"Warum fühle ich mich nicht frei?" - Diese Frage habe ich mir in den letzten Tagen oft gestellt, und ich glaube ich bin damit nicht ganz allein.
Der Grund aus dem ich mir diese Frage stelle, ist das Paradoxon, welches sich daraus ergibt in einer derart freien und wohlhabenden Gesellschaft zu leben, sich aber trotzdem nicht frei zu fühlen.
Eigentlich bin ich frei. Theoretisch zumindest.
Theoretisch stehen mir so viele Türen offen, dass es ein leichtes sein sollte diesen Käfig zu verlassen. Mich frei zu entfalten.
Eigentlich könnte ich jederzeit gehen.
Eigentlich.
Ich könnte.
Doch uneigentlich ist der Käfig so unglaublich bequem und hübsch anzusehen, und wenn ich durch eine dieser Türen gehe... wer garantiert mir, dass es mir dort besser geht? Dass ich wieder zurück kann?  Dass kein anderer Käfig auf mich wartet, der keine Türen hat?
Ich fühle mich wohl in diesem goldenen Käfig, und ich habe Angst ihn zu verlassen.
Denn aus dieser Komfortzone auszubrechen bedeutet oft auch Konventionen zu verletzen und sich Enttäuschung, Spott oder gar Verachtung auszusetzen.
Wer versucht wirklich frei zu leben, der wandert nicht selten an der Grenze dessen, was als normal gilt. Denn normal ist, was dem Durchschnitt entspricht. Doch ein wirklich freies Individuum erkennt und akzeptiert, dass es nicht in allen Belangen dem Durchschnitt entsprechen kann.
Es akzeptiert sich selbst.
Es akzeptiert die Konsequenzen.
Es durchschreitet die Tür.
Freiheit ist nicht zuletzt auch ein Selbstfindungsprozess, an dessen Ende als nötige Folge die Selbstverwirklichung  unter Inkaufnahme der Konsequenzen steht.

Kommentare

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    Ich denke viele kennen dieses Gefühl, und du hast es wunderbar in Worten verpackt. Wirklich Super! 5/5 ^^

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    Eigentlich ist eigentlich eine Verneinung... aber eigentlich auch doch nicht...

  • Author Portrait

    Wieder ein toller Text!

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