Kapitel 1

"Und dann hat Mum mich aufgeweckt", schließt Joey seine Erzählung. Ich nicke leicht. "Wenn du schon von sowas träumst, brauchst du dringend eine Freundin", gebe ich nach kurzer Zeit von mir. Er seufzt und hält weiter auf das Tor zu. "Schon möglich, aber entweder gefallen mir die hier in der Umgebung nicht oder ich werde nicht einmal von ihnen wahrgenommen!" Seine Lippen verziehen sich zu einem kleinen Schmollmund, wie er es immer macht, wenn er etwas nicht bekommt, es aber unbedingt möchte. "Woher willst du das wissen?", entgegene ich. Er sieht mich verdattert an, als hätte ich etwas unglaublich dummes gesagt. "Woher? Die heißen Schnitten sind ein Level höher als ich!", sagt er, wild mit den Händen gestikulierend. undefinedundefinedundefinedundefinedundefined undefinedundefinedundefinedundefinedWir biegen in eine Straße ein, um zum Zug zu kommen und verlassen damit den Hof. Genau genommen finde ich nicht, dass er schlecht aussieht. Sein Gesicht ist schmal, aber nicht zu schmal, er hat glatte Haut, gut geschwungene Augenbrauen und braun-grüne Augen, die mehr grün, als braun sind. Seine linke Augenbraue ist an einer Stelle leicht unterbrochen von einer Narbe, die sich blass und dünn über dem Auge entlang zieht und leicht in seine Braue einbiegt. Es stört nicht und passt zu dem aufgeweckten Glitzern in seinen Augen. An seinem Körper an sich kann man auch nichts aussetzen. Er spielt Tennis und hat demnach Muskeln und eine gleichmäßig gebräunte Haut. Sein Kleidungsstil passt farblich zu seinen braun-schwarzem Haar und auch die Armbänder an seiner linken Hand sind toll. Was er nur hat...? Verstehe ich nicht!"Steph?", fragt er mich. Ich blinzel kurz langsam. Offenbar habe ich gestarrt. "Mhm?", mache ich und sehe ihm wieder in die Augen. "Willst du dich nicht setzen?", fragt er. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie er uns in den Zug gebracht hat und überhaupt, dass ich mich in diesem befinde. Kurz darauf fährt er nämlich los uns ich knalle fast gegen jemanden vor uns. Joey hält mich fest und zieht mich auf den Stuhl. Das war knapp!, denke ich. Vor mir stand gerade noch Dyan, der Captain des Footballteams. Er ist nebenbei einer der bekanntesten am College und nicht gerade sanft zu Leuten, die ihn anrempeln. Unverletzt wäre ich dann wohl kaum zuhause angekommen. Tief hole ich Luft und sehe Joey an. Wie oft hat er mich schon gerettet? Aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Nachher kann ich das sicher wieder ausgleichen. Ich setze mich also anders hin und sehe aus dem Fenster. Die Landschaft kenne ich zu gut, was kaum verwunderlich ist, wenn man täglich ein paar Stunden hier im Waggon verbringt. Ich starre sowieso immer nur nach draußen oder lese. Das einzig Neue sind oft Kleinigkeiten, dass eine Kuh woanders steht oder ein neues Fahrrad auftaucht."Alles okay? Du bist in letzter Zeit immer so abwesend..", murmelt mein bester Freund seit Kindertagen. Wir kennen uns wirklich schon lange, auch wenn wir uns anfangs nicht mochten. Ich war damals schon immer ruhig und habe still gemalt oder anderweitig was getan, was allein auch geht. Er fand das nicht toll und hatte mich immer versucht, zu anderen zu ziehen, wofür ich ihn teilweise gehasst hatte. Irgendwann waren wir umgezogen, kamen aber an die gleiche Schule, wo er sich so lange neben mich gestellt und mich angeschwiegen hatte, bis ich ihn irgendwann fragte, was er wolle. Seitdem sind wir Freunde und er so ziemlich der einzige, den ich im Real Life habe. Anders siehtes mit ihm aus. Er hat andere Freunde neben mir gefunden, da er einfach der Typ für viel Kontakt ist. Nur an die Berühmten kommt er nicht ran und meint nur, dass diese ihm zu eingebildet sein.Fragend sieht er mich an. Oh! Stimmt! "E-eh. Ja. Alles okay!", antworte ich schnell und lächel ihn an. Ich sollte mir abgewöhnen, so viel zu denken., seufze ich gedanklich. Er schmunzelt zurück und sieht dann aus dem Fenster. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum er noch keine Freundin hat.., denke ich. Was ich im Bezug darauf denke, habe ich ihm nie gesagt. Ich würde ihn gern aufmuntern, nur weiß ich zu dem Thema nicht viel und ich kann ihm ja schlecht sagen, dass er gut aussieht, oder? Wir kennen uns lange, aber das traue ich mir einfach nicht.Mein Blick schweift umher und trifft kurz auf den von Dyan, zumindest glaube ich das, denn ein Paar Augenblicke später gesellt sich ein junges Mädchen zu ihm. Der Blondhaarige lächelt sie an. Er könnte Joey ein Paar davon abgeben, immerhin hat er ja genug Frauen.., denke ich, bevor ich mich für den Rest der Fahrt auf mein Buch konzentriere.
Nach ein Paar Kapiteln ziehe ich mein Handy aus der Tasche und lese mir die Nachrichten durch, die ich erhalten habe. Meine Augen weiten sich kurz und ich lasse sie schnell durch den Zug gleiten, ob irgendwer zu uns sieht, bevor ich mich etwas nach vorn beuge. "Es ist da!", grinse ich Joey an. Dieser nimmt seine Kopfhörer aus den Ohren und sieht mich fragend an, bevor er zum Sprechen ansetzt. "Es ist da.", wiederhole ich. Ich kenne diesen Blick und diesen Kerl fast auswendig. Leute zu beobachten habe ich schon immer und ihn am aller meisten. Er wollte fragen, was es wäre."D-du meinst..", stottert er. Ich nicke, was ihn schmunzeln lässt. "Dann kommen wir der Sache schon viel näher!", grinst er. Ich nicke erneut und lehne mich wieder zurück. Schnell rufe ich meinen Boten an. "In zwei Stunden am Treffpunkt. Gib es an 03, 68 und 79 weiter.", weise ich an und lege auf. Es ist gefährlich, zu viel zu verraten, weshalb jeder eine Nummer hat. Etwas aufgeregt warte ich also darauf, dass der verdammte Zug endlich ankommt. Fahr schneller!, bettel ich gedanklich. Joey lacht kurz leise auf. "Beruhige dich, Steph!", grinst er. Seine Finger tippen auf seinem Oberschenkel herum. "Sagt der Richtige!", brumme ich. Er seufzt. "Du wolltest mir vorher noch helfen, also brauchen wir beide etwas Geduld", erinnert er mich.

Kommentare

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media