Ein Funken Wahrheit


„Kannst du das vielleicht mal lassen?“, schnauzte ich meinen nervigen Bruder an und schubste seinen Kopf wieder in Richtung Mia und damit weiter weg von mir.

„Tom!“ Genervt stöhnte meine Mum auf, drehte sich widerwillig von der Vorderbank zu uns nach hinten um und musterte mich mit hochgezogener Augenbraue. Ich wusste genau was dieser Blick zu bedeuten hatte.

Wahrscheinlich war ich wieder Diejenige die übertrieb und grundlos genervt war, weil mein kleiner Bruder der Meinung war, er müsse mir dämliche Grimassen schneiden und dabei aus versehen ständig seinen Ellbogen in meine Rippen rammen. Ich hatte keine Lust mich mit ihr zu streiten, deshalb wand ich meinen Blick von ihr ab und betrachtete den an uns vorüberziehenden Wald.

Ich rutschte immer weiter an die Fensterscheibe ran, in der Hoffnung irgendwann nicht mehr Tom´s Ellenbogen in meinen Rippen spüren zu müssen. Warum mussten wir uns auch zu fünft in einen Wagen quetschen, der normaler Weise für gerade mal vier Leute Platz bot? Aber ich konnte mich kaum beschweren, immerhin bekam ich die Ehre einen der beliebten Fensterplätze, mein nennen zu können.

Gelangweilt ließ ich meine Fingerspitzen gegen die Fensterscheibe klopfen und betrachtete die herunterrinnen Regentropfen. Leise summte ich die Melodie des Liedes mit, das gerade durch meine Kopfhörer drang und versuchte dabei krampfhaft, Tom´s Ellenbogen zu ignorieren. Im Augenwinkel sah ich sein Grinsen, das verriet, wie sehr er hoffte, ich würde auf seine Provokation eingehen. Eigentlich wollte ich ihm den Gefallen nicht tun, aber der Druck wurde immer stärker und ich sah es eigentlich nicht ein, mich von meinen kleinen Bruder nerven zu lassen.

„Tom, könntest du netter Weise deinen Ellenbogen aus meinen Rippen nehmen?“

„Wenn du dich hier so fett machst.“

„Wo soll ich denn hin rutschen?“, schnaufte ich und quetschte mich noch enger an die Autowand.

„Wann sind wir endlich da?“, quietschte Mia, meine kleine Schwester, die rechts neben Tom in ihrem Kindersitz nervös herum schaukelte, auf.

„Bald.“, knurrte Dad und schmiss den Scheibenwischer an. Ich war sowieso erstaunt, dass er bis jetzt überhaupt noch etwas erkennen konnte. Die Regentropfen hatten sich bereits so dicht auf die Fensterscheibe niedergelassen, dass ich nur noch schwache Umrisse erkennen konnte.

„Was heißt bald?“

„Das Navi zeigt noch eine knappe Stunde an.“, sagte Mum und kramte unter ihrem Sitz nach einer Süßigkeitentüte. Tolle Idee, lenken wir doch die Kinder mit Süßigkeiten ab, warum ist mir das nicht eingefallen? Ihr ist doch aber bestimmt bewusst, dass das erst recht für Streit sorgen wird oder?


Eine Stunde nur noch? Ich hoffte wir würden in dieser Zeit, diese endlosen und verlassenen Straßen hinter uns lassen. In den ganzen drei Stunden, die wir bereits schon auf dieser Landstraße fuhren, war uns weder, ein Auto eine Tankstelle oder auch nur eine Abzweigung entgegen gekommen. Mein Dad war kein Raser, trotzdem hatte wir ein ordentliches Tempo drauf. So war es noch verwunderlicher, dass uns Nichts und Niemand entgegen gekommen war.

Langsam lehnte ich mich vor und schmulte zwischen Dad´s und Mum´s Sitzen hindurch, um einen Blick auf die trockene Frontscheibe werfen zu können. Ich kniff die Augen zusammen, als ich etwas noch ziemlich weit weg von uns, entdeckte, das einer Kreuzung sehr ähnlich kam.

Vielleicht war diese Kreuzung unser Ticket, aus dieser düsteren Unendlichkeit? Umso näher wir ihr kamen, desto mehr begann das Radio zu rauschen.

„Was n jetzt los?“, rief ich verwundert und lehnte mich weiter in Richtung Tom, um mehr vom Geschehen mitzubekommen.

Mein Blick viel auf das Navi, das bereits völlig durcheinander zu sein schien. Es begann sich wild zu drehen und plötzlich befanden wir uns angeblich auf einem Feld. Ich musste grinsen, denn von einem Feld waren wir sichtlich weit entfernt.

Links und rechts von uns waren immer noch, finstere und düstere Wälder, aus denen dichter Nebel trat, der uns innerhalb von Sekunden eingehüllt hatte und die Sicht immer mehr verschlechterte. Donnergrollen war weit von uns entfernt zu hören und am Horizont hellten ein paar Blitze auf, die den wolkenverhangenen Himmel für einen Moment erleuchteten. Es dauerte nicht lange, bis der Nieselregen zu strömenden wurde und die Regentropfen regelrecht gegen die Fensterscheiben preschten.

Selbst die Scheinwerfer, die Dad nun eingeschaltet hatte brachten nicht viel und plötzlich befanden wir uns schon an der vermeidlichen Kreuzung. Aber anstatt einer Kreuzung erstreckte sich nun ein Kreisverkehr vor uns, der mindestens sechs Ausfahrten haben musste. Genauso überrascht wie ich, schreckte Dad auf und trat auf die Bremse, um nicht mit vollem Schwung in die Kurve zu rasen.

„Nehmen sie zweite Ausfahrt.“, meldete sich die Navistimme.

„Wie soll man denn bei diesem Wetter überhaupt eine Ausfahrt finden?“, beschwerte sich Dad und umklammerte das Lenkrad fest.

„Fahr doch mal langsamer!“, ermahnte ihn Mum nervös und legte die Gummibärchen Tüte, in die sie sich bis eben fest hinein gekrallt hatte, ins Handschuhfach.

„Kriegen wir jetzt Gummibärchen?“, rief Tom begeistert und klatschte so laut in die Hände, dass er die Stimme des Navi´s übertönte.

„Psst, später.“, rief Mum verärgert, wobei sie ihren Blick nicht vom Navi ab wand.

„Welche Ausfahrt soll ich denn jetzt nehmen?“

„Keine Ahnung fahr erst Mal weiter.“

Die zweite Ausfahrt hatten wir längst verpasst, sodass wir wohl gezwungen waren eine ehren Runde zu drehen.

„Bitteeeeee.“, brüllte Tom und rüttelte energisch an Mum´s Kopflehne.

„Nein.“

Hatte ich nicht gesagt, Süßigkeiten wären keine gute Idee?

„Bitteeee.“, stimmte jetzt auch Mia mit ein und zusammen rüttelten sie an Mum´s Kopflehne.

„Nein.“, rief sie wütend und drehte sich so ruckartig um, dass selbst ich mich erschrak. Beide fuhren sie zusammen und ließen sich wieder in ihre Sitze plumpsen.

Vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun... was zur Hölle? Wie viele Ausfahren gab es hier? Ich zählte bereits die zehnte und immer noch war kein Ende in Sicht.

„Nehmen sie die erste Ausfahrt.“, erklang die hohe Stimme des Navi´s und machte mich stutzig. Die erste? Hatte sie vorhin nicht von der zweiten gesprochen?

„Nehmen sie die zweite Ausfahrt.“

„Nehmen sie die dritte Ausfahrt.“

Nachdem wir auch an der dreizehnten Ausfahrt vorbei gefahren waren, erkannte ich die Straße wieder, von der wir ursprünglich gekommen waren. Sie unterschied sich nur unwesentlich von den anderen. Aber ich erkannte sie am Mittelstreifen wieder. Die Farbe war verblichen und man erkannte ihn nur noch schwach, zudem fehlten kurz vor dem Kreisverkehr ein paar Striche.

„Nehmen sie die vierte Ausfahrt.“

„Nehmen sie die fünfte Ausfahrt.“

„Was soll das?“, beklagte sich Dad und tippte unaufmerksam auf dem Navi herum.

„Nehmen sie die sechste Ausfahrt.“

„Drehen sie wenn möglich um.“, waren die letzten Worte des Navi´s, ehe es sich Dank Dad, endgültig von uns verabschiedete.

„Na super.“, beklagte sich Mum und fuhr sich schwer Atmend durch die Haare. Der Regen prasselte immer heftiger gegen de Fensterscheiben und der Wind wurde stärker. Die Bäume wogen sich schwer in ihm und manchmal bekam ich Angst sie würden auf uns hinabstürzen.

Das Gewitter hatte uns bereits eingeholt und und die schwarzen Wolken waren direkt über uns. Die vereinzelten Blitze, häuften sich und schossen den schwarzen Himmel entlang.

Plötzlich wurden wir in grelles Licht getaucht und ein lautes Knacken neben uns bereitete mir Gänsehaut. Die Helligkeit verschwand, schnell riss Dad das Lenkrad rum und raste mit voller Wucht gerade so an einem Baum vorbei, die siebte Ausfahrt entlang. Die Scheinwerfer hatten das Schild hell erleuchtet, sodass ich mir sicher war, dass wir die siebte Ausfahrt genommen hatte. Panisch trat Dad auf die Bremse und brachte somit den Wagen zum Stehen.

Erleichtert ließen sich Mum und Ich in die Sitze fallen und atmeten auf.

„Was war das?“, brachte ich erstaunt hervor und drehte mich um. Mehrere Meter hinter uns, lag ein Baum quer über die Straße. In der Mitte war er vom Blitz gespalten worden und verhinderte nun den Verkehr. Nur gut das hier ein nicht allzu hoher Betrieb herrschte.

„Ich weiß es nicht. Wäre dein Dad nicht so gerast, hätten wir bestimmt die richtige Ausfahrt bekommen.“, beschwerte sie sich und warf Dad aus dem Augenwinkel, vorwurfsvolle Blicke zu.

„Oder wir wären vorher von einem Baum zertrümmert worden.“

Eigentlich wollte ich Dad nicht in Schutz nehmen, aber Mum konnte manchmal ziemlich hart sein.

„Und wo müssen wir jetzt lang?“, fragte Dad unsicher, lehnte sich über Mum´s Schoß und kramte im Handschuhfach nach der Landkarte. Vorsichtig faltete er sie aus und legte sie quer über´s Lenkrad. Zusammen betrachteten meine Eltern die Karte und hofften wohl möglich eine Erleuchtung in ihr zu finden.

„Wir können sowieso nicht mehr zurück. Lasst uns weiter fahren und an der nächsten Tankstelle nach dem Hotel fragen.“, schlug Dad vor und gab Mum die Karte, damit sie diese wieder zusammenfaltete. Er war ja optimistisch. Waren die letzten drei Stunden etwa unbemerkt an ihm vorbeigegangen oder konnte er nur gut ignorieren, dass wir uns hier sichtlich im Nirgendwo befanden? Er war gerade dabei den Motor wieder anzuwerfen, als sich Mia zu Wort meldete:

„Ich muss pullern.“
Ich ließ Luft aus meinem Mund entweichen und stöhnte genervt auf:

„Also wenn wir so weiter machen, sind wir in hundert Jahren immer noch nicht angekommen!“ Ungeduldig zog ich die Kopfhörer aus meinem Handy und schaltete die Musik aus.

„Gut ignoriert mich, ist mir recht.“
„Erek würdest du die Kindersicherung raus nehmen?“, brummte Mum und griff an die Autotür. Die Kindersicherung, wie ich sie hasste. Meine Eltern waren wirklich übervorsichtig. Seid zwei Jahren schon musste ich mich damit rumschlagen, weil mein herzallerliebster Bruder der Meinung gewesen war, er müsse während der Fahrt die Autotür öffnen, um eine Biene aus dem Wagen zu verscheuchen. Das war das erste und letzte Mal, dass er Vorne sitzen durfte!

Das Ganze ist für die Biene allerdings mehr als schlecht ausgegangen. Da wir gerade durch einen dunklen Tunnel gefahren waren, ist sie schnurstracks gegen die Wand gedonnert. Na ja eine Biene weniger auf der Welt.

Als Mum mit ihrer Rede, über jede Gelegenheit nutzen, anfing, konnte auch Tom sich aufraffen und verschwand schließlich mit Mia und unserer Mutter, im Wald. Eigentlich musste ich auch mehr als dringend zur Toilette, aber da es voraussichtlich nur noch eine Stunde dauern sollte, musste ich mich wohl zusammenreißen, wenn ich nicht zwischen irgendwelchen Spinnen und anderen Krabbeltieren pinkeln gehen wollte.

Nachdem ihre Stimmen verstummt waren, wurden mein Vater und ich in klägliches Schweigen gehüllt. Ich hasste es mit ihm alleine zu sein. Ich wollte mich schon gar nicht mehr darum bemühen ein Gespräch zustande zu bekommen. Es fühlte sich einfach schrecklich an, wenn ich in Gegenwart von Mum und meinen Geschwister auf heile Familie machen musste, nur um meinen Dad nicht in die Pfanne zu hauen.

Mein Blick viel auf seinen Ringfinger, an dem eigentlich sein Ehering sitzen sollte. Vor circa vier Wochen waren wir im Schwimmbad gewesen, wo er ihn angeblich verloren haben soll. Dumm nur, dass seine neugierige Tochter, den Ring in seinem Bademantel gefunden hatte. Angeblich lief zwischen ihm und einer Kollegin erst seid zwei Monaten etwas, aber in seinen Augen konnte ich sehen, dass es deutlich länger gewesen sein musste.

Das Problem war nur, dass ich ihn verstehen konnte. Ich konnte wirklich gut nachvollziehen warum er es uns verheimlichte. Meine Mutter konnte ein echter Besen sein und sie liebte es, ihn in unserer Gegenwart runter zumachen. Außerdem musste er dann seine drei Kinder nicht vor die schwierige Entscheidung stellen, bei wem sie leben wollten. Vielleicht war gerade das der Grund, warum ich bei dem Ganzen überhaupt mitspielte. Meine Mutter von Morgens bis Abends belog. Ich wollte und konnte mich doch für keinen der beiden entscheiden. Sie waren beide meine Eltern und irgendwie hatte ich sie ja doch lieb, auch wenn wir uns oft in der Wolle hatten. Ich könnte mich gar nicht entscheiden, weil ich dann zwangsläufig einen von beiden verletzen würde.
„Alex?“

Ich schreckte auf, als mir grüne Augen freudig entgegen funkelten. Ich war so gedankenversunken gewesen, dass ich gar nicht bemerkt hatte, wie Mum und meine Geschwister wieder ins Auto gestiegen waren. Strahlend starrte mir Mia entgegen und schien mich zu etwas auffordern zu wollen.
„Ich hab Hunger!“, rief sie trällernd und schaukelte mit ihren Beinen.

Manchmal wünschte ich mir, ich hätte auch diese Unbeschwertheit. Ihre größte Sorge war doch, welche Gummibärchen Farbe sie zuerst essen sollte.
„Ich auch.“, sagte Tom schnell und forderte mich auf auch für ihn Essen zu holen.
Schwer atmend schnallte ich mich ab und rutschte auf die vorderste Ecke meines Sitzes.

„Dad, lässt du mich raus?“

Nickend bewegte er sich aus dem Auto und klappte den Sitz um, damit ich aus dem Auto steigen konnte. Fast dankend lächelte er mir gequält entgegen und machte einen Schritt zur Seite damit ich genügend Platz hatte. Ob er wusste worüber ich nachdachte?

Ich konnte ihm nicht mal verübeln, dass er eine andere hatte. War es nicht menschlich, sich neu zu verlieben? Er hatte es bestimmt nicht gewollt, wer würde das auch? Andererseits war unglaublich was er von mir verlangte. Er wollte das ich log. Das ich alle anlog, nur für ihn. Wie konnte er so etwas überhaupt verlangen? Ich spürte wie ich wütend wurde und Probleme bekam meine Wut verstecken zu können. Damit es niemand bemerkte, setzte ich meinen genervten Blick auf. Das tat ich immer, dann schoben sie es auf die Pubertät und ich hatte meine Ruhe.

„Wollt ihr auch etwas?“, fragte ich Augen rollend, um ihnen zu vermittelnd, dass sie bloß nicht auf die Idee kommen sollten, „ja“, zu sagen.
„Nee.“, rief mir Mum zu und damit nahm ich den Weg bis zum Kofferraum auf mich. Kalter Wind strömte mir entgegen und brachte mich zum frösteln. Zögernd starrte ich in den Himmel, als ich bemerkte, dass es längst aufgehört hatte zu regnen. Nur noch vereinzelte Tropfen ließen sich auf die Erde nieder und kühlten mein warmes Gesicht, was von der Heizung im Auto, schon völlig Glühte. Ich zuckte mit den Schultern und öffnete den Kofferraum, um unsere Futtervorräte raus zu holen. Eine Weile kramte ich in einer roten Kühltasche nach den Broten. Als ich sie endlich gefunden hatte, schloss ich die Tasche und schmiss den Kofferraum zu, woraufhin die ersehnte Stimme meines Vaters ertönte:
„Das Auto ist kein Panzer!“ Ich rollte erneut mit meinen Augen und verkniff mir eine Gegenantwort.
Es raschelte plötzlich hinter einem der vielen Bäume ganz nah neben mir. Ich drehte mich schnell um und schaute nach rechts, wo das Rascheln her kam. Erst konnte ich in der Dämmerung nichts erkennen, dann aber zeigte sich die kräftig gebaute Gestalt, die mir erschrocken entgegen blickte. Ihre Haut strahlte seltsam im Abendlicht und ihre Augen waren von einem stechenden rot gezeichnet. Ein fieses Grinsen legte sich auf ihre Lippen und ließ mich erschaudern. Es schob zwei Sträucher zur Seite und begann sich mit mächtigen Schritten auf mich zu zu bewegen. Ich ließ vor Schreck das Essen fallen und es klatschte auf den matschigen Boden, der meine Boots schon völlig versaut hatte. Erst jetzt viel mir auf, dass die Brötchen gar nicht eingepackt waren.

Mit bebenden Knien bewegte ich mich zu Boden, wobei ich das Wesen nicht aus den Augen verlor. Ich tastete nach den Broten, blieb aber erfolglos.

Ängstlich wagte ich einen Blick nach unten, um nach ihnen greifen zu können, doch als ich meine Blicke wieder nach vorne wandte, starrten mir feuerrote Augen direkt entgegen. Ich konnte einen warmen Hauch an meinem Ohr spüren und schon war es verschwunden. Lediglich ein Wimpern Schlag war vergangen, ehe es die Flucht ergriffen hatte. Es war so schnell verschwunden, dass ich mir nun nicht mehr sicher war, ob ich es mir doch nur eingebildet hatte. Aber der warme Hauch an Ohr und Nacken, war immer noch nicht verschwunden und ließ das ganze realer wirken, als es hätte sein dürfen.

Eine Weile blieb ich gedankenversunken auf dem Boden hocken, dann aber kam ich zur Besinnung. Ich hob das Essen vom Boden auf und wischte den Dreck so gut es ging ab. Abwesend stieg ich ins Auto und legte die Brote auf Tomi's Schoß.

„Willst du auch was?“, fragte Tom gar zuvorkommend, während er von seinem Brötchen abbiss. Ich hörte ein Knirschen, was wahrscheinlich vom Schlamm in dem es gelegen hatte kam, doch Tom schien davon nichts zu merken. Ich riss meine Augen weit auf und schüttelte angewidert den Kopf.

Um ihm beim Essen nicht noch weiter zusehen zu müssen, wandte ich mich meinem Fenster zu und betrachtete die triste Landschaft. Verzweifelt suchte ich nach diesen Augen.

Feuerrot, nein blutrot, gefährlich, mysteriös und unglaublich Sehnsuchts erweckend.




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