Gönn dir doch etwas Spaß

ELLA

Ich erwachte langsam aus einem merkwürdigen Traum, irgendwas fühlt sich anders an, gar nicht so wie mein traumhaftes Himmelbett und es bewegt sich gleichmäßig auf und ab. Ich öffnete vorsichtig die Augen und sah auf ein weißes Shirt und eine feste Brust die sich hebt und senkt, ich brauchte gar nicht schauen auf wessen Brust ich da lag ich war mir dessen bereits bewusst. Ich spürte seine Wärme deutlich sie schien förmlich auf meiner Haut zu brennen, als ich hinab sah stellte ich fest das meine Hand unter sein Shirt gerutscht war und nun auf seiner Brust ruhte. Wie waren wir bloß hier gelandet? Er fühlte sich unglaublich weich an, auch wenn ich deutlich seine festen Brustmuskeln spürte. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen einmal sanft darüber zustreichen, er zuckte unter meiner Berührung zusammen, sofort hielt ich inne. Ich weiß ich sollte schleunigst aufstehen, aber ich will nicht, ich will einfach hier liegen und ihn ansehen ohne das er ebenfalls tat. Seine dunklen Locken hingen ihm ins Gesicht, er sah fast wie ein kleiner Junge aus, dem man aus Reflex durch die Locken wuschen möchte. Ich unterdrückte den Impuls, denn ich wusste bereits wie seine Locken sich anfühlten, im Krankenhaus hatte ich sie oft genug aus seiner Stirn gestrichen. Sie fühlten sich unglaublich weich an und Kringeln sich perfekt um meine Finger. Ich versuchte mir jedes Detail seines Gesichtes einzuprägen ich atmete seinen Duft ein. Das hier war eine verdammt schlechte Idee. Ich hatte es geahnt das er einer dieser Typen war die dich in tausend Teile zerfallen ließen und doch lag ich nun hier. In seinen Armen. Natürlich hatte ich mir im Krankenhaus schon ein paar mal vorgestellt wie es wäre, wenn er mich in seine Arme nahm, rein freundschaftlich denn mehr hatte ich nie gewollt. Auf eine komische Art waren wir so etwas wie Freunde gewesen, als wir uns noch in meiner kleinen Blase befanden. Freundschaft, das war alles was ich wollte, aber das war bevor er mich mit diesen Augen angesehen hatte, mir mit seiner Stimme eine Gänsehaut verpasst hatte und dieses Lächeln mich in die Knie gezwungen hatte. All das war bevor Alexander zu Ben wurde, zu einer realen Person wurde. Noch nie war ich jemanden so Nah wie jetzt gerade in diesem Moment, rein körperlich betrachtet, denn es passte kaum mehr als ein Blatt Papier zwischen uns. Emotional waren wir meilenweit von einander entfernt und doch hatte ich das Gefühl das uns etwas verband.

Ein paar Minuten später begann Ben sich zu bewegen und schlang seine Arme fester um mich und zog mich somit noch näher an sich heran. Jetzt komme ich hier definitiv nicht unbemerkt verschwinden. Ben öffnete die Augen und sah mich erst irritiert und dann entschuldigend an „Guten Morgen" wie kann man so sexy klingen, wenn man noch so verschlafen ist? Keine Ahnung, aber Ben tat es zweifelsohne. Bei dem Gedanken wurde ich rot und senkte den Kopf. „Ich würde zwar noch gerne hier liegen bleiben, aber ich müsste mal wohin" sagte Ben mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Oh ja... natürlich" sagte ich und rutschte etwas unbeholfen von ihm weg und stand auf. Ich hatte keine Ahnung wie es dazu gekommen war, das wir eng umschlungen auf der Couch lagen und er schien das ganze auch nicht aufklären zu wollen. Schnell verschwand ich in die Küche um etwas Abstand zwischen uns zu bekommen, er lief die Treppe hinauf und verschwand. Oh Gott wie peinlich. Was er jetzt wohl von mir dachte? Ich hätte einfach eher aufstehen sollen, nein ich hätte gar nicht erst auf dem Sofa einschlafen dürfen! Aber warum war er nicht aufgestanden? War er vor mir eingeschlafen und ich hatte die Situation ausgenutzt? Ich konnte mich nicht erinnern. Um mich abzulenken machte ich Frühstück, da Samstag war würde Mary Heute nicht kommen und Karl war übers Wochenende bei seiner Familie. Wir waren nun bis Montag allein . Das konnte ja was werden, vielleicht würde er ja über das Wochenende wegfahren, oder war wenigstens die meiste Zeit unterwegs, Mary meinte ja er reist gerne. Das wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt seiner Reiselust nachzugehen. Das ganze war mir wirklich unangenehm. Zur Not würde ich mich einfach in meinem Zimmer verkriechen oder Anna um Asyl bitten müssen.

Ben schafft es mal wieder mich aus meinen Gedanken zu reißen. „Darf ich mit frühstücken?" fragte er, ich drehte mich mit einem etwas unsicheren Lächeln um und bekam sofort große Augen, er stand im Türrahmen trug nur eine Hose die verdammt tief auf seinen schmalen Hüften saß, ein Shirt hatte er wohl vergessen anzuziehen oder machte sich einfach nichts daraus halbnackt vor mir herum zu tanzen. Mir hingegen machte es sehr wohl etwas aus. Seine Haare hingen ihm noch feucht ins Gesicht, mein Puls beschleunigte sich. Mein Blick wanderte zu seinen Lippen und blieb prompt darauf kleben sie waren unglaublich. Ben räusperte sich und ich sah sofort weg und lief mal wieder rot an, warum verfärbte sich mein Gesicht in seiner Gegenwart bloß ständig. Ich stellte ihm eine Schüssel Cornflakes und Milch auf den Tisch. Er grinste schief und ließ sich auf dem Hocker neben mir nieder, bevor er fragen konnte reichte ich ihm noch eine Tasse Kaffee „Danke" sagte er. Ich überlegte ob ich ihn auf die Nacht ansprechen sollte,  vielleicht sollte ich mich entschuldigen, aber für was genau eigentlich? Ben war erstaunlich ruhig er schien nicht mit mir reden zu wollen, also schwieg ich ebenfalls. Später räumten wir gemeinsam den Tisch ab, ich sammelte meinen Mut zusammen und fragte nach seinen Plänen für dieses Wochenende, das war das erste mal das ich ein Gespräch begann. Er erzählte mir das er den ganzen Tag mit seinen Freunden unterwegs wäre und erst Morgen zurück kommen würde. Ich war traurig allein in diesem riesigen Haus sein zu müssen aber ich war auch erleichtert das meine Gebete erhört wurden und ich das Wochenende nicht mit ihm verbringen müsste. Nach dem sich Ben verabschiedet hatte, ging ich nach oben um Anna anzurufen und ihr von den Ereignissen zu erzählen, sie war meine einzige Freundin hier und ich hoffte das sie etwas Licht ins dunkel bringen würde.

Anna war keine wirkliche Hilfe, ihre Ratschläge gingen zu sehr in die Richtung ran an den Mann ich hatte mehr auf Lauf weg solange du noch kannst. "Mensch Ella was ist denn schon dabei, er ist Hot. Gönn dir doch ein bisschen Spaß" ich verdrehte die Augen, sie hatte ja keine Ahnung. "Anna, wir wohnen unter einem Dach. Außerdem ist es ja nicht so als ob er Interesse an mir hätte" entgegnete ich, ich konnte förmlich sehen wie Annas Kopf rauchte. "Oh Gott du machst es aber auch kompliziert, du sollst ihn doch nicht gleich heiraten" sie klang leicht genervt. Ich mochte Anna wirklich, aber sie war wie ein Bullterrier wenn sie erstmal Blut geleckt hatte. Aus irgendeinem Grund hatte sie sich in den Kopf gesetzt mich in den Wahnsinn zu treiben.


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