Feuerblume

Binnen 5 Minuten war ich wieder in der großen Halle, von der alle Vögel abflogen oder landeten. Noch immer war es so gut wie Menschenleer hier oben. Ein etwas älterer Mann eilte an mir vorbei mit einem, in Blättern eingewickelten Packet, dass er in einen großen Korb warf, der am Ausgang/ Eingang in das Schlossinnere lag. Als er wieder zurück zu seinem Begleiter, einem Finken lief, nickte er mir freundlich zu, fand aber keine Zeit mich weiter zu beachten. Was auch gut für mich ist. Ich hasste es wenn die Leuten einem zu viel Aufmerksamkeit schenkten. Klar... Ich tat immer mein bestes und versuchte zu helfen wo ich kann, aber ich fand auch, dass es eine Verschwendung der Magie wäre, wenn ich meine nicht zur Tat zwingen würde. Irgendwas musste ich ja mit ihn anfangen und Leben retten war nun Mal die beste Möglichkeit dafür. Atos wartete mit Vlad und Lola an der östlichen Wand, wo sie den anderen nicht im Wege waren. Vlad war in diesem Falle die Krähe von Dustin und Lola die Blaumaise von Wes. Sie unterhielten sich, jedoch nicht mit der uns bekannten Menschlichen Sprache, sondern mit dem typischen Vogelgezwitscher. Da ich der Meinung war, dass es sich nicht gehörte in anderer Leute Köpfe zu wühlen, beschloss ich, dass das auch für meine Sprachbegabung galt. Die drei hatten bestimmt einen Grund nicht normal menschlich zu reden. Ja "normal"! Obwohl ich denke, dass ich als aller Letztes über dieses Wort diskutieren sollte. Aber die meisten Lebewesen hier, können nicht mal mehr in ihrer eigenen Muttersprache reden, denn über die vielen Jahrhunderte mussten sie lernen sich mit den Menschen zu verständigen, um zu überleben. Um an ordentliche Nahrung zu kommen schlossen viele der Tiere hier unten einen Vertrag mit den Menschen, denn die Flüsse, die durch die Tunnel dieser Unterwelt flossen, bargen nicht genug Fisch um alle zu versorgen. Wie gesagt zogen nicht alle einen Handel mit der Menschheit in Erwägung. Einige wenige Wesen beschlossen sich gegen sie zu stellen und mit ihnen Krieg zu führen. Man nannte sie "Feuerkrieger", da sie in der Lavawüste wohnten und rotes Fell hatten. Natürlich gibt es diese Feinde auch heute noch und wenn man mich fragt, haben sie sich sogar sehr weit entwickelt. Es handelte sich dabei um Lebewesen, die von ihrer Gattung ausgeschlossen wurden. Sie hatten komische Angewohnheiten und Kräfte, weshalb sie verstoßen wurden. Was es hier unten alles gibt, kann niemand genau sagen. Aber klar ist, dass alle enorm groß sind, im Gegensatz zu ihren Verwandten da oben.

Als Vlad mich sah sagte er nur nochmal kurz etwas zu den anderen beiden, dann drehten sie sich um. Atos kam sofort auf mich zugeflattert. "Wo fliegen wir hin?" Seine Stimme war voller Elan. "Zum Podium! Dort kann ich mich wenigstens ablenken, solange die Sache unten im Krankenhaus läuft... Habt ihr es schon gehört?" Atos neigte leicht den Kopf. "Ja, schlimme Sache, aber Lola meinte es wäre normal. Sie meinte, dass das bei jedem männlichem Mitglied der Familie früher oder später auftritt. Allgemein ist es wohl als >Feuerblumen-Syndrom< bekannt. Nach der einzigen Pflanze, die diese Krankheit aufhalten kann!" Ich sah über seine Flügel hinweg zu Wes seiner Blaumaise. "Ich nehme an, dass weiß sie alles von Wes, nicht wahr?" "Ja, aber wir sollen uns keine Sorgen machen! Die Ärzte hier haben einen geraumen Vorrat von Heilpflanzen und vor Jahrzehnten habe mal ein Vorfahre des Königsgeblüt einen Batzen von Feuerblumen beschafft. Es soll wohl so schwer gewesen sein, dass er am Ende seiner Reise, an seinen Verwundungen gestorben ist." Ich sah ihn fragen an. "Die Blume wächst nur im Land der Feuerkrieger. Das bedeutet, egal wer sich von uns dort hinbegibt, hat sofort viele von diesen Viechern am Hacken." Ich grinste. "Genau, weil ja auch alle Lebewesen Hacken haben." Ohne weiteres zutun lies sich Atos leicht auf die Brust sinken, damit ich aufsteigen konnte. "Also, auf zum Podium," war das letzte was er sprach, bevor er sich in die Lüfte erhob.


                                                                       

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