Endlich Mama

Wie Dr. Feller Silvia versprochen hatte, durfte sie am nächsten Tag aufstehen und in die Kinderstation gehen, wo ihr Tommy unter Beobachtung stand. Anfangs konnte sie kaum gehen, aber sie hatte einen unschlagbaren Grund, sich in die Station zu kämpfen. Tommy! Ein paar Sonden waren an seinem kleinen Körperchen angebracht und ein Monitor stand neben seinem Bettchen. Wie hübsch dieses Baby war. Sie war ganz verliebt in das kleine Gesicht. Jetzt gähnte er gerade. Eine Schwester trat hinter sie. "Das ist der absolute Star hier." Sagte sie. "Es geht ihm gut. Sie werden ihn bald aufs Zimmer kriegen." Für Silvia war die Welt wieder in Ordnung. Sie hatte einen gesunden starken Sohn geboren und sah ihre Lebensaufgabe darin, diesen nun groß zu ziehen. Sie würde ein gute Mutter sein! Sie hatte dieses Leben auf die Welt gebracht und würde es über alles lieben. Sie brauchte keinen Mann dazu, eine gute Mutter zu sein! Sie brauchte dazu nur ihren Sohn, für den sie alles tun würde...

Am Nachmittag kam ihre Mutter zu Besuch und die beiden gingen zu Tommy. Die glückliche Oma weinte bitterlich ob der Tatsache, dass ihr geliebter Mann nicht mehr Herr seiner Sinne war und dieses kleine Wunder nicht mehr richtig wahrnehmen konnte. "Silvia mein Kind, ich werde dich unterstützen, wo ich kann! Du wirst bestimmt eine gute Mutter sein!" Leider konnte sie nicht lange bleiben, da nur ihre Nachbarin auf ihren Mann kurz aufpasste, die keinerlei Erfahrung darin hatte.

Gegen Siebzehn Uhr wurde Tommy zu seiner Mutter gebracht, die sich natürlich sehr darüber freute. Man setzte sie davon in Kenntnis, dass sie noch etwa fünf bis sechs Tage bleiben musste. Das war ihr egal! Hauptsache, sie hatte ihren Sohn bei sich. Alles Andere würde sich weisen...

Silvia stand auch diese Woche in Anstaltspflege durch, und konnte schließlich an einem Donnerstag mit ihrem Kind entlassen werden. Mutter und Kind fuhren mit dem Taxi zu ihrer Wohnung. Sie hatte in der Klinik allerlei Werbe-Produkte erhalten und hatte sich bereits vor der Geburt mit den wichtigsten Baby-Utensilien eingedeckt, um nach dem Krankenhaus nicht sofort einkaufen zu müssen. Anfangs war es nicht leicht, ganz alleine mit dem Kleinen zurecht zu kommen. Er schlief mehr am Tag als in der Nacht und sie musste ihn praktisch überall hin mitnehmen. Vom Arztbesuch bis zum banalen Einkauf. Silvia gab es nur noch im Doppelpack mit Tommy. Deshalb fuhr sie, außer den unbedingt notwendigen Wegen, auch meistens nur ihre Eltern besuchen. Es dauerte ein paar Wochen bis sie einen vernünftigen Ablauf entwickelt hatte. Ihre Kollegin Lisa war ihr in dieser Zeit oft eine große Hilfe. Auch sie war ganz verliebt in den Jungen und wurde eine gute Freundin. Silvia konnte mit einem guten Gefühl in die Zukunft sehen...

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