Einen wirklich guten Text soll man schreiben, ohne zu wissen, was man sagen will und beenden ohne zu wissen, was man gesagt hat.
ich hatte nie vor, etwas zu sagen. 
Weil ich Angst vor der Aufmerksamkeit habe.
angst vor den Reaktionen
Angst vor meinen eigenen Gefühlen.
Angst, Angst Angst...
ich will euch von jemandem erzählen, der mich das Fürchten lehrte.
Die Sache ging nicht einmal ein Jahr, gleichzeitig wird sie für mich nie wirklich zu Ende sein. Sie ist wie ein anderes Leben. Etwas, das jemandem anderen passiert ist. Gleichzeitig wartet sie jede Sekunde darauf, mich wieder einzuholen, dich auf mich zu stürzen wie ein wildes Tier.
Das Tier hat mich verfolgt.
Überall und zu jederzeit.
zuerst machte es mich zutraulich... es tat so, als wäre es mein Freund. Das war es auch für lange Zeit bis es all meine tiefsten und dunkelsten Geheimnisse kannte.
dann zerschlug es mein Leben.
es nutzte sein Wissen gegen mich, spielte mit meinen Ängsten bis ich nur noch davon laufen und mich verstecken konnte. Dabei war mir egal, wie viel ich verlor. Ich war wie Wild in der Falle. Nichts zählte mehr als der pure Überlebenstrieb. Niemand verstand meine irrationale Angst vor "nicht ernst zunehmenden Drohungen" weder die Polizei noch meine Freunde.
Das Tier witterte meine Angst, es wurde immer stärker. Es drohte mir mit Gewalt, dann drohte es mir mit Tod. Es setzte mir eine Frist wie lange ich noch zu leben hätte.
in dieser Zeit wurde ich selbst zum Tier. Meine Handlungen wurden immer irrationaler, ich verlor meinen Job und einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Bis ich nur noch mich hatte.
dann würde das Tier gefasst, doch es hatte mich so sehr in die Falle getriebene, dass ich im Netz so sehr zappelte, dass mich niemand befreien konnte. Niemand außer mir selbst.
ich habe es geschafft. Und ich hoffe, alle anderen gejagten schaffen das auch. Sehen, dass es keine andere Gefahr gibt als die in ihrem eigenen Kopf, die das Tier immer wieder aktiviert. Das schafft es nur solange, solange ihr ihm macht über euch gebt.
Ich will das ganze letzte Jahr nicht missen. Ich war mir tausendprozentig sicher, bald sterben zu müssen. Aber erst so erkannte ich, wieviel mir an meinem Leben liegt. Wie schön es ist und wie viel und was ich noch erleben möchte. Heute lebe ich viel bewusster. Schicht um Schicht und spüre, dass ich noch atme.
und dass mir das, egal was passiert, keiner mehr nehmen kann.
ich bin umgezogen, die Angst fand mich.
ich änderte meinen Namen, die Angst fand mich.
ich wechselte den Arbeitgeber, die Angst fand mich.
solange bis ich die Türen Aufriss und die Angst begrüßte. Ich lernte, wieder am Leben teilzunehmen. Das Tier versuchte noch ein paar mal, mich wieder in die Falle zu locken, doch als es spürte, dass es keine Macht mehr über mich hatte, gab es auf.
und ich lebe nun ein neues freieres leben, indem es noch so viel schönes für mich gibt.
ich wünsche das allen von ganzem herzen, die schon einmal Gejagte gewesen sind.
eure Jo

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