Eros Raffael

"Als ich deinen Vater kennen lernte, war er gerade mal ein Sprössling von 25 Jahren und ihr seht euch wirklich zum verwechseln ähnlich. Nur seine Haare waren etwas länger und noch verwuschelter als deine." schmunzelte er in seinen Bart hinein.

"Er war jung und kräftig und voller Tatendrang und dabei immer zu Späßchen aufgelegt. Außerdem war seine Klugheit kaum zu übertreffen, den legte so schnell keiner herein. Er war der Botschafter von Kertófu. Seine Aufgabe war es, den Frieden zu anderen Völkern, insbesondere dem der Snift, aufrecht zu erhalten. Ich war zu dieser Zeit ein hochrangiger Fürst im Zwergenreich. Doch unser Reich, Toriman, wurde vom Krieg der Orks überzogen und vernichtet... das war schrecklich!" seine Miene verfinsterte sich. "Aber, das ist etwas anderes und hat nicht viel mit Eros zu tun. Was ihn anging, er machte seine Arbeit und er machte sie gut. Trotzdem gab es Leute, die ihn nicht mochten, aufgrund seiner Abstammung, sogar in den Reihen der Zwerge missfiel er so manchem. Eine Tatsache, die ich leider zugeben muss."

'Seine Abstammung? Ich weiß nicht mal wer meine Großeltern waren...' dachte ich still bei mir.

"Der König von Kertófu, Gott schütze ihn!, hat diese Tatsache vollkommen akzeptiert und Eros so zumindest ein fast normales Leben gegeben. Ich zweifle nicht daran, dass auch des Königs Frau, Thalia, ihren Teil dazu beitrug. Und natürlich deine wunderschöne Mutter…"

"Nun sagen sie schon! Wer waren meine Großeltern?" platzte ich heraus. Er grinste.

"Ich dachte schon du fragst nicht mehr...

Deine Großmutter war ein Mensch, gütig und nett, jedermann mochte sie, aber dann verliebte sie sich in den falschen Mann, wie viele sagen, und wurde aus ihrem Dorf verstoßen..." Er seufzte schwer. "Sie hat Itodáim geheiratet- einen Snift." Stille.

"Aha...ahaha ahahahahhhahahaha uhuhuhuhu ihihihihihi aaaa...uhuhu..." Béilo hatte angefangen zu lachen und brauchte eine ganze Weile, bis er sich wieder eingekriegt hatte.

"I... Ich bin echt ein Viertel sniftisch?" Mein Gesicht muss gestrahlt haben wie die aufgehende Sonne. Tion aber nickte nur und schaute ganz verdattert.

"Omann!" Ich fiel zurück aufs Bett und lachte, dann kam es mir plötzlich wie ein Blitz! "Aber,... aber wie ist er dann gestorben?" Ich setzte mich wieder auf und sah den traurigen Schimmer in seinen Augen.

"So, wie er es wollte... Ich nehme an, du weißt bescheid über den letzten großen Krieg?"

"Ja, der König erzählt häufig davon."

"Nun, ich war dabei." Funny entfuhr ein dumpfer Schrei.

"Ja, ich, ich und 50 andere Zwerge, die die Vernichtung unseres geliebten Reiches überlebt hatten und noch nicht aufgeben wollten... Genauer gesagt, war es dein Vater, der uns zu unserem letzten Kampf führte. und wir kämpften, kämpften für nichts, denn wir hatten bereits alles verloren. Auch die Elben und die Snift waren nur um Eros' Willen gekommen. Sie alle vertrauten ihm. Nur die Menschen... Ach mein Junge, die Menschen... Sie fürchteten sich vor ihm und seiner Macht andere zu beeinflussen, dies und das bald darauf aufgekommene Gerücht, sein Vater wäre ein Dämon gewesen, was seine gelben Augen bezeugen würden, ließ sie zu dem Irrschluss kommen, er habe die Toten der anderen Völker wiedererweckt- also uns- und wolle sich nun den Dämonen anschließen! Der König tat alles um den Irrtum aus der Welt zu schaffen und flehte Eros geradezu an, nicht aufs Schlachtfeld mitzukommen. Er warnte ihn das würde seinen Tod bedeuten, aber dein Vater antwortete nur:

'Tot erwartet mich, egal in welcher Art und Weiße, ob durch Dämonenpranke oder Menschenhand. Ich darf jetzt nicht kneifen! All die Elben, Zwerge und die Snift da draußen vertrauen mir, sonst wären sie nicht hier. Aber nicht nur ihretwegen muss ich kämpfen, sondern auch meinetwegen und für meine Familie... Für Sakura und meinen Sohn! Versteht doch! Ich würde sie und mich selbst betrügen, wenn ich nicht ginge!' Da gab der König nach und ich stand dabei und tat nichts, weil ich wusste, dass er recht hatte. War nicht auch ich gekommen, weil ich an ihn glaubte? Vertraute nicht auch ich auf ihn? Also kam er und fiel. Es soll wohl nie geklärt werden, wessen Pranke oder Hand seinen Tod besiegelt hat, auch wenn sich unter den Menschen hartnäckig das Gerücht hält, ein Schlappohrgremlin wäre der Täter gewesen. Wie auch immer, Eros hatte seinen Tod selbst gewählt und ihn bekommen. So wie die meisten anderen Zwerge auch. Nur ich und sieben oder acht andere sind noch übrig geblieben. Die letzten Zwerge unseres Stammes..." schloss er traurig und schickte ein Stossgebet für seine Ahnen zum Himmel.

Tock! Tock! Tock! klopfte es an der alten Ebenholztüre.

"Oh, sieh an! Sie sind schon da...

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