Gedanken eines Teenagers

Mira hatte den Jungen wirklich ins Herz geschlossen und tat sich oft schwer, Renate nicht einfach mal Vollgas die Meinung zu sagen. Michael war sich trotz seiner Jugend der Tatsache voll bewusst, dass Mira ihm oft aus eigener Tasche bezahltes Essen oder was auch immer zukommen ließ. Er war viel reifer, als es ein Teenager in seinem Alter normalerweise ist. Eines Tages, er war etwa dreizehn kam er nach der Schule so wie immer zu ihr und es war ihm anzumerken, dass er was auf dem Herzen hatte.
"Was hast du denn heute nur, Michael? Bist du traurig?" - "Mira, darf ich dich mal was fragen?" - "Aber klar doch?" - "Hat dir meine Mutter schon einmal auch nur irgendwas bezahlt, von dem, was du für mich alles tust?" -   "Ach Michael, das spielt doch keine Rolle." - "Doch Mira, das spielt sehr wohl eine Rolle! Eine große Rolle. Du bist so lieb! Du kümmerst dich um alles, was ihre Aufgabe wäre. Wenn das Essen von eurer Küche nicht reicht, dann kochst du sogar noch extra für mich! Mutter könnte doch auch für mich Essen mit nach Hause bringen, aber nicht mal das bin ich ihr wert! Wie kommst du dazu? Und Mirko? Wenn ihr beide nicht so anständig wärt, was wäre dann? Wär ich dann schon verhungert? Ich wünschte DU wärst meine Mutter!" - "Aber Junge, so darfst du das nicht sehn!" - "Wie dann, Mira, wie dann? Ich werde mein Leben lang in deiner Schuld stehn! Und in Mirkos! Ich bin euch sehr dankbar Mira, weißt du? Irgendwann ist ein Punkt erreicht, da frage ich mich, wie ich euch das je zurückgeben kann. Nur weil ich jeden Tag, Ja, wirklich jeden Tag, bei euch esse, meine Hausübungen die ich nicht schaffe mit Mirko machen darf, bin ich so weit wie ich bin und ich habe euch beiden noch nie mehr geben können als ein ehrlich gemeintes Danke! Aber das ist nicht genug!" - "Oh doch, mein Junge, das ist genug!" Mirko war aufgewacht und hatte alles mitbekommen. Er hatte seit ein paar Wochen Schichtbetrieb und war daher heute schon zu Hause. Er stand nun hinter Michael und hatte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter gelegt. "Ehrlich gesagt, ich mag deine Mutter auch nicht, aber so haben wir wenigstens fast einen eigenen Sohn. Wir haben dich sehr gern Michael, weil du so ein ehrlicher lieber Mensch bist! Wir gehen beide arbeiten und haben genug Geld, um nicht hungern zu müssen, also haben wir auch genug zu essen für dich!" - "Aber ihr könntet..." - "Michael, wenn wir die Tussie vom Jugendamt informieren, kommst du zu Pflegeeltern, aber sicher nicht zu uns! Möchtest du das?" - "Nein, Mirko." - "Dann mach dir keine Gedanken. Es ist gut, so wie es ist. Übrigens wollte ich dich fragen, ob du mir heute wieder helfen könntest bei einer Reparatur. Die Waschmaschine der Nachbarin. Da sind zwei Hände zu wenig und du hast dich letztes mal so geschickt angestellt." - "Sehr gerne Mirko! Mir macht das sogar Spaß, mit dir Sachen zu reparieren und ich freue mich, wenn ich dir helfen kann!"         

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