Kapitel 1

Natashas Sicht
Ich trete erhöhe das Tempo und werfe einen Blick auf meine Uhr. Ich muss mich beeilen. Tony darf nicht merken, dass ich weg bin. Er ist in letzter Zeit ziemlich gereizt und vertraut mir nicht. Der Einzige, dem er derzeit vertraut ist Vision, was wahrscheinlich daran liegt, dass er ihn erschaffen hat und ein wenig Vertrauen in seine eigene Schöpfung hat. Zudem weiß jeder, dass Vision ziemlich zuverlässig und ehrlich ist. Tony hat sich, nachdem der Civil War stattgefunden hat, um den kleinen Spinnenjungen gekümmert. Er hat ihm einen neuen Anzug gegeben und mit Starktechnik ausgestattet. Das hätte ich ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut. Ich dachte immer, dass er sich nur für sich selbst interessiert. Schließlich musste ich für S.H.I.E.L.D. einmal Tonys Schattenspielen und war er sich ziemlich oft selbst der Nächste. S.H.I.E.L.D. mein altes Zuhause. Nick Fury hat mich aufgenommen und mir einen Platz als Agentin verschafft. Dafür bin ihm sehr dankbar, weshalb ich mich nun auch entschlossen habe ihm dabei zu helfen neue Leute mit Potenzial zu rekrutieren. Doch nicht nur Fury habe ich das zu verdanken, was ich jetzt bin, sondern auch meinem besten Freund. Clint Barton! Bei dem Gedanken an ihn verspüre ich ein Stechen in der Brust. Ich habe mich gegen ihn gewandt. Gegen den einzigen Menschen, der an mich geglaubt hat, als ich allein war. Allein und ohne Hoffnung, doch er nahm mich mit und wurde mein Partner. Er würde dafür nie etwas von mir verlangen, doch ich weiß, dass er mir für das, was ich vorhabe genau so dankbar sein wird, wie ich es ihm bin. Auch wenn ich etwas gegen das Gesetzt tue, weiß ich dass es richtig ist. Wie kann eigentlich etwas, was sich so richtig anfühlt so falsch sein?

Plötzlich beginnt eine Anzeige rot auf zu leuchten und ich konzentriere mich wieder auf das, was vor mir liegt. Das Hochsicherheitsgefängnis "Raft", was eigentlich für Superschurken gebaut wurde, doch nun sitzen meine Avengerskollegen darin fest. Ich tippe auf die Anzeige und setze zur Landung an.

Das Wasser spritzt gegen die Außenwände des Quinjets. Ich tippe auf einige Knöpfe und bediene deine Tastenfelder. Ich mache die Lichter aus und stehe vom Pilotensitz auf. Ich muss mich beeilen. Schließlich will ich nicht erkannt werden.

Ich setze meine Kapuze auf und eile durch den Regen. Hier würde ich echt nicht wohnen wollen. Es ist einfach viel zu...nass. Wer kommt eigentlich auf die doofe Idee ein Gefängnis umgeben von Wasser zu bauen. Da ist es ja unmöglich auszubrechen! Ich weiß wie das für Andere klingen muss, den der Sinn an einem Gefängnis ist ja jemanden so einzusperren, dass er nicht mehr entkommen kann, doch wenn man gerade dabei ist jemanden aus dem Gefängnis zu befreien, ist das ziemlich lästig. Ich husche weiter durch den Regen und ziehe einen kleinen Laser aus meiner Tasche. Den setze ich an die metallene Decke und schalte ihn an. Zum Glück habe ich mich vorher ausreichend informiert, sodass ich sicher sein kann, dass ich genau in dem Flur, in dem die Zellen, der anderen Avengers liegen, ein Loch in die Decke schneide. So geht es am Schnellsten. Der rote Laser schneidet ein großes Loch in die metallene Decke. Die nun entstandene rote Metallplatte fällt laut klirrend auf den Boden. Ich zucke zusammen und warte ab. Hoffentlich hat das keiner gehört. Als nichts geschieht, springe ich lautlos durch das Loch. Das klappt zum Glück lautlos.

Im Flur sehe ich mich um. Es ist komplett dunkel und kein Laut ist zu vernehmen. Ich blicke durch den Flur. In welcher Zelle befinden sich meine Freunde denn? Ich husche zu einer Zelle und lese, was auf einem erleuchteten Schild daneben steht. Darauf steht der Name "Clint Barton". Das klappt ja besser als gedacht. Wenn das wirklich Clints Zelle ist, ist das heute wirklich mein Glückstag. Ich werfe einen Blick in die Zelle. Leider ist es zu dunkel, um genau zu erkennen, was sich in der Zelle befindet, doch Umrisse und Schatten lassen sich erkennen. Ich kann einen Menschen auf einer Liege erkenne. Es scheint ein Mann sein. Ein schlafender Mensch. Ist das Clint? "Clint?", flüstere ich:"Bist du das?" Nichts geschieht. Ich frage erneut:"Clint? Bist du das? Bitte antworte mir." Ich nehme eine leise kratzige Stimme war:"Natasha?" Freunde überkommt mir:"Clint". "Natasha", ich höre wie er von seiner Liege aufsteht und zu mir an die Gitterstäbe kommt:"Was tust du hier?" "Ich bin hier, um dich hieraus zu holen", erkläre ich flüsternd und strecke meine Hand durch die Stäbe. Er legt seine Hand an Meine und lässt mich mit dieser Geste spüren wie sehr es ihn freut mich zu sehen. "Ich bin so froh, dass du hier bist", sagt er und ich genieße seine warme Hand an meiner Haut. Dann nehme ich sie jedoch weg und ziehe den Dittrich aus meiner Tasche, um ihn zu befreien.

Als ich das Schloss geknackt habe, fallen wir uns in die Arme. Seine Erleichterung ist nicht zu übersehen. Ich drücke ihn fest an mich und genieße seinen fest gegen mich gepressten Körper. Das habe ich so vermisst. Dann löst ich mich jedoch schnell und erkläre:"Wir müssen schnell die Anderen suchen. Wo sind Wanda, Sam und Scott?" Er deutet den Gang hinab und zieht mich mit sich.

Clint hebt mich hoch und ich umfasse mit meinen Händen den Rand des Loches. Dann ziehe ich mich mit aller Kraft, die im Oberkörper habe nach oben. Zum Glück hat das nicht so lange gedauert wie gedacht. Nur die Befreiung von Wanda war etwas Komplizierter, doch auch das ging relativ schnell. Wir wurden nicht entdeckt und nun machen wir uns auf den Rückweg zum Quinjet. Wanda, Sam und Scott sind vor mir bereits durch das Loch geklettert und haben sich durch den Regen auf den Weg zum Fluchtfahrzeug gemacht. Nun hebt mich Clint hoch, damit auch ich nach draußen in den Regen klettern kann. Als ich oben angekommen bin, ziehen Hank und ich den Bogenschützen zu uns rauf. Nun stehen wir alle oben und ich gebe Wanda meine Jacke, da sie von allen am Dünnsten gekleidet ist. Dann deute ich auf den Jet und wir rennen durch den Regen auf den Jet zu.

Im Inneren angekommen, lasse ich mich wieder auf den Pilotensitz fallen. Ich hoffe die Leute bei S.H.I.E.L.D. haben nicht gemerkt, dass ich ihren Jet gestohlen habe. Die Anderen lassen sich auf die Sitze neben mir fallen und ist starte. Wenige Sekunden später fliegen wir durch den Regen, weg vom Gefängnis im Meer und dorthin wo sie sicher sein werden, bis ich alles geregelt habe. Ich werde sie dorthin bringen, wo Clint und ich uns getroffen haben. Damals hatte ich mich in einer kleinen Holzhütte irgendwo in Russland versteckt. Ich war allein und hatte keine Ahnung, was ich machen sollte, nach ich aus dem Red Room entkommen war. Doch Clint, der zu dieser Zeit auf einer Mission war und hat mich gefunden und mitgenommen. Ich werde sie genau dorthin bringen. Über eine Woche lang habe ich immer wieder Essen, Decken und andere lebenswichtige Dinge dorthin gebracht und nun ist alles bereit für die Ausbrecher. "Du Natasha?", fragt Wanda hinter mir. Ihre Stimme ist leise und sie wirkt schüchtern. Was ist nur mit mir geschehen? Ich wende meinen Blick nicht vom Himmel vor mir ab, antworte aber dennoch auf sie konzentriert:"Ja Wanda?" "Ist das das erste Mal, dass du aus einem Gefängnis ausgebrochen bist oder jemanden befreit hast?" Ich schüttele sofort den Kopf:"Nein, das habe ich schon oft gemacht. Wie oft kann ich dir aber leider nicht sagen. Irgendwann habe ich einfach aufgehört zu zählen." Clint stößt mich in die Seite. Ich lächele ihn und er erwidert mein Lächeln. "Ich hab dich echt vermisst, Nat." "Ich dich auch, Clint."

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