Im Leben geforscht

„Geht’s wieder?“, fragte Livia später am Abend Zak.
„Ja es geht wieder.“, meinte er matt. Sie saßen eng in Decken gewickelt im Wohnzimmer bei Livia.
„Ich habe jetzt ein Jahr ungefähr gewonnen, wenn alles so bleibt wie jetzt. Das beruhigt mich sehr4.“, erklärte Zak matt. Er war sichtlich mitgenommen. Aber Livia gab ihm Rückendeckung. Sie stützte ihn, in jeglicher Situation, trat zurück wann immer er es brauchte. Aber auch umgekehrt, revangierte sich Zak oft.
„Es ist schon tragisch. Wenn alle qualmen bis zum geht nicht mehr, und man dann die Folgen sieht. Und dann keinen mehr hat, der einen Hält, man nur noch verarscht wird.“, meinte Livia, „Aber du, wir müssen nach vorne schauen. Wir dürfen uns nicht davon beeinflussen lassen. Wir müssen professionell helfen, soweit es geht, aber auch unsere eigenen Probleme bewältigen.“
„Da hast du vollkommen recht.“, stimmte Zak ihr zu. Er trank einen Schluck aus seinem, bestimmt fünften, Kakao und fuhr fort: „Du wolltest doch irgendwas noch sagen als der Hausmeister herein kam.“
„Ach ja, stimmt.“, fiel es Livia nach einer kurzen Gedankenpause ein.
„Der Prof hatte mal eine Bootsreise mit gemacht. Und bei einer Erkundungstour mit dem Beiboot gab es einen Unfall. Das Boot ist in der Brandung gekentert. Es war die Deutsche Küsste und er ist nur knapp mit dem Leben davon gekommen, weil die Küstenwache selber Probleme hatte mit den Booten durch die Brandung zu kommen und auch oft das Wasser zwischen den Sandbänken zu gering war. Wenig später veröffentlichte er einen Beitrag in einem Wissensmagazin indem er die Abschaffung der Motoren forderte, da diese einen nur behindern würden. Letzt endlich hatten sie als sie gerettet wurden einen Motorschaden erlitten. Was seine Position radikalisieren ließ.“
„Äußerst interessant.“, meinte Zak nach einer längeren Pause.
„Ja. Aber die Frage ist doch ob ihn so eine Aktion ihn dazu treiben kann, sich so gegen die DLRG aufzuspielen.“, fragte Livia.
„Stimmt. Weil es ist zumindest am Anfang logisch, aber gegen Ende hin, wird es schon sehr Konstruiert.“, fand Zak.
„Ja leider. Aber hast du eine bessere Idee?“, fragte Livia.
„Nicht direkt,“, fing Zak an.
„Aber?“
„Aber ich glaube wir haben uns festgefahren. Worauf beruhen unsere Überlegungen? – Auf der Annahme dass nur er, der Professor, der Übeltäter sein kann. Warum glauben wir das? Weil er zunächst die radikalste Auffassung hat. Aber nicht immer ist die Gefahr offensichtlich. Oft sind die Radikalen nur die Vorreiter und die gemeinen die gemäßigten. Wir müssen noch mal von vorne anfangen.“, beschloss Zak, „So wie das klingt, sind alle drei Briefe nach einander zu lesen. Alle beschäftigen sich mit demselben Themengebiet. Es klingt wie eine versteckte Botschaft.“
„Ganz genau.“, stimmte Livia ihm zu, „Nur müssen wir nun diese Botschaft noch entschlüsseln. Und ich glaube, das Ergebnis haben wir schon geliefert bekommen.“
„Wie meinst du das?“
„Na die Boote bei der Übung. Das passt doch perfekt.“
„Stimmt. Wenn wir sagen dass wir den ersten Brief haben, dann fehlen nur noch der zweite und der Dritte.“, stimmte Zak zu und kramte den zweiten Brief hervor.


„Barmherzig seid ihr? Warmherzig seid ihr? Ich will lachen, doch das Thema ist zu ernst. Ihr wollt retten? Und dennoch der Schrei, die Fluten, die Toten. Und noch mehr elend durch euch. Ich könnte lachen, wenn ich nicht weinen würde. Alles umsonst. Zerstört alles was uns allen gegeben wurde und schafft es am Ende doch nicht. Ihr sitzt im Strandkaffe und habt nicht alle Tassen im Schrank. Wie auch, wenn ihr Kaffee trinkt. Der Bund ist mächtig und groß, und doch werde dieser euch finden. Euch richten.“

Las Livia noch mal.
„Ich glaube die ersten Sätze bis zu der Frage nach dem Retten soll noch mal uns beleidigen. Die Fragen sind rhetorisch und triefen voller Ironie. Das zeigt dann auch der Nächste Satz oder? Wie heißt es: Und dennoch Schreie und Tote. Das lässt erneut auf eine misslungene Rettung schließen. Das Elend wird größer. Der Unbekannte Autor könnte über uns lachen, wenn er es nicht so schlimm findet. Aber was findet er schlimm? Irgendwie hab ich das Gefühl, dass es nicht um die Personen geht.“, schloss Zak seine Überlegungen.
„Ich glaube, du glaubst richtig.“, kommentierte Livia, „Vor allem der Satz, ihr zerstört alles was uns gegeben war. Das könnte der Schlüssel sein. Aber wofür?“
„Du hast doch mal was von der Meeresversäuerung gesprochen oder?“, fragte Zak.
„Ja. – Glaubst du dass dies der Schlüssel ist?“
„Ich glaube schon, weil was wurde uns allen gegeben? Natur, Luft und Wasser so wie Flora und Fauna.“, vervollständigte Zak seinen Gedankengang.
„Das ist es!“, rief Livia und sprang auf, „Ich habs. Es ist doch ein Naturverfechtert. Einer der gegen den Klimawandel ist, gegen unsere Rettung. Dagegen, dass wir auch mit vielen Fahrzeugen durch die Gegend fahren, um KatS zu machen. Um zu unterstützen. Das passt so gut. Oft ist der Aufwand größer als das Ergebnis. Oft werden wir hinzugerufen und können nur noch eine Suche für die Bergung machen.“
„Das kann aber nur ein Teilaspekt sein, weil er spricht noch das Strandkaffee an. Vielleicht will er dass wir mehr stärke Präsentieren. Ich glaube wir haben es hier mit einem Profi zu tun. Wenn er auf die Statistik aufbaut. Dann wird alles klar.“
„Ganz eindeutig. Es wird Kritisiert, wie wir Wache schieben. Dass wir unökonomisch sind. Dann würden auch Teile des letzten Briefes passen. Nämlich dass wir schneller schwimmen sollen, anstatt die Boote zu nehmen. Dann würden wir auch das Geschenk – die Natur – nicht zerstören. Dann könnten auch die Pflanzen weiter gedeihen und so.“
„Das. – Das ist logisch. Aber wer könnte das Sein? Ich tippe mal auf so einen Umweltfreak. Vielleicht so eine Organisation?“, fragte Zak.
„Muss ja.“, vermutete Livia.
„Mh. Macht Sinn aber auch irgendwie nicht. Wer ist das. Da hat einer Ahnung, aber auch irgendwie nicht.“, seufzte Zak.
„Wir haben aber einige Sätze übersprungen. Es geht um irgend einen Bund. Dieser wird uns bewachen aber auch richten.“, holte sich Livia noch mal den Text ins Gedächtnis zurück, „Ach ja. Ich weiß es auch nicht und es ist schon spät. Sollen wir schlafen gehen?“

r:lin

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