January - Jetzt oder nie 5

                

Ich muss einen seltsamen Anblick abgegeben haben. Die Haare zerzaust, die Wangen feuerrot und noch immer schwer atmend, saß ich mit leicht geöffnetem Mund da und hatte bisher überhaupt nichts gesagt. Jamie wurde nervös und tippelte von einem zum anderen Fuß, aber er blieb stehen. Als Außenstehender hätte ich wohlmöglich lachen müssen, jedoch als Hauptattraktion dieser abstrusen Situation spielten meine Emotionen verrückt.

»Ava was ist los, wieso weinst du?« Mit zwei großen Schritten war Jamie bei mir, setzte sich zu mir aufs Bett und nahm mich in den Arm. Erst verwirrte mich seine Aussage, doch dann merkte ich, wie etwas feucht meine Wange herunter lief. Ob es nun daran lag, dass ich um einen Orgasmus gebracht wurde, daran dass ich mich trotzt meines absolut perfekten besten Freundes doch nach einer Beziehung und einem liebenden Mann sehnte, oder einfach weil ich mir vor Scham wünschte, der Boden täte sich unter mir auf, ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass es sich verdammt gut anfühlte in Jamies Armen zu liegen und gehalten zu werden. Ein Schluchzen bahnte sich den Weg aus meiner Kehle und Jamie packte mich noch fester.

» Bitte sprich mit mir, was ist passiert Ava? « bat er mich.

»Ich weiß es nicht. Ich fühle mich wohl einfach allein.«

»Du hast doch mich. Du weißt ich bin immer für dich da.«

»Aber nicht so wie ich es jetzt gerade brauche, da kannst du mir nicht helfen...« begann ich zu erwidern, doch da lagen schon seine Lippen auf meinen. Er küsste mich hart und leidenschaftlich. Da war keine Zärtlichkeit, aber es war das was ich in dem Moment brauchte. Seine Zunge bat nicht um Einlass, sie tauchte einfach in meinen Mund ein und forderte die meine heraus. Er roch so gut und es fühlte sich in dem Moment so richtig an. Jamie streifte die Träger meines BH's herunter und knetete meine Brust ohne den Kuss zu unterbrechen. Seine Hände waren ganz zart und weich und er zwickte mich in meine Brustwarze. Der kurze Schmerz entfachte eine noch größere Lust. Mir entwich ein Stöhnen und Jamie beendete kurz unseren Kuss und drückte mich zurück aufs Kissen. Dann küsste er meinen Hals, biss sich eine Spur herunter bis zu meinem Dekolletee und umklammerte schließlich meinen harten Nippel mit seinen Lippen. Er war gut, fast zu viel.

»Bitte...« Flehte ich ihn an ohne genau zu wissen worum ich bat. Er hob kurz seinen Blick und ich erblickte etwas in seinen Augen, was ich in all den Jahren so nie bei ihm gesehen hatte. Es lag etwas Grobes und Dunkles darin. Bevor ich darüber nachdenken konnte, senkte er seinen Kopf wieder zu meiner Brust und ließ seine Hand vorsichtig in meinen Slip gleiten. Jamies Atem stockte kurz und er keuchte auf, als er spürte wie nass ich war. Dann stieß er zwei Finger in mich und rieb mit dem Daumen meine Klit. Es war zu viel. Ich schrie auf und merkte wie schnell der eben vergangene Orgasmus nun wieder aufflammte. Jamie beschleunigte die Bewegung seiner Finger in meiner Muschi  und winkelte die Finger an. Bei dem Druck den er nun auf meinen G-Punkt ausübte, spannte sich mein ganzer Körper an. Ich ließ mich tief ins Kissen sinken und drückte meinen Rücken durch. Auch Jamies Atem kam stoßweise und als er mit den Zähnen meinen Nippel streifte explodierte alles um mich herum.

Sobald der Orgasmus abgeebbt war, bahnte sich die kalte Realität ihren Weg in mein Bewusstsein zurück. Das hier war Jamie. Wir konnten sowas nicht tun. Ich Eifer des Gefechts, hatte ich völlig außer Acht gelassen, wen ich hier vor mir hatte. Ich hatte es regelrecht ausgeblendet.

»Jamie,......nicht! « Ich zog mein Becken etwas nach hinten doch Jamie interpretierte das falsch und intensivierte sein Spiel noch.

»Jamie...hey...James hör auf.« Sobald ich ihn bei seinem richtigen Namen nannte, zog er sich abrupt aus mir heraus. Für einen Moment bewegte er sich überhaupt nicht und dann realisierte auch er was wir da gerade getan hatten.

Wir hätten diese Grenze nicht überschreiten sollen. Wenn ich ihn jetzt auch noch verlor stand ich allein da.

»Jamie, ich...« Er richtete seinen Blick auf und sah mich undurchdringlich an. Dann schüttelte er leicht den Kopf und löste sich von mir um aufzustehen.

»Wir haben nur noch eine Stunde bis zum Empfang. Ich wollte eben nur sehen ob du nicht eingeschlafen warst. Ich hole dich dann um 19 Uhr ab. Ich lass dich auf dem Handy anklingeln wenn ich vor deiner Türe stehe.« Ohne mich anzusehen drehte er sich um verließ mein Zimmer.

 

Die darauffolgende Stunde verbrachte ich damit, mich für den Empfang fertig zu machen und mit dem Versuch einen klaren Kopf zu bekommen. Was war da vorhin passiert und wie in aller Welt konnte es dazu kommen. Natürlich war ich, wie viele andere weibliche Wesen, der Meinung dass Jamie ein Traumtyp war. Ich war untervögelt aber nicht blind. Trotzdem wäre mir nie in den Sinn gekommen etwas mit ihm anzufangen. Er war mein Fels in der Brandung und das schon immer. Sei es als mein Dad den Kontakt grundlos zu mir abgebrochen hatte, Liebeskummer, Probleme auf der Arbeit - er war einfach immer da. Normalerweise hätte ich ihn jetzt um Rat gefragt, nur blöd dass er der Grund meiner Ratlosigkeit war. War das da eben ein Freundschaftsdienst weil es mir schlecht ging oder empfand er mehr? So abwegig es sich auch anhörte, ich hoffte es war ersteres. Für Jamie war Sex ein reiner Akt der Lust, nie etwas Verbindliches. Es war verdammt gut, aber es durfte sich niemals wiederholen. Ich musste das mit ihm klären und hoffte wir könnten irgendwie wieder zur Normalität zurücklehren.

Ich steckte mein lockiges Haar mit einigen Klammern locker hoch, sodass nur ein paar lose Strähnen mein Gesicht umrundeten und zog mein kleines schwarzes aus meinem, noch immer nicht ausgepackten Koffer. Gerade als ich meine Highheels anzog klingelte meine Handy. Jamie. Ich wartete kurz aber er klopfte weder an, noch öffnete er meine Zimmertür. Er meinte das also ernst draußen zu warten. Ich wagte einen letzten Blick in den Spiegel, nahm meine Clutch und ging hinaus auf den Flur.

Jamie stand dort gegen die Wand gelehnt und lächelte mich etwas gezwungen und schief an. Ich lächelte zurück und fasste mir ein Herz.

»Jamie, wir müssen über das was da eben...« Weiter kam ich nicht, da auch er anfing zu sprechen.

»Ava, dir ging es nicht gut und ich hab dich in den Arm genommen, so machen das Freunde.«

Ähm war ich jetzt im falschen Märchen. In den Arm genommen?

»Aber...«

»Komm, wir sind schon etwas spät dran. Du willst Mason Scott doch nicht etwa warten lassen oder?« Okay, er wollte also nicht drüber reden. Vielleicht war es wirklich nichts Besonderes für ihn. Vielleicht ist sowas heutzutage unter Freunden auch normal. Krank- aber normal.

»Du hast recht, lass uns gehen.«


Kommentare

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    Du hast das voll drauf, tabulos und trotzdem nie peinlich! Wenn du so weitermachst, kauf ich mir dein Buch. Aber nicht weitersagen...Hihi...

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    Auch dieser Teil gefällt mir wieder sehr gut. Und abonniert^^ Jetzt bin ich gespannt auf Scotty :D

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    sehr schön, wie du das alles beschreibst. stilvoll und heiß ;)

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    ich versteh sie voll - würd auch weinen wenn mir wer um meinen orgasmus bringen würde xD freu mich schon auf mehr!

beta
Feenstaub

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