Endlich!

Ein Blick auf die Uhr verriet Sonja, dass es Zeit war ins Bad zu gehen. Sie wollte gut aussehen, wie eine Rose duften für ihren Prinzen... Eine Romanze... mit kleinen Fehlern. 
Der Vergleich mit Zahnschmerzen drängte sich auf. Wie ein Zahn, der ewig nicht schmerzte, sich aber immer wieder mal kurz in Erinnerung rief... gerade, wenn man es gar nicht brauchen konnte! Sie mochte nicht daran denken, dass Josef die Zielperson war! Sie musste es einfach ausblenden! Um 18:40 Uhr kam eine traumhaft schöne Frau aus dem Bad. Sie war fast gar nicht geschminkt, trug ein rotes leichtes Sommerkleid und duftete angenehm nach einem dezenten aber anziehenden Parfüm. Nur ein Hauch hatte genügt, genau diesen angenehmen unaufdringlichen Duft zu erzeugen. Die natürliche Grazie dieser Person, diese Schönheit, die keiner Hilfsmittel bedurfte, weil sie einfach ihrem Naturell entsprang, machte diese Frau zum unwiderstehlichen Objekt der Begierde! Und dieser Umstand war ihr durchaus geläufig. Sonja wusste, wie sie punkten konnte. Bald würde er läuten! Hoffte sie zumindest. Wenn er erst mal bei ihr war, gehörte er ihr...
Punkt 19:00 Uhr läutete es. Sonja ging zur Tür. Josef verbarg sich hinter einem riesigen Blumenstrauss. "Oh, wie schön!" nahm sie ihn entgegen und begrüsste Josef mit zwei kleinen Wangenküsschen ganz unverfänglich, ja fast schon ein klein Wenig distanziert. Sie wollte ihm das Gefühl geben, dass er das Tempo bestimmt! Diese Frau beherrschte das Spiel mit dem Feuer. Josef strahlte sie an."Du siehst fantastisch aus, Sonja! Hinreißend!" - "Schmeichler! Ich hab mich so auf dich gefreut! Ich hatte auch ein Bisschen Angst!" -"Angst? Wovor denn?" - "Ich hab dich einfach geküsst... Ich musste es einfach tun! Ich weiß auch nicht! Sowas ist mir noch nie passiert, entschuldige bitte!" Sie war vorangegangen auf die Terasse, um ihm den gedeckten Tisch zu zeigen und drehte sich bei den letzten Worten zu ihm um. Josef nahm mit der rechten Hand ihr Gesicht und küsste sie sanft auf die Stirn. "Dafür musst du dich nicht entschuldigen, Sonja! Eigentlich hab ich mir das ja gewünscht..." - "Eigentlich?" - "Ich hatte noch nicht damit gerechnet und es hat mir die letzten paar Nächte den Schlaf geraubt." Er küsste sie erneut auf die Stirn und auf die Augen und sie konnte förmlich spüren, dass er sie nun gern auf den Mund geküsst hätte... "Komm und setz dich erst mal, Josef! Lass uns auf einen schönen Abend anstoßen!"        
Sonja verschwand und kam sogleich mit einer Flasche Champagner zurück, die stilgerecht in einem Eiskübel steckte. "Bist du so lieb und öffnest die Flasche?" Josef nahm den Schampus und konnte den Blick nicht von ihr wenden. Von dieser Frau ging eine Faszination aus, die er nicht beschreiben hätte können. Jeder Blick, jede noch so kleine Berührung waren Erotik pur. Hin und her gerissen zwischen Erotik und Liebe, Wunsch und Verlangen... Er wusste nicht was er sich mehr wünschte, von dieser Frau. Erotik oder Liebe. Nun möchte man meinen, das gehöre zusammen. Doch Josef Brantner hatte Angst vor einer Liebesbeziehung! Was, wenn er ihr sein Herz schenkte, und auch sie ihn wieder betrügen würde...?

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