Es gibt viele Meere und unendlich viele verschiedene Lebewesen, die in ihm wohnen. Dort, wo die Sonne das Meer berührt und es durch die Strahlen nur so funkelt, dort liegt das Schimmermeer.Seine Bewohner sind Fische in allen Farben des Regenbogens, Kraken mit geringelten Tentakeln, singende Muscheln und nicht zu vergessen eine ganze Familie von außergewöhnlichen Seesternen, die sich hier sehr wohl fühlen.

Einer von Ihnen ist Glimmer, ein abenteuerlustiger Seestern mit dem Talent etwas tollpatschiger zu sein als seine größeren Geschwister.
Ihr müsst wissen, dass Glimmer noch ein sehr kleiner Seestern ist, der unglaublich neugierig ist und unbedingt die Welt erkunden möchte. Er liebt es, mit seinen Freunden den Fischen um die Wette zu schwimmen und herauszufinden, wer von Ihnen am höchsten auftauchen kann.
Aber am aller liebsten hört er die Geschichten der großen und alten Seesterne, die schon mal an der Wasseroberfläche waren.

Eines Tages, die Sonne stand schon sehr hoch über dem Schimmermeer, lies Glimmer der Gedanke an die Wasseroberfläche nicht mehr los.
Er musste unbedingt sehen wie es dort aussieht und ob es dort auch Fische und Muscheln gibt. Also fasste er seinen ganzen Mut zusammen und glitt immer weiter hinaus Richtung Sonne. natürlich immer darauf bedacht, dass ihn keiner der älteren erwischt! Das würde einen Mordsärger geben.
Glimmers Freund Bobbi, der Kugelfisch, entdeckte ihn dann aber schließlich bei seiner täglichen Runde durch den Seetang und rief: "Hey Glimmer, wo willst Du denn hin? Wir machen doch gleich noch einen Forschungsausflug mit Herrn Rochen!"
"Ich mache heute meinen eigenen Ausflug, Bobbi. Willst Du mitkommen?" grinste Glimmer zurück. "WIE? Eeetwa nach da oben!?" flüsterte Bobbi entsetzt und seine Kulleraugen wurden immer größer. "Nnnne" stotterte er. "Ich muss noch meine Stacheln putzen und ich glaube ich kann mich nicht so weit hochkugeln." Bobbi schnappte aufgeregt nach Luft. "Du Angstfisch!" lachte Glimmer "Ich grüße die Sonne von dir und sag Herrn Rochen einfach, dass ich die Sternpocken habe!“ Glimmer grinste breit und setzte seine Reise nach oben fort.

Immer weiter trugen Glimmer seine kleinen Ärmchen und er merkte ganz langsam wie das Meer immer heller und wärmer wurde. Der Seetang war schon längst unter ihm verschwunden als ihn plötzlich entwas blendete - "DIE SONNE!" rief Glimmer voller Begeisterung, wissend das der Angsfisch Bobbi gar nicht mitgekommen war und ihn auch sonst niemand hören konnte.
Sein Herz pochte wie wild, er hat es tatsächlich zur Wasseroberfläche geschafft. Glimmer streckte ganz vorsichtig ein Ärmchen nach oben und als er merkte wie schön die Sonne ihn wärmte, traute er sich ganz aufzutauchen. Er traute seinen Augen nicht als er sich auf der Wasseroberfläche treiben lies. So etwas hatte er noch nie zuvor gesehen. Über ihm kreisten Fische. Aber nicht im Wasser sondern in der Luft!? Sie hatten auch keine Schuppen sondern sahen irgendwie seltsam aus. Auch ihr Maul war ganz spitz und alle redeten wie wild durcheinander! "Eine komische Sorte Fische" dachte sich Glimmer und lachte laut.
Er war ganz in gedanken versunken und lies sich von den Wellen tragen. Die Sonne wärmte ihn und er fühlte sich wie in seinem Muschelbett zu Hause. Plötzlich spürte Glimmer etwas seltsames unter sich. Die Wellen waren auf einmal ganz klein und trugen ihn auch nicht mehr. Es piekste ein wenig und fühlte sich trocken an. So etwas kannte er bisher nicht. Er öffnete die Augen und erschrak. Er war gar nicht mehr auf dem offenen Meer, das musste der Strand sein von dem die alten Seesterne erzählt haben.

"Oh je, oh je....oh je, oh je." jammerte Glimmer. "Ich bin eingeschlafen und die Wellen haben mich an Land gespült. Was mache ich denn jetzt!?" Glimmer schaute sich verwirrt um. Weit und breit nur Strand und er war zu klein um wieder zurück ins Wasser robben zu können. So eine Wärme hatte er noch nicht gespürt und als er sich das nächste Mal umblickte, dachte er schon er sieht Gespenster. Die Fische konnten nicht nur in der Luft schwimmen sondern haben auch komische Flossen, die sie auf dem Sand tragen. "Das glaube ich ja nicht!" Glimmer rieb sich die Augen um sicher zu gehen das er nicht träumte. "Tachchen!" krächtzte es plötzlich neben ihm. "Was bist´n Du für einer? Hast dich wohl verschwommen, was?“
Glimmer brachte keinen Ton hervor und starrte das Tier mit großen Augen an.
"Also ich bin Ole und wohne hier aber dich hab ich hier noch nie gesehen". Was machst´n hier, wo willst´e hin und überhaupt, warum guckst Du so?“
Ole hörte gar nicht auf zu plappern und Glimmer schwirrte förmlich der Kopf.
"Aaaalso...ähm.... Ich wollte nur die Wasseroberfläche sehen und dann, also, ich weiß auch nicht so recht. Ich glaube ich bin eingeschlafen und bin hier wieder aufgewacht." versuchte er sich zu erklären.
"Wieso könnt ihr in der Luft schwimmen?" platzte es aus Glimmer heraus.
Ole fiel in lautes Gelächter "SCHWIMMEN!? Wir schwimmen doch nicht! Wir FLIEEEGEN! hast Du noch nie eine Möwe gesehen, kleiner Mann?" Ole tätschelte Glimmers Kopf. "Pass auf, ich bring dich erstmal wieder ins Wasser damit du mir nicht zerfließt und dann erkläre ich dir alles."

Ole machte einen Satz nach vorne und nahm Glimmer ganz vorsichtig zwischen seine Krallen. Dann breitete er die Flügel aus und ohne das Glimmer wusste wie ihm geschah, waren sie auch schon in der Luft.
"Bereit Kleiner?" rief Ole " Für w...." konnte Glimmer noch sagen und dann platschte es auch schon und er fand sich im kühlen Nass des Schimmermeeres wieder.
"Siehste, war gar nicht so schlimm, oder?" fragte Ole, der sich auf dem Wasser niedergelassen hatte. "Geht´s dir jetzt besser?" krächzte er. "Ja, danke" grinste Glimmer glücklich.

"Der Strand ist nichts für mich. Aber jetzt nusst Du mir unbedingt erzählen wer Du bist!" hastete Glimmer aufgeregt.
"Kleiner, Du bist wirklich putzig!" lachte Ole. "Wir sind Möwen, haben Flügel mit denen wir durch die Luft gleiten und können mit unseren Füßen auch schwimmen und an Land laufen. Du warst noch nie hier oben, was!?".
"Nein, bisher haben es nur die großen Seesterne nach hier oben geschafft aber ich glaube mein Abenteuer kann niemand überbieten!" prustete Glimmer voller stolz."
"Zum Glück warst Du da und hast ich zurück ins Meer gebracht. Ich muss doch unbedingt meinen Geschwistern davon erzählen.“
Ole bewegte den Kopf neugierig hin und her und hörte Glimmer aufmerksam zu. Er erzählte ihm von der Unterwasserwelt im Schimmermeer und den vielen verschiedenen Fischen, von seinem zuhause und dem tollen Muschelbett auf das er sich jetzt ganz besonders freute. Ole und Glimmer beschlossen, sich nun öfter an der Wasseroberfläche zu treffen und ab und zu drehte Ole mit Glimmer auch eine kleine Runde in der Luft. Aus der Möwe und dem kleinen Seestern sind beste Freunde geworden, die weder Land noch Wasser trennen kann.

Kommentare

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    Herzlich willkommen auf Belletristica! Deine Geschichte gefällt mir sehr und ich hoffe, noch mehr von die zu lesen!

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