Nur zögernd näherte er sich der Frau. Irgendetwas hielt ihn noch zurück. Mitleid? Angst? Kummer? Was?
Lange beobachtete er sie. Ihre helle Haut gefiel ihm. Ihr Kleid dagegen beachtete er kaum. Von Mode verstand und hielt er nichts. Sie hielt die Augen geschlossen. Er fragte sich, ob es hinter den Lidern blau, grün oder schwarz war.
Ein süßer Duft ging von ihr aus. Er atmete tief, Wie lange war es her, daß er so eine schöne Frau gesehen hatte? Er wußte es nicht mehr. Umso mehr genoß er jetzt diesen Augenblick, diesen Anblick, diesen Duft. Kaum konnte er sich noch zurück halten.

Neben sich spürte er plötzlich eine Bewegung. Ein Konkurrent? Ihm war es egal. Da, auch hinter ihm regte sich etwas. Er sah sich um und bemerkte, daß die Freu mittlerweile von allen Seiten angestarrt wurde. Einer näherte sich ihr jetzt, fast berührte er schon ihre blasse Wange. Speichel troff ihm vom Mund. Hatte dieser Kerl denn gar kein Benehmen?

Allmählich begann ihn der Auftrieb zu stören. Schließlich hatte er sie zuerst gesehen. Er wollte sie für sich allein. Zorn begann sich in ihm zu regen. Am liebsten hätte er die Nebenbuhler angeschrieen. Aber er war stumm. Er verspürte den Drang, seine Nebenbuhler zu erwürgen, aber er hatte keine Hände.

Dann erwachte ein neues Gefühl in ihm: Hunger! Hunger, diese Frau zu besitzen. Das Begehren in ihm wurde immer stärker. Es durchdrang seinen Körper. Eine wilde Lust überkam ihn plötzlich. Und die anderen? Egal, diese Frau würde für viele reichen. Sie sah aus, als wäre sie sehr großzügig. Lieber würde er sie sich mit anderen teilen, als leer auszugehen.

Er setzte sich langsam in Bewegung. Stück für Stück kam er ihr näher. Auch die anderen bewegten sich. Ganz nah schoben sie sich an die Frau heran. Sie hielt ihre Augen noch immer geschlossen, schien nicht zu bemerken, was um sie herum geschah. Vorsichtig berührte er ihre Wange. Sie war kalt. Noch immer rührte sie sich nicht.

Er fasste Mut. Der Hunger in ihm war überwältigend. Er konnte sich nicht länger zurück halten. Ein kurzer Blick zeigte ihm, daß es den anderen genauso ging. Wie auf ein vereinbartes Zeichen hin, stürzten sie sich plötzlich allle gemeinsam auf die Frau, die sich auch jetzt nicht regte.

Die Würmer begannen zu fressen...

Kommentare

  • Author Portrait

    Diese Wendung am Ende ist einfach genial :-)

  • Author Portrait

    verdammt gut geschrieben!!!!

  • Author Portrait

    Wow! :-) Gefällt mir! Ein wenig makaber, aber wen stört's? Toll!

  • Author Portrait

    Ui..... Gut gemacht!

  • Author Portrait

    Makaber... aber gut geschrieben!

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