3. Geschichte: Pelle auf dem Spielplatz

Hey du, da bist du ja wieder! Das ist aber schön! Ich freu mich immer, wenn du mich besuchst. Manchmal bin ich aber auch vielleicht mal nicht da, wenn du zu mir möchtest. Dann bin ich nämlich auf dem Spielplatz. Kennst du den? Der ist ganz toll. Da gibt es eine große Rutsche und Schaukeln und Klettergerüste und einen ganz, ganz großen Sandkasten. Aber den mag ich nicht so. Warum nicht, willst du wissen? Ich erzähl`s dir. Das war nämlich so:

Eines Tages hat Lisa mir meine grüne Strickjacke angezogen. Die hat Lisas Oma mir gestrickt. Toll ist die. Also, die Jacke, meine ich. Die Oma aber auch! 
Immer, wenn Lisa mir meine Strickjacke anzieht, heißt das, daß wir einen Ausflug machen. Manchmal fahren wir dann mit Lisas Mama zum Einkaufen, oder zur Oma oder in den Park. An dem Tag gingen wir aber woanders hin. Unterwegs erzählte Lisa mir, daß wir auf den Spielplatz gehen würden. Auf den Spielplatz? Den kannte ich noch gar nicht. Was das wohl war? Ich war ganz doll gespannt. 
Als wir dann da waren, hab ich ganz große Augen gemacht. Da war eine große Wiese mit so komischen bunten Dingern, die ich alle noch gar nicht kannte. Und überall waren Kinder, die gelacht haben. Dieser Spielplatz mußte also wohl was schönes sein.
Lisa ist dann mit mir herum gegangen und hat mir alles gezeigt und erklärt. Daß diese komischen Bretter mit den Seilen dran "Schaukel" heißen und das lange silbrige Ding eine "Rutsche" ist. Aha.
Als Lisa aber mit mir die Leiter rauf gegangen ist, weil ich mit ihr rutschen sollte, da hab ich doch ein bißchen Angst bekommen. Es war so hoch und ich hatte Angst, daß ich runterfalle. Aber Lisa hat mich ganz festgehalten. Und dann sind wir gerutscht. HUIIIII, so schnell war das. Es hat ganz komisch im Bauch gekribbelt und Lisa und ich haben gelacht. Dann haben wir geschaukelt und sind klettern gegangen. 
Und dann hat Lisa mich mit in den Sandkasten genommen. Da hat sie mit bunten Förmchen Sandfiguren gemacht. Toll sah das aus, meine Lisa kann so viele schöne Sachen!  Und dann hat sie eine große Sandburg gebaut und mich ganz oben drauf gesetzt und gesagt, daß ich jetzt der König der Burg wäre. König Pelle, wow, das klingt super!
Aber plötzlich hat mich ein Junge mit einer Schaufel von meiner Burg runter gehauen. Das hat weh getan! Lisa ist sofort aufgesprungen und hat mit dem Jungen geschimpft. Der hat aber nur gelacht. Und dann hat er mich aufgehoben und ganz weit weg geworfen. So eine Gemeinheit. Das darf man nicht machen, das ist ganz frech! Aber das Schlimmste kam erst noch. Ein paar Kinder hatten nämlich mit Wasser im Sandkasten Matsche gemacht- und genau da bin ich reingefallen! Mein Fell war ganz nass und dreckig. Das hat sich ganz schlimm angefühlt.  Zum Glück hat Lisa mich ganz schnell gerettet. Und dann sind wir nach hause gegangen und Lisas Mama hat mich in die Waschmaschine gesteckt. Das war auch schlimm. Alles hat sich gedreht und mir war ganz schwindelig. Und ich hatte Seifenwasser im Mund, igitt! Als ich dann gewaschen war, war ich immer noch nass, deshalb mußte ich über Nacht auf die Wäscheleine und durfte nicht bei Lisa schlafen. Das war das Allerschlimmste!!!
Ich war so froh, als ich wieder trocken war und zu Lisa durfte. Aber auf den Spielplatz gehe ich jetzt nicht mehr so gerne. Besonders nicht in den Sandkasten. Aber Lisa hat mir versprochen, daß sie jetzt immer noch viel besser auf mich aufpasst. Hmm, vielleicht ist der Sandkasten dann doch nicht so schlimm. Und König Pelle wäre ich schon ganz gerne mal wieder...

Tschüss, bis zum nächsten Mal, dein Freund Pelle




Kommentare

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    Du hast ein großes Einfühlungsvermögen für Kinder und ihre Welt, Phantasia! Sehr schön erzählt!

beta
Feenstaub

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