stieg ich aus dem Zelt.

Kommentare

  • Author Portrait

    Ach... immer, wenn es am Schönsten ist...

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    Och, wäre so schön gewesen...

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