Überarbeitete Version-Erinnerungen eines alten Mannes
Übung

Ich habe hier versuchte die Geschichte ausführlicher zu gestalten und dem Ganzen mehr Inhalt zu geben. Auch habe ich hier den Versuch unternommen, den Figuren etwas mehr Leben einzuhauchen.

Erinnerungen eines alten Mannes


Die Sonne scheint durch die verborgenen Ritzen und ein Lichtstrahl berührt mein Gesicht. Sie berührt mich, streichelt mich sanft und erwärmt mein Herz. Ich beginne zu schreiben und meine Hand bewegt sich wie von selbst. Bunt, hell und wunderschön zeichnen sich die Worte auf dem Papier und erzählen meine Geschichte. Es ist eine Erzählung über das Leben, voller Dramatik, Leidenschaft, Verlust, ein Beginn und ein Ende.
Ich bin jetzt 95, auf dem Papier bin ich allerdings jung, vielleicht 20.
Meine Hand zittert leicht und bringen zu Papier, wie ich denke. Sie war jung, leidenschaftlich und meine große Liebe. Wenn sie ging, war das grazil und ihre anmutigen Gesichtsformen, wurden durch ein wunderschönes Lächeln verziert. Ihr Kuss war betörend und voller Leidenschaft und Sehnsucht. Ich liebte sie und sie liebte mich. Bis zu jenem Tage als die Welt unterging. Ich sehe es noch vor mir, wie ihr Lächeln, sich in eine Grimasse der Angst und des Entsetzens verwandelte. Sie ertrank in der kalten Flut und ich kam zu spät. Zu spät um sie vor dem seelenlosen Zustand zu bewahren in den sie hineinglitt. Wenn ich an dem bewussten See sitze oder einfach nur liege, sitzt sie plötzlich neben mir und kitzelt mich am Ohr. „Unsere Liebe ist unendlich“ flüstert sie mir ins Ohr. Ihr Körper hat keine Farbe, er ist weiß und bleich und sie redet nicht sehr viel. Ich denke sie will mich von meinen Schuldgefühlen befreien. Ich fühle diesen tiefen Schmerz und der ist dunkelrot und manchmal schwarz. Es sind immer noch Schmerzen, die so tief gehen dass sie einen unabänderlichen Zustand verkörpern.
In meinen Träumen ist sie allerdings noch sehr lebendig und ich denke dann jedes Mal, das ist die Wirklichkeit. Wir trafen uns immer heimlich bei den Bäumen im Park. Wenn sie mich sah bekam sie Flügel und sie flog auf mich zu und umarmte mich voller Leidenschaft und Liebe. Sie erzählte mir von ihrem inneren Konflikt mit ihren Eltern.  Ihre Eltern wussten von mir und verbaten ihr jeglichen Kontakt mit mir. Sie war rebellisch, unangepasst, versuchte stets gegen jegliche Konventionen zu schwimmen. Wir beschlossen zu fliehen, zu fliehen aus der Konvention, der Scheinmoral und der freudlosen Finsternis. Während ich damals unter ihrem Fenster wartete, ging auch schon das Fenster auf, sie lächelte und legte gleichzeitig einen Finger auf ihre Lippen. „ Einen Moment noch, ich bin gleich bei dir und dann nichts wie weg hier“! Ich nahm sie huckepack und so entschwanden wir und versteckten uns bei der Hütte am See. Leider spürte sie ihr Vater ein paar Tage später dort auf. Als ich gerade die Hütte verlassen wollte verpasste er mir ohne Vorwarnung einen Kinnhacken, sodass mir sogleich schwarz vor Augen wurde. Marlies, ja jetzt habe ich ihren Namen verraten zerrte er an den Haaren zu seinem Auto. Sie schrie ihn an und wehrte sich aus Leibeskräften: „Niemals wieder, werde ich mit dir nach Hause gehen, eher sterbe ich!“ „Du bist kein Vater, du bist ein Monster.“ Niemals kriechst du wieder zu mir unter die Bettdecke!“ „Verdammt noch mal, rein mit dir!“ Im letzten Moment rieß sich Marlies los und lief zum See. Sie ging einen Schritt ins Wasser und dann noch einen. Plötzlich gab der Untergrund unter ihr nach und ihre Augen weiteten sich in nackter Panik. Noch immer betäubt eilte oder vielmehr stolperte ich in ihre Richtung und stürzte mich in die Fluten. Soeben als ich fast schon bei ihr angelangt war, ging sie unter. Ich tauchte nach ihr, konnte aber nichts erkennen. Wäre ich doch damals auch untergegangen…..
Ihr Vater wurde niemals zur Rechenschaft gezogen, erhängte sich aber ein paar Jahre später.
Wir haben uns geschworen gemeinsam zu leben und uns immer zu lieben. Wir wollten unsere Liebe durch eigene Kinder krönen. Das ist schon lange vorbei und ich werde ihr bald folgen.
Ich gehe an den See und wenn sie wieder erscheint, nehme ich sie bei der Hand und gehe mit ihr…

Kommentare

  • Author Portrait

    Sehr traurig...

beta
Feenstaub

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