Im Winterwald.

Sie läuft den Schneebedeckten Waldweg entlang.
Um sie herum nur ein endloser Wald, zerbrechliche Bäume die so mitgenommen scheinen.
Von der düsteren Kälte.
Der Winterwind bläst Schneeflocken in ihr blasses, schönes Gesicht. Sie kneift ihre Augen zusammen. Die beißende Kälte lässt sie erschaudern.
Sie läuft und läuft, doch wo will sie denn hin? Sie weiß es nicht. So verloren.
Wenn es Frühling wird und es wieder warm wird und die Sonne wieder anfängt zu lachen und alles beginnt aufzutauen, wenn all die Kälte und der Schnee verschwinden, nimmt er mich dann mit, der Winter, fragt sich das Mädchen mit den Winter – weißen Haaren.
Bin ich nur ein kurz anhaltender Zustand oder bin ich Ewigkeit.
Sie zuckt mit ihren Schultern. Sie blickt sich um, sie scheint vom Weg abgekommen zu sein.
"Ach was", flüstert sie der Kälte entgegen. Ich verfolge doch schon lange keinen Weg mehr.
Da lächelt das Mädchen mit den Winterwasser – blauen Augen, es ist ein trauriges Lächeln.
Es verklingt in dem viel zu großen Winterwald. Da fällt ihr wieder ein, dass sie keine Stimme mehr hat, denn sie hat sich für die Stille entschieden.Diese furchtbar laute Stille.
Das Mädchen mag diese Stille nicht mehr. Aber sie kann ihr nicht mehr entkommen.
Damals da dachte das Mädchen mit der schneeweißen Haut , wenn sie sich ganz still verhält, verschluckt die Stille sie, sie muss nur lange genug warten, dann ist sie gar nicht da.
Doch sie wurde nicht verschluckt sie wurde nur unsichtbar. So unsichtbar wie der schrecklich kalte Schnee es bald sein wird.
Und wer weiß, vielleicht nimmt er sie ja mit, wenn er zu Wasser schmilzt und davon fließt, vielleicht fließt sie dann mit davon. Aber das Mädchen weiß es nicht.
Sie weiß ja nicht einmal mehr ihren Namen.
Oder wie alt sie ist.
Denn sie hat sich vergessen, irgendwo auf dem Weg. Dort draußen im Winterwald.
Sie lebt seit einer Ewigkeit schon hier. Im Winterwald. Und hier, hier wird es niemals Frühling oder Sommer oder Herbst.
Nur weiß das Mädchen das nicht.
Sie weiß nur, dass sie verloren ging.
Einst als sie noch klein war.
Da wollte sie nicht mehr Sprechen.
Denn keiner hat ihr jemals zugehört.
Da entschloss sie sich, sich mit der eisigen Stille anzufreunden.
Sie merkte schnell, dass diese sie verschlingen würde.
Doch es war schon zu spät.
Das Mädchen war gefangen.
Im Winterwald ihrer Gedanken.
Und nur die einsame Stille.
Hörte ihr zu.

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Feenstaub

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