Vor kurzem habe ich mit meinem Mann mal wieder ein interessantes Gespräch geführt, welches sich mit den verschiedensten Energien auseinandersetzte und damit, wie wichtig diese Energien in unserem Leben oft sind. Wie wichtig es aber auch ist, dass wir unsere eigenen Energien den andern Menschen nicht aufzwingen, denn schlussendlich haben alle ihre ganz eigene Art diese Energien zu nutzen und auch eine andere Art, mit dem Leben und diesen Energien umzugehen. Ich bin der Überzeugung, dass alles Energie ist und die Menschen selbst diese Energien schlussendlich für ihre Zwecke nutzen, was auch immer das für Zwecke sein mögen. Je nachdem mit welchen Gedanken, Vorstellungen etc. diese Energien behaftet, oder auch welche Weise sie kanalisiert werden, werden sie Gestalt annehmen und sie können dann eine ganz andere Qualität bekommen.

Schlussendlich ist das irdische Leben von Polaritäten, von Gegensätzen oder Dualitäten geprägt. So gibt es z.B. Licht und Dunkel, Männlich und Weiblich, Macht und Ohnmacht, Freude und Trauer etc. Doch oft wird der eine Pol überbewertet und der andere geht vergessen, oder er wird mit aller Macht verleugnet, abgewehrt, wenn nicht gar verachtet.
Eigentlich sind wir ständig daran, mit diesen Energien zu arbeiten. So bin ich auch mehr und mehr davon überzeugt, dass unsere Gedanken und wie wir diese Energien nutzen oder lenken, unsere Leben massgeblich beeinflussen. Wenn wir z.B. ständig nur Furcht empfinden und der Mut verloren geht, dann wird auch unsere Leben nicht mehr so funktionieren, wie wir es gerne hätten. Die Furcht wird dann unser Dasein vollkommen beeinflussen und möglicherweise gar ruinieren.  

Wenn wir eine starke Urenergie oder Urkraft wie z.B. die Sexualität einseitig leben,  dabei vielleicht zu wenig darauf achten was jener braucht, mit dem wir Sex haben, dann wird das Erlebnis niemals so schön werden, wie es sein könnte, wenn die Energien zwischen zwei Menschen wirklich harmonisch fliessen. Dieser harmonische Energiefluss zwischen zwei Seelen und Körpern ist sehr wichtig, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Ohne diesen Fluss, wird irgendwann irgendetwas blockiert werden. Sei es, weil sich der eine schlicht ausgenutzt und bedrängt vorkommt, weil der andere z.B. nur seine eigenen Bedürfnisse verfolgt, ohne Rücksicht auf Verluste oder, dass jemand der beiden vielleicht zu sehr im Kopf ist, zu viel denkt und sich wieder von Ängsten, oder was auch immer leiten lässt und sich deshalb auch nicht recht fliessen lassen kann. Sein Partner wird es merken und darauf ebenfalls mit Unsicherheit und Blockaden reagieren. Der erfüllende Sex kann dadurch ganz schnell im Eimer sein. Nicht umsonst gibt es Tantra und Kamasutra Handbücher. Darin geht es in erster Linie um den harmonischen Energiefluss z.B. zwischen Mann und Frau während, vor und nach dem Akt. Auch in homosexuellen Beziehungen übernimmt meistens einer der beiden die männliche, oder die weibliche Rolle, ist mir aufgefallen. Darin sind wir uns schlussendlich alle gleich und es spielt keine Rolle welches Geschlecht man hat. Es spielt nur eine Rolle, dass ein harmonischer, für beide erfüllender Kontakt, stattfinden kann. Findet dieser Kontakt statt, dann bringt uns die herrschende Energie wundervolle Momente, teilweise sogar stärkere Orgasmen und so weiter.
Doch ich will nicht nur von der sexuellen Vereinigung eines Paares reden, sondern auch von Beziehungen allgemein, seien es Freundschaften, oder auch andere. Eigentlich gilt bei allen das Gleiche: Es ist wichtig, dass wir uns auf die Schwingungen unseres Gegenübers einstimmen können und umgekehrt ebenfalls.

Als ich meine erste Seminarwoche Ende März absolvierte, wurde mir das mit besonderer Deutlichkeit bewusst. Dabei ging es nämlich um dieses Einstimmen auf einen anderen Menschen. Bei der Arbeit die ich in diesem Seminar mache, ist das ein unerlässlicher Bestandteil. Ich selbst muss in meiner Mitte, muss ausgeglichen bleiben, dass ich jenem den ich begleite, auch würdig auf seinem Wege zur Seite stehen kann. Ich muss mich zurücknehmen, auch meine Emotionen und einfach einen Rahmen geben, wo sich der andere wohl und geborgen fühlt. Gleichzeitig, darf ich mich selbst nicht dabei verlieren.
Ich war teilweise noch extrem nervös auf meinen ersten Begleitungen. Das spürte jener, der von mir begleitet wurde, sofort. Und darum war es sehr, sehr wichtig, dass ich mir immer wieder von neuem meiner eigenen Mitte bewusst wurde. Die eigene Mitte ist jener Punkt unseres Seins, wo es keine Wertungen, keine Polaritäten mehr gibt. Es ist ein Raum der absoluten Stille und Harmonie. Von reine Energie, die da ist und wunderbar fliesst, wie ein stiller Fluss in der Abenddämmerung eines warmen Sommertages, oder noch treffender: Wie das Wasser eines Teiches, das still daliegt und nicht von Emotionen aufgewühlt wird, oder dem Bedürfnis, dem anderen Menschen seinen Weg abzunehmen, ihm vielleicht Lösungen vorzugeben oder gar aufzuzwingen. Lösungen, die für einem selbst vielleicht richtig wären, welche aber eigentlich wenig mit dem Weg jenes Menschen zu tun haben, den man begleitet.

Die Arbeit die ich in diesen Seminaren lerne setzt vollkommen darauf, jeden in Berührung mit seinen ureigenen Ressourcen zu bringen. Man mischt sich nicht mit der eigenen Energie ein, man behält diese ganz draussen und ist mehr Beobachtet, denn aktiver Berater. Eigentlich ist man gar kein Berater, man hat die Aufgabe den andern Menschen zu seinen eigenen Lösungen zu führen- nein mehr, zu begleiten. Auch das ist Energie, eine wunderbare Energie, welche bei jedem Menschen wieder ganz anders wirkt und anders genutzt wird. Wir haben meiner Meinung nach niemals das Recht, anderen unseren Weg aufzuzwingen, denn das kann für den andern ganz und gar nicht stimmen. Wenn man jemanden antrifft, der auf einem ähnlichen Weg ist wie man selbst, ist das natürlich wunderbar und doch darf man sich dennoch nie dem Trugschluss hingeben, dass der andere genau das Gleiche fühlt, genau gleich mit etwas umgeht und genau gleich, die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen, nutzt. Es gibt immer kleine Abweichungen und das macht das Leben doch eigentlich auch so interessant. Man entdeckt immer wieder neue Facetten an seinen Mitmenschen und dabei auch oft an sich selbst. Das ist doch etwas so Wunderbares!

In der heutigen Zeit, denke ich manchmal, wir wollen immer alles kontrollieren, schubladisieren, einordnen. Wir müssen uns tagtätlich mit scheinbar allgemeingültigen Massstäben und Selektierungen herumschlagen und das kann einem richtig fertig machen.
Wie oft nehmen sich irgendwelche Leute das Recht heraus, zu behaupten, dass sie allein um die wirkliche Wahrheit wüssten. Dabei hat jeder seine eigene Wahrheit und schlussendlich muss er die Wahrheit in sich selbst finden. Jeder muss selbst erkennen, was es für Folgen hat, wenn er gewisse Energien… nein ich will nicht sagen schlecht nutzt…, sondern vielleicht die Energien so nutzt, dass sie ihm schlussendlich schaden. Viele Menschen können es dann gar nicht fassen, dass sie einfach immer wieder in den gleichen Hammer laufen, dass sie immer und immer wieder am selben Punkt anstehen und nicht weiterkommen. Dass sie immer und immer wieder an die falschen Menschen geraten, welche sie vielleicht verletzen, oder sie immer wieder ausnutzen, was auch immer.
Das passiert doch eigentlich nur, weil sie selbst sich noch nicht erkannt haben. Weil sie, wenn auch oft unbewusst, immer wieder dieselben Dinge mit ihrem Denken herbeirufen. Sie denken z.B.: «Mich liebt eh keiner, oder ich bin eh nichts Wert!» Dann werden sie auch immer wieder an Leute herankommen, die dieses Gefühl noch verstärken, weil ihr Focus ständig auf den geringen Selbstwert und dieses Minderwertigkeitsgefühl gerichtet ist. Würden sie aber sagen: «Ich bin liebenswert ich bin es wert geliebt zu werden! » Dann werden sie auch Leuten begegnen die sie lieben. Oder vielleicht schon immer geliebt haben ;-)

Viele sind nämlich auch oft so sehr im Kopf, so sehr in ihrem, ja ich muss sagen, niedrigen Denken verhaftet, dass sie die Liebe nicht mal erkennen, wenn sie an ihre Türe klopft. Das ist dann noch ein anderer Aspekt falsch gelebter Energie. Wenn man z.B. immer Angst davor hat enttäuscht zu werden, dann wird man enttäuscht werden, weil die Energien die man heraufbeschwört, oder die Gedanken die man pflegt, immer mehr Gestalt annehmen. Das sind dann wie Elementale oder Golems, die man sich selbst schafft. Diese projiziert man dann auch oft auf die anderen Menschen. Selbige spüren das und reagieren dementsprechend.

Ich weiss es aus eigener Erfahrung. Vor einigen Jahren, das war ich genau in solchen Denkmustern gefangen. Ich hatte aufgrund verschiedensten Lebenserfahrungen so wenig Vertrauen, so wenig Eigenliebe, dass ich die Liebe von anderen Menschen teilweise gar nicht recht annehmen konnte. Eine Frau aus der Familie sagte mir dann mal: «Du bist die ganze Zeit in dem Denken gefangen, dass dich niemand liebt, dass dich niemand lieben kann und dann treibst du Leute, die dich von Herzen lieben würden, schliesslich auch noch dazu, dass sie dich wirklich nicht mehr lieben können! » Damals verstand ich noch lange nicht so recht, was sie damit meinte. Heute verstehe ich es und ich weiss sie hatte absolut Recht. Ich musste also erstmal an meiner Eigenliebe arbeiten, ergründen woher diese geringe Selbstliebe kam und auch aufhören mich stets als Opfer irgendwelcher Umstände, oder gar Menschen zu sehen. In die Opferrolle begibt man sich immer selbst und wenn man das tut, wird man auch immer zum Opfer, oder man denkt zumindest immer gleich, dass man ein Opfer ist. Darum ist die Lehre des Buddhismus eine Wunderbare, diese legt nämlich ganz besonderen Wert darauf, dass man sich immer mehr von Illusionen und falsch gelebten Energien in seinem Leben befreit. Nur indem man diese Dinge löst, selbst den Focus verändert, sich selbst lieben lernt und alle Aspekte in sich umarmen kann, auch den Zorn z.B. oder was auch immer es da noch an Schattenseiten gibt, erst dann wird man in der Lage sein, wahrhaftig auch andere zu lieben. Und wenn das eigene Leben von Liebe durchdrungen ist, dann färbt das automatisch auch auf die anderen Menschen ab.
Innerhalb weniger Jahre, in denen ich meine Focus verändern lernte, wurde mir Glück, Zufriedenheit, Freude und Liebe in Fülle geschenkt und heute weiss ich immer mehr, dass immer und überall für mich gesorgt ist. Ich lernte mehr Vertrauen und damit fand ich mehr in meine Mitte.

Es gelingt mir nicht immer das «richtige» Denken zu pflegen, aber es gelingt mir immer mehr und ich habe auch mehr Vertrauen, dass sich alles irgendwann so weit entwickelt hat, dass ich auch im Zentrum bleiben kann, auch wenn ich wieder drohe aus selbigem heraus zu kippen. Ich will mir jedenfalls immer mehr ins Bewusstsein rufen, dass jeder seine ganz eigenen Qualitäten und Energien hat und jeder hat die Ressourcen, die er für sein Leben braucht IN sich. Er hat alle Wahrheiten IN sich und wird sie früher oder später entdecken. Und wenn es auch mehrere Leben dauern mag. An ein einziges Leben glaube ich schon seit längerem nicht mehr, denn ich glaube, dass es oft mehrere Leben braucht, um wahrlich in Einklang mit sich und allem das ist zu kommen und wenn man schliesslich in diesem Einklang ist, dann wird man erst ins Nirwana, oder wie man es auch immer nennen mag, gelangen. Denn solange wir nicht alle Energien lernen optimal zu nutzen, werden wir immer irgendwo eine Blockade haben. Der Fluss wird immer irgendwie gestört, das Wasser des inneren Teiches aufgewühlt werden. Das sind alles Lernschritte, die Zeit brauchen. Und ich glaube, dass wir diese Zeit bekommen haben. Dass wir die Zeit und Energien, die endlosen Ressourcen die uns allen zur Verfügung stehen, entdecken, ergründen und immer mehr verinnerlichen können.

Wichtig scheint mir dabei auch, dass wir uns wirklich als Teil eines grossen Ganzen sehen, Teil des Universums, Teil allen Lebendigen, ob Menschen, Tieren, Pflanzen oder den höheren, erhabenen Mächten (wie auch immer diese für/von uns aussehen, oder genannt werden mögen). Wir sind EINS mit dem Göttlichen und das Göttliche mit uns. Wir sind EINS mit dem Universum und das Universum mit uns, EINS mit allem was darin lebt. Das ist mir die letzte Zeit sehr intensiv bewusstgeworden. All diese Energien, all dies Ressourcen, sie wurden uns zur Verfügung gestellt und wir können sie wahrlich auf wunderbare Weise nutzen. So können wir immer mehr Licht für andere werden, indem wir jedoch unser inneres Licht auch für uns selbst mehr und mehr, leuchten lassen. Es gibt da ein schönes Liedchen: Sei still, sei still, ich bin ein Licht, sei still, sei still, du bist ein Licht! Denn das Licht ist in uns allen in uns allen steckt dieser Kern, der verbunden ist mit den Urgesetzen der Schöpfung. Wir alle sind Licht und darum dürfen wir froh und glücklich sein! Erkennen wir das doch immer mehr, erkennen wir das doch auch immer mehr in den anderen Menschen, denn auch sie haben diese Energien zur Verfügung und sind angeschlossen an dieser grossen Einheit. Alle haben die gleichen Voraussetzungen, wie sie diese jedoch nutzen, kann ganz verschieden sein. Die göttliche, oder die Lebensenergie macht eigentlich keinen Unterschied, sie ist in ihrem Grundwesen neutral, wir können sie wie gesagt verschieden nutzen, doch müssen wir uns dabei auch stets unserer Verantwortung allem Lebenden gegenüber bewusst sein! Denn ob wir es wollen oder nicht, wir sind Teil EINES grossen GANZEN!

   


Kommentare

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    Ein interessanter Einblick, den du mir hier gegeben hast. Vor allem der Teil, in dem um die Selbstliebe ging. Danke fürs schreiben, ich konnte wieder einiges mitnehmen :-)

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