Epilog

Müde fischte Sasha nach seinem Schlüssel. Die Post in der einen Hand, die Einkäufe in der anderen, hatte er Mühe die Tür aufzuschließen.

„Bin wieder da“, sagte er und prompt begrüßte ihn ein zufriedenes Miauen. Auf leisen Pfoten kam Murrka zu ihm gelaufen.

Zwei Monate war es bereist her, seitdem Igor und er sich begegnet waren. Seit dem zählte Sasha jeden Tag. Der Gedanke an den Abschied ließ ihn wehmütig werden. Er vermisste ihn. Obwohl sie sich gar nicht lange gekannt hatten.

Igor hatte ihm zwar versprochen Kontakt zu halten, aber bisher hatte er kein Wort von ihm gehört. Er war ein Promi. Angesicht seiner Probleme, die die Medien tot diskutierten, war es eigentlich kein Wunder. Bestimmt hatte er andere Dinge im Kopf, als den frechen Flugangestellten, der ihm die Abreise erschwert hatte.

Seufzend warf Sasha die Post auf den Küchentisch. Nachdem er Murrka gefüttert und das Wasser in ihrem Napf gewechselt hatte, nahm er die Zeitung zur Hand.

Wieder Igors Gesicht auf der Titelseite. Sasha kam es vor wie ein Déjà-Vu und er wünschte sich auf den Flughafen zurück. Vielleicht war das ein Zeichen, dass etwas Wundervolles passieren musste? Andererseits war er nach der Doppelschicht zu zerschlagen, um an die Arbeit zu denken.

Minutenlang starrte er auf das hübsche Gesicht des Russen. Ob er Spaß in den Staaten hatte? Bei Sasha hatte sich nicht viel getan. Sein Leben hatte sich seit dem Tag nicht verändert. Nach Igors Abreise war die Routine schnell wieder eingekehrt.

Als Murrka um seine Beine streifte, schnurrte sie laut und riss Sasha aus seinen Gedanken. Über dem Foto laß er die Überschrift, die fast jedes Nachrichtenportal beschäftigte.

,Schwuler Fußballer legt nach seinem Outing die Scheidung ein.

Das musste viel Kritik und Gemeinheiten hageln. Ein regelrechter Shitstorm. Ein Lächeln stahl sich auf Sashas Gesicht. Er freute sich für Igor. Würde er sich outen, dann auch lieber in den Staaten. In Russland käme das einem Selbstmord gleich.

Seufzend starrte er auf den Stapel Briefe. Rechnungen. Der Rest Werbung. Zu müde, um aufzustehen, beschloss Sasha sich gleich darum zu kümmern. Einen Brief nach dem anderen öffnete er und legte sie auf zwei Stapel. Links die Rechnungen. Rechts die Werbung.

Wie selbstverständlich sprang Murrka auf den Tisch, um die Aufmerksamkeit ihres Herrchens zu ergattern. Sie schlich um ihn herum, stellte sich schnurrend unter sein Kinn und spielte mit seinen Händen und den Briefen.

Plötzlich hielt Sasha inne, während seine Katze an einem seiner Finger rumkaute. Das Lächeln schlich sich zurück auf sein Gesicht, bis er zu strahlen begann. Wow. Ein Brief aus den USA.

Zwei Papiere waren darin. Ein Flugticket und eine Visitenkarte mit einer amerikanischen Anschrift. Jemand hatte eine Nachricht darunter geschrieben.


,Ich warte auf dich.‘

Kommentare

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    Finally. Auch wenn ich im vorletzten Kapitel nicht immer ganz folgen konnte, hat mich die Geschichte bis zum Schluss sehr gut unterhalten. Und das Ende freut mich für beide Protagonisten. Ich bin gespannt, was es demnächst noch von euch zu lesen gibt. :)

  • Author Portrait

    Happyend! XD Toll und flüssig geschrieben! Die Atmosphäre am Flughafen habt ihr (vermutlich ;-) ) sehr treffend eingefangen. Die Liebesgeschichte hat mich nach dem steilen Start erst etwas überrascht, aber mit der Zeit glaubte ich den beiden Männern. 5/5

beta
Feenstaub

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