Er strich über meine Wange und lächelte leicht. (M)

Grace' Sicht:

Ich schrie noch ein Mal. Jeremy schlug auf mich auf und ich wurde sofort still. Neben ihm stand Frederico. Er sah mich kein einziges Mal an. "Fred... was schaust du so?" Fragte Jeremy und starrte Frederico an. "Nichts..." Jeremy lachte und ging auf Frederico zu. Ich saß gefesselt auf einem Stuhl. Meine Handgelenke waren Wund von dem Seil, mit dem mich Jeremy an den Stuhl knotete.
"Frederico... warum?" "Halt du bloß die Fresse!" Schrie Jeremy laut und ich zuckte zusammen. Ich nickte und sah zu Boden. Sie haben mich in Jeremys Keller geschleppt, nach dem Frederico mich, als ich weinend aus Toms Haus stürzte, auffing. Ich vertraute ihm auch noch. Er brachte mich zu seinem Auto und... nein. Ich darf nicht daran denken. Vertreibe deine Gedanken! ,dachte ich. "Thomas", flüsterte ich leise. Frederico sah hoch. Ich sah es. Er fühlte sich nicht wohl. Ich seufzte. "Ey! Hab ich gesagt, du sollst einen Laut von dir geben? Du miese Schlampe!" Jeremy kniete sich zu mir nieder. Er strich über meine Wange und lächelte leicht. "Du... du bist so schön. Hmm... wirklich, wirklich schade um dein Gesicht." Ich erstarrte. Was?! Was meint er?! Er schüttelte den Kopf. "Fred... hol das Ding!" Ich wurde panisch, traute mich aber nicht mich nur einen Millimeter zu bewegen. Jeremy hat mich schon zwei Mal geschlagen. Einmal als ich mich weigerte nach unten in den Keller zu steigen und als ich anfing zu schreien. Ich schloss die Augen. Tränen häuften sich an und ich ließ sie, ihre Wege gehen. Ich spürte Jeremys Hand an meinem Oberschenkel. Ich hielt den Atem an. "Frederico! Wird's endlich?!" "Ja! Warte!" Meine Augen waren immer noch geschlossen und meine übrigen Sinne verschärften sich. Alkohol. Ich roch Alkohol. Mir wurde übel. Schritte kamen. Fredrico. "Hier", hörte ich ihn sprechen. Jeremys Hand glitt weiter nach oben. Ich verkrampfte mich. Ein Lachen. "Du kannst mir nicht entkommen, Gracie." Meine Atem stockte. Ich spürte plötzlich, dass sein Gesicht so nahe, dem meinen war, dass der Alkohol förmlich aus ihm heraus zu dampfen schien. Wieder ergriff mich Übelkeit. Ich schluckte laut. Plötzlich, aus  heiterem Himmel, durchzuckte mich ein brennender, stechender, penetranter Schmerz und ich schrie auf. Meine Wange glühte und ich spürte, wie das Etwas über meine gesamte Gesichtshälfte floss. Blut, schätze ich. "Es tut mir so leid, Gr-" Ein zischen wurde hörbar. Fredericos Stimme versagte und ich war mir sicher, dass er gerade zu Boden sank. "Fred... sei leise. Auf welcher Seite stehst du, ha?!" Ich wagte nicht, meine Augen zu öffnen. Egal wie sehr es schmerzte. Ich wollte Frederico nicht am Boden kauernd, sehen. Thomas. Thomas. Thomas. Thomas. Die Wunde brannte als mir eine Tränen entwischte. Ich stieß einen kurzen laut aus. Der zweite Schmerz durchströmte meinen Körper. Ich konnte nicht schreien. Ich konnte meine Augen nicht öffnen. Ich konnte nur da sitzen. Ich war einem Irren ausgeliefert. Einem total, geistesgestörten Irren. "So, du scheiß Schlampe. Weißt du... ich kauf dir das mit dem "Ich-erinnere-mich-an-nichts"- Scheiß nicht ab. Du weißt genau was passiert ist. Dein kleiner Freund hat mir etwas gebrochen und ich habe mir geschworen, dass er dafür büßen wird. Nun..." Er sprach nicht mehr weiter. "Mach die Augen auf!" Schrie er mir ins Ohr und ich hörte ein leises Piepsen. Auf Befehl, öffnete ich die Augen. Frederico saß auf einem Tisch- eine blutige Fleischwunde auf seinem Hals. Geschockt sah ich zu ihm. Er drehte sich weg und blickte irgendwo hin. Ich sah zu Jeremy- er hatte eine Flasche Wiskey in der Hand.
Er nahm einen Schluck. "Willst du?" Er drückte mir die Flasche in die Brust. "Nein? Was ist, wenn ich sage 'DU MUSST!' ?" Er war definitiv betrunken. "Trink!" Er schüttelte den Inhalt herum und der Alkohol kam auf die ausgepeitschten Spuren. Ich konnte mich noch so weit beherrschen, nicht los zuschreien. "Fred? Sag mal... sieht sie nicht bezaubernd aus?" Jeremy grinste. Frederico sah zu mir und er schüttelte nur den Kopf. "Ich hab dich was gefragt, du Arsch!" "Ja! Okay? Ja!" Zufrieden nickte Jeremy und wandte sich zu mir. Er stand vor mir und sah benommen aus. Kein Wunder.
"So... also. Damit du... nun ja. Damit du deine Bestrafung für damals einkassierst..." Er kicherte. "... wirst du nur eine Sache tun müssen." Ich konnte meinen Kopf nicht richtig heben, um ihm in die Augen zu sehen. "Du..." Er stolperte und die Flasche fiel auf den Betonboden. Die Flüssigkeit verstreute sich über den ganzen Boden. "Du...schläfst mit mir." Ich kniff die Augen zusammen. Das war's? Nicht mehr? Nein, unmöglich. "Dann lässt du mich frei?" Fragte ich langsam, in ständiger Angst, wieder mit einem Peitschenhieb erwischt zu werden. "Nein. Das ist nicht komplett alles. Du..." Er bekam Schluckauf. "Du wirst NIEMANDEM etwas... sagen dürfen. Aber... du wir....wirst es tun... deshalb... wirst d... du hier bleiben. Für immer."
"Was?! Du kannst mich doch nicht..." Ich verstummt. Er hatte wieder seine Peitsche in der Hand. "Gut. Du hast... dazu gelernt." Thomas... wo steckst du? ,fragte ich mich aber ich wusste genau, dass er keine Ahnung hatte, dass ich in Jeremys Keller bin. KEINER WEISS DAS. "Dein Plan wird nicht funktionieren. Das ist das Haus deiner Eltern... genau genommen. Irgendwann..." Ich richtete mich auf. "Werden sie mich finden." Beendete ich den Satz. Jeremys Gesicht war wutverzerrt. Ich machte mich schon auf den nächsten Hieb bereit aber es kam nichts. Jeremy atmete tief aus. "Frederico. Hol mir das Messer." Beängstigt sah ich in Fredericos Augen. Er sah erstaunt zu Jeremy. "Jeremy, das haben wir nicht ge..." "Hol' es!" Frederico nickte und verschwand die Treppe hinauf. Einige Sekunden kam er wieder mit einer Küchenmesser mit beträchtlicher Größe. "Gib's mir" Jeremy hielt eine Hand hin. Als Fredrico es ihm in die Hand legte, wusste ich, dass es vorbei ist.

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