Tatjana war eine junge Frau, verheiratet mit 3 Kindern. Ihre Ehe war nicht unglücklich, aber irgendwie hatte der Alltag die großen Gefühle weggeschwemmt und es war nur noch ein nebeneinander und kein Miteinander mehr. Sie hatten zwar viel miteinander erlebt und zusammen durchgemacht, aber in den vielen Jahren, die sie zusammen durchgemacht hatten, wurden die gemeinsamen Gespräche immer weniger und die Kälte und Gleichgültigkeit immer größer. Ihr Mann wohnte zwar noch bei ihr, aber er ging immer öfter seiner Wege. Auch sie hatte eigene Interessen, denen sie nachging. Den Kindern war es auch schon aufgefallen, aber sie sahen keine Möglichkeit ihren Eltern zu helfen. Ob ihre Ehe noch einen Sinn hätte, mussten sie selbst herausfinden.Eines Tages ging Tatjana in ein Bistro. Dort saß ein junger Mann. Als Tatjana ihm in die Augen sah, wusste sie es sofort, dass sie verloren war. Es war Liebe auf den Blick. Der junge Mann lächelte sie an und sie lächelte zaghaft zurück. Er fragte ob er sich neben sie setzen dürfte und sie nickte.
Sie unterhielten sich über Gott und die Welt und die Zeit verging wie im Flug. Als Tatjana auf ihre Uhr sah, bemerkte sie dass es schon sehr spät war. Sie verabschiedete sich und war ein bisschen traurig, weil sie nicht wusste ob sie ihn jemals wiedersehen würde. Aber das Schicksal meinte es gut mit ihr.
Als sie zu einer Party bei ihrer Freundin Sarah eingeladen war, erkannte sie in dem Freund von Sarah‘s Bruder ihren jungen Mann wieder. Ihr Herz klopfte und ihre Knie wurden weich.
Sie freute sich so sehr, ihn wieder zu sehen. Wie hatte sie sich dieses Wiedersehen gewünscht.
Es wurde ein wunderschöner Abend, denn sie unterhielt sich glänzend mit ihm und als er sie auch noch zum Tanzen aufforderte, war sie so glücklich wie selten in ihrem Leben. Von diesem Tag ansahen sie sich öfter. Mal bei Sarah oder deren Bruder, denn auch mit ihrem Bruder war sie
gut befreundet. Stefan, so hieß der junge Mann war immer sehr nett zu ihr, aber das war auch alles.
Außer bei dem Tanz auf der Party waren sie sich nicht näher gekommen, was bestimmt nicht an ihr lag. Sie wusste schon lange, dass sie verliebt war in ihn, aber sie behielt es für sich, weil sie Angst davor hatte, wie er reagieren würde, wenn er es wüsste. Er fuhr gerne Motorrad und ging öfter zum Tauchen und sie hatte mit beiden Sachen nicht viel am Hut. Sie lebten also in zwei verschiedenen Welten und es war eigentlich klar, dass sie eigentlich keine Gemeinsamkeiten hatten und es kaum eine Chance gab zusammen zu kommen aber gegen ihre Gefühle für ihn konnte sie sich nicht wehren. Sie waren einfach da und ließen sich nicht einfach abstellen. Um Abstand zu gewinnen, kümmerte sie sich wieder mehr um ihre Familie, die es dankbar zur Kenntnis nahm. Ihre Kinder freuten sich, als sie merkten, dass ihre Mutter wieder mehr Zeit für sie hatte und hofften auch auf einen neuen Anfang mit ihrem Vater. Tatjana gab sich auch da wieder mehr Mühe. Sie kochte sein Lieblingsessen, machte sich besonders hübsch, bevor er nach Hause kam und tat auch sonst alles um ihrer Ehe eine zweite Chance zu geben. Eine Weile ging es auch gut, da auch ihr Mann ihr gegenüber wieder etwas aufmerksamer war. Aber es dauerte nicht sehr lange, dann kehrte der alte Trott wieder ein. Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann, erkannte sie, dass das alles keinen Zweck mehr hatte. Was nützte ihr ein Festhalten an dieser Ehe, wenn es doch keine Liebe mehr gab.
Sie dachte wieder an Stefan und fing an zu weinen. Es war so traurig. Der Mann, den sie liebte, liebte sie höchstwahrscheinlich nicht und sie liebte den Mann mit dem sie noch lebte, nicht mehr.
Sie wusste, würde Stefan sie wider Erwarten doch genauso lieben, wie sie ihn, würde sie alles aufgeben. Ihre Familie, ihr Zuhause, ihre Ehe und ihr ganzes früheres Leben nur um mit ihm zusammen zu sein. Sie fasste einen Entschluss. Sie wollte mit ihm sprechen um endlich Klarheit zu bekommen über seine Gefühle für sie. Sie wusste, dass es vielleicht das Ende ihrer Freundschaft bedeuten konnte und das machte ihr Angst, aber sie hielt es nicht mehr aus. Sie wollte endlich wissen, woran sie bei ihm war. Sie rief ihre Freundin an und wollte ihr ihren Entschluss mitteilen
Als diese ihr freudestrahlend mitteilte, das Stefan seine Traumfrau gefunden hätte.Als sie das hörte war sie zuerst wie erstarrt aber dann dachte sie, dass es wohl Schicksal gewesen sei, dass er gerade jetzt seine Traumfrau getroffen hätte. Es tat zwar ein bisschen weh aber sie wünschte ihm dass er glücklich würde egal mit wem. Sie sah Stefan noch öfter bei ihrer Freundin
und immer wenn sie ihn und seine Freundin schmusen sah, gab es ihr ein Stich ins Herz.Um dem aus dem Weg zu gehen, besuchte sie ihre Freundin nicht mehr so oft.Eines Tages traf sie ihre Freundin auf der Straße und sie gingen zusammen einen Kaffee trinken.Bei dieser Gelegenheit erzählte Sarah ihr, dass Stefan sich von seiner Freundin getrennt hätte und erst Mal die Nase von den Frauen voll hätte. Auf der einen Seite tat es ihr leid für ihn, aber auf der anderen Seite gab es wieder Hoffnung für sie. Ihre Freundin fragte sie, warum sie sich nicht mehr gemeldet hätte und sie erzählte ihr alles. Von ihren Gefühlen zu Stefan, von ihrer kaputten Ehe und von dem Wunsch, endlich zu wissen , ob Stefan ihre Gefühle erwiderte. Ihre Freundin hörte ihr sehr interessiert zu und war ziemlich überrascht das alles zu hören. Sie dachte, Stefan und Tatjana wären nur Freunde. Von Tatjanas Gefühlen zu Stefan hatte sie keine Ahnung weil Tatjana sie wirklich gut versteckt hatte. Tatjana wollte gerne die Meinung von Sarah wissen über die ganze Sache.Sarah sagte ihr, dass sie nicht glaubte, dass Tatjana eine Chance bei Stefan hätte, aber sie würde Stefan mal fragen, wie er Tatjana fänden und es ihr dann berichten. Tatjana bedankte sich bei ihr und versprach sie wieder öfter zu besuchen egal was bei dem Gespräch mit Stefan heraus kommen würde. Sie ging nach Hause und auf dem Weg dorthin dachte sie, dass egal was bei dem Gespräch heraus kommen würde, sie sich endgültig von ihrem Mann trennen würde und allein für ihre Kinder und sich eine neue Bleibe suchen würde. Irgendwie war sie erleichtert, weil sie endlich etwas klarer sah. Die Erkenntnis tat doch noch ziemlich weh und es belastete sie sehr, dass sie das ihren Kindern antun musste aber sie hoffte, dass ihre Kinder sie verstehen würden. Die Kinder taten ihr sehr leid. Es würde schwer für sie sein, sich mit der neuen Situation abzufinden, aber sie hoffte, dass die Kinder
es schafften und irgendwann wieder glücklich werden würden. Auch wenn Stefan sich nicht für sie entscheiden sollte, würde sie ihr Leben ändern und neu anfangen. Die Zeit war reif dafür.


                                     ENDE




Kommentare

  • Author Portrait

    Die Idee zur Geschichte ist an sich gut. Was mir auffällt ist, dass du die Worte in deinen Gedichten treffsicherer wählst, als in deinen Geschichten. Du schreibst teilweise, als würdest du Tatjanas Geschichte nacherzählen. Wenn ich dir dazu einen Tipp geben darf: Versetz dich in die Geschichte hinein, so als wärst du ihre Freundin. Denn wenn du aus der Perspektive des Insiders schreibst, vermittelst du dem Leser das Gefühl nahe am Geschehen oder mittendrin zu sein. Es ist ein Unterschied ob du ÜBER ihre Geschichte schreibst, oder ob du IHRE Geschichte schreibst! Auf jeden Fall hast du schon dazugelernt! ;-)

  • Author Portrait

    Inhaltlich finde ich den Text sehr gelungen. Nur sprachlich ist meiner Meinung nach noch etwas nachzubessern. Durch häufiger auftretende Wortwiederholungen und fehlende wörtliche Rede liest sich der Text sehr geradlinig. Deshalb erscheinen mir auch die wiederholten Wendungen größtenteils gleichwertig und heben sich nicht aus der geradlinig beschriebenen Handlung ab. Zusammengefasst ein guter Text, der etwas sprachliche Nachbesserung verträgt. 3/5*

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