Flucht - Prolog

An einem Junivormittag, genauer einem Samstag, holte Jasmin ihr Fahrrad aus dem Fahrradschuppen. Es war herrliches Wetter, die Sonne lachte der gesamten Stadt ins Gesicht und keine Wolke trübt den Himmel. Jasmin schwang sich auf den Sattel und trat in die Pedale. Auf den Wiesen am Flussufer hatten sich schon die ersten Sonnenanbeter eingefunden und ließen die Sonnenstrahlen ihre Körper wärmen. Auch die Pflanzen rekelten sich der Sonne entgegen und genossen die Wärme, welche sie erreichte. Nachdem dunkelgrau verregneten Mai hatten sie nun endlich die Chance ihre Blütenpracht mit der Welt zu teilen. Jasmin radelte wie an einem Wochentag üblich erst in Richtung Schule, wo sie nächstes Jahr ihr Abitur machen würde. Vorbei an den Feldern des Stadtbauern, welche von blauen und roten Blumenpunkten an den Rändern umrahmt wurden. Die roten wahren Mohn, doch wie hießen noch gleich die blauen?, fragte sich Jasmin wissend, dass sie die Antwort auf ihre Frage vor langer Zeit vergessen hatte. Es war schon lange her, dass sie mit Oma durch die Felder und Wälder gegangen war und Leo wollte sie auch nicht fragen. Leo... Sie schüttelte sich. Seit den Abiturvorbereitungen hatte der Leistungsdruck sie fest im Griff gehabt. Freundschaften waren zerbrochen und es war still um Jasmin geworden. Ihre Freundinnen hatten nicht ihre Ansprüche, BWL und ähnliches war ja auch NC frei. Medizin leider nicht und so lernte Jasmin mehr, als sie lebte. Doch als die ersten Sonnenstrahlen letzte Woche sie in ihrem Zimmer durch die halbgeöffneten Rollläden kitzelten, hatte sie die Lust gepackt wieder Fahrrad zu fahren.

Auch wenn der Termin, für die Abgabe der Hausarbeit näher rückte, brauchte sie einfach jetzt diese freie Zeit. Den Abstand von den Problemen der Welt und einfach die frische Luft der Natur in ihren Nasenflügeln. Eigentlich war das schon zu viel verlorene Zeit, einen ganzen Tag mit dem Rad durch die Umgebung zu fahren und die Seele baumeln zu lassen. Aber wenn sie nun nicht endlich mal entspannte, würden sie die Lehrbücher noch erschlagen und unter sich begraben. Das durfte nicht passieren, sie musste bald wieder einsatzbereit sein um weiter zu lernen. Weshalb sie sich diesen einen freien Tag gestattet hatte.

Kommentare

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    Sehr flüssig erzählt! Gut nachvollziehbar. Man möchte direkt mitradeln...

  • Author Portrait

    Der Anfang ist schon mal gut gelungen! Vor allem die Situation mit dem Leistungsdruck hast du super eingefangen. Ich habe auch erst Abi gemacht und bei mir war es auch so, dass ich mir keine Freizeit gönnen wollte. Deshalb kann ich mich gut in deiner Geschichte wiedererkennen.

beta
Feenstaub

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