Nirgends kann ich durch die Straßen gehen
ohne Unterwäsche – sexy, knapp –
und weiblich-enge Tops zu sehen.
Da macht mein konzentrierter Blick dann schlapp.

Frauen tragen kurze Röcke, leichte Kleider,
sind froh, dass sie das bei Hitze tragen können.
Und ich muss hinschau'n – leider – ,
möchte mir die Blicke dorthin niemals gönnen.

Und doch lasse ich meine Blicke dahin lenken
wo ich sie nicht haben mag.
Ich bin ein Mann und werde immer denken:
„Warum seh' ich das denn jeden Tag?“

Ich bin vergeben – glücklich – noch nicht allzu lang.
Und wenn ich mich überhaupt noch traue,
wird jedes Mal mir wieder bang,
wenn ich in Kaufhausfenster schaue.

Weiblich glatte, straffe Haut
erregt die Fantasie und Lust.
Wenn man(n) gerade dort hin schaut,
verführt die oft gezeigte Brust.

Ich brauche keine Pornos mehr zu sehen,
wenn es in der Werbung viele gibt.
Und auch, wenn ich viel seh' im Gehen,
bin ich ein Mensch, der seine Freundin liebt.

Es ist nicht zu ändern,
dass ich das alles seh'.
Möchte doch nur ruhig schlendern
und gelassen sitzen im Café.

Kommentare

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    Das ist mal eine sehr gelungene humoristisch und dichterisch abgehandelte Version von "Weiblichkeit und Werbung im heutigen Leben." Ganz toll gemacht! Super! 5/5

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    Hehe, verstehe ich sehr gut :) Ich weiß bei manchen Frauen nicht, warum das sein muss, dass sie mehr zeigen, weils manchmal kein schöner Anblick mehr ist - auch bei manchen Männern. Ist ja schließlich alles subjektive Wertung. Ich selber beneide Männer im Sommer. Sie könnten auch oben ohne gehen, wenn es allzu heiß ist, ohne große Probleme. Eine Lösung finden ist da aber kein leichtes Unternehmen... Was man zumindest tun könnte, wäre, der Modeindustrie klar machen, dass ein Top schon reicht, es muss nicht, wie offenbar die derzeitige Mode ist, auch noch durchscheinend sein.

  • Author Portrait

    Ich verstehe, dass Frauen sich gerne bei hohen Temperaturen etwas kürzeres und/oder luftigeres anziehen. Doch für die meisten Männer ist das nicht gerade leicht. Ich möchte anregen, beide Perspektiven zu sehen und sich in sie hineinzuversetzen. Beide kann ich sie verstehen, doch bin ich in der Sichtweise des Mannes in gewisser Weise gefangen. Was ist die Lösung dieses Problems? PS.: Wie vielleicht leicht zu erkennen, wird die Problematik im Gedicht künstlerisch überspitzt dargestellt.

beta
Feenstaub

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