Kapitel 1 - Schwarz

1. Schwarz


Ein schwarzer Strich.

Schwarz bedeckt alles. Jede Farbe. Jedes Licht.

Zwei weitere Striche.

Schwarz ist kalt. Es frisst die anderen Farben.

Ein weiterer Strich.

Keine Farbe hat auch nur einen Hauch einer Chance.

Schwarz ist leer.

Leere.

Ich ging einen Schritt zurück und betrachtete die bunte und noch feuchte Leinwand. Das heiße Rot. Das kühle Blau. Das verzehrende Schwarz. Und das leere Weiß. Alle Farben spielten miteinander. Sie waren aufeinander abgestimmt, ergänzten sich perfekt. Liebten sich. Hassten sich. Eine perfekte Konstellation, ein perfektes Arrangement. Es brachte so viele verschiedene Emotionen mit sich. So viel Leidenschaft. Wie Sex. Ja. Berauschend.

„Also ich erkenne darin rein gar nichts!", hörte ich ein Stimme hinter mir sagen. Ich drehte mich um.

„Dafür bist du auch noch viel zu jung, Julian!"

Ich grinste dem Wuschelkopf zu, der daraufhin nur schnaubte und trotzig die Arme verschränkte.

„Ich bin doch kein Kleinkind mehr!"

Er war echt süß, wenn er sich so aufregte. Das ließ ihn nur noch kindlicher wirken. Aber er war auch so süß mit seinen zarten 14 Jahren, seinem dunkelblondem wuscheligem Haar und seiner zierlichen Gestalt. Auch wenn wir Brüder waren, ähnelten wir uns doch recht wenig. Naja vielleicht die lange Nase.

Während ich die Pinsel und die Farben wegpackte, trat Julian näher an die Leinwand heran und betrachtete mein neuestes Bild.

„Das sind doch nur irgendwelche Farben völlig zusammenhanglos draufgeschmiert. Wenn das Kunst ist, dann bin ich ab heute auch Künstler!"

Schallend fing ich an, zu lachen. Köstlich.

„Was ist denn?", fragte Julian jetzt eine Spur beleidigt, weil ich ihn so plötzlich auslachte. „Was kann ich dafür, wenn deine anderen Bilder schöner sind?" Er schob trotzig die Unterlippe nach vorne und verschränkte abermals die Arme. „Das da ist doch nur ein buntes Durcheinander!"

Ich musste schmunzeln. „Also erkennst du doch etwas darin!"

Seine Stirn zog sich verwirrt in Falten und er schien darüber nachzudenken. Einfach Zeit lassen. Der Kleine ist schließlich nicht dumm, nur naiv. Und blauäugig. Es vergeht eine Minute unter Schweigen bis er dieses schließlich bricht.

„Und was willst du damit darstellen? Vielleicht erkenne ich dann etwas darin."

Er wollte also wissen, was ich darstellen wollte. Ich musste schmunzeln.

„Mich."

Nun schien ich ihn vollends verwirrt zu haben, denn die Falten waren wieder da und darüber hinaus tiefer als je zuvor.

„Warum hast du dich dann nicht einfach gemalt? Wie du auch sonst Menschen malst und nicht solche Farbkatastrophen!" Nun verschränkte ich gespielt empört die Arme.

„Das ist doch keine Farbkatastrophe!" Es fiel mir sichtlich schwer, nicht wieder laut loszulachen.

Ich konnte es nur immer wieder betonen, ich hatte einen der süßesten kleinen Brüder überhaupt. Und nein, ich stand nicht auf meinen kleinen Bruder. Ich war zwar schwul, aber kein kleiner Perverser, der sich nachts in das Zimmer schlich, um sich anschließend im eigenen Zimmer einen runterzuholen, weil der schlafende Bruder ja so was von geil und antörnend auf einen wirkt. Ew. Nein, danke. Bedient euch bitte bei anderen Klischees. Wir hatten einfach nur ein gutes Verhältnis zueinander, trotz unseres großen Altersunterschiedes. Oder vielleicht gerade durch diesen Altersunterschied?

„Aber das bist doch auch nicht du", gab er ein wenig verunsichert zurück und sah mich an. Ich schob meine Brille ein Stück zurück und blickte grinsend zurück.

„Äußerlich vielleicht nicht."

Er legte den Kopf schräg und zuckte die Achseln. Anscheinend hatte ich ihn jetzt derart verwirrt, dass er es nun aufgegeben hatte. Nun gut. Lassen wir ihn einfach in Ruhe. Er war schließlich noch ein Kind. Ein Schmunzeln schlich sich wieder auf meine Lippen.

Schließlich wandte ich mich ab und nahm das Bild vorsichtig von der Staffelei und stellte es zum Trocknen zu den anderen Bildern; geschützt sodass kein Staub es besetzen konnte. Julian hatte aber Recht. Dieses Bild war neu für ihn.
Die Bilder, die er kannte, meist Ausstellungsstücke oder Verkaufsstücke, sind oberflächlicher. Nur Fassaden von Menschen, denen ich etwas andichtete, um etwas dar zu stellen, was mich bewegte. Was mich inspirierte. Aber das unterschied sich von den Bildern, die ich für mich persönlich machte, von Übungen abgesehen. Denn diese waren fast so etwas wie ein Tagebuch für mich. Verschleiert in einer Geheimsprache, die nur ich verstand. Die nur ich sehen sollte.
In ihr war mehr Ausdruck. Ich ließ sie zwar auch in meine anderen Bilder, meine öffentlichen Bilder, einfließen, aber sie waren dennoch etwas anders. Vielleicht weil das ich, das in ihnen einfloss, subtil hinter den Pinselstrichen, hinter den Schichten aus Farbe verborgen blieb. Weil ich andere Menschen malte. Andere Leben, die ich fokussierte. Andere Hintergründe. Andere Motivationen. Andere Gefühle. Andere Motive. Andere Persönlichkeiten, die ich hinter der Farbe und den Formen verbarg.

Bei meinen persönlichen Bildern war ich das Zentrum. Ich stellte mich nackt zur Schau, ohne dass es jemand verstand. Musste man auch nicht. Sie waren da, um mich selber verstehen zu lernen.

Ich schaute wieder zu Julian.

„Warum bist du eigentlich hier oben?", hakte ich nach.

Es kam nicht oft vor, dass er hier in meinem eigenen Atelier, das eigentlich nur das Dachgeschoss war, welches mein Vater und ich zusammen ausgebaut hatten, auftauchte. Neben dem Dachgeschoss hatte ich auch eine eigene Wohnung für mich bekommen, da wir in einem relativ großen Reihenhaus lebten.

Meine Eltern rechts, ich links. Oft hatte ich abgewogen, ob ich nicht vielleicht eine Wohnung nur für mich suchen sollte. Allerdings würde ich nirgendwo eine Wohnung finden, in der noch Platz für ein Atelier dieser Größe finanziell möglich gewesen wäre. So viel verdiente ich dann schließlich doch nicht. Zumindest nicht regelmäßig.

Viel zu unsicher war es, eine riesige Wohnung zu mieten bei einer solchen Einkommenskurve. Denn hin und wieder sah es eher mau in meinem Portemonnaie aus. In dieser Zeit schaffte ich es oftmals nur gerade so von den Ersparnissen meine Agentin, die eigentlich keine Agentin war, sondern lediglich eine gute Bekannte, die einfach super und clever und toll ist und wichtige Connections hatte (ohne sie wäre ich ein nichts!) zu bezahlen, sowie den Sprit für mein Auto, mit dem ich oft auch längere Strecken unterwegs war. Und hinzukommt auch noch das ganze Geld, das ich für neue Materialien brauchte. Und etwas zu essen und die Clubbesuche wollten auch noch bezahlt werden.

Aber dadurch, dass ich hier wohnte, ersparte ich mir so einiges an Existenzangst und hatte dazu auch noch mein Atelier. Die meiste Zeit war ich auch hier, es sei denn ich schlief, bekam Hunger oder war gar nicht im Haus, sondern streifte durch die Straßen, Bars, Cafés oder war ganz klassisch bei Freunden.
Julian blickte mich noch immer irritiert an, da fiel mir ein, dass ich doch eigentlich mit ihm sprechen wollte und nicht über mein Leben mit und ohne Geld philosophieren wollte (zumal mein Leben ohne Geld ein wirklich trauriges und deprimierendes Thema war).

„Sonst meinst du immer hier stinkt es dir zu sehr nach Farbe und Terpentin", sagte ich und spürte, wie es um meinen Mund spöttisch zuckte.

Mein Bruder schaute mich ertappt an und senkte augenblicklich den Blick, als dieser meinen traf. Ich griff mit meinen farbverschmierten Fingern nach einem ebenso verfärbten Lappen und wischte die noch feuchte Farbe von meinen Händen, während ich zu Julian ging. Nun sah er doch wieder zu mir.

„Na schieß los. Was hast du verbrochen?"

„Gar nichts hab ich verbrochen!", rief er schnell - etwas zu schnell und etwas zu laut - weshalb er sich bereits im selben Moment auf die Zunge biss. Immer diese Versuche, sich rauszureden.

„Und was darf ich dann für mein kleines Brüderchen tun?", flötete ich hoch und... tuckig. Mein spöttisches Grinsen wich jedoch nicht von der Stelle, sondern intensivierte sich. Seine blauen Augen starrten mich wieder irritiert an. Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen. Okay, ich sollte aufhören.

„Mannomann, Julian. Jetzt sag, was Sache ist."

„Ich wollte nur fragen, ob du mich heute wohin fahren kannst", nuschelte er und senkte den Kopf. Jetzt wurde ich doch neugierig und verschob das mit dem Aufziehen.

„Naja ein Mädchen aus meiner Klasse gibt heute eine Gartenparty und ja...", stammelte er nervös und streicht sich eine dunkle Locke nach hinten.

Na sieh mal an, eine Party. Ich überlegte kurz und stellte fest, dass es wahrscheinlich seine Erste war. Ich musste an meine erste Party denken. Oh Mann, das ist echt geil gewesen, damals. Was wäre ich denn für ein Bruder, wenn ich jetzt nein sagen würde? Aber irgendwie musste ich ihm mehr aus der Nase ziehen und eine Bedingung stellen, sonst denkt er noch, es wäre immer so einfach bei mir und das wollen wir nun wirklich nicht. Ich liebte meinen Bruder und gerade deshalb ließ ich mich nicht selbst zu seinem Chauffeur degradieren. Das wär schließlich nicht fair, denn momentan bin ich sein geiler, schwuler Bruder und nicht nur irgendein Chauffeur.

„Ahja? Ein Mädchen aus deiner Klasse?" Süffisant grinsend sah ich zu, wie mein kleiner Bruder noch eine Spur nervöser und betretener wurde. Volltreffer, er stand auf das Mädel. Er nickte leicht.

„Nina", wisperte er leise und ich bemerkte eine leichte Röte, die sich auf seine Wangen gelegt hatte. Ich seufzte. Da kann man doch nicht nein sagen.

„Wann und wo?" Rasch schnellte sein Kopf nach oben. Seine Augen spiegelten einen Hauch Ungläubigkeit wider.

„Um acht. Die Adresse such ich schnell raus. Danke, Roman!"

Da wollte er mich glatt umarmen. Ich hätte auch nichts dagegen, nur war ich so fair und hob schnell die Hände und signalisierte ihm damit, dass es vielleicht nicht so schlau wäre mich, so farbverschmiert wie ich war, zu umarmen. Also beließen wir es bei gegenseitigem Anlächeln und einem „Nichts zu danken. Ich weiß, ich bin eh der beste Bruder".

Nachdem Julian wieder nach unten gegangen war, habe ich angefangen ein wenig aufzuräumen. Es passierte wohl ungefähr einmal im Schaltjahr, dass ich das tat. Jedenfalls wirkt es so. Farbflecken wohin man ging. Ein Ding der Unmöglichkeit die vom Holzboden herunterzukriegen. Vielleicht würde ich ihn irgendwann wieder abschleifen. Naja vielleicht. Als die Lust am Aufräumen wieder verschwunden war, ging ich runter um zu duschen. Ich war ein eigenes Kunstwerk für sich, bemerkte ich, als ich mich im Spiegel ansah. Nicht, dass ich nicht auch schon so gut aussah, aber das musste gesagt werden. Hat was von diesem Gotye-Bodypaint-Musikvideo. Leise begann ich „Somebody I used to know" zu summen. Vielleicht würde ich das nächste Mal meine Modelle vorher anmalen und dann abmalen... Oh Mann Roman, da wird einem ja richtig heiß, bei dem Gedanke. Nur müsste ich erst Mal wieder willige Modelle finden. Ich seufzte.

Ja, ich bin relativ erfolgreich mit meinen Bildern. Es gibt immerhin ein paar Leute, die sich um ein Bild von Roman Weingartner schlagen würden, das sagt jedenfalls meine Agentin wohlwollend. Aber da alles ist relativ.

Ich stieg in die Dusche und ließ das warme Wasser über meinen Körper fließen, ließ es die Farbe aus meinem Gesicht und von meinen Händen waschen. Mit geschlossenen Augen genoss ich, wie die warmen Tropfen gegen meine Haut prallten, den Weg zum Boden über meinen ganzen Körper suchend hinabliefen. Die Anspannung in meinen Muskeln, in meinem Nacken verschwand langsam und wich totaler Entspannung, als fiele ein Gewicht plötzlich von mir ab.

Mein Kopf war leer. Ich dachte an nichts und genoss das hier und jetzt. Wie immer.

Das Leben wäre doch trostlos, wenn man es nicht genießt.

Ich genoss jede einzelne Sekunde davon. Schlechte Tage konnte es immer geben, sie gehörten dazu, doch sollte man sich nicht von diesen aus seiner Bahn werfen lassen.

Mit dem Gedanken schloss ich bereits die Duschsession und stieg aus der Kabine.

Ich trocknete mich ab, zog meinen Bademantel an und ging anschließend ins Wohnzimmer. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich noch gut zwei Stunden Zeit hatte. Perfekt. Ich legte mich auf die Couch und streckte mich wohlig aus. Das tat gut. Den ganzen Tag hatte ich nur gemalt. Kaum Pausen gemacht, da tat das echt gut.

Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen.

Oder auch für einen längeren Moment.

Ich wollte die Augen nicht mehr aufmachen. Es war gerade so entspannend.

Ich dachte über mein Leben nach. Ich liebte mein Leben. Ich hatte tolle Freunde. Eine tolle Familie. Einen tollen Job - meine große Leidenschaft. Aber dennoch fehlte mir etwas. Eine ganz entscheidende Person hatte ich noch nicht gefunden. Ich hatte noch nicht so viele Beziehungen gehabt, und wenn, dann sind sie nicht von Dauer gewesen. Es hatte nicht gepasst.

Ich gebe es zu. Ich sehne mich nach jemanden. Jemand, der immer für mich da ist. Jemand, der mich stützt. Jemand, den ich beschützen kann. Jemand, der mir hilft auf dem Boden zu bleiben und nicht abzuheben. Jemand, den es nicht stört, wenn ich male. Jemand, der mich liebt so wie ich bin. Mit jeder Eigenart.

Die meisten Beziehungen hatten nicht lange gehalten. In ihren Augen hatte ich nicht genug Hingabe gezeigt. Sei viel zu sehr mit dem Malen beschäftigt gewesen. Es sei für mich das einzig Wichtige. Vielleicht stimmte das auch. Doch hatten sie nie versucht, mich zu verstehen. Meine Kunst zu verstehen. Meine Leidenschaft.

Und dann war es auch vorbei gewesen. Bye-bye.


Ich war wohl eingeschlafen, denn als ich die Augen öffnete, sah ich Julians Gesicht über mir schweben.

„Mann, na endlich! Du hast echt einen tiefen Schlaf, da kann man dich echt lange rufen und an dir rumschütteln. Hast du letzte Nacht wieder durchgemalt?"

In seinem Blick lag Verständnislosigkeit. Aber ich bemerkte, dass mein kleiner Bruder sich schick gemacht hat. Das gestreifte Hemd stand ihm gut und auch wie er seine Haare ein wenig mit Gel gebändigt hatte, sah echt gut aus.

„Nicht die ganze Nacht. Wie viel Uhr ist es?", brummte ich leicht verschlafen.

„Zwanzig vor acht." Kam prompt die Antwort von ihm und ich richtete mich auf. Ich musste wohl echt eingeschlafen sein. Naja.

„Alles klar", sagte ich und ging mit diesen Worten ins Schlafzimmer, um mich anzuziehen.

Hach ja, mein kleiner Bruder geht auf seine erste Party. Nachdem ich mich angezogen und das Zimmer wieder verlassen hatte, erwartete mich bereits ein nervöser und ungeduldiger Julian.

„Bist du soweit?"

„Ja schon lange, Mann."

Ich schmunzelte, nahm die Schlüssel und ging anschließend mit ihm raus zum Auto. Es war noch relativ warm und man merkte, dass sich langsam der Sommer ankündigte. Wurde auch mal Zeit.

Wir stiegen ins Auto und fuhren los, nachdem er mir die Adresse gesagt hat. Die Autofahrt verlief schweigend, da ich zum einen den Kleinen nicht weiter ärgern wollte, damit er mir demnächst auch erzählen würde, wie es so gewesen ist und zum anderen, weil ich selbst mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt war.

In zwei Wochen habe ich eine Ausstellung für die noch die eine oder andere Vorbereitung gemacht werden musste. Ein wenig nervös war ich schon, zugegeben. Es wurden relativ einflussreiche Persönlichkeiten eingeladen und ich war leider nicht zu hundert Prozent mit meinen letzten Werken zufrieden. Hoffentlich wird das keine Katastrophe werden.

„Ist es das hier?", fragte ich und ließ den Wagen langsam an ein Haus anfahren und schließlich stehen. Nicht schlecht. Es ist ein ziemlich neues Haus und auch nicht gerade klein. Darüber hinaus in einem recht gutem Viertel. Wetten die Eltern wissen nichts von der Fete?

„Ja, danke."

Er hat sich bereits abgeschnallt und die Hand an den Griff gelegt um jeden Moment auszusteigen, den Blick schon auf das Haus, wo schon ein paar Jugendliche herumlungerten. Herumlungern. Das war ein echt witziges Wort. Sagte das heute noch jemand? Ich weiß noch, dass der Alte Fritz, ein ehemaliger Nachbar von uns - ruhe er im Himmel, Nirwana oder was weiß ich wo, in Frieden - das immer zu meinen Freunden und mir meinte. Schmunzelnd schüttelte ich den Kopf und sah zu Julian.

„Dann viel Spaß. Wann soll ich dich abholen?"

Er wandte sich vom Fenster ab und blickte zu mir.

„Brauchst du nicht. Ich übernachte bei einem Freund und komm dann morgen mit dem Bus nachhause."

„Bei einem Freund?", feixte ich und kassierte einen genervten, ja beinahe schon, säuerlichen Blick von Julian.

„Nicht jeder steht auf Schwänze, so wie du."

Und damit stieg er aus dem Auto ehe ich noch etwas erwidern konnte. Okay, einfach in Ruhe lassen. Da bin ich halt doch ein wenig zu weit gegangen. Egal der kriegt sich ja wieder ein.

Ich fuhr wieder los, nachdem Julian im Haus verschwunden war. Was mache ich denn jetzt? Ich könnte ja mit Dennis - nein, warte der war ja gar nicht da. Er musste heute arbeiten. Ich überlegte auf dem Heimweg noch ein wenig hin und her und kam schließlich zum Entschluss, in einen Club zu gehen. Ich musste mich mal wieder ablenken. Nachdem ich mich zuhause fertig gemacht hatte, machte ich mich auch schon auf den Weg.


Kommentare

  • Author Portrait

    Er ist also eine Farbkatastrophe! :D Nein, ich kenne das selbst ziemlich gut. Hinter 'Farbkatastrophen' steckt meist sehr viel mehr. Häufig lässt sich solche Malerei zum Avantgarde zählen. Und die meisten Menschen verstehen Avantgarde nicht, weil es eben so progressiv ist. Mir gefällt der Anfang schonmal. Sehr schön geschrieben. Die Brüder sind interessante Charaktere und ich mag das Thema, um das es hauptsächlich geht ganz besonders. Kunst. :)

beta
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