Kapitel 12

Am nächsten Morgen wachte ich alleine in dem großen Schlafzimmer auf. Da ich Max im oberen Geschoss nicht finden konnte und nicht länger mit der Decke, die ich mir umgebunden hatte, herumlaufen wollte, ging ich duschen und zog mir danach noch ein T-Shirt von ihm und eine schlichte Jeans an. Im unteren Geschoss des Hauses sah ich auch nach ihm, doch ich fand ihm in keinem Winkel des Hauses. Nicht einmal auf dem Rest der Insel fand ich ihn und auf meine Rufe bekam ich keine Antwort. Zu meinem Pech hatte ich kein Handy und auch Max' Nummer hatte ich nicht. Verzweifelt ging ich wieder zurück ins Haus und suchte nach einen Hinweis, wo Max sein könnte. Ich nahm das ganze Haus auseinander, fand jedoch keinen einzigen Hinweis auf seinen Verbleib. Frustriert schmiss ich mich auf das Sofa und überlegte was ich tun könnte. Da die Zeit, wenn man nur rum lag, sehr langsam verging, suchte ich nach Putzzeug und fing an das Haus von oben bis unten zu putzen. Das dauerte einige Stunden. Das Resultat war ein blitz sauberes Haus und eine durchgeschwitzte Blondine. Und das trotz meiner hoch gebundenen Haare, unter denen man, wenn sie offen waren schon schwitzte.
Da ich mich eklig fühlte, steckte ich die gesamte dreckige Wäsche, inklusive dem, was ich trug, in die Waschmaschine und stellte diese an. Zum zweien Mal an diesem Tag stand ich nun unter der Dusche, doch nun spielten meine Gedanken durch die Sorge um Max verrückt. Durch die vielen schlimmen Gedanken liefen mir nun salzige Tränen die Wangen hinunter, welche sich mit dem süßen Wasser aus der Leitung vermischten.
In Handtücher gehüllt tapste ich zu meinem Schrank und zog mir wieder etwas an. Mit nassen Haaren suchte ich nochmals das ganze Haus ab und sah draußen in der Nähe des Hauses nach ihm, jedoch fand ich weder ihn noch Hinweise auf seinen Verbleib. Niedergeschlagen, mit Tränen in den Augen und tief verletzt ging ich wieder ins Haus, verriegelte alles und legte mich aufs Sofa. Schnell schielt ich die Waschmaschine aus und hing die Wäsche in den dafür bestimmten Raum auf und ging dann wieder ins Wohnzimmer. Auf dem Sofa machte ich es mir mit einem Buch und einen Tee bequem. Auch wenn ich an diesem Tag noch nichts gegessen hatte, empfand ich durch meine große Sorge um Max keinen Hunger. Ich konnte mich überhaupt nicht auf das Buch konzentrieren, da meine Gedanken immer wieder zu ihm abschweiften. So kam es, dass ich an den vorigen Tag und die vergangene Nacht denken musste. Vor meinem inneren Auge sah ich ihn ganz deutlich. Ich vermisste ihn mehr als alles andere auf diesem Planeten und ich wollte ihn um alles in der Welt nicht verlieren. Mein Herz fühlte sich bei jeder verstreichenden Minute mehr und mehr so an, als würde es jemand in kleine Fetzen reissen. Mitten in der Nacht fand ich dann endlich Schlaf.

In den darauffolgenden Tagen hörte und sah ich nichts von den Mann, den ich liebte.

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