Kapitel 1

Wenn ein gewöhnlicher Mensch eine Weltkarte betrachten würde, dann  sähe er zwischen Afrika und Europa das Mittelmeere.  Ein Mensch würde einfach ein gewöhnlicher Meerfleck sehen und das Rauschen der Wellen hören. Wenn man aber ein Fabelwesen wäre, sprich ein Zauberer, eine Hexe oder ein Elf, dann sähe man ein Land, das neben Korsika die beiden Kontinente verbinden würde. Pangea hiess dieses Land, oder besser gesagt was noch von dem Urkontinenten Pangaea übrig geblieben war. Im Norden von Pangea erstreckte sich eine Gebirgskette mit dem Namen Waskadenkette und im Süden bildete der Grünwald die Grenze zu Afrika.  Der Grünwald war ein Wald, der noch keinen Menschen jemals betreten hatte und erinnerte an eine Traumlandschaft mit Bäumen.

Im ganzen Wald wuchsen die unterschiedlichsten Bäume und Sträucher wie die Fechte, ein Baum mit einer dicken Wurzel und gelblichen Blätter oder der Mondlichtstrauch, der tagsüber verdorren wirkte aber nachts seine weissen Blüten öffnete, die vom Mondschein profitierten. Nebst Pflanzen lebten im Grünwald auch die unterschiedlichsten Tiere wie Einhörner, Riesenschmetterlinge und Strabkretzten, ein langbeiniges Kaninchen aber auch unmagische Tiere, wie Rehe und Füchse.

Aber nun fängt die Geschichte an, und zwar in einer hohlen Eiche, da lebte eine junge Elfe. Ihr Name war Meleficent und sie war die Hüterin über dieses Waldgebiet. Wie jede Elfe bekam sie zu ihrem hundertsten Geburtstag  ein Waldstück unter ihre Obhut zugesprochen. Nun war sie hundertsechs Jahre alt und lebte alleine, zwar noch etwas jung für elfische Verhältnisse aber sie konnte ihr Leben ziemlich gut meistern.  Ihre Mutter, eine wirklich geschickte, liebvolle und tapfere Elfe war schon mit nur neunhundertfünfzig Jahren an einer seltenen Krankheit gestorben und an ihren Vater, Lefison, konnte sie sich kaum erinnern. Vor etwa hundertsieben Jahren brach er eines Morgens mit Bogen und Pfeil in den Wald auf und kehrte nie mehr zurück. Ihre Mutter suchte überall nach ihm, im ganzen Wald, bis zu einem Dorf namens Morijack, wo menschenähnliche Wesen lebten. Jedoch bleib weiterhin wie vom Erdboden verschluckt. Als Meleficent‘ Mutter starb, erbte sie dieses Haus in der Eiche. Ein Bild, das über dem Kamin hing, war die einzige Erinnerung an ihre Eltern. Das Haus bestand aus einer einzigen Tür und zwei Fenstern. Drinnen war es ziemlich gemütlich. Es gab ein Kamin, daneben einen Schaukelsessel mit einem Bücherregal, wo die Bücher und Karten bereits verstaubten und einen Teppich aus flauschigem, Wildgrass, der nie Wasser brauchte. Gleich neben dem Kamin ersteckte sich eine kleine Küche mit einem Tisch, Geschirrschränken und einer Kochnische. Meleficent ernährte sich ausschliesslich von Beeren, Wurzeln und ab und zu auch von einem guten Stück Fleisch. Neben dem Bücherregal führte eine Leiter zu einem inneren Wurzelstock, bei dem Meleficent eine Hängematte befestigt hatte. Elfen brauchten kein Badezimmer. Sie mussten nie auf Toilette gehen und hielten sich meistens so sauber, dass sie sich auch nie waschen mussten. Meleficent‘ wichtigster Gegenstand im Haus war keineswegs die Hängematte oder der Schaukelsessel, sondern ein Pfeilbogen mit einem Köcher, der sie immer bei sich trug, wenn sie das Haus verliess. Er bestand aus feinstem Eichenholz und war mit weissem Kristallstein besetzt. Jeder Elf, egal ob Waldelf, Mondelf oder Schattenelf konnte mit einem Pfeilbogen umgehen. Obwohl die Schattenelfen, die gerne in dunklen Wäldern jagten, seit den letzten Jahrhunderten öfters zu Schwerter griffen und die Mondelfen, die vom Mondschein angezogen wurden, verwendeten neuerdings fliegende Lanzen, die von der Körpertemperatur des Gegners angezogen wurden. Meleficent war eine gutherzige und ehrgeizige Elfe. Sie liebte Tier, Bücher und ihren Wald, der sie bis zu ihrem Lebensende vor schwarzer Magie beschützen musste und gut auf dessen Bewohner aufzupassen. So lautete ihr Versprechen. Obgleich sie auch manchmal etwas stur und eingebildet war, konnte sie sehr gut kämpfen und auf Bäume klettern, wie ein Eichhörnchen. Sie hatte feuerrotes, hüftlanges, gelocktes Haar, grüne Augen, dichte Wimpern und eine helle Stimme. Dazu hatte sie gerötete Wangen und spitze Elfenohren. Sie trug meistens ein grünes Kleid, unter dem sie eine  schwarze Hose trug und einen braunen Ledergürtel, an dem sie einen Dolch und kleine Säckchen befestigten konnte. Ihre Mutter war ihr fast aus dem Gesicht geschnitten. Mit der gleichen Haarfarbe und den grünen Kulleraugen. Ihrer Vater jedoch, ein stämmiger Elf mit blauen Augen und vollen schwarzen Haaren, erinnerte eher an gutaussehender Schattenelf, als an sie.

An diesem Morgen, die Sonne war bereits hinter den Gipfeln der roten Bergen aufgegangen und brachte das Tau auf den Pflanzen zum Glitzern, schlenderte Meleficent mit ihrem Pfeilbogen durch den Wald. Sie rutschte einen Abhang hinunter und prüfte die Luft nach Gerüchen der Waldbewohner. Ein Hirsch war eben hier vorbeistolziert und war auf dem Weg zum Reissendenbach, der einzige Fluss im Wald, um Wasser zu trinken. Meleficent kannte jedes Tier in diesem Wald an ihrem Geruch und wenn ein fremdes Tier in diesem Gebiet herumstreunte, dann hatte sie die Erlaubnis es zu jagen, wenn sie Hunger hatte. Aber den einheimischen Tier, die in diesem Wald geboren waren, durfte sie niemals in ihrem Leben ein Haar krümmen, das war eben ein Gesetzt der Waldelfen. Meleficent machte bei einer Fechte eine Pause und stellte mit Entzückung fest, dass die Amsel, die in den obersten Gabel des Baumes ein Nest gebaut hatte, Eier gelegt hatte. Sachte nahm sie die bläulichen Eier aus dem Nest und prüfte ihre Temperatur. In ihrer Handfläche füllten sie sich zerbrechlich an, aber die Temperatur war in Ordnung. „Du wirst eine gute Mutter werden, Frau Amsel. Da bin ich mir sicher“, wandte Meleficent sich an die Amsel zu. Sie stiess einen hohen Pfeifton aus und Meleficent, die die Laute der Tiere deuten konnte, wusste dass sie sich geschmeichelt füllte. Belustig strich sie ihr feuerrotes Haar hinter die Ohren, als ein Geräusch aus dem Unterholz sie aus der Ruhe brachte. Die Zweige des Lorbeergestrüppes bebten und eine Gestalt schob sich aus dem Gebüsch. „Gronck!“, schimpfte Meleficent. „Warum musst du dich immer so störrisch anschleichen. Etwa um deine Wildschweinehre zu retten?“ Das Wildschwein entblösste seine gebogen Eckzähne und grunzte: „Ooink, Quiek, Onik!“ Was übersetzt so viel bedeutete wie: ja, aber du bist immer so schreckhaft! Meleficent strich ihm über sein Fell. Sie liebte Gronck‘ chaotisches Wesen. Vor ein paar Jahren hatte er seine Mutter verloren und Meleficent hatte ihn dann grossgezogen. Er war ein nettes Wildschwein, vielleicht ein bisschen unhygienisch mit einem Temperament eines Drachens, aber ein toller Spielgefährte. Das Laub raschelte neben einer Eiche und ein Igel bahnte sich ein Weg durch die Blätter. „Wilson!“, Meleficent bückte sich, achtete aber drauf, dass ihr grünes Kleid nicht den Boden berührte und hob den Igel auf. Der Igel piepste und plusterte sein Bauchfell auf. „Angenehm gefrühstückt?“ „Etwa drei Regenwürmer und eine Assel“, berichtete der Igel. Meleficent liess den Igel wieder frei und rieb sich schnell mit ihrem Tüchlein, das sie immer in ihrem Gürtelbeutel trug, die Hände von den Erdklumpen sauber. (So eitel waren Waldelfen nun mal) Zwitschernd kam noch eine Kohlmeise aus der Eichenkrone geflogen und setzte sich auf ihre Schulter. „Guten Morgen Flippi“, Meleficent streichelte der Kohlmeise über den Kopf. „Hast du heute schon das Einhorn gesichtet?“, piepste Flippi. Meleficent schüttelte den Kopf. Mit dem Einhorn wurde Meleficent‘ heiligstes Tier im Wald bezeichnet und sie musste es mit ihrem Leben schützen. Das Einhorn hatte sich vor tausenden von Jahren in diesem Wald niedergelassen und brachte grosses Glück über den Grünwald. Das Einhorn wurde von den Elfen, die diesen Wald vor Meleficent hüteten so verehrt, dass es den Untergang für den Grünwald wäre, wenn das Einhorn aus diesem Wald verschwinden würde. Praktisch waren Einhörnern fast unsterblich aber bei schwarzer Magie konnten auch die mächtigen Einhörner draufgehen. „Nein, ich muss aber unbedingt nach ihm schauen“, Meleficent stopfte das Handtüchlein wieder in ihren Beutel und scheuchte Flippi liebevoll von der Schulter. „Gronck, du solltest dich im Fluss waschen gehen, ansonsten wirst du noch von Flöhen überfallen und Flippi, du gehst jetzt Ameisen essen, du fällst mir ja noch von den Knochen“, riet sie den beiden Tieren. Meleficent nahm ihren Pfeilbogen, verabschiedete sich höflich, so wie es sich unter Elfen gehört und schlenderte davon.

Bei einer Lichtung entdeckte die Elfe die Spuren des Einhornes im Schlamm. Da sie eine begabte Spurenleserin war, konnte sie erkennen, wie alt die Spuren waren. Sie waren noch ganz frisch und, als sie den Kopf hob galoppierte das Einhorn am anderen Ende der Lichtung im Kreis herum. Meleficent verbeugte sich tief vor dem Einhorn und Geschöpft tat es ihr gleich. Es hatte ein weisses Fell und eine goldene Mähne. Die Haare an den Hufen waren schwarz, ebenso wie die Augen und das goldene Horn, welches auf seiner Stirn thronte glänzte in der Sonne. „Wie geht es dir heute“, Meleficent vergrub die Hand in ihrer Mähne und suchte unter jedem Haar nach Ungeziefer. „Du bist und bleibst meine grösste Sorge in diesem Wald, ohne dich wird der ganze Wald zerstört werden. Also pass immer auf dich auf“, raunte sie ihm ins Ohr. Das Einhorn wieherte und peitschte mit dem Schweif aber Meleficent verstand kein Wort. Die Einhornsprache war die einzige Tiersprache in ihrem Wald, die sie nicht verstehen konnte aber trotzdem nahm sich die Elfe vor sie eines Tages irgendwie zu erlernen.

Beruhigt über den Gesundheitszustand des Einhornes wanderte Meleficent weiter durch den Grünwald. Sie streckte den Finger in die Furche einer Erle, wo das Harz heraustropfte und liess den Geschmack des Harzes über ihre Zunge gleiten. Das Harz schmeckte nach erneuertem Holz und Borkenkäfer. Sie klopfte an die Rinde und konnte die Hohlkammern der Käfer im Holz hören. Meleficent verzog das Gesicht und nahm aus ihrer Gürtelbeuteltasche eine kleine Flasche heraus, wo ein grünes Elixier hin und her schwappte. Mit einem Pinsel bestrich sie eine Spitze eines Pfeiles und spannte ihn in den Bogen. Der Pfeil schwirrte durch die Luft, als sie die Spannung losliess und er traf auf die Rinde der kranken Erle. Ein grünes Licht wirbelte um den Baum herum und verblasste schliesslich, als die Elfe wieder ihre Augen öffnete. Der Baum wirkte wieder gesund. Seine Furchen in der Rinde waren verheilt und die Blätter wölbten sich wieder mehr der Sonne entgegen. Meleficent verstaute die Flasche mit dem Pflanzenheilelixier in ihrem Beutel. Sie hatte auch noch zwei andere Flaschen. Eine, mit einer blutroten Flüssigkeit und eine, mit einer schwarzen Flüssigkeit. Die rote Flüssigkeit war für die Heilung erkrankter Tiere und die schwarze Flüssigkeit war ein tödliches Gift, das sie von einem Pfeilgiftfrosch abgezapft hatte. Jedenfalls bestrich Meleficent bei der Jagd ihre Pfeile mit diesem Gift, damit das Opfer nicht zu lange leiden musste. Meleficent‘ Elfenohren zuckten auf. Ein Geräusch von Hufen, die in der Erde herumscharrten, verfing sich in ihrem Gehör. Meleficent streckte die Nase in den Luftstrom und roch den Duft eines Rehes. Es war aber kein vertrauter Geruch und es musste sich um ein Reh auf der Durchreise handeln. Mit zwei Fingerspitzen zog sie einen Pfeil aus dem Köcher und spannte ihn ein. Leise entfernte sie sich von der Lichtung und suchte die Umgebung nach dem Beutetier ab. Vorsichtig linste sie über die meterhohen Farnwedel und achtete darauf, dass ihre Haare nicht im Wind raschelten und ihr Atem kaum hörbar war. Wieder folgt das Geräusch von scharrenden Hufen und hinter einer Tanne trat eine Hirschkuh hervor. Meleficent überlegte nicht lange und zielte auf das Tier. Gerade wollte sie den Pfeil abschiessen, erklang ein Fauchen. Ein Greif, ein Tier mit einem Löwenkörper und einen Adlerkopf schlich sich von einem Felsen an die Hirschkuh heran. Meleficent änderte gleich die Richtung des Pfeilbogens und schoss den Pfeil auf den Greif. Er traf sein Ziel und der Greif klappte regungslos zusammen, kugelte den Felsen hinunter, während die Hirschkuh die Flucht einschlug. Meleficent hüpfte aus dem Versteck und steuerte auf den toten Greif zu. Du bist hier auch nicht einheimisch. Es tut mir leid aber ich habe Hunger, bedankte sie sich gedanklich bei dem Greif und zog den Pfeil aus seiner Brust aber so, dass das Blut nicht auf ihre Finger tropfte.                                                                                                                                       

Das Feuer knisterte im Kamin und die Glühwürmchen tanzten vor den Scheibe, als Meleficent auf ihrem Schaukelstuhl sass und von einem Teller Fleisch mit Pilzsosse löffelte. Sie wippte im Schaukelstuhl und beobachtete die aufsteigende Glut im Kamin. Ihr Blick wanderte und blieb bei dem Bild ihrer Eltern hängen. Sie vermisste ihre Mutter und der einzige Trost war, dass sie bei einer Trauerweide nahe ihrem Haus begraben war, wo sie sie oft besuchen ging. „Wer bin ich eigentlich?“, fragte sie sich selbst und betrachtete ihren Körper in einem magischen Spiegel. Ein Gesicht erschien im Spiegel und lächelte ihr entgegen. „Du bist eine Elfe, die gutherzig und hübsch ist!“ Meleficent verdrehte die Augen. Sie hasste eigentlich diesen magischen Spiegel, der immer nur schleimhafte Kommentare abgab. Doch sie hatte es noch nicht übers Herz gebracht ihn zu entsorgen. „Findest du nicht, ich sollte wieder mehr unter Elfen gehen? Ich habe schon seit Jahren keinen anderen Elfen mehr gesehen“, fragte sie den Spiegel um Rat und schob sich einen Löffel mit Fleisch ins Maul. „Aber du darfst diesen Wald niemals verlassen, du musst den Wald dein ganzes Leben bewachen und ausserdem hast du ja deine Waldtierfreunde“, das Gesicht zwinkerte ihr zu. Mein ganzes Leben darf ich keinen Fuss über die Grenzen setzten! Es ist meine Bestimmung diesen Wald für immer am Leben zu erhalten und ich darf niemals scheitern, sonst winkt mir der Tod! Dieses Versprechen habe ich bei einer Waldelfenversammlung abgelegt und ich werde wahrscheinlich in meinem Leben selten auf andere Elfen treffen! Werde ich meine Pflicht überhaupt schaffen? Ich bin doch erst hundertsechs Jahre alt!                                                                                                     Manchmal wünschte sich Meleficent, dass sie dieses Versprechen nie gegeben hatte und sie einfach in die Welt ziehen konnte. „Ach übrigens, deine Haare sehen heute wieder einmal prachtvoll aus und erst deine Wimper…“, der Spiegel versuchte zu schmeicheln und zog sie aus dem Gedankensumpf. „Jetzt hör doch auf du Schleimer!“, Meleficent warf ein Handtuch, überdeckte damit den Spiegel und er gab Ruhe.

Bedrückt schlurfte Meleficent über den Grasteppich und selbst sein Wiesengeruch konnte sie nicht trösten. Sie wusch das Geschirr ab und versorgte es anschliessend im Küchenschrank. Ihre ganze Küche glänzte vor Sauberkeit, sowie ihr ganzes Haus war von jedem Staubkrümel verschont geblieben. Vermutlich lag es daran, dass Meleficent einfach nur die Finger hinter dem Rücken überkreuzen zu brauchte und ihr ganzes Haus war durch Magie gesäubert. (Aber das war der einzige Zaubertrick, den sie anwenden konnte) Vor dem Küchenfenster erklang ein lautes Piepsen und Flippi turnte auf dem Sims herum. Meleficent öffnete das Fenster und lud den Vogel zu sich ein. „Möchtest du etwas Naschen?“, Meleficent nahm einen Teller aus der hintersten Ecke ihrer Kochstelle, wo ein Granatapfel darauf lag. Sie griff nach ihrem Dolch bei der Ledergürtelschnalle und schnitt ein kleines Stück hinaus. Danach reichte sie dem Vogel den Leckerbissen und er begann in ihrer Hand zu spicken. „Danke, dass du mir Gesellschaft leisestes, ich fühle mich momentan sehr einsam“, sie strich der Kohlmeise über die gelbe Brust. Wie eigentlich immer, fügte sie in Gedanken hinzu. „Gern geschehen, Wilson schläft schon in seiner Erdhöhle und Gronck schämt sich, weil er sich gewaschen hat“, zwitscherte Flippi. Mit einem Lächeln stieg sie mit Flippi, der an ihrem Zeigefinger herumturnte, die Leiter zu ihrer Hängematte hinauf. Sie liess sich erschöpft in der Matte fallen und zog die Daunendecke bis ans Kinn. „Ach, Flippi, ich wünschte, ich könnte wieder einmal auf einen Elfen treffen“, murmelte sie. „Wenn du möchtest, kann ich nach einem Ausschau halten“, der Vogel putze sich das Gefieder. „Und wenn du auf keinen Elfen triffst?“, seufzte Meleficent. Flippi öffnete den Schnabel: „Dann vielleicht ein anderes Mal oder möchtest du etwa den Wald verlassen??“ Energisch schüttelte Meleficent den Kopf. „Glaubst du, ich verlasse deswegen den Wald und breche meinen Schwur und gefährde mein Leben, sobald das letzte Tier und der letzte Baum in diesem Wald verdorren sind, werde ich auch sterben!“ „Und was ist mit dem Einhorn?“, wollte Flippi wissen. Meleficent vergrub die Hände in ihrem Samtkleid und ihre Augen wurden wässrig bei  dieser Verantwortung, die sie tragen musste. „Ja, oder wenn das Einhorn stirbt, wird der Wald ebenfalls zerstört werden und ich würde dann auch sterben.“ „Kopf hoch“, Flippi flatterte zu ihrem Gurtbeutel und zog das Taschentuch hinaus und reichte es an Meleficent weiter. Sie nahm es dankend an und tupfe unter ihren Augenlidern die Tränen weg. „Du wirst uns alle beschützen können, für immer“, der Vogel landete auf ihrem Bauch und schaute ihr in die Augen. „Vertrau mir Meleficent, du bist eine gute Jägerin und Kämpferin, nicht einem mal ein Greif ist ein Hindernis für dich und deine Pfeile! Dich hält nichts auf!“

Kommentare

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media