Kapitel 1 - Unerwartete Begegnung

Es sollte ein Ausritt werden, nur ein Ausritt, um auf andere Gedanken zu kommen.
So lautete der Entschluss, den Lad gefasst hatte, nachdem sie Tage später nach dem Überfall nach Telrúnya zurückgekehrt war, nur um dieses hinter sich zu lassen.
Niemand war mehr dort, doch die Spuren waren überall zu sehen. Die Zimmer waren verwüstet und Brandspuren zierten die Wände der oberen Räume. Ihr Schwert fand sie noch im Gang liegend zusammen mit den Toten. Cian hatte bei seinem letzten Schlag noch zwei weitere verkohlte Gegner hinterlassen. Sie konnte nicht einmal mehr feststellen, ob es Menschen oder Orks waren. Die beiden, die sie und Merenwen verwundet hatten, lagen mit grauer Haut und leeren Augen am Boden. Sich einen Ruck gebend, packte sie einen nach dem anderen und schleifte ihn hinaus. Der Gestank war wiederlich und auf dem einen krabbelten bereits Maden. Sie verbrachte den halben Tag, um ein großes Loch im Garten auszuheben und die fünf Gegner darin zu begraben. Trotz ihrer Wut, dass sie ihr Wiedersehen ruiniert hatten und ihre Familie bedrohten, konnte sie es nicht über sich bringen, sie einfach liegen zu lassen. Zumal sie im Geiste plante eines Tages wiederzukommen und alles herzurichten. Bis dahin wollte sie keine verschimmelte Leiche im Schloß liegend wissen.
Die Erde von den Händen klopfend, ging sie wieder hinein und besah sich die Räume. Sorgfältig stellte sie sicher, dass kein Feuer brannte und verriegelte Türen und Fenster.
Seufzend betrat sie ihr altes Zimmer. Die Landkarten lagen verstreut am Boden. Mit wehem Herzen durchmaß sie den Raum und kniete neben ihr zerwühltes Bett nieder. Vorsichtig zog sie eine Truhe unter diesem hervor und blies eine dicke Staubschicht fort. Ordentlich gesucht hatten sie also nicht, stellte sie schmunzelnd fest und klappte sie auf. Darin lagen ein paar alte Kleider von ihr und sie streifte dankbar die verdreckten und noch mit Blut behafteten Sachen ab, um sie gegen ein Paar Hosen, ein Hemd und einen Umhang zu tauschen.
Dann war es Zeit zu gehen, doch bevor sie ging, hinterließ sie einen Brief an Merenwen, sollte diese früher zurückkommen, als sie annahm. Tief in ihrem Herzen hatte sie Gewissheit, dass die drei in Sicherheit waren, aber sie scheute es, sie aufzusuchen. Es war zu gefährlich.
Auch eine Locke ihres Haare hinterließ sie mit dem Brief. Ein letzter Gruß.

Sie war zu Fuß gewandert, bis sie bei einem Gestüt ankam und dort ein Pferd erwarb, dessen Fell so dunkel war wie das von Korathan, dem Hengst ihrer Schwester. Liadan fehlte ihr mit jedem Tag sichtlich mehr und ihre Sorge nahm zu. Es war alles ganz anders, als sie erhofft hatte. Rasch trieb sie ihr neues Pferd an und ritt durch die Nacht in die Wälder hinein. Sie wusste bald nicht mehr, wie lange sie unterwegs war oder wo genau. Sie wusste nur, dass der Schmerz noch zu frisch war, als dass sie nach Aurenien zurückkonnte. Es war noch nicht die Zeit dafür.
Sie war bereits viele Tage unterwegs und nach großen Wiesen folgte erneut ein Wald. Das Pferd scheute, doch trieb Lad es in die Dunkelheit hinein und sprach beruhigende Worte.
Ein lautes Geräusch ließ sie selbst hochfahren. Sie war nun nicht mehr gefasst und eine Gänsehaut jagte ihr über den Rücken. Irgendetwas stimmte hier nicht. Noch ehe sie sich versah, preschte das Pferd plötzlich los. Ohne Rücksicht auf Verluste stürmte es zwischen den Bäumen hindurch. Sie konnte die zitternden Muskeln des Tieres unter sich spüren, während kleinere Zweige ihr ins Gesicht schnalzten und sie bald feststellte, dass sie den Halt verloren hatte und zu Boden fiel. Ein Huf traf sie hart und sie rollte stöhnend über den feuchten Waldboden, ehe sie zum Liegen kam und es schwarz um sie wurde. Ihr Körper blieb regungslos liegen, während sie im Nichts ihrer Gedanken versank und das Pferd mit ihrer Habe, einer Decke, Essensvorräten und zwei Schwertern, ziellos und verstört durch den Wald rannte.
Ein Schatten verharrte einen Moment in der Nähe, an einen Baumstamm gepresst. Ein Blick aus roten Augen traf Lad, die davon nichts mitbekam. Dem Besitzer des Augenpaares war ihr Sturz nur Recht gewesen. Er hatte selbst genug Schwierigkeiten und vielleicht längte die hellhäutige Fai die Aufmerksamkeit seiner Verfolger auf sich. Es war der Huf seines Pferdes gewesen, der sie getroffen hatte, da auch sein Tier gescheut hatte und er sich nur mit Mühe im Sattel halten konnte.
Nun trieb er sein Pferd an, um aus dem verfluchten Wald zu entkommen, doch er unterschätzte seine Verfolger. Da – in einem unbedachten Moment traf ein geschickter Speerwurf die Flanke des Pferdes, das sogleich zur Seite brach und wiehernd seiner Wunde erlag. Der Reiter hechtete in letzter Sekunde vom Pferd, sprang auf die Beine und versuchte sein Glück zu Fuß weiterzukommen. Doch auch hier scheiterte er. Um sich herum tauchten schemenhafte Gestalten auf, die ihn einkreisten. Er war in die Enge getrieben und wehrte sich mit Händen und Füßen wie ein wildes Tier, ehe ein kräftiger Schlag auf den Kopf ihn in ein finsteres Loch schickte. Er wurde gepackt und mitgeschleift, ebenso die Fai. Auch deren Pferd hatten sie gefangen und nahmen es mit.

Es waren Stunden vergangen, bis Lad wieder zu sich kam. Alles, was in dieser Zeit vergangen war, hatte sie nicht mitbekommen. Weder hatte sie gemerkt, dass man sie wegbrachte, noch dass man sie in einem Kerker ankettete. Sie erwachte mit starken Kopfschmerzen, die sich anfühlten, als hätte jemand versucht ihren Schädel zu spalten. Sie blinzelte träge ins Leere und allmählich kehrten ihre Sinne zurück. Ihren Körper fühlte sie dabei noch nicht. Da war nur ein Pochen, das Schmerzen in ihr auslöste, aber es fühlte sich nicht an, als wäre es wirklich Teil von ihr. Geräusche von klirrenden Waffen und Rüstungen, gefolgt von schweren Schritten, klangen an ihre Ohren. Es folgten Stimmen, doch sie verstand nicht ein Wort von dem, was gesprochen wurde. „Was ...“, war das Erste was über ihre Lippen kam. Sie blickte sich um, als ihre Augen sich an das Halbdunkel der Zelle gewöhnt hatten und erblickte in der Benachbarten einen Dunkelelf, der zusätzlich gefesselt war, wie sie feststellte. „Was?“, äffte er sie zornig nach, nachdem er bemerkte, dass sie zu sich gekommen war. Er verdrehte genervt die Augen. Er war Deserteur und deswegen in einer Zelle gelandet, doch hatte er, wie die anderen seines Volkes, wenig übrig für diese hellhäutigen Lichtelfen, die die Sonne anbeteten. Genau für eine solche hielt er Lad nämlich und da die Fai die Göttin Aura verehrten, lag er gar nicht mal so falsch.
Sie schüttelte den Kopf und spürte kaltes Metall an ihrem Handgelenk. Ihr Blick wanderte dorthin. Eine Kette? Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit und fingen die feinen Lichtstrahlen auf, die im Raum zu finden waren. „Nein…“, ihr Dialekt hatte sich verändert, ohne dass sie es bemerkte. Sie sprach das Wort in der Sprache der Menschen aus. Jenen Menschen unter denen sie aufgewachsen war. „Nein. Falsch. Die Frage ist: Wo?“, korrigierte sie sich hastig und suchte den Raum mit ihren Augen ab. Er war klein und kahl mit hohen feuchten Mauern und Stroh auf der Erde. Eine Zelle. Lad wagte einen Blick hinüber in die benachbarte Zelle, doch diese war leer. Dann suchte sie ihre eigene ab und hoffte, die Stimme, die sie vorhin gehört hatte, hatte auch einen Körper und war nicht nur in ihrem Kopf gewesen. Nein, dachte sie bei sich, da drüben ist jemand. Jemand mit sehr dunkler Haut. Beneidenswert. Tastend fühlten ihre Finger das Metall der Kettenglieder, um zu sehen, wie lang diese war. Das Gefühl in Armen und Beinen kehrte langsam und kribbelnd zurück. Leider auch ein stechender Schmerz in ihrem Rücken, der ihr ein Stöhnen entlockte.
Da hörte sie die fremde Stimme wieder: „Ich weiß nicht wo genau wir sind. Vielleicht an der Küste, vielleicht sind wir aber auch längst in meiner Heimat, aber das ist unwahrscheinlich. Wir hätten wochenlang bewusstlos sein müssen.“ Lad schmunzelte leicht: „Vielleicht waren wir das ja auch. Wochenlang bewusstlos, meine ich.“ Der Fremde neigte den Kopf, um sie besser zu betrachten und spuckte aus: „Pff. Elfenabschaum.“ Innerlich verfluchte er seinen einstigen Vorgesetzten, dass dieser ihn so behandelte. Als Mitglied einer speziellen Einheit wäre es ihm erlaubt, sich jederzeit von der Gruppe zu entfernen und nun das. „Das sollte wohl eine Beleidigung für die Elfen sein, aber ich bin keine.“, erwiderte sie auf seine abwertende Aussage, „Und Ihr seid… Was eigentlich? Ein Dunkelelf? Ein Elf? Jedenfalls ein Geschöpf der Nacht.“ Sie nutzte die Länge der Kette, um so nah in seine Richtung zu kommen, wie es ging, um ihn genauer zu sehen. Er war wahrlich gut getarnt in seinem dunklen Eck, doch seine Bewegungen verrieten ihn.
„Nun denn, was auch immer Ihr seid, unser Blut wird ohnehin bald im selben Dreck vergossen werden.“, kam es von ihm zurück, „Ja, ich bin ein Dunkelelf und man nennt mich Furias, doch ich bezweifle, dass Euch mein Name noch viel nützen wird.“ Er deutete bei seinen letzten Worten auf den kleinen Spalt in der Mauer, der Licht in die Zelle warf. Draußen ging die Sonne unter und färbte das Licht rötlich. „Bei Sonnenuntergang und Mondschein werden sie uns einer ihrer Gottheiten opfern.“, erklärte er mit missfälligem Unterton in der Stimme.
„Dann bin ich froh, wenigstens den Namen dessen zu kennen, mit dem ich sterben soll. Allerdings habe ich keine Lust dazu. Vor allem, weil ich nicht mal weiß, wie viel Blut in mir ist.“, letzteres fügte sie kaum hörbar hinzu und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Sie verzog ihr Gesicht entnervt. Man hatte offenbar daran gedacht, ihre Frisur zu zerstören und alle eventuellen Nadeln und andere spitze Gegenstände zu entfernen. „Ihr könnt mich Lys nennen. Oder Lad. Was immer Euch lieber ist.“, erwiderte sie seufzend. Die Fessel an ihrem Handgelenk schien bereits ziemlich alt zu sein und wäre leicht zu öffnen gewesen. Ein überraschtes Blinzeln, als sie feststellte, dass die Fessel auch sehr locker war. Einen Versuch ist es wert, dachte sie bei sich und begann nun zu probieren, ob sie das Eisen über ihre Handwurzel schieben konnte. Ihr Nachbar interessierte sich kaum für ihre Worte, geschweige denn ihren Namen. Er betrachtete nur das Licht, wie es immer dunkler wurde. Seine Fesseln waren nämlich, im Unterschied zu ihren, neu. Damit war seine einzige Möglichkeit, einen Fluchtversuch zu wagen, der Moment, wenn man sie für das Opfer holte.
Er horchte auf, als er ein leises Klirren vernahm und blickte hinüber zu Lad, die ihr nun schmerzendes Handgelenk rieb. „Nun zu dir, mein Freund.“, flüsterte sie. Furias brauchte einen Moment, bis er realisierte, dass sie ihre Handfessel abgeworfen hatte. An allen anderen Gliedmaßen war sie nicht gefesselt. Man dachte scheinbar, sie könne sich sowieso nicht befreien. „Ich habe gerade nichts zu tun und meine beiden Hände sind frei.“, sprach sie weiter und kam näher an ihn heran, „Also, was sagt Ihr? Ich denke, ich finde einen Weg Eure Fesseln zu lösen.“
„Hervorragende Idee. Wartet, ich habe hier den Schlüssel für Euch versteckt.“, erwiderte er mit Sarkasmus in der Stimme und fuhr ernster fort, „Ernsthaft, mit was wollt Ihr die Dinger lösen?“ „Vielleicht damit?“, sie hielt einen Metallsplitter hoch und grinste ihn an. Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Diese Frau hatte ein eigenartiges Funkeln in den Augen. Sie ließ sich von dem kurzen Schrecken, der über seine Züge huschte, nicht irritieren, sondern trat näher, um seine Ketten zu untersuchen, bevor sie sich daran machte, jene zu öffnen. Die Erste war noch schwierig, doch mit ein wenig Übung klappten alle anderen im Nu.
Sein Blick wanderte zum Lichtschein, der kaum noch vorhanden war. Die Zeit drängte. Bald schon würden die Wachen kommen, um sie abzuholen. „Fertig.“, riss ihn ihre melodische Stimme aus den Gedanken. Sie wischte sich ihre Hände an ihrem Gewand ab. Ihr Wunsch war es, so schnell wie möglich aus dieser Zelle und aus diesem Land zu verschwinden, nur dafür brauchte sie die Hilfe von diesem Dunkelelf.
Kaum, dass er sich freibewegen konnte, hob er das Stück Metall auf, um zu den Gitterstäben ihres Gefängnisses zu eilen und diese zu öffnen. Nach ein paar Handgriffen vernahm er das leise Klacken, als das Schloss sich öffnete und er die Tür so leise wie möglich öffnete. Eine Wache war in dem schmalen Gang nicht zu entdecken.
Ein Blick zurück auf dieses hellhäutige Wesen mit den spitzen Ohren. Sie würde ihm noch von Nutzen sein. Entweder als zweiter Schwertarm oder als Opfer, das er zurücklassen konnte. Gegen seine Neigung fasste er sie am Arm und zog sie mit sich nach draußen.
„Wie sieht Euer Plan aus?“, verlangte sie zu wissen.
„Zuschlagen. Fliehen. Verstecken.“, war die knappe Antwort. Er hastete den Gang entlang. Die meisten Zellen in diesem Trakt waren bis auf einige leer. Lad erkannte im Vorbeigehen Gefangene, deren Köpfe schlaff herabhingen. Vielleicht schliefen sie, vielleicht war ihr Lebenswille aber auch bereits gebrochen. Sie hatten keine Zeit zum Verweilen. Er wollte Richtung Waffenkammer. Ohne seine Habe würde er sicher nicht gehen.
Ein Geräusch ließ ihn inne halten und er zog die blasse Elfe hinter sich und presste sich mit ihr in einer Nische an der Wand. Hoffend, dass sie nicht entdeckt würden, hielt er den Atem an. Sie bewegte sich nicht. Hatte seine Intentionen verstanden, doch lugte sie neugierig an ihm vorbei. Ein Wächter wanderte gähnend vorüber. Er bemerkte sie nicht. Kaum war er um die nächste Biegung verschwunden, zog Furias sie weiter.
Sein Blick war gehetzt, suchend. Irgendwo hier musste die Kammer sein, die er suchte. Stimmen klangen an ihre Ohren und als er um die nächste Ecke schaute, bemerkte er zwei Wachen, die sich ihre Zeit beim Würfeln vertrieben. Sie hatten einen kleinen schmutzigen Tisch direkt vor der Waffenkammer aufgebaut.
Flugs zog er den Kopf zurück und musterte die Blasshaut: „Wie schnell seid Ihr?“ Seine Stimme war zu einem Flüstern gesenkt.
„Schnell genug“, kam es zur knappen Antwort. „Dann hilf mir. Wir müssen die beiden schnell, sauber und vor allem leise ausschalten“, er verzog den Mund zu einem grimmigen Lächeln, ehe er sich nach etwas umsah, dass sie als provisorische Waffe verwenden konnten. Im Gang war wenig zu finden. Ein paar alte Bretter lehnten an der kühlen Steinwand. Er fasste eines und wog es in den Händen ab. „Perfekt.“, stellte er fest und wandte sich ihr zu, „Ich geh hin, miche sie auf und Ihr schlagt sie K.O., verstanden? Wo? Blasshaut?!“ Erst jetzt bemerkte er, dass er sich mit der Wand unterhalten hatte und sie längst verschwunden war.
„Guten Abend“, grinste Lad, die mit einer absoluten Selbstverständlichkeit, auf die beiden Wachen zu ging, „Könnt ihr mir sagen, wo ich etwas zum Essen finden kann? Ich verhungere hier.“
„Wie bist du rausgekommen?“, der linke der beiden Dunkelelfen sprang auf und stürmte auf sie zu, doch sie wich ihm elegant aus und Furias reagierte schnell genug, um einzugreifen und diesem das Brett über den Kopf zu ziehen. Die Augen verdrehend stürzte der Elf zu Boden und rührte sich nicht mehr. Der zweite versuchte Lad am Arm zu packen und zückte mit der anderen Hand einen Dolch. Sie blickte ihm geradewegs in die Augen, ließ ihn auf sich zukommen und ergriff seine Schultern, um ihr Knie mit Wucht in seiner Magengrube zu versenken. Ein Stöhnen entfuhr ihm und klirrend entglitt ihm die Waffe. Furias hob diese flink auf und trieb sie ihm in die Seite. Auch er fiel zu Boden.
Lad löste die Schlüssel für die Türen vom Gürtel der Wache und machte sich daran, den richtigen für die Waffenkammer zu suchen. Furias behielt den Gang im Auge, das Brett wieder fest im Griff, um es als Knüppel einzusetzen.
„Ihr habt vielleicht Nerven! Macht das nie wieder!“, fauchte er sie an. „Ich dachte, das war der Plan.“, entgegnete sie gelassen und öffnete die Tür zur Kammer.
„Ja schon, aber ich... Ach vergesst es. Zumindest hat es funktioniert“, knurrte er und schob sich an ihr vorbei. Nach ein paar suchenden Blicken, erkannte er sein Eigentum und raffte es an sich. Keine Sekunde zu früh, denn ein einsamer Wächter bog um die Kurve, sah seine am Boden liegenden Kameraden und wurde in dem Augenblick, da er zum Schrei ansetzte, von einem Dolch in die Kehle getroffen. Leise vor sich hin fluchend, stakste Furias auch schon los, um den Dolch wieder einzusammeln. Lad war ihm gefolgt und nahm auch an sich, was ihr gehörte. Der Dolch der Hoffnung fühlte sich überraschend warm an in ihrer Hand. Erleichterung überkam sie, da sie den Dolch wohl nicht als so wichtig erachtet hatten, sondern zusammen mit dem Rest einfach hier abgeladen hatten. Lad hängte sich ihr Schwert über und fasste nach einem Zweiten. Kaum da ihre Finger es berührten, stieg ein seltsames Gefühl in ihr auf. Sie fühlte ein Pulsieren wie von einem kleinem Herz, das zu schlagen begann. So schnell wie es gekommen war, war es auch verschwunden und da Eile geboten war, hatte sie keine weitere Zeit nachzudenken.

Kommentare

  • Author Portrait

    Wow... das ist grandios. Und du zweifelst an dir. Ehrlich... das ist besser als alles, was ich in meinem Leben an Fantasy geschrieben habe... *ist desillusioniert und hockt schmollend in einer Ecke* ... ich muss üben. Ich muss besser werden @__@

  • Author Portrait

    fängt schon mal gut an! bin gespannt auf mehr :)

  • Author Portrait

    Ö.Ö Genialer Text! Mitreißend geschrieben, ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht^^ Und ich mag den sarkastischen Elf :)

  • Author Portrait

    „Nun denn, was auch immer Ihr seid, unser Blut wird ohnehin bald im selben Dreck vergossen werden" - best line in there. ^^ Gute Arbeit Kathy!

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media