Kapitel 10


„Meleficent, da bist du ja endlich. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht!“ Ein Schatten, der von einer Laternenlampe geworfen wurde, verdeckte Meleficents Gesicht und im nächsten Augenblick kam Aragon um eine Hausecke gerannt. Meleficent zuckte zusammen. „Hast du mich aber erschreckt. Ich dachte schon du wärst ein nächtlicher Wegelagerer!“ „Wo bist du so lange gewesen? Wir suchen dich schon lange“, Aragon war ganz ausser sich vor Sorgen. „Ich habe nur ein paar Einkäufe gemacht“, sagte Meleficent und übergab ihm den Beutel. „Gut“, gestand Aragon, als er den Beutel aufschnürte und die Lebensmittel begutachte. „Aber trotzdem, sag nächstes Mal Bescheid, wenn du weg gehst.“ Meleficent warf den Kopf in den Nacken. „So klein bin ich jetzt auch wieder nicht und ich kann auf mich selbst aufpassen!“ Aragon lud sich den Beutel auf seine Schulter und schnaubte etwas, was er Meleficent schon dutzende Male vorgeworfen hatte: „Du bist eine typische Waldelfe. Stur, zickig und eigensinnig!“ Meleficent knetet ihrer Finger und biss sich auf die Lippen. „Du kennst mich ja gar nicht richtig und ausserdem lass ich mir von einem blondhaarigen, arroganter Fiesling nichts vorschreiben!“ „Jetzt hör zu…“, Aragon dämpfte allerdings seine Stimme, als vier Gestalten mit schwarzen und dunkelroten Vorhängen in ihre Gasse einbogen und auf sie zu steuerten. Ein Blick auf ihre Totenkopftattoos an den Hälsen genügte und Aragon wusste, dass es Anhänger von Yjades waren. „Halte deinen Pfeilbogen bereit“, zischte Aragon der verwirrten Meleficent zu. „Warum….“, weiter kam Meleficent nicht. Die Gestalten, deren Kapuzen tief ins Gesicht gezogen waren, umkreisten sie und zückten ihre Degenschwerter. „Attacke, nieder mit diesen Elfen!“, rief der Anführer mit einer Maske. Zwei der Gestalten stachen gleich auf Aragon ein, der jedoch wehrte beide Schläge mit seinem Schwert ab. Die anderen zwei umkreisten Meleficent und lächelten höhnisch. „Was haben wir denn da für ein Früchten“, spottete der einte.  „Ich bin kein Früchten!“, knurrte Meleficent, spannte den Pfeil den Bogen und schoss einen der Angreifer nieder. Der andere jedoch, reagierte rechtzeitig, bevor er ebenfalls getroffen wurde, entwendete er ihren Pfeilbogen mit einem Schwertschlag. „Und was wollt ihr jetzt machen?“, höhnte der Mann hinter seiner Maske und bedrohte Meleficent mit dem Schwert. „Mein Pfeilbogen mag zwar weg sein, aber ich habe immer Hände und Füsse!“ Meleficent sank auf den Boden und machte den Spagat, als er nach ihr stach und packte seine Beine. Sie stellte ihm ein Bein und brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Die beiden rollten über den Boden, während der Mann Meleficents Haare packte, versuchte sie den Mann zu erwürgen. Meleficent schlug ihm das Schwert aus der Hand, welches scheppernd die Strasse runterpurzelte. Gebannt beobachteten Meleficent und der Mann, ob die Schwertklinge die vielen Aufprälle überlebte und vergassen dabei  für einen Augenblick ihren Bodenkampf.  Doch die Schwertkling zerbrach nicht in tausend Stücke und als es liegen blieb, wechselten Meleficent mit dem Feinde einen schnellen Blick und rannte los. „Oh nein, das wirst du schön lassen!“ Er warf Meleficent mit einem Kampfwurf über die Schulter und sie schlug auf dem Pflasterstein auf. Jedoch rächte sie sich, indem sie sein Fuss festhielt und er ebenfalls auf dem Pflasterstein landete. „Nein, du lässt es sein!“ Meleficent übertrampelte den Gegner und warf sich auf das Schwert. Ehe der Gegner sich auf die Beine rappeln konnte, hatte Meleficent das Fechtschwert bereits in der Hand. „Wer seid ihr, und was wollt ihr von uns?“, knurrte Meleficent und hielt ihm die Schwertspitze an den Hals. „Mein Geheimnis werde ich wohl mit mir ins Grab nehmen müssen“, keuchte er hinter seiner Maske hervor. Meleficent überlegte nicht lange und riss ihm die Maske mit dem Schwert vom Gesicht. Nun konnte sie sein Gesicht sehen. Es war ein Mann mit einem Schnurrbart und stechenden Augen. Meleficents Blick fiel gleich auf den Hals des Mannes, wo sich einen Totenkopftattoo abzeichnete und erinnerte sich an Aragons Worte. „Hier seid Anhänger der blauen Hexe, nicht wahr?“, konterte Meleficent. Der Mann nickte: „Ja, und wir sind geschickt worden, um euch zwei Grünschnäbel vom Hals zu schaffen!“ „Hilfe!“, Aragons Schrei hallte durch die Gasse und Meleficent konnte sehen, dass er in Schwierigkeiten steckte. Ein fünfter Kämpfer kam hinzu und während Aragon einen Angreifer mit einem Seitentritt niedersteckt hatte und mit dem anderen Gegner einen Schwertkampf absolvierte, so hatte er fast keine Change gegen einen dritten Kämpfer. Der dritte packte ihn von hinten und drückte ihm die Arme auf den Rücken, während der andere mit dem Schwert nach ihm ausholte. „Ja, Pech, deinem Schatz geht es jetzt wohl an den Kragen“, höhnte der Besiegte von Meleficent. „Halt deine Schnauze! Er ist nicht mein Schatz!“ Meleficent schlug ihn mit dem Schwertgriff gegen den Kopf, dass er ohnmächtig wurde und sie stürmte wieder zurück um Aragon zu helfen. „Sprich dein letzten Wunsch aus!“, knurrte der Mann, der Aragon jeden Moment erstechen wollte. „Vorsichtig, hinter dir!“, warnte der Hexenanhänger, der Aragon festhielt. Meleficent erstach den Mann aus dem Hinterhalt, allerdings zu spät, denn seine Schwertklinge riss gerade Aragons Hemd auf und sie blieb in seinem Brustkorb stecken. Aragons Mörder sank zusammen, gefolgt von Aragon, der noch einen Laut von sich gab und dann regungslos am Boden liegen blieb. Das blanke Entsetzen stand Meleficent ins Gesicht geschrieben, als sie sah, dass Aragons Blut auf den Grund tropfte und sich in den Ritzen des Pflastersteines sammelte. Sie schmiss ihr Schwert auf den Boden, es klirrte, vergass die anderen Kämpfer und warf sich neben Aragon auf die Knie.  „Halte durch Meleficent, wir kommen!“, heulte eine Stimme und im nächsten Herzschlag stürmten Gideon und Fay aus einer Seitenstrasse und nahm den Kampf mit den übriggebliebenen Hexenanhänger auf. Fay erstach einen mit einem einzigen Dolchwurf, während Gideon mit seinem Säbel nach den anderen stach. Nur noch benommen nahm Meleficent die Aussenwelt wahr und sie hörte, wie ihre Freunde die Hexenanhänger mit Geschrei verjagten. Die restlichen  Geräusche wurden von ihrem Herzschlag verschluckt. „Aragon, du darfst nicht sterben“, flehte Meleficent und tastete nach seinem Puls am Handgelenk, doch sie konnte das Pochen nicht spüren. „Bitte“, seufzte Meleficent und fuhr ihm durchs Haar. „Komm wieder zu uns zurück. Zu mir.“ Doch Aragon regte sich nicht. Meleficent wurde der Verlust zu viel für ihr Herz und sie sank bewusstlos neben ihm zusammen.                                                                                                                             

„Meleficent, Meleficent, Meleficent, Meleficent!“, rief eine Stimme. In ihrem Traum rannte sie mitten in der Nacht durch einen Wald. Aber der Anblick des Waldes schien sie zu beruhigen. Die Bäume waren Blauschimmerbäume, welche immer eine bläuliche Rinde hatten und dazu weisse Blätter trugen. Sie war barfuss, doch der Boden füllte sich weich und trocken zwischen den Zehen an, so dass Meleficent es kaum bemerkte. „Kommt zu mir Meleficent, ich bin es!“, die Stimme hallte wieder durch den Wald und jetzt erkannte Meleficent, dass es ihre Mutter war. „Mama, wo bist du?“, rief Meleficent und rannte  weiter. Als sie über einen Stein hopste, entdeckte sie zwischen zwei Eichenbäumen einen Torbogen und in dem Torbogen bereitete sich eine blauschimmernde Fläche aus. Meleficent trat näher an den Torbogen heran und erkannte das Gesicht ihrer Mutter darin spiegeln. „Was machst du hier?“, hauchte Meleficent und wollte mit dem Finger das Gesicht ihrer Mutter berühren, jedoch glitt ihre Hand durch die Fläche hindurch. „Du kannst mich nicht berühren“, flüsterte ihre Mutter und blinzelte ihr liebevoll entgegen. „Aber warum bist du denn so traurig?“ Meleficent senkte den Kopf und wisperte: „Aragon ist Tod und ohne ich kann ich nicht gegen die Hexe kämpfen!“ Ihre Mutter schüttelte den Kopf und spitze die Lippen. „Er ist nicht Tod, noch nicht, du kannst ihn retten.“ „Aber ich kann ihn nicht heilen, ich habe nur ein Heilelixier für Tier und Pflanzen!“, widersprach Meleficent. „Und was ist, wenn ich dir ein Heilelixier für die Heilung von Elfen gebe?“, fragte ihre Mutter. „Und wie gelange ich zu dir?“, wollte Meleficent wissen. „Ich kann dich nicht einmal berühren!“ „Es geht nur, wenn du einen guten Grund hast“, erklärte sie ihr. Das Gesicht ihrer Mutter schien sich allmählich wieder zu verblassen. „Warte, was für einen guten Grund meinst du?“ Panik stieg in ihre auf. Doch ihre Mutter lächelte ihr nur zu, zwinkerte und sagte noch: „Denke einfach mal nach.“ Dann verschwand sie auf der Fläche. Einen guten Grund? , fragte sich Meleficent.                                                                                                                                     

„Es gibt nur einen einzigen Grund. Ich möchte meine Mutter sehen!“, rief sie und rannte auf den Torbogen zu. Als sie allerdings beim Sprung stolperte und hinfiel, fand sie sich auf der anderen Seite des Torbogens und sie musste feststellen, dass sie nur hindurch gelaufen war. Sie rappelte sich wieder auf die Füsse und stellte sich dicht an die schimmernde Fläche. „Ist es etwa kein guter Grund, warum hier hindurch gehen kann?“, fragte sie die Fläche. Sie gab allerdings keine Antwort, was sie aber eigentlich von einer Fläche erwartet hatte. „Dann versuch ich es eben auf meine Art!“, grunzte Meleficent und rannte so oft durch die Fläche hindurch, bis sie vor Enttäuschung die Nase voll hatte. Schlechtgelaunt lehnte sie gegen eine Eiche, zeichnete mit einem Ast Figuren in die Erde und funkelte dem Torbogen und dessen Fläche entgegen. Auf einmal fiel ihr Aragon wieder ein und sie baute sich erneut vor dem Torbogen auf. „Verdammt, ich muss Aragon das Leben retten und dafür muss ich hier durchkommen!“, jammerte sie und schloss die Augen. Sie wagte einen Schritt und berührte die Fläche mit ihrem Gesicht. Sie spürte gar nichts, so als würde sie den Kopf ins Wasser tauchen und dabei nicht einmal die Nässe spüren.

Als sie wieder die Augen öffnete, befand sie sich in einem anderen Wald. Um Meleficent herum wucherten schwarze Gebüsche und Bäume mit silbernen Blättern und einige Mimins, kleine Klettertier mit Kulleraugen, turnten in den Ästen herum. Eine Pflanze allerdings, stach ihr gleich ins Auge. Es war eine Rose. Sie war mindestens einen Meter hoch und hatte so eine schöne, blutrote Blüte, dass selbst ein farbenblinder Mensch sie von anderen Blumen unterschieden konnte. „Der Saft der Blutrose ist ein Heilelixier“, flüsterte eine Stimme in Meleficents Ohren. Meleficent nickte und streckte die Hand aus, damit sie eine kleine Flasche nehmen konnte, die bereits für Meleficent neben der Rose platziert war. Sie öffnete den Korn und stellte sich an den Blütenkelch. Blutrote Tropfen liefen aus dem Kehl und tropften über die Kante der Rosenblätter auf die Erde. Meleficent entdeckte einen Tropfen, der zum Blütenende rann und füllte mit diesem Tropfen die ganze Flasche.  „Und jetzt geh, Meleficent, Aragon wieder nicht mehr lange durch halten! Ich bin stolz auf dich!“, flüsterte ihre Mutter im aufkommenden Wind. „Danke, Mutter für alles. Ich vermiese dich“, murmelte Meleficent, hängte die Flasche an ihren Gürtel und machte einen Schritt auf den Torbogen zu. „Ich dich auch“, antwortete sie, dann war ihre Stimme verschwunden. Meleficent schloss ihre Augenlider und wünschte, dass sie neben Aragon aufwachen würde, damit sie ihn vor dem Tod bewahren konnte und trat durch die Fläche.

Als Meleficent die Augen aufschlug, fand sie sich auf der Strasse, während Aragon immer noch neben ihr lag. „Aragon?“, Meleficent rüttelte an seinen Körper, doch er gab kein Lebenszeichen. Da fiel ihr das Rosenheilelixier ein und mit zitternden Händen löste sie die Flasche von ihrem Gürtel und öffnete den Verschluss. Als sie aber die Flasche zu seinen Lippen führen wollte, da glitt ihr der Behälter aus den Händen und zerbrach in tausend  Scherben auf dem Pflasterstein. Und die Rosenblutflüssigkeit versickerte in die Ritzen, ehe sie etwas unternahm, dass kein Tropfen mehr übrig blieb. „Nein, ich Trampel!“, kreischte Meleficent auf und schlug sich selber gegen die Stirn. „Aragon, es tut mir leid, du musstest sterben, weil ich das zerstört habe, was dich noch hätte retten können!“ Meleficent kuschelte sich mit dem Kopf in seinen Umhang und wünschte, sein Herz würde wieder schlagen.

Während Meleficent weinte und Aragon umklammerte, bemerkte sie nicht, wie eine Blutrose sekundenschnell aus dem Pflastersteinboden in die Höhe wuchs. Erst, als ein Rosenblatt sich an Meleficents Handgelenkt heranschlich und es streifte, hob sie den Kopf. Der Blütenkelch der Rose wartete nur drauf, dass Meleficent die Rose abknickte, so nahe war sie vor ihrem Gesicht. Meleficent reckte die Hand aus und knickte den Stil ab. Sie rappelte sich auf die Knie und führte die Rose zu Aragons Lippen. Am Blütenende sammelte sich die blutrote Flüssigkeit und benetzte damit seine Lippen. Einen Wimperschlag später stöhnte Aragon auf und seine Brust hob sich wieder. „Aragon?“, Meleficent nahm seinen Kopf zwischen die Hände. „Meleficent, was ist passiert?“ Er öffnete seine nussbraunen Augen und blinzelte ihr entgegen. „Sie haben dich niedergestochen Aragon, ohne diese Rose wärst du gestorben“, erklärte Meleficent Aragon und wischte ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Du hast mich gerettet? Warum hast du mich gerettet? Du denkst doch, ich bin ein arroganter Kotzbrocken?“ „Nein, du bist kein Kotzbrocken, du benimmst dich nur so“, meinte Meleficent. Aragon antwortete nicht, sondern schaute Meleficent einfach tief in die Augen. „Danke“, flüsterte er ihr ins Ohr, als er sich zu ihrem Gesicht vorbeugte. Sein Kopf wanderte und er berührte dann fast ihre Nasenspitze. „Aragon, Meleficent, ist euch etwas passiert?“ Gideon und Fay kamen die Gasse hoch gejagt. „Na ja, ich habe ein bisschen was abgekriegt.“ Aragon löste den Blick von Meleficent und liess sich von Fay aufhelfen. „Wo seid ihr denn abgeblieben?“ „Wir haben diese miesen Hexenanhänger in die Flucht geschlagen“, verkündete Fay und wischte sich einen Kratzer, den sie vom Kampf am Handgelenk zu gezogen hatte, sauber. „Wir haben so lange gegen sie gekämpft, bis sie wimmernd die Flucht ergriffen hatten.“ Gideon half Meleficent auf die Füsse und reinigte seinen Säbel mit seinem Umhang. Aragon verengte die Augen. „Waren das wirklich Anhänger von Yjades, oder habe ich mich geirrt?“ Meleficent schüttelte den Kopf. „Du hast dich nicht geirrt. Ich habe die Totenkopftattoos ganz genau am Hals erkannt.“ Aragon vergrub die Handfläche in seinem Gesicht. „Ist dir nicht gut?“, Fay eilte an seine Seite und versuchte ihn zu stützen. „Es geht schon“, murmelte er. „Aber eines ist jedenfalls klar. Wir sind nirgendwo mehr sicher vor dieser Hexe. Weder in einem Wald, noch in einer Stadt voller Menschen. Überall wimmelt es von ihren Spionen.“

„Gideon“, murmelte Meleficent, als die vier Abenteuer in einem Gasthaus noch zu später Stunde ein Zimmer bezogen haben. Gideon schreckte auf, weil er auf einem Sessel eingenickt war und schlurfte zu Meleficent hinüber. Er liess sich neben ihr auf das Bett mit der Mottendeck (wie Meleficent sie bezeichnen würde) fallen. „Hier, das ist für dich. Dein Säbel zerfällt ja schon bald in Roststaub.“ Meleficent nahm vom Boden ein Bündel auf und löste den Knoten. Gideon traut fast seinen Augen nicht, als er ein rostfreies Fechtschwert erblickte. „Ist das wirklich für mich?“, hauchte Gideon und freute sich wie ein Kind. Meleficent nickte. Gideon nahm das Schwert in die Hand und betrachtete es im Schein des Kamines. „Woher hast du das?“, fragte er dann. „Ich hab es gefunden. Einer der Hexenanhänger ist es wohl aus der Hand geglitten“, erklärte Meleficent. „Davon würde ich aber die Finger lassen!“, Fay stakste zu ihnen hinüber und verschränkte die Arme vor der Brust. „Du bist doch nur neidisch“, knurrte Gideon und steckte sich das Schwert an seinen Gürtel. Dabei warf er einen herrischen Blick in den Spiegel, als ob er nun mit diesem Schwert angsteinflössender wirken würde. „Ich und neidisch! Ich rate dir nur die Finger von diesem Hexenschwert lassen!“, Fay verdrehte die Augen. „Na ja, so unrecht hat sie nicht“, Aragon trat an ihre Seite. „Darf ich mal?“, wandte er sich an Gideon weiter. Erst zögerte Gideon aber der Blick von Fay liess ihn einschüchtern und er übergab seinem Freund das Schwert. „Geàstika“, las Aragon das Wort am Schwert vor. „Was ist eine Geàstikaschwert? Was bedeutet das?“ Neugierig hüpfte Fay von einem Fuss auf den anderen. Aragon zuckte mit den Schultern. So so, Herr Neunmalklug legt lahm, dachte Meleficent.       „Geàstika bedeutet Unterwelt in der Hexensprache. Dies weiss ich aus einem Buch“, sagte Meleficent und freute sich, weil sie Aragon überlegen hatte. Fay nahm Aragon das Schwert aus der Hand. „Siehst du Gideon, es ist ein Schwert aus der Unterwelt. Das bringt nur Unglück!“ Gideon stampfte auf den Parket und riss es seiner Zwillingsschwester aus der Hand. „Nein, es bringt kein Unglück! Es ist bloss ein Schwert! Ich möchte es behalten!“ Fay kniff die Augen zusammen und kräuselte die Lippen. „Suchst du Streit?“ „Ich halt mich da raus!“, blaffte Aragon, stieg in sein Bett und zog sich die Decke über den Kopf. „Ich schliesse mich dir an“, meinte Meleficent an die Bettdecke gewandt, wo Aragon sich verkrochen hatte und während die beiden Zwillinge sich gegenseitig anfunkelten, ging Meleficent zum Spiegel und begann sich die feuerroten Haare zu kämmen. Dabei bemerkte sie nicht, wie Aragon sie unter der Decke durch einen Spalt beobachtete und er zu lächeln begann.

 

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