"Giraffen und..."

Nachts. Allein.
Bevor ich den Anfang dieser Geschichte schreibe möchte ich euch etwas versprechen: Ich werde nicht nett sein.
Ich werde alles erzählen was damals passiert ist, ohne Geheimnisse. Ohne Lügen. 

Lasst uns gemeinsam ein bisschen zurück gehen. Zurück in die Vergangenheit. Sagen wir mal.. 1939. Einverstanden?
Einverstanden.
Dann ist es wohl so.

Jahr 1939, Deutschland.
Wie in jedem Haus begaben sich alle Kinder zu Bett. Doch da war ein Kind, was noch fröhlich ihr Buch in der Hand hielt und vor dem Kamin las. Das Buch hatte den Namen "Giraffen und..." der Rest war nicht zu lesen, denn das Buch war schon ziemlich kaputt. Kein Wunder - Elizabeth hat es auch in der Mülltonne bei den Nachbarn gefunden. Die Mutter hatte soeben aufgehört die Töpfe zu säubern und ging zu Elizabeth.
"Schatz, was machst du denn noch hier? Du hättest schon längst ins Bett sein müssen. Und woher hast du das Buch?"
"Mami, ich bin überhaupt nicht müde. Was soll ich denn im Bett machen, wenn ich nicht schlafe?"
"Elizabeth, geh sofort ins Bett. Morgen musst du mir helfen beim putzen, also los, ab ins Bett"
Elizabeth lag das Buch auf dem kleinen, runden Holztisch neben dem Kamin in der Küche und ging ins Bett.
"Schlaf gut mein Schatz"
"Gute Nacht Mami"

Doch niemand wird in der Stadt gut schlafen.
Ein paar Stunden vergangen und die ganze Stadt war in Panik.
Feuer, Bomben, Leichen rechts & links und die traurigen grauen Straßen die man sonst dort sieht waren rot. Überall Blut. Elizabeth & ihre Mutter rannten raus, und versuchten sich zu verstecken. Zuhause bleiben war keine Option - Egal wo man hinsah: Alles war zerstört. Rennende Kinder mit ihrer Familie waren auf den Straßen, es war unmöglich rennen zu können, dafür war es viel zu Eng. Elizabeths Mutter nahm Elizabeth an ihre Hand, Elizabeths Hand war schon rot, da ihre Mutter die Hand so fest festhielt. Sie konnten sich in einer kleinen Gasse verstecken, dort fanden sie eine Tür die zu einem kleinen Keller führte. Sie hatten zwei Optionen : Draußen bleiben & sterben, oder da rein gehen und hoffen, dass keiner sie dort finden würde. Beide blieben da für sehr lange. Es vergangen bestimmt mehrere Stunden, bis man die schreiende Kinder, der Geruch vom Feuer und die Bomben nicht mehr hören konnte. Elizabeth krallte sich an ihrer Mutter fest. Die Arme der Mutter waren am Rücken des Kindes. Keiner wollte loslassen. Die ersten Tränen fingen an zu fließen. Nach Stunden konnte man nicht mehr hören. Doch als die Mutter die Tür aufmachte um raus zu gehen, verdeckte sie die Augen ihres Kindes Elizabeth. 



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