January - Jetzt oder nie 31

Das Licht der Röhren im Wartezimmer tat in den Augen weh. Alles leuchtete bläulich und es hob die Schatten unter den Augen der Anwesenden nur noch mehr hervor.

Donovan saß wie ein Häufchen Elend in einer Ecke. Er war blass und das Pflaster an seiner Schläfe war leicht durchgeblutet.

Als ich vor 5 Stunden ankam, saß er völlig fertig auf einem Stuhl im Warteraum und wippte vor und zurück.

»Da waren auf einmal überall Paparazzi um uns herum. Sie verfolgten uns auf Motorrädern. Einer streifte das Auto so nah, dass der Fahrer ausweichen musste. Dabei sind wir dann mit dem anderen Auto zusammengestoßen und Ava schlug mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe. Da war überall ihr Blut. « Er selbst hatte nur eine kleine Schnittwunde. Ich verfluchte mich, dass ich mir eine Sekunde lang wünschte, es hätte ihn und nicht Ava erwischt. Sowas wünschte man niemandem und jetzt, wo ich ihm nur noch vorhalten konnte Ava damals an ihrem ersten Tag in NY in einer schwachen Minute betatscht zu haben, sollte ich solche Gedanken besser verbannen.

Nach Donovans Schilderung war ich ganze 10 Minuten damit beschäftigt mich auf der Toilette zu übergeben. Ich hatte sofort Dr. Bennet, einen der renommiertesten Ärzte auf dem Gebiet der Hirnchirurgie, einfliegen lassen. Er war innerhalb einer Stunde da gewesen und konnte Avas Operation weiterführen.

Trotzdem saßen wir nun zu dritt hier in diesem beschissenen Warteraum und warteten darauf, dass irgendwer kam und uns sagte wie es Ava ging. Katy war vor einer halben Stunde angekommen und hatte uns Kaffee mitgebracht, da die Brühe hier nur nach Wasser mit Kaffeearoma schmeckte.

Mein Kopf war leer. Jegliche Gedanken waren purer Angst und Verzweiflung gewichen. Untätig herum zu sitzen während Ava dort drin allein auf einem dieser kalten Tische lag, machte mich traurig und wütend zugleich.

Ich nahm im Augenwinkel eine Bewegung wahr. Katy hatte sich neben mich gesetzt und legte die Hand auf meinen Rücken.

»Es wird alles gut. Wir müssen nur fest daran glauben. « Ihre sonst so perfekte Haut war fleckig vom Weinen. Ohne Makeup war sie noch immer schön, kam aber bei weitem nicht an Ava ran. Keine tat das.

»Was wenn ich nie wieder die Gelegenheit bekomme ihr alles zu erklären...ihr zu sagen was ich für sie fühle.«

»Sie weiß es Mason. Ich habe mit ihr zusammen dein Interview gesehen. Wir waren auf dem Weg ins Hotel.« Donovans Stimme klang verzweifelt.

»Sie liebt dich auch Mason. Sie hat es mir gestern Abend gesagt. Aber sie war auch unglaublich verletzt.« Katy verzog die Lippen um mir aufmunternd zuzulächeln.

Ich stand auf. Ich musste zu ihr. Wie konnte sie mich lieben obwohl ich so ein Arsch war?  Sie war zu gut für mich und trotzdem konnte und wollte ich mich nicht mehr von ihr fernhalten. Ich würde ihr jeden Wunsch von den Lippen ablesen, bis zu dem Tag an dem ich meinen letzten Atemzug machte.

»Was ist eigentlich mit ihren Eltern?« Ich sah Donovan fragend an.

»Zu ihrem Vater hat sie seit der Scheidung keinen Kontakt. Ich hab ihre Mutter angerufen aber…..naja sie wollte abwarten bis es was Neues gibt bevor sie überstürzt aufbricht - Ihre Rede, nicht meine. Außerdem war sie wohl beschäftigt Avas Wohnung auszuräumen. Es gab dort einen Wasserschaden.«

»Was? Das darf doch alles nicht wahr sein. Sie ist völlig allein…und obdachlos?« Ich raufte meine Haare, hatte das Gefühl durchzudrehen.

Katy stand ebenfalls auf. »Mason Scott. Es reicht. Sie hat uns drei. Und wir werden sie wohl kaum unter einer Brücke schlafen lassen.«

Jemand räusperte sich. Es war Dr. Bennet. Meine Beine drohten mich nicht länger zu tragen.

»Sie gehören zu Miss Moore?«

Wir bejahten seine Frage.

»Wie geht es ihr? Ist sie wach? Wird sie gesund? « Am liebsten hätte ich ihn geschüttelt um jede noch so winzige Information aus ihm heraus zu bekommen.

»Mr. Scott. Es ist noch zu früh etwas Verbindliches zu sagen. Ich habe alles getan, was möglich war. Wir haben sie in ein künstliches Koma versetzt und werden sie in den nächstes Tagen langsam daraus aufwecken. Ich möchte nicht voreilig sein, aber ich denke aufgrund der Beschaffenheit der Verletzungen hat sie Glück gehabt und sehr gute Chancen wieder völlig gesund zu werden.«

»Kann ich zu ihr?«

»Mr. Scott sie liegt auf der Intensivstation. Zugang haben nur die nächsten Verwandten. Sie muss sich jetzt ausruhen. Sie können nichts für sie tun. Am besten fahren sie nach Hause und schlafen sich aus. « Damit ließ er uns wieder allein. Ich wusste nicht ob ich froh sein oder heulen sollte wie ein kleines Kind.

Katy und Donovan standen auf.

»Soll ich euch mitnehmen, ich bin mit dem Auto da? « Katy wühlte in Ihrer Tasche und suchte wahrscheinlich nach ihren Schlüsseln.

»Wäre toll, wenn du mich am Hotel absetzt. Was ist mit dir Mason?« Donovan sah mich fragend an.

»Ich? … nein ich lasse mir gleich von Em ein paar Sachen bringen. Ich kann hier nicht weg.« Seine Augen weiteten sich als er den Namen meiner Schwester hörte. Mist. Dieses Drama hatte ich völlig verdrängt.

»Emily ist hier in New York?« Der Kerl tat mir fast leid, so wie er mich ansah.

»Ja, sie hat mich mit…ähm sie hat mich besucht. Hör zu Donovan, es tut mir Leid, dass ich dich so angemacht hab.«

 Hoffentlich stocherte er jetzt nicht nach.

»Schon ok. Naja ich…wir fahren jetzt besser Katy. Ich muss noch den Rückflug nach England für Ende der Woche organisieren. Das ist im November gar nicht so einfach.«

»Du fliegst zurück?« Das hatte ich nicht erwartet.

»Ja, wenn mit Ava alles klar geht natürlich nur. Ich denke du kümmerst dich um sie, oder?« Er ging zur Türe.

»Ja sicher.«

»Gute Nacht Mason. Sag Bescheid wenn du was brauchst. « Katy gab mir einen Kuss auf die Wange und ging dann an Donovan vorbei Richtung Ausgang. Er drehte sich nochmal um.

»Es ist ihr doch gut ergangen, oder?« Ich wusste sofort dass er von Emily sprach.

»Ja. Ihr geht’s gut James.«

Kommentare

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    oh jesus fucking christ

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    Diese Story hat illegales Suchtpotential!

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