Epilog

Magnus und Jessica hatten sich bald sehr gut in Las Vegas eingelebt. Sie genossen dieses Glitzerleben. Der neue Stadtherrscher von Vegas hatte sich inzwischen von seinen Strapazen erholt und präsentierte seiner Umwelt noch eine gesunde Sommerbräune. Das machte ihn noch viel attraktiver, da seine hellen Haare noch mehr strahlten. Er verführte reihenweise junge Mädchen, um seinen häufigeren Blutdurst zu befriedigen. Bald wurden die Pausen zwischen seinen Mahlzeiten wieder länger. Je mehr die Haut abheilte. Manchmal hatte Jessica das Gefühl, er nahm es ihr ein wenig übel, dass sie sich Alexeij hingegeben hatte. Nicht, weil es einige Zeit dauerte, bis sie sich wegen seiner Schmerzen wieder lieben konnten. Sondern aufgrund seiner Bemerkungen. Er meinte mal sinngemäß, dass Unsterbliche ja glücklicherweise keinen Erguss hatten. Für seine Gefährtin klang das so, wie wenn er froh wäre, dass Alexeij sie so nicht beschmutzen konnte. Da fragte sie sich wirklich, ob er sie nicht mehr anrühren würde, wenn es anders wäre. Das machte Jessica schon traurig und enttäuschte sie. Sie hatte alles ihm zuliebe getan und nun warf er ihr das indirekt vor. Das empfand sie als sehr ungerecht. Auch übersah er völlig, dass Jessica ebenfalls sehr unter der Situation gelitten hatte. Körperlich hatte sie zwar nicht leiden müssen, aber seelisch. Immer dem Druck von Alexeij, ausgesetzt zu sein und zu wissen, dass Magnus Genesung vom eigenen Verhalten abhing und dann noch die feurige Liebhaberin zu mimen. Das war wahrhaftig nicht leicht gewesen.

Jack und Alexander waren wieder nach London zurückgekehrt, Antonio nach San Francisco und Catherine nach Schottland. Sie war die Erste gewesen, die abgereist war. Dann folgten Antonio und Jack mit Alex genossen noch am längsten die Annehmlichkeiten dieser Stadt. Sie und Jessica hatten noch viel Spaß zusammen.

Die Betreiber von Alexeijs Clubs hatten Magnus sofort akzeptiert. Es flößte den anderen viel Respekt ein, dass er den Russen gestürzt hatte. Natürlich machte ihn das auch bei der unsterblichen Damenwelt sehr beliebt. Aber er hielt sich tapfer zurück. Das musste man ihm hoch anrechnen. Doch irgendwann fing er sicherlich wieder an, sich einige Gespielinnen, bei der Stange zu halten. Er konnte eben nicht die Finger von den Frauen lassen und wenn ihm eine besonders gefiel, nahm er sich, was ihm dargeboten wurde.

Jessica beschäftigte sich weiterhin mit der Umgestaltung ihres Zuhauses. Das Gold war zum größten Teil abmontiert und weggebracht worden. Nun konnte neu gestrichen werden. Alexeijs Möbel behielten sie vorerst noch, aber die vielen kitschigen Statuen, die herumstanden, flogen in den Müll. Magnus überließ die Einrichtung seiner Gefährtin. Er hielt sich so ziemlich heraus. Manchmal machte er nur einen Vorschlag, aber mehr nicht. So kehrte mit der Zeit wieder der Alltag ein und die beiden hatten sich schnell an das Leben hier gewöhnt.

Jessica kam ein Gedanke über die Sühne. Dass was Magnus durch Alexeij widerfahren war, könnte man auch als Buße werten. Sie überlegte sich, ob es vielleicht doch eine höhere Macht gab, die, die Vergehen im Leben sühnte. Dabei dachte sie an Magnus Quälereien seiner Opfer über Jahrhunderte hinweg. Vielleicht waren diese ganzen Schmerzen, die er erdulden musste, die Strafe für seine Verbrechen gewesen und nun hatte er gebüßt dafür.

Von der Organisation der Beobachter hatte Jessica schon lange nichts mehr wahrgenommen. Doch sicherlich existierten sie noch und ganz sicher standen Magnus und sie unter Beobachtung. Er war jetzt der Herrscher von Las Vegas. Damit rückte er voll in den Focus. Gerade wäre sie neugierig auf die Personen, die sie und ihn bespitzelten. Waren sie jung oder eher alt? Magnus hatte auf jeden Fall einen erfahrenen Beobachter. So ein Unsterblicher konnte ja leicht Gedanken aufschnappen und so musste es jemand sein, der große Erfahrung mit Gedanken verbergen und sich unauffällig verhalten hatte.

Ihr gemeinsames Dasein ging weiter. Sie genossen nun ein Luxusleben auf dem eroberten Anwesen und führten die vier Clubs des Russen weiter. Doch nur das "Velvet" bot diesen speziellen Service mit dem Trinken an. In die anderen Clubs gingen weiterhin sterbliche, wie unsterbliche Gäste.

 

Ende

 

 

 

 

Vorschau auf Band II „Teufel in Engelsgestalt“ 

 

"Teufel in Engelsgestalt", so bezeichnete seine erste Gefährtin und Blutstochter Magdalena einst Magnus, ihren Gefährten und Schöpfer.

Sie hatte sich von seiner schönen Hülle täuschen lassen und war ihm damals, im 11. Jahrhundert,  ahnungslos in sein dunkles Dasein gefolgt.

Mit seinem langen, hellblonden Haar, den blauen Augen und dem feingeschnittenen Gesicht, sieht er wirklich wie ein Engel aus. Eine wunderschöne Hülle mit einem teuflischen Kern. 

Diese Geschichte berichtet aus Magnus Dasein. Von der Zeit als Sterblicher, über seine wichtigsten Begegnungen bis zum Jahr 2066.

Im Laufe der Jahrhunderte gerät er immer wieder in Gefahr. Artgenossen oder Vampirjäger bedrohen einige Male sein Dasein.

Kann er sie besiegen?

 

 

 

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