Kapitel 14

“Okay, lasst uns den Plan nochmal durch gehen“, bittet Hilley nachdem sie ihre Unterhaltung mit Taylor beendet hat. “Also, Ruby und ich betreten das Gebäude und tun so als würden wir dazu gehören. Dort angekommen werden wir dann einen Kampf anfangen, damit-“ “-alle Leute abgelenkt sind und Hilley das Mädchen da raus holen kann“, beendet Ruby meinen Satz. Ich verdrehe die Augen. Ich kann auch selbst reden. “So, dann ist ja alles klar. Legt los“, fordert sie auf:“Viel Glück!“ Wir nicken dankbar.

Hilley gibt Taylor ein Zeichen, welcher die Kutsche daraufhin den Weg wieder hinunter lenkt. Sobald die Kutsche verschwunden ist, machen Ruby und ich uns auf den Weg zum hohen Zauntor.

Am Tor angekommen, setzen wir beide sofort unsere Kapuze auf, um nicht sofort erkannt zu werden. Scheinbar kennt sie den genauen Plan genauso gut wie ich. Das hoffe ich jedenfalls. Wenn nicht, kann alles schief gehen und wünscht sich sicher keiner von uns.

Hoffentlich hält sich auch Hilley an den Plan. Wenn das nicht der Fall sein sollte, kommen wir da nicht mehr raus. Ich vertraue ihr zwar, doch gestern Abend nachdem ich ihr von der Vision berichtet habe, hat sie sich so eigenartig und komplett untypisch verhalten. Ich hätte gern gewusst, was in diesem Moment in ihrem Kopf vorging. Bei dem Gedanken, dass sie uns vielleicht verraten könnte, spüre ich ein schmerzhaftes Ziehen im Bauch, was mir zu sagen versucht, dass ich es obwohl ich Hilley vertraue, für möglich halte.

Schnell drehe ich mich noch mal zu der Stelle um, an der Hilley gestanden hat, als wir uns auf den Weg gemacht haben, aber dort ist sie nicht mehr. Ich runzele die Stirn. Wo ist sie hin? Ich suche die Umgebung mit meinem Blick ab, doch die junge Frau ist nirgends zu sehen. Ich bekomme langsam bammel.

“Ruby? Ich habe da ein ganz mieses Gefühl“, gebe ich zu bedenken. “Wieso was ist denn?“, fragt sie verwirrt. “Hilley ist weg“, sage ich. Nun dreht auch Ruby sich um, während ich mich wieder nach vorne drehe.

 Als Ruby sich wieder zu mir umdreht, bemerke ich dass sie die Stirn gerunzelt hat. Stimmt also wirklich etwas nicht? Ich fühle mich immer unbehaglicher. “Ich hatte Recht. Das kein gutes Zeichen oder?“, frage ich voller Besorgnis. “Ach, mach dir keine Sorgen. Das ist Teil des Plans!“ Versucht sie mich gerade ernsthaft zu beruhigen? “Wir sollten uns einfach weiterhin an den Plan halten“, weiß sie an. Ich schlucke schwer und nicke dann, doch überzeugt bin ich noch nicht.

Als wir das Tor passiert haben und an der großen Holztür, die den Eingang des Gebäudes bildet, angekommen sind. Treten plötzlich zwei schwarz gekleidete Männer aus den Schatten heraus und packen uns fest an den Armen.

Was ist denn jetzt los? Standen sie etwa die ganze Zeit hier? Haben sie gehört, worüber wir gesprochen haben? Kennen sie unseren Plan? Sind wir etwa aufgeflogen?

Ich blicke ängstlich zu Ruby herüber, welche mir mit einem Nicken Mut zu spricht, was mich aber nicht wirkliche beruhigt.

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