Ein langer Weg bis zum Samstag

Ein langer Weg bis zum Samstag

Und schon holte mich wieder der nächste Tag ein, der Donnerstag und wieder war der Tagesprophet eine Erleuchtung. In dem Zeitungsartikel wurde auf der Titelseite darüber informiert, dass Professor Umbridge im Auftrag des Ministeriums längst überfällige Reformen in Hogwarts durchführen würde. Sie wurde durch einen Erlass zu Hogwarts „Großinquisitorin“.

Dieser quakende Frosch sollte das sein! Nicht zu fassen, ich konnte nicht mal mehr den Kopf schütteln. Hatte die Zaubererwelt sich ihre Ideen von den Muggeln abgeschaut?

Hallo, „Großinquisitorin“? Würden die hier jetzt die Inquisition wie im Mittelalter der Muggel einführen? Hatten sie die noch alle? Wollten die uns alle auf brennende Scheiterhaufen stellen, die nicht so dachten wie Fudge? Ich konnte über den reißerischen Inhalt dieses Artikels nur vollkommen ungläubig den Kopf schütteln. Und so begannen ihre Inspektionen im Unterricht der Lehrer, was, wie ich fand, sehr erheiterungswürdig war, aber mich fragt ja keiner, war halt mein trockener Humor. Die Inspektionen waren herrlich. Harry und Ron berichteten mir vom Wahrsageunterricht, den ich ja im dritten Jahr geschmissen hatte, da ich dieses Fach als eher schwammig bezeichnen würde und ich brauchte klare, strukturierte Linien, nicht dieses… ich sehe etwas in einer rauchigen Kugel, es ist aber leider nur als ungenau und wage zu umschreiben! Ja, das war nicht meins und ich wusste wann ich an meine Grenzen stieß und hier waren sie so was von erreicht gewesen.

„Das war echt heftig, wie die olle Kröte das alte, verrückte Insekt fertig gemacht hat“, erzählte Ron mitleidlos und ich sah Trelawney direkt vor mir, mit ihren riesig vergrößerten Augen, hinter ihrer zu großen Brille und die Abertausenden von Schleiern und Schals und diversen Perlenketten, die sie um sich geschlungen trug, um besonders geheimnisvoll daher zu kommen. Nein, sie war niemand, der es mit einer verschlagenen Umbrigde aufnehmen konnte.

„Ja, hat sie völlig in ihrer ignoranten Art verunsichert, hat sie von Tisch zu Tisch verfolgt und Trelawneys gespielt entrückte und geheimnisvolle Masche hat bei der natürlich überhaupt nicht gezogen. Ich meine, die funktioniert nicht mal bei uns!“, grinste Harry böse.

„Wo du recht hast und was war weiter?“, war ich neugierig und schnitt mir ein Stück des Bratens ab und kaute langsam.

„Boaa, echt, das war so krass gemein! Umbitch wollte eine Prophezeiung und die Libelle hat halt wie immer ihren Unsinn verzapft! War echt nicht auszuhalten!“, kicherte Ron nun böse und gemein.

„Fremdschämen! Echt, die Libelle hat voll gezittert, da hat sie mir richtig leidgetan und Umbitch kann ich echt nicht ab, in ihrer selbstgerechten Art!“, echauffierte sich Harry und klar, wer mochte schon die Kröte. Als das Mittagsmahl vorbei war, eilten wir drei zum Verwandlungsunterricht von Professor McGonagall und hatten auch dort die Ehre auf Umbridge zu treffen, obwohl ich der Verunglimpfung des Namens von Harry und Ron aus vollem Herzen zustimmte. Sie war eine Bitch, aber die brave, regelgetreue Hermione würde so ein Wort niemals in den Mund nehmen.

Der Drahtseilakt, diese Hermione zu sein, wurde immer größer aber auch immer schwerer aufrechtzuerhalten. Es war durchwegs anstrengend. McGonagall enttäuschte mich nicht und ließ sich von der bösen Hexe nicht aus der Ruhe bringen. So herrschte sie die „Großinquisitorin“ nach zu vielen Unterbrechungen an, das sie sie bitte unterrichten lassen sollte und wenn es ihr nicht zusagen sollte wie sie den Unterricht führen würde, wäre sie herzlichst eingeladen, es selbst zu übernehmen. Das „Dolores“, welches McGonagall gekonnt rollte, war Balsam für die Seele der genervten Schüler, was dazu führte, dass diese sich verschnupft in eine Ecke zurückzog und auf ihrer Mappe herumkritzelte, aber ab jetzt schwieg.

Als wir uns dann zur Pflege magischer Geschöpfe zusammen mit den Slytherins nach draußen begaben, streifte mich auf einmal eine Hand und drückte meine kurz. Ich blickte erstaunt auf und sah nur noch den Rücken von Draco entschwinden. Aha, das war so lieb von ihm, da wir heute noch keine Zeit gehabt hatten uns auszutauschen. Ich vermisste ihn, ging mir aber wohl nicht alleine so, das war ein schönes Gefühl, zu erleben, dass es ihm ähnlich ging! Als wir uns alle eingefunden hatten, musste sich Professor Raue-Pritsche gegen Umbridge behaupten, was ihr gar nicht so schlecht gelang. Sie ließ sich nicht herab, Hagrid, oder den mir mittlerweile leicht sauer aufstoßenden Dumbledore, zu diskreditieren. Während der letzten Stunde, des langen Tages, in Umbridges eigenem Unterricht kriegten sie und Harry mal wieder Streit über den Dark Lord und dessen erscheinen oder eben nicht erscheinen. Es war eine ewigliche Geschichte, nur diesmal handelte er sich Nachsitzen für eine Woche ein und dies für jede Nacht.
Harry, Harry, du lernst es nicht mehr! Manchmal war Reden silber, aber oft war Schweigen gold!
Beim Abendessen ließ sich auch Snape mal wieder unerwarteter Weise sehen und ich konnte seine Blicke in meinem Rücken spüren, versuchte aber nicht darauf zu achten oder zu reagieren! Draco behielt alles kritisch und mit Adleraugen im Blick, auch mich, wobei auch ich aufmerksam meine Umgebung beobachtete. Hey, wir können gleich ein Spiel daraus machen, dachte ich sarkastisch, wer zuerst zuckt hat verloren. Und so nahm ich das Abendessen wie auf dem Präsentierteller ein, sehr entspannend, ging mein Zynismus mit mir durch. Später lag ich zur Abwechslung mal brav um eins im Bett, da ich morgen, am Freitag, mal wieder die Biege machen würde, um zum ersten Mal seit einer Woche zu meinem Sensei zu gehen und somit stand auch das morgige Lauftraining auf meinem Tagesplan, daher schlief ich lieber schnell ein.

Heute, am Freitag, hatte ich nur bis vier Uhr Unterricht, was bedeutete, dass ich Harry und Ron so blöd redete über die Bibliothek, Hausaufgaben und Prüfungen, dass die beiden freudestrahlend ihre Hände über den Kopf zusammen warfen, als ich endlich um halb verschwand. Es war immer so einfach sie in die Irre zu führen. Aber ich verließ mich nicht nur auf meine nervende Ader, nein, ich holte mir noch meine Verbündeten zu Hilfe!

„Fred, George, gut, dass ich euch noch sehe, seid ihr auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum?“ fragte ich die zwei, die mir auf einer der beweglichen Treppen entgegen kamen.

„Jo, Schönste, wo willst du hin? Wir haben heute eine große Verkaufsveranstaltung. Wir haben uns fest vorgenommen Umbitch in den Wahnsinn zu treiben“, grinsten die teuflischen Red Devils dämonisch!

„Schade, die werde ich verpassen, ich muss zum Training“, zuckte ich entschuldigend mit den Schultern.

„Du verlässt Hogwarts?“, fragte Fred überrascht, aber mit einem verruchten Funkeln in den Augen.

„Ja, könntet ihr mich decken, so dass Harry, Ron und Ginny nicht misstrauisch werden?“, bat ich rasch und sah sie bittend an, dabei blinzelte ich liebreizend mit meinen Wimpern.

„Klar, wann dürfen wir mit dir rechnen, nicht dass dir was passiert?“, wollte George wissen.

„Ich hoffe so um 22 Uhr, oder eine halbe Stunde später wieder da zu sein“, gab ich ihnen doch gerne die Auskunft. Ich fand ihre Sorge echt süß und Dracos Worte fielen mir auch wieder ein, dass zumindest irgendjemand wissen sollte wo ich wäre.

„Geht klar, wenn was ist schreib auf der Galleone und pass bitte gut auf dich auf“, meinten sie ernst und tätschelte mir mit einer Hand die Wange.

„Dass du so allein… raus gehst, pass einfach auf!“, meinte auch Fred kopfschüttelnd, aber wirklich aufhalten würden sie mich nicht und das schätzte ich an ihnen sehr.

„Immer doch, versprochen! Macht euch nicht so viele Sorgen, ich kann auf mich aufpassen, wir sehen uns, sonst komm ich zu spät“ verabschiedete ich mich und rannte rasant in die Kerker. Ich hatte alles in meiner Schultasche, meine geschrumpfte Sporttasche und meine Dolche, die Schulsachen ließ ich in dem Geheimtunnel und apparierte vom Verbotenen Wald aus zum Sportzentrum. Dort stellte ich mich dem Sensei und bezog mal wieder beeindruckend Prügel, dagegen waren Sirius' Handgreiflichkeiten ein wahres Tätscheln gewesen, auch wenn sie mich umso mehr verletzt hatten, aber nun gut, was passiert war, war passiert und nicht zu ändern.

Um halb zehn schließlich machte ich mich leicht humpelnd, da ich bei einer Drehung falsch aufgekommen war und mir dabei etwas meinen rechten Fuß verstaucht hatte, auf den Weg nach Hogwarts. Ich würde in meinen Heilbüchern nach dem richtigen Spruch schauen müssen, denn bisher hatte ich mich noch nicht allzu intensiv mit Zerrungen und Verstauchungen befasst. Ich konnte schließlich nicht alles zur gleichen Zeit lernen. Unglaublich aber wahr, auch ich hatte Grenzen! Was aber meine Stimmung über mein Versäumnis nicht gerade hob.

Als ich die verhängnisvolle, dunkle Seitengasse betrat, um in den nächtlichen Wald zu apparieren, konnte ich die aufwallenden Angstgefühle gut unterdrücken. Hey, ich wurde richtig gut darin!

Ich spendete mir gerade großzügig selbst Applaus. Und so humpelte ich kurze Zeit darauf den Geheimgang entlang und betrat die Kerker, um mich nach fünf Schritten mit der schwarzgewandeten Brust meines Lieblingsprofessors konfrontiert zu sehen, der auf mich hinabstierte, wie auf eine gefundene und gefangene Beute, ein durchweg beunruhigendes Gefühl!

„Professor Snape!“, kam es tapfer von mir und ich blickte von unten in sein missbilligendes und blasses Gesicht.

„Miss Granger, was haben Sie in den Kerkern kurz vor Ausganssperre zu suchen?“, schnarrte es mir kühl entgegen.

„Ich, ähm… ich, nun ich bin Vertrauensschüler, nicht!? Und deswegen…“, ha, rettende Idee oder nicht?

„Wollen Sie mich für dumm verkaufen? Was haben Sie hier zu suchen? Hatte ich Ihnen nicht gesagt, Sie sollen Ihre Finger von den Kerkern und deren Bewohnern lassen?“, hauchte er mir klirrend kalt entgegen, dabei glänzten seine tiefschwarzen Augen giftig.

„Wie kommen Sie denn darauf, Sir? Nichts was Sie denken, ich geh dann mal“, wollte ich mich verdrücken. Ich versuchte so schmerzfrei wie möglich zu erscheinen und mein Humpeln zu verbergen, was mir mal wieder unter diesen Raubtieraugen, die alles sahen, leider nicht gelang. War ja auch nicht anders zu erwarten gewesen. Und so packte er mich dann auch grob am Oberarm und hielt mich auf.

„Wo waren Sie unmögliches Mädchen nur wieder? Sie sind schon wieder verletzt, kommen Sie. Sie wandelnde Katastrophe!“, zischte er so bösartig und zeigte eine verzogene Fratze, als hätte er ein Dutzend Zitronendrops essen müssen. Da um die nächste Ecke sein Privatbüro und seine dahinterliegende Wohnung war, zog er mich wenig freundlich wie einen Kartoffelsack hinter sich her. Auf einmal war mir, weiter vor uns bei der nächsten Ecke, als hätte ich einen strahlend hellen Kopf gesehen, der rasch verschwand, aber das ging so schnell, ich tat es ab. Das konnte nicht Draco gewesen sein, da die Erscheinung nur Sekunden zu sehen gewesen war. Und so gelangten wir durch das Bücherregal ins Wohnzimmer, wo ich unsanft auf das Sofa geschmissen wurde. Ich ersparte mir jeglichen Protest. Hätte eh keinen Sinn, außer, dass ich bösartige Kommentare abbekommen hätte.

„Wo waren Sie?“, zischte er auch schon wieder fordernd, dabei starrte er mich aus seiner stehenden Position nieder, die Arme aggressiv vor der Brust verschränkt.

„Ich…“, jetzt verdrehte ich meine Augen. „Wo wohl, beim Training“, antwortet ich trotzig, aber ehrlich.

„Sie gehen jetzt immer noch? Wie kommen Sie hier raus, Miss Granger, tragen Sie diesen Kopf nur zum Schmuck? Obwohl man sich damit nicht schmücken sollte. Oder befindet sich da noch arbeitende Masse darin?“, spuckte er mir verachtend, an den so von ihm beschimpften Kopf.

„Gerade Sie müssten wissen, wie gefährlich es da draußen ist und nicht noch freiwillig abhauen und die Gefahr suchen. Was denken Sie sich, ach, ich vergaß… Sie denken ja nicht!“, brüllte er nun los und ja, er war beeindruckend in seiner kalten, beherrschten Wut.

Oh Mann, tat ich mir leid! Alles war so gut verlaufen, na gut, bis vielleicht auf die Verstauchung, aber dass ich ihm in die Arme laufen musste, irgendwie kam mir mal wieder mein Glück oder dessen abhanden sein wieder in den Sinn. Dachte dieser Mann ich war taub? Da bevorzugte ich ihn doch stöhnend in mir, dann war diese ganze doch temperamentvolle Energie besser kanalisiert. Bei diesem abwegigen Gedanken entschlüpfte mir fast ein Lachen, aber ich konnte es gerade noch verhindern, er würde mich sonst wahrscheinlich bei lebendigem Leib häuten, so wie er sich gerade reinsteigerte.

„Wie kommen Sie dazu das Schulgelände zu verlassen, Miss Granger? Ich rede mit Ihnen, antworten Sie!“, drohte er aufgebracht.

„Ähm, ich… Sie wissen was ich tue… was regen Sie sich so auf, Sir?“, fragte ich sachte, das war taktisch vielleicht nicht ganz so klug, aber interessieren tat es mich trotzdem.

„Was fällt Ihnen ein so mit mir zu reden, ich bin immer noch ihr Lehrer!“, fauchte er nun verächtlich.

„Das weiß ich doch, Sir, aber Sie wissen auch, dass Sie mich nicht aufhalten können. Sie können mich nicht verpfeifen!“, meine ich provokant und schenkte ihm ein Strahlen. Was? Hatte je einer behauptet ich sei nett oder erfand diese Zauber nur weil sie so schön lateinisch klangen? Sie sollten mir in Situationen wie diesen helfen und ich war mir nicht zu fein, es zu nutzen und die Zeit wo ich Furcht oder Angst, selbst vor einem Snape gehabt hatte, waren längst vorbei. Zumindest redete ich mir dies ein, denn schon war er bei mir und drängte mich rabiat in die Rückenlehne der Couch und versuchte mich mit seiner Körperlichkeit einzuschüchtern. Dabei sah er mir mit seiner ausdruckslosen Maske, aber vor Wut brodelnden Augen in die meinigen.

Oh, ich wusste, er war nicht zu unterschätzen, er war ein gefährlicher Mann, der zu vielem fähig war, aber ich blieb ruhig und überlegt, ließ mich nicht von ihm verunsichern.

„Miss Granger, wissen Sie, was Sie da gerade gesagt haben? Überlegen Sie gut, ob Sie mich zum Feind wollen!“, kam es samtig weich von ihm, während er mir seidig drohte.

„Aber Professor, nie! Ich will Sie doch nicht zum Feind… bitte!“, meinte ich mit sanfter, weicher Stimme, dabei blinzelte ich ihn unter meinen dichten Wimpern in meiner halb liegenden Position hervor an. Aber ich gab es gerne zu, wenn ich nicht als Minna schon das Vergnügen gehabt und ihn so nah bei mir gehabt hätte, dann wäre ich jetzt eindeutig nervöser gewesen als ich es gerade war.

„Ich meine, ich bin doch vorsichtig, nur freitags von 17 bis 21 Uhr hab ich mein Kampftraining und Sie selbst haben gesagt, dass es gut ist, sich vorzubereiten und gerade nach… nach Bole… das hat mich noch mehr motiviert“, kam es leise aber immer noch aufrichtig von mir und ich atmete tief bei dem Eingeständnis ein.

Er war ganz schön nah, unsere Gesichter trennten nur Zentimeter und berührten sich fast. Er starrte mich immer noch an. Es war als würde er versuchen meine Worte zu sezieren und als er in meinen Augen höchstwahrscheinlich sehen konnte, dass ich die nicht von der Hand zu weisende Wahrheit sprach, löste er sich abrupt von mir und ließ sich in seinen nahen Sessel gleiten.

„Was erhoffen Sie sich davon? Was wollen Sie erreichen?“, fragte er nun wieder vollkommen glatt und kalt. Er hatte sich wieder gefangen und überschlug seine Beine lässig.

„Chrmmm, wenn Sie so fragen, Sir! Ich bin nicht blöd, das läuft auf einen Krieg hinaus und ich bin nur eine Frau. Ich will aber die besten Voraussetzungen, um mich verteidigen zu können und Zauberer sind oft, nun faul! Sie verlassen sich nur auf ihren Stab und vergessen ihren Körper und da sehe ich meinen Vorteil, da werde ich dann doppelt unterschätzt und so erhoffe ich mir Vorteile! Nur das Kämpfen erlernt man halt nur hart, durch regelmäßiges Training, Professor. Bitte verstehen Sie doch!“, bettelte ich nun um sein Einsehen, Stolz wäre hier nicht angebracht.

„Sie verlangen viel, Miss Granger, es ist untersagt das Schulgelände zu verlassen“, meiner er noch immer unbewegt und emotionslos kalt.

„Als hätte ich mich jemals an Regeln gehalten, Sir“, gab ich vorlaut zu und reckte mein Kinn in die Höhe.

„Das, Miss Granger, ist mir durchaus bewusst! Aber ich muss Sie darin nicht auch noch unterstützen“, zeigte er mir ein hämisches und überhebliches Grinsen.

„Aber Professor, ich schade doch damit niemandem, keiner weiß, dass Sie es wissen könnten“, wandte ich rasch ein.

„Sie werden es eh nicht lassen, das weiß ich, dafür hatte ich schon zu sehr das Vergnügen, Sie kennenlernen zu dürfen!“, troff seine Stimme vor bitterer Ironie und ließ das Ganze sich so anhören, als meinte er das genaue Gegenteil mit dieser schleppenden Stimme, mit der er sprach.

„Sir, ich könnten Ihnen immer noch den Geheimgang zeigen. Sie decken mich freitags und ich zeige Ihnen eines meiner Geheimnisse? Zeige ihnen, wie Sie auch ungesehen nach draußen kommen, sollte der Dark Lord nach Ihnen rufen!“, bot ich an. Sein Gesicht verschloss sich bei der Nennung des Dark Lords sofort und total, wenn denn dies noch mehr möglich war. Aber ich wusste, Slytherins standen auf so was. Füttere sie mit etwas und sie sind bereit dir auch eine Kleinigkeit zu geben. In dieser Hinsicht waren sie berechenbar, wenn man sie denn mal soweit hatte sich auf einen Deal einzulassen.

„Sie wissen zu verhandeln, Miss Granger“, murrte er mürrisch.

„Danke für das Kompliment, Sir“, strahlte ich ihn an.

„Nun gut, wenn Sie sich in Gefahr begeben wollen, werde ich Sie nicht aufhalten! Ihre Entscheidung, aber Sie kommen jeden Freitag zu mir, damit ich Sie heilen kann. Sie können nicht so durch die Schule laufen“, meinte er seufzend und kniff die Lippen verärgert zusammen. „Und jetzt zeigen Sie mir Ihren Fuß“, jetzt da ich ihn soweit hatte, das zu tun was ich wollte, würde ich nicht seinen Zorn auf mich ziehen und ihm meinen Fuß verweigern und so zog ich meinen Schuh und die Uniformsocke aus.

Ich streckte den Fuß von mir weg. Es zeigte sich eine leichte Schwellung am Knöchel, echt nichts Weltbewegendes. Okay, der werte Herr Professor schaffte es immer wieder mich zu erstaunen, denn er glitt aus seinem Sessel und kniete vor mir nieder und nahm den Fuß auf.

Wow, er ging vor mir in die Knie! Das war unerwartet, wenn ich das jemandem erzählen würde, wären ich und sie des Todes, aber freuen durfte man sich ja noch oder? Schon fühlte ich, wie seine kühlen Finger den Fuß und die Schwellung betasteten. Ein angenehm unangenehmes Gefühl, da er es drauf hatte den Schmerz zu treffen. Aber mir waren seine Berührungen nicht unangenehm. Ich mochte es wirklich von ihm berührt zu werden, kein Wunder bei unseren intimen Treffen, von denen er, der Göttin sei Dank, nichts ahnte, wurde ich noch ganz anders von ihm angefasst. Auch wenn er kniete, wirkte es, als würde ich mich unterwerfen. Es war sein ganzes Auftreten, die Erscheinung, die mich eher klein und unbedeutend machte. Er war wirklich eine markante Persönlichkeit mit der man rechnen musste.

„Auwa“, rief ich plötzlich aus.

„Dann sitzt der Schmerz da?“, sadistisch hob er den Kopf und seine Haare fielen zur S#eite und gaben sein dreckiges Grinsen frei. „Pes tumor sanatio“, intonierte er und ich durfte sehen, wie die Schwellung an meinem Fuß zurückging. Ich probierte es und konnte ihn danach schmerzfrei drehen und wenden.

„Danke Professor, Sie sind zu gütig, Sir“, lächelte ich ihn scheu an, währenddessen glitt er wieder zurück und zauberte sich ein Glas zu trinken in die Hand und sagte nichts, sah mir nur zu, wie ich mich wieder anzog, auch mal angenehm keinen vollständigen Strip vor ihm hinzulegen.

„Bilden Sie sich nur nichts darauf ein“, meinte er böse grummelnd.

„Nie, Sir, keine Sorge!“, stimmte ich ihm zu und wollte den Rückzug antreten. „Ich denke mal, ich gehe? Danke nochmal, Sir.“

„Nicht so schnell, Miss Granger, hab ich Sie schon entlassen?“, hob er fragend die Augenbraue.

„Nein, Sir“, antwortete ich kleinlaut.

„Ich habe in der letzten Zeit beobachtet, dass Malfoy anders zu Ihnen ist, haben Sie meine Bitte von letztens vergessen?“, welche Bitte er meinte, wohl eher seine Drohung.

„Was meinen Sie Sir, ich verstehe nicht?“, stell dich schön doof, gute Taktik.

„Das steht Ihnen nicht, das Dummchen zu spielen, Miss Granger!“, zischte er mir eisig entgegen.

„Professor, was meinen Sie?“, versuchte ich auszuweichen, denn die Richtung gefiel mir nicht.

„Was wollen Sie von Draco Malfoy?“, stellte er seine Frage und sah mich bohrend an.

„Wie kommen Sie darauf, dass ich was von ihm möchte!?“, wollte ich abwiegeln.

„Ich habe Sie in der Großen Halle beobachtet, Sie sind gut! Beide, aber ich bin
besser, glauben Sie mir, ich habe es gesehen, die Blicke und ich habe es Ihnen gesagt, halten Sie sich von ihm fern!“, befahl er mir sehr unterkühlt.

„Blicke… Sir?“, tat ich noch immer verständnislos, ich würde nichts zugeben.

„Verkaufen Sie mich nicht für dumm, ich weiß was ich gesehen habe, lassen Sie Draco aus Ihren Spielchen!“, brauste er nun wütend auf.
„Sir, ich hab gar nichts gemacht“, ich hatte mich groß gemacht und schaute ihn unschuldig an, während ich es stur abstritt.

„Verschwinden Sie, Granger und belügen Sie wen anderes, aber nicht mich!“, meinte er verächtlich, denn schon flog mir sein Glas entgegen. Ich duckte mich reaktionsschnell und es zerschellte laut klirrend an der Wand in tausende, kleine Kristallstücke.

„Ich warne Sie noch einmal, halten Sie sich von Malfoy fern!“, schrie er mir hinterher, als ich Stoff gab und er nur noch meinen entschwindenden Rücken sah.

Puh, wie gut, dass er mir nicht nachkam. Ich flog aus der Bürotür, nur abhauen. Wann hatte Snape jemals so die Contenance verloren, dass er ein Glas zertrümmerte. Er lässt seinen Gefühlen mehr freien Lauf als die letzten Jahre, zumindest mir gegenüber. Und Sirius schlug mich durch die Küche, vielleicht reizte ich die Männer einfach zu sehr, anscheinend hatte ich die Begabung, sie zur Raserei zu treiben. Während ich lief, nahm ich es mit Humor und begann belustigt zu kichern, als ich auch schon überraschend aufgehalten und in eine Nische gezogen wurde, dass ich gar nicht so schnell schauen konnte. Draco presste mich an die kalte Mauer und ich ließ mir den festen Griff, den er dabei an den Tag legte, gefallen und so presste ich mich an ihn und beruhigte meinen Herzschlag.

„Was hast du hier zu suchen und dann auch noch bei Severus? Ich hab gedacht, ich sehe nicht richtig, als er dich so in seine Räume gezogen hat?“, strich es leise flüsternd über mein Ohr. Also hatte ich vorhin doch richtig gesehen, es war Draco gewesen, dass der sich aber auch immer überall rumtrieb!

„Ich… ich war weg…“, und spürte wie sich sein Hände an meinen Schultern verkrampften und mir ins Fleisch drückten.

„Du warst wo? Warum weiß ich nichts davon?“, zischte er nun leise, aber eindeutig verärgert.

„Ich… warum sollte ich dich über jeden meiner Schritte aufklären?“, zeigte ich mich verwirrt.

„Weil ich es wissen will, wenn du die Schule verlässt, hätte denn jemand Bescheid gewusst?“, wollte er genau wissen.

„Ja, die Twins, sie halten mir den Rücken frei!“, gestand ich ihm ein.

„Du vertraust diesen Clowns?“, meinte er abwertend.

„Mach nicht den Fehler und unterschätze sie, sie haben mehr drauf und weniger Skrupel als du denkst und nenn sie bitte nicht so“, klärte ich ihn leise auf.

„Ich warte, wo warst du?“, und ging nicht weiter auf die Twins ein.

„Beim Training, jeden Freitag von 17 bis 21 Uhr“, antwortete ich.

„Und das denkst du, ist nicht nötig mir mitzuteilen?“, zeigte er sich sauer, so mühsam beherrscht wie er nun klang.

„Nun ja, nein, aber ich hätte es dir morgen erzählt“, erwiderte ich ruhig und abwehrend.

„Lerne daraus, ab sofort will ich immer wissen, wenn du Hogwarts verlässt, verstanden?“, drückte noch ein bisschen fester zu und ich verzog unwillig die Miene.

„Okay, wenn du meinst, ich werde dich zukünftig informieren“, bot ich ihm versöhnlich an, solange er mich nicht zurückhielt.

„Und warum bist du so aus seinen Räumen geflohen? Hat er dich wieder bedrängt?“, gab er nicht auf und zeigte sich sehr neugierig.

„Nein, nein…, er hat mich hier aufgegabelt als ich zurückkam, ich hab gehumpelt, was ihm natürlich nicht verborgen geblieben ist und da hat er sich mich geschnappt und zu sich geschleppt. Er hat den Fuß geheilt und von den Ferien weiß er, dass ich Kampfsport lerne und hat darauf bestanden, dass ich jeden Freitag zu ihm komme, auf dass er mich heilen kann, dafür muss ich ihm den Geheimgang zeigen…“, ich leckte mir über die trockenen Lippen. „Und dann hat er gesagt, er hätte unsere Blicke in der Halle gesehen und er wäre nicht blöd… ich soll von dir die Finger lassen und hat mir gedroht! Ich hab mich blöd gestellt und dann hat er sein Glas nach mir geschmissen und mich rausgeworfen. Ich hab also die Beine in die Hände genommen und zugesehen, dass ich Land gewinne, da rief er noch ich soll mich von dir fern halten!“, ich ließ meinen Kopf erschöpft an seine Brust sinken.

„Glaubst du, ich reize die Männer zu sehr, ich glaube nicht, dass es für Snape normal ist Gläser nach Personen zu werfen! Ich meine, er ist doch sonst immer ein Eisblock und, und… Sirius habe ich auch zur Weißglut getrieben, oder nicht? Ich meine, er schlägt eigentlich auch niemanden!“, seufzte ich und rieb mein Gesicht frustriert an seiner Brust Ich konnte spüren, wie seine Brust unter meinen Händen und an meinem Gesicht erzitterte. Lachte er, lachte dieser...? Er lachte wirklich, was sollte das, das war nicht zum Lachen!

„Mudblood, hat dir jemand schon mal gesagt, dass du, wenn du so durch den Wind bist, richtig süß sein kannst!“, da lachte er unterdrückt weiter und ließ mich sprachlos zurück.

„Das ist nicht lustig, ich meine… ich“, zeigte ich Nerven und stotterte.

„Mach dir nicht so viele Gedanken, du bist was Besonderes! Das ist der Grund, dass alle so durchdrehen“, hauchte er da in seiner ruhigen Art ein dramatisches Kompliment.

„Hähä“, kam es echt intelligent über meine Lippen.

„Ich sag ja, du kannst süß sein, so intelligent, so schlau, so durchtrieben, dass du der besten Slytherin eine mehr als ernst zu nehmende Konkurrenz sein kannst, aber hier so unbedarft, fast naiv!“, küsste er nun meine Stirn und legte danach seine Stirn an meine.

„Black hat Askaban nicht gut getan und er ist dir bei weitem nicht gewachsen!

Höchstwahrscheinlich wusste er sich nicht mehr anders zu helfen“, meinte er nun. „Und Snape, das ist wahrlich erstaunlich, dass du ihn so durchdrehen lässt. Das mit dem Glas kenn ich nur, wenn Vater ihn mal wieder zur Weißglut treibt. Was Vater wirklich mal immer wieder zu Wege bringt, unglaublich, aber wahr!“, erklärte mir Draco sehr ausführlich, was ihn anscheinend in Erinnerung an so eine Szene zwischen den beiden Männer kichern ließ.

„Warum er so darauf besteht, dass du dich fernhältst, das werde ich zu gegebener Zeit zu unterbinden wissen, aber lass das meine Sorge sein, das werde ich mit Severus regeln, versprochen!“

„Ich denke unsere Erzählungen morgen sind dringend nötig, damit wir beide besser verstehen“, meinte ich überfordert, denn ich hatte seiner Ausführung mit offenem Mund gelauscht.

„Das denke ich auch und freu mich schon darauf“, raunte er heiser.

„Wo treffen wir uns?“, wollte ich neugierig wissen.

„Du kommst wieder zu uns in den Gemeinschaftsraum, maskiert natürlich! Den Rest siehst du dann“, hörte ich direkt das Amüsement, das ihm dabei in den Sinn kam.

„Wie du wünschst, nach dem Abendessen, die Twins werden mich decken“, konnte ich es kaum erwarten.

„Sie wissen, dass du zu mir kommst?“, hörte ich nun das Erstaunen aus seiner Stimme.

„Ja!“, meinte ich nachdrücklich. „Und wir können ihnen wirklich trauen?“, wandte er misstrauisch ein. „Ja wirklich.“

„Liegt dein Zauber auf ihnen?“, wollte er nun vehement wissen.

„Nein, aber wenn du möchtest, kann ich sie verzaubern, dass sie nichts über dich und mich sagen können“, bot ich gelassen an.

„Tu dies, in diesen Zeiten ist Vorsicht besser als Nachsicht“, meinte er kompromisslos hart.

„Wie du wünscht, Draco“, gab ich nach, denn irgendwie hatte er recht und warum sollte ich mich deswegen streiten? Die Twins würden ihm wohl noch zustimmen.

„Und morgen haben wir endlich Zeit zu reden, jetzt ruh dich aus. Das brauchst du auch mal, mein Mudblood“, erklärte er fest und umarmte er mich.

„Bis morgen, Pureblood“, fand ich wieder zu meiner lockeren Art zurück, Draco tat mir gut.

„Sei schön brav“, kam es frech von ihm und ich verschwand schnell in den Geheimgängen. Als ich durch das Portrait trat, herrschte noch reger Betrieb bei uns in Gryffindor.

„Endlich! Wir wollten schon eine Nachricht schreiben. Was hat dich aufgehalten?“, zog mich Fred schon in eine Fensternische.

„Viel! Wir müssen dringend reden, bleibt wach! Vielleicht sind wir ab Mitternacht allein…“, wisperte ich schnell. Er nickte nur und gesellte sich zu den anderen. Ich blieb noch ein bisschen sitzen und betrachtete das fröhliche Treiben meiner Klassen- und Hauskameraden und konnte mit ihren Scherzen und lustigen Anekdoten so gar nichts anfangen. Ich wollte eigentlich nur in die Kerker, zu den Männern meines Herzens, oder meines Verstandes. Ich durfte sehen, wie sich der Raum lehrte und selbst die Twins nicht zurückblieben. Auch Harry und Ron wünschten mir eine gute Nacht und gingen schlafen. Ich konnte nicht mehr so richtig vor ein Uhr die Ruhe finden, also tat ich das einzig sinnvolle und arbeitete. So war ich der letzte verbliebene Mensch im Gemeinschaftsraum, als ich auch schon die beiden Red Devils herunterschleichen hörte.

„Hey, holde Maid!“, meinte Fred spaßig und setzte sich mit George auf die sehr gemütliche, aber durchgesessene, hellbraune Couch vor dem Kamin, neben meinem Stammsessel.

„Hallo ihr zwei, ich hoffe, die späte Stunde tut euch nichts?“, fragte ich und trank aus meinem Tee einen Schluck.

„Nee, wir sind doch alle nachtaktiv und wofür ist der Unterricht sonst da, als zu schlafen!“, krähte Fred belustigt und gab seinem Bruder einen Highfive.

„Sehr witzig, ihr wisst schon, dass es wichtig ist was wir lernen!“, meinte ich ernst. In solchen Dingen konnte ich nicht über meinen Schatten springen, sorry!

„Jo, das ist unsere Hermione. Aber mal ehrlich, da lernen wir aus der Verbotenen Abteilung mehr!“, kam es ernst von George.

„Ahrrr, natürlich, ich vergaß, wir interessieren uns ja nicht mehr für diese Art der Magie!“, rollte ich gespielt entnervt mit meinen Augen.

„Genau, du hast es! Wer braucht schon langweilige Schulmagie...“, grinsten sie mich nun fies an und ich zeigte ihnen ein nicht weniger böses Strahlen.

„Was wolltest du wichtiges?“, wurde sie nun ernst.

„Ich, ach, ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll. Aber ich müsste auf euch einen Zauber schmeißen, der mich schützt. Nicht, dass ich denke ihr würdet plaudern, aber…“, versuchte ich zu erklären. Es war mir unangenehm.

„Hermione, Schönste, sprich nicht in Rätseln, du darfst uns so viel verhexen wie du willst! Aber was ist da im Busch? Uns kannst du da nichts vormachen! Sprich!“, forderten sie unnachgiebig. Tja, die Twins waren halt echt nicht blind.

„Draco möchte, dass wir, also er und ich, geschützt sind und es ist von ihm nicht direkt gegen euch gerichtet, aber er meinte halt in Zeiten wie diesen wäre Vorsicht besser als Nachsicht!“, wehrte ich ab und erhob meine Hände entschuldigend.

„Und auch wenn ich das Frettchen nicht mag, aber wo er recht hat“, meinte George zustimmend und erstaunlich einsichtig.

„Ja, wo er recht hat! Aber wenn, dann für dich, nicht für ihn, verstanden!“, zog Fred die Mundwinkel nach unten.

„Danke, ihr seid die Besten meine Devils!“, meinte ich erfreut, dass sie es so locker sahen und zog den Zauberstab und sprach, „Credere tacientiae 'Hermione und Draco Malfoy'!“, schon war der Zauber gesprochen und ich hatte meinen Stab wieder weggesteckt.

„Das war's schon?“, meinten beide erstaunt und ich strahlte die beiden an.

„Ich frag mich nur, was du an dem Idioten findest. Was ist mit Sirius?“, fragte da schon George und rieb sich seinen Nacken, was mich aber dazu brachte mal wieder zu erstarren und sehr gerade da zu sitzen. Doch das entging diesen beiden natürlich nicht.

„Was? Was ist die letzten Tage passiert, was haben Fred und ich nicht mitbekommen?“, fragte er skeptisch, dabei zog er seine rote Augenbraue ernst hoch, die doch sonst immer nur im Spaß nach oben wanderte.

„Ach, nichts schlimmes. Ich hatte nur Streit mit Sirius, das ist alles. Es ist aus!“, erklärte ich knapp und kalt.

„Was… was… was. Was ist passiert!“, schrien sie aufgeregt.

„Wie ich schon sagte, nichts besonders“, verschränkte ich meine Arme ablehnend vor meiner Brust.

„Wegen Malfoy?“, fragten die zwei gleichzeitig.

„Nein, nicht wegen Malfoy, einfach so“, winkte mit der Hand ab „Da fällt mir noch ein… ich will ihm morgen eine Galleone geben, ich wollte euch nur informieren.“

„Hohoho, so weit geht das Ganze!“, George rieb sich sein Kinn und schien schwer nachzudenken.

„Wenn das so ist, sollten wir ihn irgendwann kennenlernen, ohne diesen Haufen Slytherins, der immer um ihn rum ist.“

„Jo, sehe ich auch so. Wenn, dann soll er und muss ganz dazugehören!“, stimmte Fred seinem Bruder lautstark zu.

„Oh nein, bitte nicht! Wenn ihr anfangt vor ihm zu knutschen, renn ich weg!“, frotzelte ich nun.

„Eh, wenn er uns gefällt? Und eins muss man ihm lassen, er sieht gut aus!“, raunte Fred lasziv und leckte sich sinnlich über die roten Lippen. Ich war kurz davor den Kopf auf den Tisch zu schlagen.

„Das sagt ihr wegen jedem Mann, mit dem ich…,dem ich näher komme!“, wandte ich verzweifelt ein.

„Tja, sind ja aber auch immer Sahneschnitten, nicht wahr!“, meinte Fred keck und leckte sich gleich nochmal, genüsslich über die Lippen.

„Oh Mann, hör auf, sonst wird George gleich wieder eifersüchtig!“, erinnerte ich ihn an seinen Bruder.

„Was ich nein… nie….“, lachte dieser dreckig auf und schien sich köstlich auf meine Kosten zu amüsieren.

„Spaß bei Seite, wie läuft das Geschäft?“, wurde ich nun wieder ernst.

„Sehr, sehr gut, Schönste. Wir brauchen schon wieder Nachschub! Seit die Bitch hier ist, geht das Zeug weg, wie warme Semmeln!“, strahlten die beiden zufrieden und zeigten ihre weißen Zähne.

„Nachschub heißt…?“, fragte ich überlegend nach.

„Wir treffen Dung am Sonntag in Hogsmeade, geben unsere Bestellung auf“, klärte mich George geschäftig und sehr ernst auf.

„Das hört sich gut an. Was sagt ihr eigentlich zu dem Unterricht, den die Bitch hält?“, wollte ich interessiert wissen.

„George, ich bin taub? Hat Sankt Hermione, gerade dieses böse, böse Bitch-Wort in den Mund genommen?“, zog mich Fred echt gehässig auf.

„Fred, das ist eigentlich eher ihr Sprachgebrauch! Wir sollten uns geehrt fühlen, dass sie sich nicht vor uns verstellt! Hab ich recht oder hab ich recht!“, zeigte sich George sehr cool und abgeklärt. Ich rollte mit den Augen, solche Schwachköpfe, wenn sie denn nicht so genial wären, aber sie brachten mich immer zum Lachen.

„Und die Bitch ist nicht auszuhalten, die machen wir fertig! Ein besseres Ziel um unsere Produkte zu testen oder vorzuführen, als das rosafarbene Monster, gibt es nicht! Und ihr Unterricht? Was für ein Unterricht, unter Anbetracht was da draußen grad vorgeht. Wir lernen nichts! Kein Patronus, nada und gerade auf den hab ich mich so gefreut!“, jammerten beide los, da sie doch meine schöne Elster gesehen hatten und auch so gerne ihr Tier wissen würden, sie waren Kindsköpfe. George klopfte Fred aufmunternd die Schulter.

„Er wollte so gern sein Tier wissen, seitdem er deine Elster kennt! Aber unter der wird das nichts!“, erklärte mir George und ich war über meine Menschenkenntnis total erstaunt, da sich Freds Trauer in seiner ganzen Mimik widerspiegelte. Während dieser Litanei der Beschwerden fing mein Hirn an zu rattern und mir kam eine Idee, wie wir uns vielleicht trainieren konnten! Ja, das wäre eine Idee, ich müsste sie nur noch ausbauen.

„Hallo Schönheit! Hallo, du bist mal wieder an Orte abgetaucht wo dir keiner hinfolgen kann!“, rissen sie mich aus meiner Abwesenheit. Ich schüttelte mich, nachdem ich unsanft von Fred gerüttelt wurde.

„Oh entschuldigt, ich hab eine Idee“, erklärte ich meine Abwesenheit.

„Jaaaa, war uns klar! So verklärt wie dein Blick war und was kam raus bei deinem Abflug?“, fragte George gespannt drein blickend.

„Noch nicht spruchreif. Aber halt, besorgt mir für nächsten Sonntag einen Raum in Hogsmeade, wo wir reden können, mit anderen Schülern“, knabberte aufgeregt an meiner Unterlippe. Ja, so könnte es gehen. Ich musste nur noch Harry überzeugen und das sollte kein Problem werden.

„Oh Mann, du machst es aber auch immer spannend nicht auszuhalten… aber, nun gut. Wir gehen dann mal ins Bett. Ich muss hier noch jemanden verführen!“, und fing an George küssend zu den Schlafsälen zu ziehen.

„Viel Vergnügen und tut nichts, was ich nicht auch tun würde!“, rief ich lachend.

„Das heißt also, wir lassen jede Scham und Scheu fallen, danke für den Tipp!“, zwinkerten sie mir diabolisch zu. So war auch das erledigt und ein neues Thema geschaffen. Ich wollte wohl wirklich keine Ruhe, aber wie man sich bettet so liegt man und anscheinend lag ich gern hart.

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