Fehler?

Die Risse im grünen Kristall begannen zu verschwinden, als ich mich mit meiner Stirn dagegen lehnte.

Leise Schritte hallten durch die Wohnung, immer näherkommend, auf dem Weg zu mir. Als sie den Raum erreichten, war ich ihnen schon entgegengekommen.

»Wie viele sollen wir dir dieses Mal bringen? Zehn? Zwanzig? Wir können es kaum erwarten! Tot oder Lebendig?«, erklang die verzerrte Stimme.

Vor mir standen vier, in weiße Roben gehüllte, Gestalten. Die großen Kapuzen hingen tief in ihre Gesichter und machten eine Erkennung dieser schier unmöglich. Drei waren etwa in meiner Größe, der eine, der mich ansprach, war bestimmt um die 2,30 m groß und stand mir am nächsten.

Der Größte von ihnen starrte mich mit gelb glühenden Augen an, als ich bei ihnen vorbeiging.

» Bringt mir alle, die ihr findet, lebendig und am besten in einem Stück. Bringt sie ins Labor und bereitet alles vor.«, sagte ich und drehte mich um. Einen Augenblick später lösten sich der Kristall und die vier in schwarzen Rauch auf.

Kaum waren sie weg und hatte sich der Rauch verzogen, ging ich in Richtung Schlafzimmer und ließ mich auf das gemütliche Bett fallen.

Das Bett war sehr groß und flauschig. Die Möbel im Zimmer waren in einem warmen Eichenholz gehalten. An den cremefarbenen Wänden hingen Bilder meiner Familie und meiner Freunde, was es sehr heimisch wirken ließ.

Entspannend streckte ich meine Glieder aus und schloss die Augen, die immer schwerer wurden.

Gähnend begann ich einzudösen, denn es war ein anstrengender Tag gewesen.

Ich wachte in einem dunklen Gang auf. Die Wände und die Decke waren aus dunklen Steinen errichtet.

Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen, daher entschied ich mich, den Gang weiterzugehen.

»Hallo? Ist hier jemand?«, rief ich fragend in den Gang.

»Wo bin ich nur?«, murmelte ich an mich selbst gerichtet, nachdem ich keine Antwort bekam.

Je weiter ich ging, desto breiter wurde der Gang und bald auch erschienen brennende Fackeln an den Wänden.

Langsam konnte ich sehr leise Geräusche hören. Zu leise, um von hier aus sagen zu können, was oder wer es ist.

Ich entschloss mich, etwas schneller zu werden. Nach etwa zehn Metern verfiel ich in einen Sprint.

Ich bemerkte, dass mir die Geräusche bekannt vorkamen und blieb daher kurz stehen.

Klirr… Klirr …. Klirr, klirr…

»Was ist das?«

» Kämpft hier wer mit Schwertern?«, nachdenklich kratze ich mein Kinn.

Klirr, Klirr, Klirr…. Klirr, klirr…

Meine Füße bewegten sich wie von selbst, als ich mir sicher war und ich sprintete zu dem Kampf.

Die Geräusche wurden immer lauter und lauter. Der lange Korridor hörte abrupt auf und vor mir erstreckte sich ein riesiger unterirdischer Raum, der die Form eines Rechtecks hatte.

Als ich den Raum betrat, erhaschte ich einen Blick auf eine brennende Gestalt.

Plötzlich wurde der Raum erhellt durch eine Feuersäule, die durch den Raum flog. Wegen der plötzlichen Hitze und der Nähe der Flamme, schreckte ich mit einem Satz zurück.

» Scheiße! Was ist denn hier los?!«

Die Flammen nahmen mir die Sicht auf das Geschehen.

Nach einigen Augenblicken war das Feuer weg. Nur noch der Boden brannte etwas und ich hatte freie Sicht.

»Was machst du hier? Los verschw……!«, schrie ein Mädchen voller Entsetzen zu mir herüber.

»Wie kann das sein? Du bist ….«, als ich sie erkannte, war es schon zu spät.

Alles geschah innerhalb weniger Herzschläge.

Ihr Gegner hatte sie in einem Augenblick der Unachtsamkeit mit einem Zauber getroffen:

Unter ihr war ein grüner Kreis mit eigenartigen Symbolen erschienen, in dem alles kristallisierte, das sich innerhalb des Bereiches befand. Ich konnte sehen, wie ihre Augen vor Schrecken groß wurden und sie den Mund öffnete.

Sofort lief ich zu ihr, doch ich war zu spät. Lediglich ihre Hand war noch nicht eingeschlossen worden, die sie mir voller Angst entgegenstreckte.

Als ich vor ihr stand, war der Unbekannte fort und sie vollständig eingeschlossen im Kristall.

Meine Füße hielten mich nicht mehr und ich brach vor ihr zusammen. Ich ließ alles los.

Warum? Warum war das passiert?

Ich wollte etwas sagen, bekam aber nur einen Schrei heraus.

Tränen begannen meine Wangen hinunter zu wandern.

Ich schloss meine Augen da sie von den Tränen brannten.

 

Als ich meine Augen öffnete, war ich wieder in meinem Schlafzimmer. Tränen liefen mir über die Wangen, mein Atem ging schwer wegen meines zu schnellen Herzschlages und mein Kopf drohte zu explodieren.

Vor Schmerz griff ich mir auf den Kopf und setzte mich auf: »Uff, mein Kopf. Ich hasse diesen Traum.«

Ich wischte mir die Tränen ab und wollte aufstehen, doch mein Kopf pochte so stark, dass ich mich wieder hinsetzen musste. In diesem Augenblick kam Mia durch die Tür.

»Sir, ist alles in Ordnung? Sind Sie verletzt?«, voller Sorge kam sie an meine Seite geeilt und setzte sich neben mich, um mich zu stützen.

»Es ist alles in Ordnung, Mia. Ich hatte nur einen Albtraum. Keine Sorge.«

»War es wieder der eine Traum?«, mitfühlend strich sie mir über meinen Rücken.

»Es ist immer dieser Traum! Immer!«, fauchte ich wütend, stand auf und stürmte hinaus, durch das Wohnzimmer in Richtung Balkon.

Am Balkon angekommen stützte ich mich am Geländer ab und beobachtete das Geschehen unten am Hof.

Schüler aller Klassen und Ränge gingen zum Unterricht oder in ihre Wohnräume.

»Du warst nicht schuld daran damals!«, schrie Mia durch das Wohnzimmer und kam mir hinterher, blieb im Türrahmen stehen. Ich konnte ihren Blick im Rücken spüren.

» Genug jetzt! Habt ihr alles vorbereitet und den Neuen ein Zimmer gegeben? «

»Ja, Sir, alle haben ihre Zimmer bezogen und können sie, bis die Sonne aufgegangen ist, nicht mehr verlassen.«

»Was ist mit den Fünf, die übrig waren?«, frage ich neugierig, weiterhin die Schüler beobachtend.

»Wir haben sie getrennt und jeden mit einem anderen in ein Zimmer gesteckt. Warum, Sir?«

Plötzlich kam mir eine Idee: »Holt sie aus den Zimmern und steckt sie alle in ein Einziges. Sie sollen voneinander lernen und zusammenarbeiten und wenn es sich von den Zimmern her nicht ausgeht, lass dir was einfallen.«

»Ja, Sir«, sagte sie und sprang an mir vorbei den Balkon runter.

Einige Schüler erschraken sich und stoben auseinander, als Mia auf einmal vom Himmel kam.

Die Sonne erreichte bereits den Horizont, was den Himmel in ein rotes Meer verwandelte.

Ich stand einige Zeit so dar, denn ich bemerkte, dass es schon dunkel geworden war. Eine schwarzgraue Gestalt sprang von unten auf das Geländer und bewegte sich auf mich zu.

Flackernd ging das Licht am Balkon hinter mir an und erhellte die graue Gestalt. Schnurrend und mit präzisen Schritten kam eine, mit eineinhalb Meter Schulerhöhe und ca. zweieinhalb Meter lange, Katzenartige Gestalt auf mich zu.

Das kurze Fell des Raubtieres sah weich und geschmeidig aus, was es nicht harmloser machte, den darunter waren nur Muskeln, deren Spiel man in der Bewegung gut erkannte.

Das Geländer ächzte unter dem Gewicht, während sich ihr großer Kopf gegen meine Schulter rieb, um mich zu begrüßen und um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Als ich anfing, sie hinter dem linken Ohr zu streicheln, fing sie noch stärker an zu schnurren, was schließlich dazu führte, dass sie mich im Gesicht abschlecken wollte.

» Jetzt ist aber genug.«, kicherte ich sie an und schupfte sie vom Geländer runter.

Zwei Frauenhände kamen meine Schultern hoch und umarmten mich zärtlich.

»Ach Samael, was ist denn los, mein Liebster.?«, flüsterte sie mir ins Ohr. Ihr Körper schmiegte sich an mich und ich realisierte, dass sie nackt war.

» Zieh dir etwas an oder verwandle dich wieder in eine Katze. Ich habe keine Zeit, um mit dir zu spielen, Bast.«

Sie löste sich von mir, nur um sich dann noch fester an mich zu klammern, indem sie sich an meiner Brust festhielt.

»Ich will nicht, dass du gehst! Ich bin gerade angekommen und wir haben uns die ganzen Ferien nicht gesehen.«, schluchzte Bast theatralisch.

»Ich kann deine Brüste spüren, Bast.«, grinste ich vor mich hin.

Bast schrie plötzlich auf, als sie an sich hinunterblickte, »Hiiiiaaa!«

In dem Augenblick, als sich ihr Griff löste und sie nach hinten wegsprang, drehte ich mich um.

Sie stolperte und bei dem Versuch, ihr zu helfen, zog sie mich mit nach unten.

Bast war eine Schönheit, sehr provokativ, wenn es um sexuelles Reizen ging, aber sehr schüchtern, wenn es um sie ging.

Sie war etwa so groß und so alt wie ich, hatte schwarzgraues Haar, das ihr bis zu den Schulterblättern ging und sehr helle, reine Haut, die einen schönen Kontrast bildete. Ihr Gesicht war wunderschön mit vollen Lippen, großen Augen und einer süßen Nase.

»Ups «, brachte sie verlegen und voller Schamesröte heraus.

Bast und ich lagen auf dem Boden, sie auf ihrem Rücken und ich auf allen vieren kniend über ihr.

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