Ein Funken Wahrheit

Stock steif standen wir in einer Reihe. Niemand wagte sich auch nur einen Schritt näher an das Geländer heran zu treten. Ich konnte nicht länger warten. Mit zitternden Händen und wackligen Knien lief ich vorsichtig an die goldenen Streben heran und lugte, mit anfangs zugekniffenen Augen, nach unten.

Ein paar, bereits gelb gewordenen Finger, krallten sich am letzten Stück des Geländers fest. Ein knappen Meter unter mir hing sie und versuchte vergebens mit der anderen Hand das Holz zu fassen zu bekommen. Während ich meine Blicke von ihr nicht abwandte. Ich wurde immer ungeduldiger, als sich nach wenigen Augenblicken immer noch nichts tat. Wie angewurzelt standen sie dort und starrten mich mit aufgerissenen Augen an.

„Leandro, komme endlich oder brauchst du ne extra Einladung?", rief ich nun fast wütend und war dabei mein Bein über's Geländer zu schwingen. Aus der Starre gerissen, machte er eine ruckartige Bewegung und stand plötzlich hinter mir.

Das Geländer hatte vergoldete Streben, an denen ich mich festzukrallen versuchte und mit meinen Füßen nach der kleinen Platte unter mir suchte, die mir schon einmal das Leben gerettet hatte. Leandro war knapp neben mir und versuchte ebenfalls nach der Plattform zu tasten. Endlich spürte ich Widerstand unter meinen Füßen und stellte mich unsicher auf sie.

„Lass mich Prinzessin.", murmelte er mir ins Ohr und war schon dabei nach der Hand meiner Mutter zu greifen.

„Ich hätte das auch gekonnt.", behauptete ich und kontrollierte jede seiner Bewegungen. Die Höhe schien ihm nicht im Geringsten etwas auszumachen, sodass er sich ganz locker vor lehnte und nach ihrer noch freien Hand griff. Mit einem verschmitzten Lächeln schaute er mich kurz an, ehe er sich wieder ihr zu widmete.

Doch plötzlich wurden seine Bewegungen unregelmäßiger und er begann mit seiner linken Hand das Gleichgewicht wieder finden zu wollen. Mir stockte der Atem, als sein Fuß von der Kante glitt und er mit meiner Mutter an der Hand in die Tiefe stürzte. Sie und ich stießen gleichermaßen laut einen schrillen Schrei aus, der im hohen Treppenhaus ein Echo ergab.

„Mum!", rief ich besorgt und lehnte mich mit einer Hand klammernd am Geländer, soweit vor, dass ich sah wie sie im rasenden Tempo auf den harten Boden zurasten. Ich konnte nichts tun, ich konnte wie immer nur zusehen und hoffen irgendein Wunde würde passieren. Warum? Warum konnte ich ihnen nicht helfen.

Ich wollte gerade die Augen schließen, als sie kurz davor waren auf dem Boden zu zerschmettern. Doch knapp davor flogen sie wieder ein kleines Stück hoch, ehe sie sanft mit den Füßen zu erst auf dem Boden ankamen.

„Mum.", atmete ich erleichtert auf und zog mich wieder ans kalte Geländer ran.

„Alles gut, ich hatte es von Anfang an unter Kontrolle... ich war nur zu faul die Treppen zu nehmen." Leandro's ruhige Stimme drang mir in die Ohren und zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen.

„Schon klar.", brüllte ich nach unten, sammelte meine Geschwister ein und kam zu ihnen nach unten gerannt.

„Okay und jetzt? Ich denke wir haben ihn abgehängt oder?", fragte ich, während Mum erleichtert in meinen Armen lag und mich immer fester an sich drückte.

„Ich denke. Ich hoffe jedenfalls das er nicht gleich auf die Idee kommt, die Wand als Portal zu missbrauchen."

„Denkst du er kennt es vielleicht?" Schulterzuckend lief er auf uns zu und zog mich an sich. Vorsichtig lugt ich über seine Schulter zu Mum hin, die versuchte ihn unauffällig zu mustern. Doch ich kannte sie genau, sie betrachtete ihn mit hochgezogener Augenbraue von oben bis unten und versuchte dabei, möglichst viele Sachen zu finden, die sie an ihm stören könnten.

Egal was sie über ihn denken würde, für mich war er perfekt und das war wohl das Wichtigste oder? Genau jetzt kam es mir verdammt gelegen, dass ich ihr nie etwas über meinen Freund erzählt hatte, denn das würde sie jetzt gnadenlos ausnutzten, nur um mir eine Lektion, so wie sie das nannte, zu erteilen.

„Keine Ahnung wer er überhaupt ist. Vielleicht war es auch nur ein Dienstmädchen, vor der wir panisch geflüchtet sind."

„Ein Dienstmädchen? Ja das ist wohl das nächstliegendste, vorausgesetzt sie wiegt etwas um die zweihundert kilo.", lachte ich und legte meinen Kopf auf seine Schulter. Für einen Moment hatte ich das Gefühl ausatmen zu können, dass es vorbei wäre. Doch dann bahnte sich der nächste Ärger an.

„Und wo wollt ihr jetzt hin?"

„Eins steht jedenfalls fest, hier bleiben werden wir nicht.", beschloss Mum und suchte in ihren Hosentaschen nach dem Handy.

„Können wir nicht zu dir?"

„Mir? Ich habe gar kein richtiges Zuhause, bisher war ich immer bei den Penulatas willkommen." Schon bei diesem Wort zog sich in mir alles zusammen. Auch wenn ich bisher nur Laureen kennengelernt hatte, viel es mir schwer daran zu glauben, dass überhaupt Freundliche unter ihnen wandeln konnten.

„Gibt es nicht drei von euren Amuletten? Müsstet ihr dann nicht erst recht, ein riesiges Versteck haben?"

„Ja, aber so toll ist es nicht. Außerdem sind die dort, alles anderes, als tolerant... was nun mal deine Mum und... so angeht."

„Warum hast du nie bei ihnen gelebt?"

„Warum? Ich kann mich nicht besonders gut mit ihren Einstellungen anfreunden. Hinzu kommt, dass ihre..."

„Bitte was?", unterbrach uns meine Mutter abrupt und stemmte mit zusammengekniffenen Augen, die Hände in die Hüfte.

„Mum, wir erklären dir alles später, lass uns erst mal hier weg. Ich kann diese Schloss nicht mehr länger ertragen." Ein letztes kleines Schmunzeln konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen. Ich war von dem Gedanken begeistert, dass ich dieses Mal nicht Diejenige war, die von Nichts und Niemanden eine Ahnung hatte.

„Hattest du noch nie ein richtiges Zuhause?", fragte Tomi erstaunt und begann ungeduldig an

Mum's Ärmel herum zu zotteln.

„Doch schon, als meine Mutter noch lebte, aber nach ihrem Tod sind mein Vater und ich zu den Penulatas gezogen." Tomi's verwirrtes Gesicht war Freude erweckend, er konnte anscheinend kaum verstehen, wie man kein eigenes Zuhause haben konnte oder es lag an den Penulatas die ihn ein Fragezeichen ins Gesicht zauberten. Nicht lange erfreute ich mich an Tom's Unwissen, denn das Wort Vater, warf in mir Fragen auf.

„Egal was wir jetzt machen, zuerst müssen wir meinen Vater finden."

„Erek.", flüsterte Mum leise vor sich her. Wahrscheinlich war sie genauso überrascht darüber, dass sie ihn ebenfalls verdrängt hatte. Wie konnten wir ihn auch nur eine Sekunde lang vergessen? Hätten unsere Gedanken nicht ununterbrochen um ihn kreisen müssen?

„Ich will zu Papa.", mischte sich meine Kleine Schwester ein und unser Bruder stimmte nickend zu. „Ich will aber die Kleinen nicht mitnehmen und unnötig in Gefahr bringen."

„Vergiss es Alex, wenn du gerade versuchst, mich dazu zu bringen dich alleine wieder loszuschicken, dann hast du dich gewaltig geschnitten.", rief sie empört, als ich hätte ich gerade Jemanden aus ihrer Familie beleidigt. Keine Ahnung was auf uns drauf zu kommen würde, aber Leandro und ich würden damit sicherlich besser zurecht kommen als meine Mutter.

Auch wenn ich jetzt schon so zu reden begann wie er, meine Mutter war nur ein Mensch und damit weitaus verletzlicher und sterblicher als ich.

„Alex ich glaube nicht, dass...",begann Leandro, doch als ich ihn erwartungsvoll entgegenblickte verstummt er wieder.

„Mum bitte geh mit Mia und Tom vor. Auch wenn du es jetzt nicht verstehen wirst, es ist besser."

„Verstehen? Ich verstehe von all dem hier nichts! Keiner will mich aufklären und keine macht Anstalten mich überhaupt mit einzubeziehen. Mir reichst ich komme mit und Basta!", rief sie nun völlig wütend, als hätten wir sie übergehen wollen. Ich würde ihr ohne zu zögern erklären was hier vor sich ging, doch so einfach könnte sie mir nie im Leben glauben.

„Mum bitte, das ist doch nicht böse gemeint, ich will nur nicht das dir etwas passiert."

„Richtig ich auch nicht."

„Selbst wenn ich euch vorschicken könnte, würdet ihr den Weg niemals ohne uns finden und reinlassen würden sie euch auch nicht.", warf ich ich in die Runde und löste mich aus seiner sachten Umarmung.

„Der Weg dort hin ist nicht so weit, wir bringen sie schnell dort hin und..."

„Wohin denn überhaupt?", unterbrach sie ihn unfreundlich und stupste mich an, damit sie meine ungeteilte Aufmerksamkeit bekam. Ich konnte meine Blicke allerdings nicht von Leandro abwenden. Nachdem wir es fast geschafft hatten, wirkte er immer noch bedrückt und nachdenklich. Dachte er vielleicht über den Mord des Grafen's nach? Machte er sich vielleicht sogar Vorwürfe ihn getötet zu haben? Möglich wär's, immerhin hatte er völlig schockiert seine blutigen Hände angestarrt.

„Ja vielleicht hast du Recht, bringen wir sie erst mal dort hin und schauen dann weiter.", beschloss ich und hob Mia wieder auf meinen Arm. Auch wenn Mum mit diesem Entschluss mehr als unzufrieden war, packte ich ihre Hand und begann sie durch den finsteren Wald zu ziehen. Leandro zog wie selbstverständlich Tom mit sich und holte uns nach kurzer Zeit wieder ein.

Es war eigenartig zu wissen, dass wir nun völlig ruhig und normal miteinander sprechen konnten. In diesem Wald, wo ich bisher fast immer schweigen musste.

Trotzdem sagte Niemand etwas. Meine Gedanken schwirrten immer noch um meinen Vater, wo der Graf ihn versteckt hatte. Vielleicht wussten Mum und Tom etwas?

Mum und meine Geschwister waren von dem immensen Tempo so beeindruckt, dass sie ebenfalls nicht dazu kamen, auch nur den Funken eines Wortes aussprechen zu können.

„Schleppst du jetzt etwa alle die dir über den Weg laufen hier an?", weckte mich plötzlich ein schrille stimme aus den Gedanken. Erst jetzt realisierte ich, dass wir bereits angekommen waren und stoppte abrupt vor ihrem Gesicht. Die Hände kontrollierend hinter Rücken verschränkt, stand sie vor mir und musterte uns mit erhobenen Kopf. Am liebsten hätte ich ihr ins Gesicht gespuckt, um ihren perfekten Glanz zu zerstören, doch natürlich wusste ich was sich gehört und ließ mich deswegen erst gar nicht auf ihre provokanten Blicke ein.

„Sei du mal still du hast diesen scheiß Brief geschrieben oder?" Räuspernd stieß ich ihm einmal kräftig in die Seite, damit er auf seine Aussprache aufmerksam wurde. Natürlich benutzte ich diese Worte selbst, aber um Stress zu vermeiden, ging ich ihnen in Gegenwart meiner Familie für üblich aus den Weg,

„Ja und selbst wenn nicht, ich weiß das du nur mich liebst , dass war schon immer so und so wird es auch immer bleiben. Du brauchst gar nicht versuchen dich dagegen zu währen. Was könntest du schon mit einem langweilen Menschen anfangen?" Für einen Moment kamen Selbstzweifel in mir hoch. War es richtig gewesen? Wenn ich Laureen hier so selbstsicher vor mir stehen sah, kamen starke Zweifel in mir auf, dass sie Diejenige war die Lügen verbreitete.

„Du spinnst doch", schrie er sie empört an und küsste mich. Ich spürte wie mein Gesicht warm wurde und ich bereits wohl schon wie eine knallrote Tomate neben ihm stand. Nicht das sein Kuss mir peinlich war, aber vor meiner Mutter, vor Tom?

Meine Zweifel waren ein für alle Mal verschwunden, als ich Laureen's eifersüchtige Blicke erhaschte.

„Es ist besser wenn ihr jetzt geht."

„Laureen, bitte wir wissen nicht wo wir sonst hin sollen.", fing ich an, doch meinen weiteren Gedankengang verschwieg ich, als ich ihren genervten Blick und das Augenrollen sah.

„Tut mir wirklich leid, ich habe fest versucht Mitleid für euch zu finden, doch leider blieb meine Suche erfolglos und jetzt macht das ihr verschwindet!"

„Na na na Schwesterherz, das sind unsere Gäste.", meldete sich plötzlich ein braunhaariges Mädchen neben mir. Stirnrunzelnd drehte ich den Kopf zu ihr und starrte sie verwundert an. Wie war sie hier her gekommen? Und wie viel hatte sie von all dem mitbekommen?

„Halt die Klappe Melonie."

„Es tut mir leid, dass meine Schwester sich mal wieder nicht im Griff hat. Kann ich euch irgendwie behilflich sein?" Schwester? Niemals! Niemals konnten das Geschwister sein. Wenn ich an

Laureen's ruppige und eifersüchtige Art dachte. An ihre langen, wallenden, blonden Haare und an das perfekt geschminkte Gesicht, konnte ich mir kaum vorstellen, dass das Geschwister waren. Melonie's blaue Augen, blitzten einem freundlich entgegen und ihre kurzen, gewellten Haare riefen in mir trotzdem Respekt hervor. Schon in den ersten Minuten mir ihr, könnte ich mir vorstellen, dass sie irgendwann mal etwas leiten würde.

„Melonie bin ich froh dich zu treffen, können wir für ein paar Nächte hier bleiben? Nur bis alles Nötige erledigt ist."

„Natürlich, du weißt das du hier immer willkommen bist, allerdings wird es mit der Zimmerbelegung wohl etwas knapp werden. Vor einem Tag sind die ersten Hexenkinder bei uns angekommen."

„Was habt ihr denn mit den Hexen am Hut?", fragte Leandro verblüfft und ließ meine Hand los. „Nicht viel, aber du weißt ja, dass wir die Tränke von ihnen bekommen und als Ausgleich dazu, nehmen wir jetzt immer in gewissen Abständen Klassen auf, um ihnen für eine Woche so viel wie möglich über uns beizubringen. Sozusagen Learning by doing." Bevor Leandro auch nur über eine Antwort nachdenken konnte, sprudelten aus meiner Mutter die ersten fatalen Worte heraus.

„Wo bin ich hier eigentlich gelandet? Ihr nehmt das ganz schön ernst mit diesem übernatürlichen Zeug hier oder?"

„Mum!", stieß ich erschrocken hervor und versuchte bei Melonie mit unterwürfigen Blicken um Vergebung zu betteln. Ich wollte es mir mit ihr nicht verscherzen, immerhin konnte sie bestimmen, ob wir hier wohnen bleiben dürften. Außerdem fing ich schon jetzt an sie zu mögen.

„Ist schon gut Alex, erinnere dich an dich selbst. Du warst auch so." Nachdenklich wandte ich meine Blicke von ihr ab. Natürlich hatte sie Recht, aber ich bekam das ungute Gefühl, dass Mum's Aussage die richtige Vorlage für Laureen war.

„Übernatürliches Zeug? Sag mal spinnst du?", rief Laureen empört und kam mit bebenden Schritten auf sie zugelaufen.

„Sag mal wie redest du mit mir?"

„Mum, hör auf!"

„Wurde dir nicht beigebracht Respekt zu haben?"

„Wie bitte? Das ist eine Frechheit. Sieh dir das an, Melonie und so etwas willst du bei uns zu wohnen haben?"

„Laureen, sie ist ein Mensch. Sie wird uns noch zu achten wissen."

„Ein Mensch? Natürlich bin ich ein Mensch und meine Kinder sind es auch. Keine Ahnung was in euren kleinen, verwirrten Köpfen vor sich geht, aber ihr seid auch nur Menschen." Das hatte gesessen, rasend vor Wut eilte Laureen auf sie zu und machte prompt vor ihr wieder stopp. Hatte ich nicht erwähnt, dass meine Mum das Übernatürliche nur für albernen Humbug hielt?

Ich schaute zu Melonie, die in Erwägung zu ziehen schien, meiner Mutter ebenfalls eine Ansage zu machen. Ein schwaches Rot ließ sich in ihren Augen nieder und das nervöse Zucken ihrer Finger verriet, dass sie ganz und gar nicht abgeneigt davon gewesen wäre.

„Wir verkörpern die Perfektion und dazu gehören unsere Fähigkeiten und besonderen Interessen." Laureen's dumpfe Stimme hallte das klare Wasser entlang und schien bei meiner Mutter Eindruck zu hinterlassen. Ihre aufrechte Haltung war verschwunden und anstatt ihrer stand sie nun ganz klein vor Laureen und schaute ihr mit unterwürfigen Augen entgegen.

„Oder würdest du behaupten, wir hätten nichts magisches?" Meiner Mutter blieb nichts anderes übrig, als den Kopf zu schütteln. Noch bevor sie antworten konnte, begann sich Laureen mächtig ins Zeug zu legen. Mit einer Leichtigkeit warf sie rosa Funken in die Luft, die sich kurz danach eng an meine Mutter schmiegten. Sanft hüllten sie sie immer weiter ein, bis sie schließlich genug waren, um meine Mutter ein Stück weit in die Luft zu befördern. Ich war ja erstaunt, dass sie nicht übertrieb und sie viel zu weit in die Luft beförderte.

Vielleicht lag es an Melonie, die Laureen anscheinend gut im Griff hatte. Meiner Mutter war nicht ganz wohl bei dem Gedanken daran, sich gerade unweigerlich in der Luft zu befinden ohne etwas dafür zu tun. Doch tapfer ließ sie alles über sich ergehen, bis Laureen sie schließlich wieder unversehrt auf den Boden zurück brachte.

„Ich denke das ist genug für heute, bringen wir sie erst einmal auf's Zimmer.", schlug Melonie vor und machte eine einladende Bewegung zu sich hin. Bestätigend nickte ich meiner Mutter zu, worauf hin sie mit Tom an der Hand auf Melonie zu lief.

„Alex und ich müssen noch etwas erledigen, bringt ihr sie ohne uns unter?", fragte Leandro vorsichtig und lief ebenfalls auf Melonie zu.

„Ich will mich nicht überall einmischen, aber was müsst ihr noch erledigen? Du weißt das es hier am sichersten ist."

„Es gibt keinen Grund mehr sich vor der Welt da Draußen zu verstecken. Er ist tot."

„Wer?", fragte Melonie unsicher, doch das Glitzern in ihren Augen verriet, dass sie die eigentliche Antwort schon längst wusste und sich nach ihr sehnte.

„Der Graf. Alex und ich..."

„Ha, dass ich nicht lache. Du willst uns doch wohl nicht erzählen, dass Bohnenstange und du den Grafen getötet habt? Das haben nicht einmal ein Haufen von tapferen Kriegern geschafft.", unterbrach ihn Laureen lachend und ging auf die Anderen zu, um das Gespräch besser verfolgen zu können. Ich überlegte ob ich mich überhaupt einmischen sollte, aber ihre nervige Art ging mir so auf die Nerven, dass ich nicht anders konnte.

„Ich habe einen Namen und wenn du zu blöd bist ihn dir zu merken, dann sprichst du am besten gar nicht mit mir.", verkündete ich selbstsicher und lief ebenfalls auf den sich bereits um Melonie gestellten Haufen zu, damit ich nicht das Gefühl bekam, ausgeschlossen zu werden.

„Ich habe ja auch nicht mit dir, sondern über dich geredet."

„Du... du kannst mich mal...", noch bevor ich meine glamourösen Worte zu Ende sprechen konnte, zog mich Melonie vorsichtig zu sich und flüsterte beruhigende Worte in mein Ohr. Auch wenn ich es vielleicht hätte tun sollen, gab ich mir keine Mühe, mein Grinsen vor Laureen zu verstecken, sollte sie ruhig sehen, dass mich ihre Worte nicht im Geringsten berührten. Warum sollten sie auch? Ich hatte alles was sie je wollte.

„Laureen ob du es glaubst oder nicht der Graf ist tot und es ist unser Verdienst. Ich weiß nicht was es war, aber irgendetwas an Alex schien ihn in den Bann gezogen zu haben. Fasziniert von ihr und damit völlig unaufmerksam, forderte er sie zu einem Deal auf, der seine ganze Konzentration forderte und mir damit die beste Chance gab ihn zur Strecke zu bringen.", sagte er stolz und stellte sich mit Händen in den Hüften gestützt, aufrecht hin. Leandro machte auf mich den Eindruck, als wäre er nervös, wenn er mit Melonie sprach. Er wählte seine Worte ganz bedacht und versuchte bei jeder Gelegenheit Eindruck bei ihr zu schinden. War sie vielleicht Jemand besonderes? Jemand den ich achten sollte?

„Hast du beweise?", fragte nun auch Melonie zweifelnd, mit hochgezogener Augenbraue und nachdenklichen Stirnrunzeln. Er zögerte nicht lange, bis er in seine Hosentasche griff und dort nach den Amuletten suchte. Sein Lächeln wurde breiter, als er das Richtige zu greifen bekam und es baumelnd in die Höhe hielt. Fasziniert starrten beide Penulata Mädchen das Ding an und begannen ihre Hände danach auszustrecken.

„Vergiss es Laureen!" Melonie schlug die Hand ihrer Schwester weg und griff nach dem Amulett. Mit großen Augen und offenen Mund, band sie sich es um und schaute schließlich Leandro dankend entgegen.

„Das andere habt ihr nicht gefunden?", mischte sich Laureen kleinlaut ein und warf nun ihrer Schwester eifersüchtige Blicke zu. Er machte sich nicht einmal die Mühe ihr mit Worten zu antworten, stattdessen schüttelte er leicht den Kopf und warf mir verstohlene Blicke zu. Ich wunderte mich schon warum er nicht ehrlich zu ihnen war, zumal er Melonie zu vergöttern schien. Trotzdem hielt ich natürlich den Mund.

„Das der Hexen konnten wir leider auch nicht finden.", warf ich in die Runde, um wenigstens so zu wirken, als hätte ich Mitspracherecht.

„Das hatte ich auch nicht anders erwartet, immerhin sind die Amulette, soweit ich weiß, im Besitz der Hexen. Sie wussten sich bisher wohl am besten zu verteidigen."

„Schwesterherz, würdest du sie hier bitte wegschaffen? Ich kann dieses Menschenfleisch nicht mehr riechen!", meckerte Laureen und warf ihre Hand samt Haar, genervt nach hinten.

„Keine Sorge ich werde sie weit weg von deinem Zimmer unterbringen." Mum's unruhige Blicke wanderten immer wieder zwischen Laureen, Melonie und mir hin und her. Kopf nickend versuchte ich sie zu beruhigen, doch das schien ihr nicht reichen zu wollen. Nachdenklich begann sie an der Innenseite ihrer Wange zu kauen und vorsichtig in ihren roten, schulterlangen Haaren herumzuspielen.

„Ist schon okay Mum, wir werden bald nachkommen. Folgt ihr einfach, sie wird euch alles erklären." Auch wenn ich mir nicht ganz sicher war, ob ihr überhaupt Jemand etwas erklären würde, hoffte ich einfach sie würde Melonie so mehr Vertrauen schenken. Das braunhaarige Mädchen lächelte ihr freundlich entgegen und griff nach ihrer noch freien Hand. Noch einmal kontrollierte sie meine Miene, ehe sie sich auf Melonie einließ.

„Gehst du zu Mami?", fragte ich Mia, während ich sie auf den Boden stellte und mit meinen Zeigefinger auf meine Mutter deutete. Fröhlich begann sie zu schnalzen und lief unserer Mutter in direkt die Arme.

Mit Laureen und Leandro ging ich etwas abseits vom Geschehen, damit wir nicht weiterhin gestört wurden.

„Also was ist jetzt?", fing Leandro an und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust.

„Ich will wissen was das vorhin war."

„Was was war?"

„Der Kuss." Leandro und ich schauten uns gleichermaßen geschockt an. Versuchte sie wirklich schon wieder ein Keil zwischen uns zu schlagen? Hatte sie wirklich immer noch nicht verstanden, dass Leandro in keinster Weise Gefühle für sie heckte?

„Was soll mit ihm gewesen sein?", stellte sich Leandro blöd und kratzte kopfschüttelnd an seinem Hinterkopf.

„Ich verstehe jetzt warum er passiert ist."

„Na das freut mich aber und dafür hast du uns jetzt hier her bestellt?"

„Euch? Nein mit dir wollte ich reden. Kann ja keiner ahnen, dass sie jetzt dein Anhängsel geworden ist."

„Wie bitte? Sie ist nicht mein Anhängsel, sie ist meine Freundin und wenn dir das nicht passt, dann verschwinde doch einfach und lass uns in Ruhe.", brüllte er sie wütend an und stellte sich schützend vor mich. Sie hatte es anscheinend immer noch nicht verstanden. Was ging nur in ihrem Kopf vor? Machte sie sich etwa immer noch Hoffnung, nachdem er so deutlich gewesen war? Provokativ stellte ich mich neben ihn und verschränkte meine Hand in seine. Er brauchte mich nicht zu beschützen, nicht vor ihr.

„Deine Freundin? Das ich nicht lache, du gaukelst ihr immer noch etwas vor, damit du verstehst, was der Graf so besonders an ihr fand. Hab' ich nicht Recht?"

„Du bist völlig Verrückt. Kannst du dich nicht einfach damit abfinden, dass ich kein Interesse an dir habe? Muss ich wirklich noch deutlicher werden? Ist das immer noch nicht peinlich genug?"

Dunkles Rot legte sich plötzlich auf ihre blonden Haare und hüllte sie völlig ein. Auch ihre Augen begannen blutrot zu werden, während sie zu stampfen anfing. Unsicher entfernte sich Leandro von ihr und zog mich mit sich. Ich wusste nicht wo vor er sich so fürchtete, denn ich sah in ihr nur ein kleines, eifersüchtiges Mädchen das ihre Gefühle nicht so ganz unter Kontrolle hatte. Aber was wusste ich schon?

„Ich hasse dich!", brüllte sie so laut, dass ihr Kopf knallrot wie eine Tomate wurde und ihre letzten Silben durch ein kleines Würgen unterbrochen wurden. Für einen Moment erschien alles still im Wald. Der Wind war verflogen, die Vögel verstummt und ihren Atem hielt sie an.

„Liebes reg dich nicht auf, er ist es doch gar nicht wert.", unterbrach die Stille plötzlich eine tiefe, heisere und dunkle Stimme. Ein dunkelhaariger, gebräunter Typ trat zum Vorschein und legte seine ungepflegten Finger um ihre Hüfte. Das dunkle Rot begann sich allmählich in ein helles zu verwandeln und schließlich wurde sie wieder ganz ruhig, mit einem kleinen Lächeln im Gesicht. Meine Aufmerksamkeit viel nicht auf diesen seltsamen Typen, stattdessen musterte ich Leandro ganz genau. Auch wenn seine Mine gar versteinert und unbeteiligt wirkte, knetete er nervös seine Finger und wippte von der einen Seite auf die Andere. Grinsend drehte sich Laureen zu diesem Mann um und gab ihm einen intensiven Kuss, wobei sie immer wieder zu Leandro hinüber lugte und seine Reaktion prüfte. Erst als er sich für einen Augenblick etwas anmerken ließ und für eine Sekunde mit den Augen rollte, wurde ihr Grinsen immer breiter und ich begann darüber zu grübeln, was das für eine Bedeutung hatte.

„Kommst du mit jagen? Ich habe Hunger.", fragte er, während seine Finger ihren schmalen Rücken entlang glitten. Mit einem Augenzwinkern in Richtung Leandro, nickte sie schwach und verschwand dann mit einem Mal von unserer Bildfläche.

„Was war das denn?"

„Das war ihr Ex."

„Ex? Das sah aber eher nach ihrem Freund aus.", sagte ich grinsend und und legte meine kalten Hände auf seine Schultern.

„Das ist äußerst kompliziert bei den Beiden. Alles Eifersuchtsgehabe und Machtkämpfe."

„Ist das nicht gut? Dann lässt sie dich vielleicht in Ruhe." Sein Lächeln war verschwunden und stattdessen zeichneten sich nun auf seiner Stirn tiefe Falten. Etwas schien ihn nicht mehr loslassen zu wollen. War es Laureen, war sie es mit diesem eigenartigen Mann?

Auch wenn er es zu verstecken versuchte, hatte ich das Gefühl etwas Eifersucht in seiner Stimme zu erkennen. Aber war nicht er Derjenige gewesen, der mir versichert hatte, dass zwischen ihm und Laureen nie etwas gelaufen wäre? Das sah jetzt schon wieder ganz anders aus.

„Okay können wir los?", fragte ich schmunzelnd, da ich meine unerklärliche Erleichterung, auszunutzen versuchte. Ich versuchte das zu verdrängen was uns bevor stand. Ich wollte den Moment genießen, den Moment der Erleichterung. Beruhigt zu sein, meine Familie in Sicherheit zu wissen.

„Du hast Recht, können wir vorher etwas essen? Ich sterbe gleich vor Hunger.", unterbrach ich ihn abrupt und begann mich schon auf das Wasser zu zubewegen. Doch schon kurz danach zog er mich wieder zu sich und schaute mir ernst in die Augen.

„Alex wir müssen reden." Reden? Was? Fing nicht so bei Jedem und überall eine Trennung an? War das, was ich bei ihm gesehen hatte, tatsächlich die Eifersucht auf Laureen? Nein! Das konnte nicht sein, nein nicht jetzt, bitte nicht jetzt. Ich wusste es war falsch gewesen, mich jemals wieder auf ihn einzulassen zu haben, aber es war so verlockend gewesen, er war verlockend. Sein Lachen, das Glitzern in seinen Augen und wie er mich immer Prinzessin nannte, rief in mir unweigerlich ein Kribbeln im Bauch hervor. Er konnte mir das doch jetzt wirklich nicht antun!

„Alex?", unterbrach er meine begonnen Gedankengänge und brachte mich damit wieder zur Besinnung.

„Hast du mir zugehört?"

„Was? Ja, also nein.", brachte ich stotternd hervor und schlug seine Hand weg. Noch bevor er die Gelegenheit bekam, etwas sagen zu können, meldete ich mich, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, zu Wort:
„Was essen diese Wesen eigentlich? Weil Laureen vorhin meinte, dass sie Menschenfleisch nicht riechen kann?"

„Was? Wie kommst du denn jetzt darauf? Was zur Hölle tut das zur Sache?", brachte er völlig aufgelöst hervor. Was das zur Sache tat? Ich könnte mich vor seinen Worten schützen, die mich zu tiefst verletzten würden. Er würde mich verletzten, da war ich mir sicher und ich versuchte alles um das umgehen zu können!

„Essen die etwa Fisch? Das würde auch erklären warum Laureen bei unserem ersten Zusammentreffen so nach Fisch stank. Oder essen sie ganz normale Nahrung wie wir? Vielleicht aber trinken sie auch das Blut von Tieren? Oder...", gerade als mir die Ideen ausgehen wollten, zog er mich in seinen Arm und begann über meine Schulter zu streichen.

„Alex, das ist jetzt vollkommen unwichtig." Was war das? Wenn man eine Beziehung beendet, hält man sich dann nicht normaler Weise von einander fern? Warum nahm er mich dann in den Arm? Wollte er es mir noch schwerer machen? Wolle er das ich richtig leiden würde? Wenn das in seinem Kopf vorging, dann würde es mir mit Sicherheit nicht so schwer fallen ihn zu hassen!

„Und was ist dann wichtig?", fragte ich mit bebender Stimme und blickte ihn mit nassen Augen entgegen.

„Was ist los Prinzessin? Ich habe doch noch gar nichts gesagt."

„Doch, wir müssen reden.", flüsterte ich und stieß mich aus seiner beschützenden Umarmung. Verdammt warum empfand ich nur so? Könnte ich ihn nicht einfach hassen? Ihm nie begegnet sein? Dann wäre das Alles hier nicht passiert! Ich würde mein kleines, oberflächliches Leben führen und mich mit alltäglichen Dingen wie Schule, Freunde und Familie beschäftigen.

„Willst du das wirklich?" Verblüfft von seiner Frage, hörte ich auf in seine blauen Augen zu starren und wandte mich dem holprigen Boden zu.

„Wünscht du dir wirklich wir wären uns nie begegnet?" Ob ich mir das wirklich wünschte? Was war das überhaupt für eine Frage?

„Hör auf damit, behalt' deine Gedanken bei dir und ich behalt' meine bei mir!", fuhr ich ihn verärgert an und verschränkte wie ein bockiges Kind die Arme vor der Brust. Ich wollte das er es sagte, dass er selbst sagte, er würde etwas für diese billige, hässliche und verdammt perfekte Laureen empfinden! Perfekt, vielleicht war das das Wort was sie Beide am besten beschrieb, das Wort das sie wie geschaffen für einander machte?

„Was ist los mit dir? Habe ich etwas falsch gemacht?", meine Lippen begannen zu beben, die Tränen in meinen Augen wurde mehr und meine Mundwinkel begannen sich unweigerlich nach unten zu ziehen, damit ich meine Verzweiflung einiger Maßen verstecken konnte.

„Los sag es schon! Sprich es aus und versteck dich nicht länger hinter deinem versteinerten und unbeteiligten Gesicht!"

„Du weißt es?"

„Na klar, ich bin nicht blind, ich habe deine Blicke gesehen, wie du sie angeschmachtet hast, dich nach ihr sehntest! Na los sag schon."

„Sag schon? Was soll ich sagen?"

„Du hast mich angelogen, schon wieder! Du stehst auf sie, richtig?", flüsterte ich unentschlossen. Es wäre das Beste er würde es einfach zugeben. Mich enttäuschen und seine Wege gehen, aber wenn er das tat, wie sollte ich dann überhaupt in dieser Welt überleben? Ohne ihn als Vampir, völlig unerfahren, neu und naiv? Auch wenn ich versuchte mir zu wünschen, dass ich Recht hatte, gab es einen Teil in mir, der hoffte. Der immer hoffen und blind alles glauben würde, was er mir erzählte. Einfach weil er alles für mich war.

„Warte mal wovon redest du eigentlich? Doch nicht schon wieder von Laureen oder?" Schon wieder? Was sollte das denn heißen? Gab es etwa noch ein anderes Mädchen in seinem Leben? War es vielleicht Melonie?

„Natürlich, wen soll ich denn bitte sonst meinen? Geht es nicht immer nur um sie?"

„Oh Gott Alex, dachtest du etwa ich mache Schluss mit dir?", fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen und einem verschmitzten Grinsen.

„Was ist denn daran so lustig? Außerdem kannst du schlecht mit mir Schluss machen, immerhin hast du mich noch nicht einmal gefragt ob ich deine Freundin sein will.", zischte ich ihm entgegen, um meine Beschämung vor ihm verbergen zu können.

„Ich könnte niemals mit dir Schluss machen. Alexandra ich habe mich unsterblich in dich verliebt und würde mich den glücklichsten Jungen nennen, wenn du meine Freundin werden würdest." Noch bevor ich auch nur über eine Antwort nachdenken konnte, zog er mich wieder in seine Arme und drückte mich so fest an sich, dass ich Problem bekam Luft zu bekommen. Doch das war mir in diesem Moment nicht wichtig. Niemals hätte ich gedacht, dass ein paar Worte mich jemals so glücklich machen könnten. Aber wenn er nicht Schluss machen wollte, was lag ihm dann auf dem Herzen? Was viel ihm so schwer mir zu beichten?

„Also?"

„Also was?"

„Du hast mir noch nicht geantwortet."

„Ob ich deine Freundin sein will?"

„Ja.", hauchte er leise in mein Ohr und küsste mich. Könnte ich denn jetzt überhaupt noch nein sagen? Selbst wenn ich gekonnt hätte, war es egal, denn ich wollte ihn und nur ihn!

„Ja." Nachdem dieses Wort gefallen war, stand es also fest. Jetzt war es offiziell, er war mein Freund. Am liebsten hätte ich den ganzen Tag sein frisches Parfum eingeatmet, doch schon nach einem Augenblick wurde seine Umarmung schlaffer.

„Alex?"

„Ja."

„Wir müssen trotzdem reden." die Worte kamen nur schwer über seine Lippen und ich spürte an seiner verkrampften Haltung, dass er diese Worte am liebsten zurückgenommen hätte. Nicht nur er wollte das, nein ich wünschte es mir auch. Diese vier Worte brachten so viel Ärger mit sich, dass ich am liebsten vergessen hätte, doch er ließ nicht locker.

„Alex es ist so..."

„Hör auf, ich will es nicht hören, nicht jetzt.", unterbrach ich ihn schnell und lehnte mein Gesicht wieder an seinen muskulösen Oberkörper.

„Du musst es wissen. Alex dein..."

„Pst!"

„Ich kann nicht warten."

„Ich aber. Bitte Leandro schenk mir diesen Moment. Egal was es ist, es ist nichts Gutes und es wird mir diesen schön Moment verderben."

„Alex das ist unvernünftig."

„Bitte, schenk mir diesen Moment." Schwer atmend drückte er mich wieder näher an sich und gab schließlich klein bei:

„Na gut Prinzessin, wenn du das möchtest."

„Ja" Mit diesem Wort verschwand diese Diskussion und wir begannen uns unter den dunklen Tannen zu küssen. Ich spürte den kühlen Wind in meinen Gesicht und seine kalten Finger an meiner Hüfte. Ich genoss diesen einen wertvollen Moment, voll von Sorglosigkeit und einfachem Glück.

„Aber es ist falsch Prinzessin."


Kommentare

  • Author Portrait

    Guten Morgen:) Nun sind sie zwar erst mal in Sicherheit, aber was muss Leandro ihr so dringendes sagen? Irgendetwas mit ihrem Vater? Und ob der Graf wirklich tot ist? Bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht. Liebe Grüße :)

beta
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