EPILOG

                

3 Monate später


AVA

 

Skeptisch blickte ich in den Spiegel. Die Frau, die ich sah, war das Resultat eines äußerst qualifizierten Visagisten-Teams. Mein Spiegelbild war mir fremd und ich konnte nicht einschätzen, ob ich das Ergebnis atemberaubend oder erschreckend finden sollte. Mein braunes Haar war aufwendig gelockt und in noch aufwendigerer Weise hochgesteckt worden, um dann im "undone Look" zu erstrahlen - welch ein Widerspruch. Mein Makeup war eigentlich nicht sehr bunt oder auffällig, jedoch wirkten der schwarze Lidstrich und der rote Lippenstift sehr bedrohlich. Ich blickte zu meiner Stirn, die unschöne Wellen warf. Mit Mitte 20 sollte ich vielleicht darüber nachdenken, wie meine Einstellung zu Schönheitsoperationen war. Jetzt wo ich andauernd diese wunderschönen Hollywoodgestalten vor mir haben würde, war das keine unberechtigte Frage. Waren diese Furchen um meine Augen bereits Falten? Sah ich älter aus als ich sollte? 

Ein paar eisblaue Augen begegneten meinen im Spiegel mit so viel Liebe, dass meine Gedanken von einer Sekunde zur anderen in Vergessenheit gerieten. Meine Stirn glättete sich, ich entspannte. Dieser Mann nahm mir jeglichen Ballast von der Seele. 

»Wow... Miss, es tut mir leid, aber wenn meine Freundin sie hier drin sieht bekomme ich wirklich Ärger.« Mason lächelte mich an und mein Herz schmolz dahin. In seinem dunkelgrauen Anzug sah er so unfassbar gut aus. Am liebsten hätte ich mich mit ihm in diesem Hotelzimmer in Manhattan eingeschlossen, doch die Weltpremiere von "January" wollte nicht mehr länger auf sich warten lassen. Ich fragte mich, wann die Liebe und das Verlangen nach diesem Mann auf ein "normales" Level sinken würde, denn momentan wurde es jeden Tag schlimmer. Vom Weihnachtsmorgen bis zum 4. Januar haben wir lediglich von Masons Vorräten gelebt, denn wir konnten uns keine Sekunde voneinander trennen. Das neue Jahr begrüßten wir vom Bett aus... nein, nicht schlafend.  

Jetzt, wo die Premieren in den unterschiedlichsten Ländern anstanden, wusste ich nicht, wie ich es mehrere Tage ohne ihn aushalten sollte. Nur die Darsteller, Regisseure und wirklich wichtige Mitwirkende begleiteten die Welttournee bis zuletzt. Für uns Choreografen war nach der Premierenfeier Endstation. 

»Spinner.« , ich lächelte Mason durch den Spiegel hinweg an, »Ich weiß nicht wie ich mich finden soll...« Ich blickte an meinem smaragdgrünen, körperbetonten Seidenkleid herab, bis zu der Stelle an meinen Knöcheln an denen es endete.  

»Baby, du bist so atemberaubend schön.« Mason trat hinter mich, strich meine Haare zur Seite und küsste meinen Hals. Sofort machte sich ein wohliger Schauer breit. 

»Katy wird verdammt sauer sein, weil du ihr die Show stehlen wirst.« Wieder küsste er mich an der Stelle, an der meine Schulter und mein Hals zusammentrafen und ich drehte mich zu ihm um und legte ihm die Arme um den Hals. 

»Wieso findest du eigentlich immer die richtigen Worte?« Ich lächelte ihn verliebt an als er sich zu mir herunter beugte und seine Lippen leicht auf meine legte. Noch immer lösten seine Berührungen in mir das Verlangen nach so viel mehr aus.  

»Weil ich dich anbete, Ave. Weil jedes Wort die Wahrheit ist. Wenn es nach mir ginge, ich würde dir dieses Kleid von deinem hinreißenden Körper reißen und dir stundenlang zeigen welche Wirkung du auf mich hast.« 

Ich lächelte ihn an und schob ihn, wenn auch widerwillig, ein Stück von mir. 

»Wenn du jetzt so anfängst, kommen wir hier heut nicht weg. Kent würde kein Verständnis dafür haben. « Als Antwort bekam ich meine heißgeliebten Grübchen zu sehen und fragte mich, wie fast jeden Tag seitdem ich Mason Scott als meinen festen Freund bezeichnen durfte, womit ich diesen Mann verdient hatte.  

Die Presse fand sehr schnell heraus, wo wir uns aufhielten und was nun Sache zwischen uns war. Mason gab am 05.01 ein weiteres Interview und verkündete der Welt abermals, mich zu lieben und dieses Mal auch, dass ich diese Liebe erwiderte. Er bat darum uns ein wenig Privatsphäre zu lassen und erstaunlicherweise funktionierte es ganz gut. Natürlich gab es einige Fans, die unsere Beziehung bzw., viel mehr mich, runtermachten und für nicht würdig hielten. Irgendwie konnte ich sie verstehen. Doch das war der kleinere Teil. Der Rest des Mason Scott Fanclubs debattierte darüber, wann er mir einen Antrag machte und wie schön unsere Kinder einmal würden. Papparazzi lichteten uns immer dann ab, wenn wir unterwegs waren, wurden aber bei weitem nicht mehr so aufdringlich wie am Tag meines Unfalls. Ich hielt mich, so fern es mir möglich war, zurück und überließ Mason das Reden.  

»Weißt du eigentlich wie sehr ich dich liebe, Mr. Scott?« Die Worte konnten bei weitem nicht das ausdrücken, was ich für ihn empfand aber es kam dem Ganzen zumindest nahe. Mason lächelte, legte mir die Hände um die Hüften und zog mich wieder zu sich heran. Ich legte eine Hand auf seine harte Brust und spürte durch das Hemd seinen Herzschlag. 

»Baby, das kann ich nicht oft genug hören. Ich werde dich so unglaublich vermissen.  « Er lehnte seine Stirn an meine. Eigentlich wollte ich Mason begleiten, doch da Kent so zufrieden mit meiner Arbeit war, hatte ich bereits ein neues Arrangement. Ein Großteil der Tänzer, die an "January" mitgewirkt hatten, waren auch für Kents neue Produktion engagiert. Dass Jamie dabei war störte Mason nicht mehr, eher die Tatsache, dass auch Tom mitwirken würde. Um ehrlich zu sein, gefiel mir seine Eifersucht, doch das würde ich natürlich nie zugeben.  

»Du wirst mir auch fehlen.« Ich löste meine Stirn leicht von seiner und blickte zur Seite. Leider beruhte die Eifersucht auf Gegenseitigkeit. Der Gedanke, dass hunderte hübscher Mädels vor seinem Hotel campierten nur um ihn zu sehen... Und dann waren da noch die Schauspielkolleginnen auf den roten Teppichen.  

Mason konnte scheinbar wieder mal meine Gedanken lesen. Er hob mit einem Finger mein Kinn an.  

»Ave, ich liebe dich mehr als mein Leben. Vertrau mir Baby, denn ich vertraue auch dir.« Er küsste mich zärtlich, neckte mich mit seiner Zunge und nahm mich mit auf eine Wolke, auf der nur wir existierten. Erst Masons vibrierendes Handy holte uns zurück. Stöhnend löste er sich von mir und sah mich entschuldigend an, bevor er das Handy aus seiner Hosentasche zog und aufs Display blickte. »Oh, das ist Em.« Er strich über das Touchscreen und nahm den Anruf an. 

»Hey Em. Ich stelle dich auf Lautsprecher, Ava will dir sicher auch Hallo sagen. Sag nicht du verspätest dich zur Premiere?« Ein seltsames Schnaufen erklang, bevor Emily begann zu sprechen. Sie weinte. 

»Er.......er heiratet eine andere. Nach allem....was in den letzten Monaten...« Mason und ich blickten uns gleichermaßen fragend und besorgt an. 
»Em, wovon redest du da?« fragte ich sie. 

»Jamie... James fucking Donovan ist Verlobt. Seit Monaten Ava. Er wird heiraten.«

Kommentare

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    omg cliffhanger! da bin ich gespannt! glückwunsch zu der tollen geschichte, meine liebe! du schreibst unglaublich toll!

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    PS: Ich freue mich drauf!

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    Toll, ich dachte schon dass es schön wäre noch mehr von Jamie und Em zu hören, freue mich schon auf die Fortsetzung!

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    Schön dass du "zurück" bist, Ariana. Auch der Epilog deiner großartigen Story ist wieder sehr gelungen und die Erweckung der Neugier auf ein Werk über Jamie und Em ist genial umgesetzt! Bravo!

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Feenstaub

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