Harrys erstes Training

Harrys erstes Training

Ich wachte am nächsten Morgen mit dem wohligen Gefühl auf, dass alles wunderbar war. Wir hatten gestern noch viel Spaß im Raum der Wünsche gehabt und so einige neue, spannende Sachen gefunden, die für uns von Interesse waren. Die Twins heckten seitdem nur noch neue Streiche, Pläne und Produkte aus. Den Rest des Tages brachte ich routiniert hinter mich und verschwand, nachdem ich Harry einen ausgearbeiteten Vorschlag vorlegt hatte, wie er die erste Übungsstunde beginnen könnte. Er versprach sich vorzubereiten und ich entschuldigte mich damit, dass es gestern Abend zu spät geworden war und erschuf meinen Geminio und verschwand nach London, um mich nun auch dem körperlichen Training hinzugeben. Der Sensei informierte mich, dass er mir heute den brasilianischen Kampfstil Luta Livre nahe bringen würde, was gut war, da ich bei der Aussage total auf dem Schlauch stand. Luta Livre… was?

Er führte aus, dass dies ein portugiesisches Free Fight Kampfsystem war. Aha, dachte ich mir, alles klar! Er erklärte, dass Luta Livre einen Kämpfer befähigte, die Distanz zum Gegner sicher zu überbrücken, ihn auf den Boden zu bringen, ihn dort zu kontrollieren und schließlich zur Aufgabe zu zwingen oder kampfunfähig zu machen. Toll, das hörte sich doch gut an. Ich war für unfähig machen, da kannte ich keine Gnade. Jetzt stellte er mir noch die Frage, ob ich ALL oder MMA erlernen wollte. Äh, ich… bitte was? So erklärte er, dass es ALL, den ringerischen Luta Livre Esportiva oder aber den regellosen Stil des Vale Tudo/MMA gibt und dass bei diesem auch Schläge und Tritte mit erlernt werden würden. Ok, die Entscheidung fiel leicht, regellos hörte sich in meinen Ohren immer gut an und Schläge und Tritte auch. In dem Moment verdrängte ich, dass ich, um es zu lernen, es selbst erleben würde, aber wie sagte ich immer, Augen zu und durch! Aber was wollte ich mit einem reinen Ringerstil, nein, das brauchte ich nicht so wirklich, ich entschied mich für die Variante MMA.

Auf dem Gesicht des Sensei zeigte sich Wohlwollen, als ich ihm meine Entscheidung mitteilte und so sagte er, dass somit zu den freien ringerischen Elementen des Luta Livre auch Schläge, Tritte, Knie und Ellenbogenstöße kamen, die im Stand oder im Bodenkampf Verwendung fanden. Klar, toll und weiter? Er freute sich, da er meinte, dass diese gezielten Techniken es mir ermöglichten, sogar als schwächerer Kämpfer, den körperlich überlegenen Gegner zu besiegen, da man im Bodenkampf Größe und Gewichtsnachteile durch Technik ausgleichen konnte. Na, dann mal los. Nach unseren Stunden wusste ich mal wieder, dass ich nicht immer so blauäugig in eine neue Kampfsportart springen sollte, da es nachher einfach zu schmerzvoll war.

Wow, die Brasilianer hatten echt eine kranke Fantasie, aber bitte, ich würde es lernen, denn als ich am Boden war, hatte ich nicht mal bis drei zählen können, da war ich schon ausgezählt. Aber genug, so schwang ich meinen geschundenen Körper nach Hogwarts! Ich war lange genug unterwegs gewesen, nur dass ich diesmal gleich im Raum der Wünsche verschwinden würde, da mein Geminio brav schlummernd in meinem Bett lag und so würde ich den Raum voll und ganz für mich auskosten können.

Und so schnell konnte man gar nicht schauen, war es schon Samstagmittags und wir alle im Raum der Wünsche, um von Harry in offensiven Verteidigungszaubern unterrichtet zu werden.

„So meine lieben, heute beginnen wir mit dem Entwaffnungszauber, dem Expelliarmus!“, verkündete er großspurig.

„Warum? Den hatten wir doch schon damals in der Zweiten, der ist viel zu einfach!“, rief Smith dazwischen.

„Als erstes, wir müssen klein anfangen, da wir alle geschlossen als Gruppe gleich gut werden sollen. Ich will keinen auf weiter Strecke verlieren und zweitens der Expelliarmus hat mir in der Vierten auf dem Friedhof gegen Lord Voldemort gute Dienste erwiesen!“, ein kollektives Aufstöhnen ging durch unsere Schulkameraden. „Ich bitte euch, er hat mir soviel Zeit verschafft, dass ich entkommen konnte, da bin ich halt sentimental und jetzt zeigt wie gut ihr seid, desto schneller können wir weiter gehen. Stellt euch zu zweit auf!“, forderte Harry unnachgiebig, hart und schaute streng in die Runde. Ich tat mir grad minimal schwer seiner Forderung nachzukommen, da dies wirklich ein einfacher Zauber war. Wen sollte ich nehmen? Vielleicht am besten gar keinen? In die Schatten abtauchen und Harry beim Verbessern der anderen helfen, überlegte ich, das wäre eine kluge Alternative. Als auch schon ein wildes Rufen und Schreien einsetzte, die Leute flogen getroffen von dem Zauber wild durch die Gegend und landeten schmerzhaft auf den Matten oder auch am Boden. Es herrschte Chaos pur, aber wie, die Zauber zischten wie wild und vollkommen unkontrolliert zuckend und blitzend durch die Gegend.

„Halt, stopp, hört auf!“, kam es laut schreiend von Harry. „Aufhören!“, brüllte er nun magisch über den Lärm hinweg und nach und nach taten alle wie ihnen befohlen. Viele lagen rum und jammerten über die unsanfte Landung. Was mich dazu brachte innerlich mehr als nur mit den Augen zu rollen, Leute ihr hättet mal mein gestriges Training haben sollen, das waren Schmerzen! Mir taten jetzt noch so einige Stellen meines Körpers empfindlich weh und was tat ich? Nichts, damit leben! Das hier war nichts, dachte ich abfällig und leicht überheblich, aber kommt, das fand ich stand mir zu. Wie konnte man so verweichlicht sein? Harry blickte aufmerksam umher und sah mich auf einmal sehr intensiv an, was mich ihm direkt in die Augen schauen ließ, es war, als würde er mich scannen, einschätzen und taxieren mit seinen außergewöhnlichen Augen, was seltsam war, da Harry sonst nie so war, doch dann sprach er auch schon.

„Hermione, komm her, so geht das nicht!“, meinte er bestimmt und zeigte in die Mitte der Übungshalle. Ich schaute zwar überrascht, zuckte aber dann nur mit den Schultern und ging auf ihn zu.

„So hört zu, so wird das nichts! Ihr sollt nicht wild drauflos die Zauber schmeißen. Denn ich hab gesehen, dass einige gar nicht von den Zaubern ihres Gegenübers getroffen wurden, sondern von fehlgeleiteten, das ist nicht das Ziel. Genauigkeit und Konzentration auf euer Ziel, darauf müsst ihr achten!“ Harry war gut, wo er recht hatte, er machte das sehr souverän.

„Hermione, wir zeigen ihnen wie ein Entwaffnungszauber geht und das am besten in einem Duell!“, sah er mich gar nicht so unschuldig fragend an.

„Soll ich mich wehren und bewegen, oder dich mich treffen lassen?“, fragte ich ihn betont kalt und unbeteiligt. Ich würde das tun was er von mir wollte. Leider hatte ich meinen dunkelbraunen Schulzauberstab in der Hand. Ich liebte aber meinen Weißen viel mehr, aber gut, man konnte nicht immer alles haben was man wollte.

„Nein, natürlich wehrst du dich, ich weiß du bist gut!“, lag ein gewinnendes Lächeln auf seinen Zügen.

„Woher denn, du hast mich noch nie kämpfen sehen!“, kokettierte ich vor den anderen mit ihm und das machte richtig Spaß.

„Ich bin nicht blind, du bist überall perfekt, bestimmt auch hier, gib alles!“, feuerte er mich regelrecht an. Gut, ich würde eine Show bieten, aber dass Harry gewinnen sollte und musste stand für mich außer Frage. Ich hoffte nur, dass mein Temperament nicht mit mir durchgehen würde. Ich wusste in solchen Situationen bekam ich gerne mal einen Tunnelblick und das hier vor so vielen Zeugen, nein,
das wäre nicht gut, gar nicht gut.

„Geht klar Harry, aber kein Duellier-Stil, wir fangen einfach an, oder?“, er nickte nur und ich konnte sehen, wie die anderen zurückwichen und wir uns Auge in Auge gegenüberstanden, damit glitten auch die Nebengeräusche in den Hintergrund als ich meinen Gegner fokussierte.

Der Kampf begann.

„Expelliarmus“, rief Harry rasch aus und ich drehte mich blitzschnell rechts zur Seite weg, was keine Sekunde zu früh gewesen war und schleuderte ihm meinerseits aus der Drehung ein gerufenes „Expelliarmus“ entgegen. Aber auch er war schnell, dank Quidditch, wie ich wusste, somit war sein Reaktionsvermögen irre gut. Meinem Gegenangriff konnte er auch nur durch ein blitzschnelles auf den Boden schmeißen entwischen. Das war knapp gewesen, der Fluch streifte noch die Spitzen seiner Haare, verpuffte, aber sonst passierte ihm nichts.

Es ging jetzt Schlag auf Schlag, in schneller Abfolge. Ich war immer wieder in Versuchung die Zauber nonverbal zu sprechen und ich denke, ein paar Mal passierte mir das auch im Eifer des Gefechts, aber es war ein spannendes Duell. Harry war ein beeindruckender, starker Kämpfer. Wo er sonst im Unterricht aufgrund seines Desinteresses und seiner Faulheit eher Durchschnitt war, war er hier ein geborener Krieger. Ich liebte es, zu sehen, wie geschmeidig, beweglich und biegsam sein Körper agierte. Ich musste ein ähnliches Bild abgeben, so wie wir hier diesen gemeinsamen Tanz aufführten.

Ich war ihm körperlich nicht unterlegen, dank meines ausgiebigen Trainings und er war dank des Quidditchs gut in Form und so kam Fluch um Fluch, Zauber um Zauber, in rasanter Folge. Wir waren ständig und unaufhörlich in Bewegung. Der Raum hatte um die an der Außenwand stehende Gruppe eine schützende Glaswand erscheinen lassen, so dass Harry und ich in unserem Kampf auf niemanden Rücksicht nehmen mussten und wir verfielen in solche Raserei, dass ich meinen Vorsatz vergaß und ihm mehr als Paroli bot. Wir schenkten uns nichts, Harry behandelte mich als gleichwertigen Gegner. Der Raum war erfüllt von einer Fülle an aufblitzenden Farben der verschiedenen Flüche und Zauber, dass es nur so blinkte und blitzte wie von einer Discokugel.

„Avis“, schoss ich ab und kleine Vögel flogen aus der Zauberstabspitze, um ihn zu verwirren. Harry reagierte augenblicklich mit einem Aguamenti, der meine armen Vögel vollständig durchnässte und sie ihres Angriffsmoments beraubte. Ich sprang rasant weg und schickte ihm einen Babbelfluch entgegen, damit er nur noch unsinniges Zeug reden würde, leider hechtete Harry haarscharf zur Seite und der Fluch schlug krachend in die dahinter liegende Steinwand. Seine Antwort Beinklammerfluch, vor dem ich mich nur durch einen gewagten Hechtsprung retten konnte und rollte mich am Boden ab. Puh, das war knapp gewesen und bevor ich mich erheben konnte, kam schon der nächste, farbige Strahl auf mich zu geschossen, der auf einmal viel zu viele fledermausartige, geflügelte Quälgeister zu mir schickte. Ich saß immer noch auf dem Boden, hatte es nicht geschafft mich wieder rechtzeitig aufzurichten, eine äußerst schlechte Ausgangsposition um mich zu verteidigen.

„Feuerring“, rief ich rasant und ließ mit einem Wisch meines Stabes um mich herum eine brennende Absperrung erscheinen. Die Flammen des Feuers loderten nur so schützend in die Höhe und versengten die von Harrys Flederwichtfluch herbei gezauberten kleinen Biester. Elendig verbrannten sie und gaben mir die nötige Zeit wieder auf die Beine zu kommen. Und dies keine Sekunde zu früh! Mein Feuerring wurde von ihm mit einem Gefrierzauber attackiert, der meine Flammen so veränderte, dass sie nicht mehr verletzen konnten und somit auch jeden Zauber durch ließen. Ich musste den Zauber fallen lassen. Und in Windeseile schickte ich einen Stupor, dieser schoss als roter Strahl aus meinem Stab. Harry parierte souverän mit dem Protego und mein Schockzauber prallte an seinem Schild sichtbar ab, dann schickte er augenblicklich schnell den Petrificus Totalus, den ich mit einem laut gebrüllten Salvio Hexia abwehren konnte. Der Schutzraum umschloss mich und seine Oppugno-Vögelchen prallten auch an ihm ab. Sein unritterlich rasant hinterher geschickter Impedimenta brach diesen Schutzraum und ich agierte wieder im ganzen Raum.

Mein Levicorpus traf sein Ziel und von Harry völlig unerwartet, riss es ihn unsanft an seinem Fußknöchel nach oben in die Luft. Geschickt sprach er aber in derselben Sekunde den Liberacorpus als Gegenzauber sofort auf sich selbst und plumpste zwar unsanft auf die Erde, rollte aber blitzschnell gleich nach rechts weg und mit einer geschmeidigen Bewegung kam er sogleich wieder auf die Füße, weswegen mein hinterhergeschickter Incarcerus ins Leere ging. Er ließ einen Hex-Deflection als Zauberabwehr um sich entstehen und wehrte so geschickt den Rictusempra ab. Wir wurden immer schneller, so dass die Welt zu einem bunten Farbenmeer zusammenschrumpfte und das Blut nur noch in meinen Ohren rauschte. Es war faszinierend sich derart zu duellieren, aber ich rief mir auch ins Gedächtnis, dass dies Harry war und ich mich zurückhalten musste und schon wurde mir meine Entscheidung abgenommen.

Dann schaffte ich es nicht mehr, dem nächsten auf mich abgeschossenen Zauber auszuweichen und dieser traf mich mitten in die Brust. Zuerst war ich vor Angst erstarrt, aber dann realisierte ich was geschehen war, mich hatte der Zungen-Fessel-Fluch getroffen und so konnte ich trotzdem weiter kämpfen! Was ein grausam verzerrtes Lächeln auf mein Gesicht zauberte und das Harry augenscheinlich ganz schön in die Glieder fuhr, da er schon siegesgewiss zu strahlen angefangen hatte. Das hatte ich von meinem Sensei gelernt, man sollte sich nie zu früh freuen! Und so straffte sich mein Körper und ich startete das Überraschungsmanöver und schickte ihm den nonverbalen Erstarrungszauber entgegen, dem er nur mit einer wagemutigen Rolle vorwärts entging. Seinen anfänglichen Schock schnell überwindend, dass ich nun ohne gesagten Spruch zauberte, ging er zum Gegenangriff und er schoss mir den Stupor hinterher, was ich mit dem Protego wieder mal gekonnt blockte. Das ließ ihn anerkennend die Augenbraue hochziehen, da es ein starkes Schild war, trotz der sprachlosen Zauberei.

Harrys Stupors hatten eine enorme Kraft, was er und ich wussten. Nun schleuderte ich den Verwirrungszauber ab, um ihn orientierungslos zu machen. Und mein Handeln machte ihn so konfus, dass ich ihn wirklich traf. Aber Harry sprach so rasant schnell den Gegenfluch, der diesem bestimmten Fluch entgegen wirkte, dass er mich mit dem Expelliarmus tatsächlich entwaffnen konnte. Das ließ mich, nachdem er meinen Stab aus der Luft gefangen hatte und nach einem kurzen realisieren meinerseits, dass Harry gewonnen hatte, anfangen zu applaudieren.

Wow, ich war ganz schön außer Puste! Harry und ich hatten uns nichts geschenkt aber es war gut gewesen. Ich hatte nicht alles gezeigt was ich konnte und leider war dieses Duell nur auf weiße Sprüche begrenzt gewesen, aber trotzdem hatte es Spaß gemacht. Wir beide standen uns gegenüber und waren leicht in die Hocke gegangen und stützten uns mit den Händen auf den Knien ab, um unseren Atem und den Herzschlag wieder zu beruhigen. Das war echt anstrengend und nervenaufreibend gewesen. Aber wir hatten uns auch nicht verletzt, das war zu süß, aber im realen Leben sehr unrealistisch, doch schließlich war dies hier erst der Anfang.

Auch Harry stand mir immer noch schwer atmend gegenüber als ich meinen Blick hob und er grinste, so wie ich wohl auch lächelte. Er schmiss mir den Stab wieder zu und ich angelte ihn aus der Luft und sprach den Gegenfluch, zu dem, der meine Zunge lähmte, nonverbal auf mich selbst. Harry wischte sich den Schweiß von der Stirn, das Duell war wirklich anstrengend gewesen. Die DA-Mitglieder konnten wieder zu uns kommen, da das Fensterglas nun verschwunden war und kamen auf uns schweratmende und erschöpfte Kontrahenten zu.

„Das… das… das… Harry… Hermione, war unglaublich, weltbewegend!“, „Ja, woher… wie… woher könnt ihr das?“, „Das war voll krass… wie kommt das“, „So etwas hab ich noch niemals gesehen“, „Werden wir auch so etwas Mal können?“, „Ja kannst du… könnt ihr uns das beibringen, das war so beeindruckend.“ Harry begann zu lachen und auch ich gluckste belustigt.

„Ruhig, alles mit der Ruhe, beruhigt euch!“, rief Harry laut und fuhr sich durch die strubbeligen Haare und verwuschelte sie noch mehr. „Das war ein sehr anspruchsvolles Duell, aber warum solltet ihr es nicht lernen können, darum haben wir es euch ja vorgeführt, damit ihr seht was ihr hier lernen könnt!“, stellte Harry ihnen in Aussicht.

„Hermione!?“, sprach er nun leise zu mir. „Du hast auch mir nicht gesagt, dass du so gut bist, seit wann kannst du nonverbale Zauber?“

„Ja, das lernen wir erst in den Oberklassen!“, meinte nun Terry, der ach so schlaue Terry, der nie seine Klappe halten konnte. Ich wollte mir am liebsten selbst in den Hintern treten.

„Durch üben… ist echt nicht schwer“, meinte ich lapidar und strich mir meine Haare hinters Ohr.

„Das war ein echt hartes Duell!“, meinte Neville mit Bewunderung in der Stimme.

„Ja, Hermione, wir haben uns echt nichts geschenkt, danke!“, lobte Harry und freute sich und auch ich lächelte Harry zufrieden an.

„Gerne Harry, immer wieder gerne!“, antwortete ich und berührte seinen Arm, um ihn zu tätscheln, da ich stolz auf ihn war.

„Was soll ich dir noch beibringen?“, fragte er nun ernstlich.

„Viel, du hast gewonnen! Außerdem kann man nie auslernen“, tat ich meine Überzeugung kund. Das Duell hatte die DA mehr als begeistert und beeindruckt. Jeder von ihnen sah jetzt den nächsten Kämpfer in sich. Wir hatten ihren Ehrgeiz mit unserem Showkampf geweckt nun konnte es richtig losgehen. Die Mitglieder sahen Harry an wie ein achtes Weltwunder, das vergöttert gehörte, ich meine, er war der-Junge-der-lebt. Aber ich war mir auch der Blicke bewusst, die ich bekam und diese waren nicht mit Harrys Anbetung zu vergleichen, sie waren ängstlich und furchtsam, warum?

Ich hatte genauso gekämpft wie Harry, er hatte sogar gewonnen, sie konnten nicht wissen, dass ich mein gesamtes Repertoire nicht ausgeschöpft hatte. Ich überlegte, was diese Reaktionen rechtfertigen konnte. Ron stand mit einem sehr blassen Gesicht weiter hinten und hielt sich im Hintergrund. Ich konnte mir schon denken was ihn beschäftigte. Er wusste, er konnte mit uns beiden um Längen nicht mithalten, was mir nicht sonderlich leid tat, diese Fertigkeiten hatte ich hart erarbeitet, aber das verstand er nicht! Dass solches Können nur durch harte Arbeit zu erreichen war, überstieg seinen Horizont.

Und so setzten die anderen nun Harrys Anweisungen ohne Murren um und arbeiteten hart und schafften viel. Es zeigte sich, dass es wirklich nötig war mit diesem leichten Zauber anzufangen, da viele hier schon Defizite aufwiesen. Nach vier intensiven Stunden des Übens, zeigten die ersten Erschöpfungserscheinungen und wir beendeten für diesen Tag das Training. Ich hatte Harry geholfen die Übungen zu beaufsichtigen und mit Harry Sachen vorzuführen, da sich keiner fand, der mit mir üben wollte, alle hatten Angst, dass sie keine Chance hatten. Was ja durchaus begründet war. Gerade in Gruppen wurde immer auffällig, dass ich nie dazugehörte, immer der Außenseiter war. Aber hey, das war ich gewöhnt. Ich konnte sehen, wie Harry sich um Ron bemühte und dieser sehr abweisend reagierte. Ich wusste, Harry hatte erkannt was für ein Problem Ron vor sich herschob, das war für mich perfekt und so signalisierte ich George und Fred zurückzubleiben, was sie mir sofort mit einem Kopfnicken zusagten und so warteten wir und waren dann die Letzten, die zurückblieben.

„Könnt ihr zwei mir sagen, was die anderen haben? Die schauen mich nicht einmal mehr an“, meinte ich frustriert und enttäuscht. „Ich mein, Harry hat doch auch so gekämpft“, schaute ich sie fragend an.

„Du weißt es echt nicht, oder Hermione?“, fragte George sichtlich irritiert und ich schüttelte traurig den Kopf.

„Du sahst aus wie eine Amazone, eine Kriegerin, zu allem bereit, zu allem fähig, mit deinem um dich fliegenden Haar, ein durchweg beeindruckendes Bild! Nicht, dass den anderen wirklich klar ist, dass du bereit bist alles zu tun, aber dein Auftreten hat allen einen unheimlichen Respekt eingeflößt! Ich meine, du warst sehr beeindruckend, euer ganzer Kampf, auch Harry hat mich erstaunt, ich wusste immer er ist gut… aber dass er so was auf dem Kasten hat, hat mich überrascht, sehr positiv! Warum er anders gewirkt hat als du? Zwar war er auch entschlossen, aber nicht so bereit, so weit zu gehen wie du… ich meine dein Feuerring war irre genial, aber echt gruselig und das können wir jetzt nur sagen, da wir dich so gut kennen! Die anderen haben wenn im höchsten Fall ein Gefühl, eine Ahnung, dass du gefährlich bist! Aber wir wissen es hundertprozentig und im Kampf sieht man es dir an, Hermione, da hast du dich nicht verstellt, eher zurückgehalten, was eine beängstigende Aussicht ist! Ich denke, du hast genug zu kämpfen gehabt… Harry nichts zu tun?“, schaute George mich intensiv fragend an und ich wandte den Kopf beschämt ab, da er ja so recht hatte.

„Ich mein, das war ein Kampf unter Freunden, die anderen werden sich fragen, was du selbst mit weißen Sprüchen bei deinen Feinden anrichtest? Obwohl wir natürlich wissen, dass du in einem Kampf auf Leben und Tod auch auf die dunkle Magie zurückgreifen würdest!“, meinte Fred ernsthaft und die beiden zeigten mir auf, dass ich auch bedenken musste wie ich rüberkam.

„Ja, ich habe viel meiner Aufmerksamkeit darauf verwendet, mich zu zügeln und nichts Unüberlegtes zu tun“, bekannte ich überlegt. „Und es fiel mir schwer, da es, wenn ich kämpfe, bei mir eigentlich keine Zurückhaltung gibt!“

„Hab ich es dir nicht gesagt?“, meinte er zu Fred und dieser nickte bestätigend.

„Mach dir nicht so viele Gedanken, ich meine du warst den meisten schon immer unheimlich, in deiner ganzen Art! Und den Mitgliedern der DA hast du erst letztens den Proteus vorgehalten und nun auch noch diesen Kampf und dann hast du auch noch nonverbal gezaubert, so wie viele es niemals in ihrem Leben können werden. Ich meine Kampfzauber sind mit die schwersten Zauber, die es gibt und die von der Stärke dann auch noch so kraftvoll hinzubekommen, dass sie so ein Duell überstehen, macht den normalen Magiern Angst!“, erläuterte George weiter.

„Genialität macht den meisten eine Heidenangst! Warum denkst du, tun wir so übertrieben chaotisch, nur um ihnen vorzugaukeln, dass wir harmlose Chaoten sind“, warf Fred sehr klug ein.

„Ja, toll, jetzt haben alle noch ein bisschen mehr Angst vor mir“, ärgerte ich mich, denn ich hätte mich mehr beherrschen müssen.

„Ja, aber ist doch auch schon egal! Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich reichlich ungeniert! Und vergleich dich nicht mit Harry, von dem erwartet man unglaubliche, unerklärliche Leistungen!“, lachte nun Fred, seine Art die Dinge zu sehen tat manchmal echt gut.

„Aber der Kampf, boah, toll, aber nun ruh dich aus, das was du die Tage alles leistest muss echt anstrengend sein, ruh dich bitte aus. Du hilfst niemandem, wenn du zusammenbrichst, wir lassen dich allein, Schönste!“, nahm mich George in eine Umarmung.

„Moment“, sagte da Fred und machte ein angestrengtes Gesicht und ein Schlafzimmer erschien. „So und jetzt ruh dich aus, wir halten alles fern von dir!“ Er zog mich aus den Armen seines Bruders und hob mich vom Boden hoch, als würde ich nichts wiegen, dann trug er mich zum Bett und legte mich sanft darauf ab.

„Danke“, flüsterte ich ihm bewegt zu und kuschelte mich in das herrlich weiche Bett.

„Schlaf gut, Schönste“, gingen die Twins auf leisen Sohlen davon Ich dämmerte weg, doch dann schreckte ich irgendwann ruckartig wieder hoch. „Ich muss zu Draco!“, rief ich, als mir siedend heiß einfiel, dass ja heute Samstag war und ich jetzt nicht Stunden schlafen konnte oder wollte, denn er erwartete mich. Es war jetzt kurz vor 19 Uhr, aber wenn ich jetzt schlief, würde ich nicht um 22 Uhr aufstehen, um zu Draco zu wanken.

„Vergiss ihn, wir werden das schon hinbekommen, ihm zu sagen, dass du zu erschöpft bist um zu ihm zu kommen, aber dass er sich keine Sorgen machen soll…!“, bot George an.

„Oh gut, sagt ihm, ich bin morgen in der Früh in der Halle, okay?“, und fiel wieder zurück in die Kissen.

„Jetzt entspann dich, das brauchst du auch mal!“, meinte Fred fürsorglich. Ich gab ihnen recht, da ich das gestrige Kampftraining und das Duell heute wirklich in den Knochen spürte. Ich meine, ich war auch nur ein Mensch und keine Maschine und so war mir grad alles egal, sogar Draco und ich versank in einen erholsamen Schlaf.

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beta
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