Unsere Familie verleiht uns die Kraft, uns unserem Schicksal zu stellen und alle Hindernisse zu überwinden.
Ohne sie wären wir wie ein Baum ohne Wurzeln.
Wir brauchen sie, denn das Böse im Menschen schläft nie...

Es ist noch nicht lange Zeit her, da war ich ein angesehener Wissenschaftler, aber das ist jetzt vorbei.

Hinter der Tür zur Außenwelt lauerten sie, die ehemaligen Freunde und Kollegen. Ich hatte die Eingangstüre verbarrikadiert und wartete auf den entscheidenden Moment, der über unser Schicksal entscheiden würde.
In einer Ecke saßen ängstlich aneinandergeklammert meine Frau und mein Sohn und sahen mich mit großen Augen an.
In diesem Augenblick, hörte ich sie auch schon gegen die Türe hämmern, ihre Schreie drangen an mein Ohr und bohrten sich tief in meine Seele, sodass ich am ganzen Leib zitterte.
Noch nie hatte ich solche Angst, wie in diesem Moment, denn es gab keinen Ausweg, wir waren gefangen und ihnen ausgeliefert.
Was sollte nur mit meinem Sohn geschehen?
Thomas ist ein wunderbarer kleiner Junge. Er ist äußerst beliebt, hat einen großen Freundeskreis und zudem ist er charakterstark wie seine Mutter
Mein Sohn sah mich an und flüsterte dann mehr als er sprach: „ Papa, müssen wir jetzt sterben?“ und dann mit einem Blick aus klaren Augen, „Warum?“
Ich konnte ihm darauf keine Antwort geben.
Meine Frau schluchzte währenddessen und es zerrieß mir fast das Herz.
An der Türe hörte ich ein Geräusch, sie wurde mit einem fürchterlichem Knall aus den Angeln gerießen, nach vorne geschleudert und ich wurde daraufhin von einem viel stärkeren Gegner zu Boden geworfen und an den Armen fixiert.
Ich schrie mir fast die Seele aus dem Leib und versuchte mich zu winden und zu drehen, doch es war alles vergeblich, wir waren ihnen ausgeliefert.
Das einzige, das sie wollten waren die verhängnisvollen Aufzeichnungen und die Ampullen mit dem Virus, die ich ihnen entwendet hatte und die jetzt an einem sicheren, ungefährlicheren Ort waren.
Die CD wollten sie deshalb, weil da ihre belastenden Aussagen aufgezeichnet waren und sie lieber sterben wollten, als einfach so in das Gefängnis zu gehen, mit dem Wissen, dass ihre Tat vereitelt worden war.
Den eigenen Tod, kalkulierten sie in ihrem krankhaften Wahn, auch billigend mit ein.
Meine lieben, ehemaligen Kollegen hatten im Sicherheitsbereich 4, im Labor an einem neuen Virustyp geforscht.
Das schlimme daran ist, dass es gegen diesen Virus keinen Impfstoff gibt und er mit Sicherheit eine Katastrophe globalen Ausmaßes hervorrufen würde.
Aus den Aufzeichnungen ging eindeutig hervor, dass der Virus freigesetzt werden sollte und dazu wollten sie mich als Überträger benutzen.

Sie verfrachteten mich in ein Auto und nach kurzer Fahrtstrecke, schleppten sie mich in ein Gebäude, in dem psychisch Kranke geheilt werden sollten.
Eine bessere Möglichkeit, als eine Nervenheilanstalt, gibt es ja schließlich nicht, wenn man jemanden verschwinden lassen will.

Man steckte mich in eine Zwangsjacke und brachte mich auf ein Zimmer, wo man mich auf ein Bett legte.
„Wo sind die Ampullen mit dem Virus und wo ist die CD mit den Aufnahmen?“, fragte mich einer der noch im Zimmer anwesenden Terroristen. Als ich nicht antwortete nahm er eine Spritze in die Hand und klopfte vorsichtig mit den Fingerkuppen dagegen, dann näherte er sich meinem Bett.
„Ich werde dir jetzt Thiopental spritzen, danach wirst du reden, dass garantiere ich dir. Eine kleine Menge davon genügt, sollte ich dir allerdings aus Versehen, den ganzen Inhalt der Spritze verabreichen, dann bist du mausetot und danach ist deine Familie an der Reihe. Also überlege dir gut was du mir erzählen willst." Jetzt lachte er über das ganze Gesicht und es schien ihm sichtlich Vergnügen zu bereiten.
„Ich muss erstmal auf die Toilette“, sagte ich, mit zitternder Stimme
„Du willst doch nur Zeit gewinnen! , aber es ist sinnlos. Sträub dich nicht, dann tut es auch nicht weh!", grinste er.
„Wenn es dir lieber ist, wenn ich das ganze Bett vollpinkle, nur zu!“ rief ich verzweifelt.
„Du verdammtes Stück Dreck!“ schrie er mich an, dann befreite er mich von der Zwangsjacke und zerrte mich mit einer Hand in Richtung Bad.
In diesem Moment packte ich seinen Arm, stieß ihm die Spritze in seinen Körper und drücke sie bis zum Anschlag durch, worauf er wie am Spieß schrie, mit den Armen ruderte, nach mir greifen wollte, urplötzlich verstummte und dann umfiel. Ich nahm daraufhin seinen Arztkittel und seinen Ausweis und begann meine Familie ausfindig zu machen um dann anschließend gemeinsam zu verschwinden.


Einen Monat nach den Ereignissen

Es ist alles noch einmal gut ausgegangen.
Meine Familie wurde im selben Gebäude festgehalten und wir konnten durch viel Glück und mit Geschick gerade noch rechtzeitig entkommen.
Die Aufzeichnungen habe ich den Behörden gegeben und ihnen den Aufenthaltsort der verwahrten Ampullen verraten.
Es hat sich herausgestellt, dass viel mehr Leute darin involviert sind als wir geglaubt haben.
Wir sind nun, dank meiner Kooperation, im Zeugenschutzprogramm.
Ich hoffte wirklich sehr, dass wir an diesem so abgeschiedenen Platz sicher sind.
Diese Hoffnung wurde leider zerstört.
Ich bin mir seit kurzem sicher, dass uns jemand verfolgt und ich denke das ich diese Person schon einmal gesehen habe.
Wir sind hier nicht mehr sicher und deshalb muss ich mich mittels Telefonnummer an eine zuständige Kontaktperson wenden, die uns wieder an einen anderen Ort bringen soll.
Das ist von nun an unser Schicksal.

6 Monate nach den Ereignissen

Auf uns wurde ein Anschlag verübt, denn wir nur knapp entkommen sind.
Ein Sprengsatz wurde geschickt unter meinem Auto platziert, welcher aber zum Glück nicht explodiert, sondern nur eine starke Rauchentwicklung verursacht hat.
Dass sie jetzt Fehler machen, zeigt mir, dass noch Hoffnung für uns besteht und hoffentlich bald der letzte Verbrecher gefasst und die Organisation dahinter endgültig zerschlagen wird.
Mittlerweile sind wir wieder umgezogen.
Ich werde meine Familie weiterhin beschützen und ihm Notfall bis zum Äußersten gehen.

1 Jahr nach den Ereignissen


Ich habe das Gefühl, dass sie uns wieder aufgespürt haben und meine Familie vorsichtshalber in den Keller gebracht.

Ich sitze jetzt schon eine ganze Weile in unserem Wohnraum, des gemieteten Hauses und habe meine zwei großkalibrigen Gewehre neben meinen Sessel und meine Faustfeuerwaffe auf den Tisch gelegt.

Von draußen ertönt ein Geräusch, dem ein leiser Pfiff folgt und dann das Klicken eines Gewehrkolbens.

Es ist jetzt so weit, Gott stehe uns bei.


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